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Chräbelbann wird mit Wanderweg entschärft

Im Herbst wird oberhalb der Talstation Chräbel mit dem Baubeginn für einen lang ersehnten Wanderweg im Chräbelbann gestartet. Damit wird eine Lücke im Wegnetz geschlossen. Es ist ein anspruchsvolles Projekt.
Hier, am eher hinteren rechten Bildrand, unter der Seilbahn, wird der Weg aus dem steilen Wald kommen. Ab Herbst ist Baubeginn für den neuen Wanderweg.
Bild: Erhard Gick

Einheimische mit Ortskenntnis hätten den Abstieg vom Wanderweg, der von der Rigi Scheidegg über die Rotenfluo nach Goldau (A4) führt, gefunden oder sie haben diese gefährliche Abkürzung benutzt. Jetzt soll die Erschliessung und die Lücke zur Talstation der Luftseilbahn Chräbel nach Rigi Scheidegg aber geschlossen werden. «Mit einem sicheren Bergwanderweg», sagt Stefan Gwerder, Projektverfasser und Bauleiter für das neue Wegprojekt.

«Im Herbst fällt der Startschuss für dieses bedeutende Wanderwegprojekt im Chräbelbann oberhalb von Goldau. Mit dem Baubeginn einer neuen Wanderwegerschliessung wird eine schon lange bestehende Lücke im regionalen Wanderwegnetz geschlossen», so Stefan Gwerder, Geschäftsführer des Vereins Schwyzer Wanderwege, weiter. Dieser Verbindungsweg, der nicht primär touristische Zwecke verfolgt, sondern insbesondere von Einheimischen gewünscht wurde, verspricht in jedem Fall eine Aufwertung der lokalen Wanderinfrastruktur.

Technisch anspruchsvoll zu realisieren

Stefan Gwerder, Projektleiter der Schwyzer Wanderwege, mit Markierungsmaterial für einen Bergwanderweg, wie er oberhalb von Goldau realisiert wird.
Bild: Erhard Gick

«Wir werden den Weg in diesem sehr steilen Gelände so anlegen, dass er als Bergwanderweg der Stufe T3 klassifiziert werden kann, also nicht ein alpiner Wanderweg», so Stefan Gwerder. Das Vorhaben sei baulich sehr anspruchsvoll. «Das Gelände im Chräbelbann ist äusserst steil und weist zwei markante Felsbänder auf, was den Einbau von Treppen unumgänglich macht. Dank dieser technischen Bauten ist die Klassifizierung des Wanderwegs mit T3 erst möglich», so Geschäftsführer Gwerder. Es handelt sich dabei also um eine mittelschwere Wanderung mit erhöhten Anforderungen an Trittsicherheit und Schwindelfreiheit. Die technischen Aufwände sind entsprechend hoch, und die Kosten für den Weg werden sich voraussichtlich auf 80'000 bis 100'000 Franken belaufen.

Beim Bau wird auf eine massvolle Ausführung geachtet. «Wir wollen das Gelände nutzen und möglichst naturnah bauen und keine Fremdstoffe verwenden, ausser den bereits erwähnten Treppenstufen. Während ein Teil der Arbeiten maschinell erfolgen wird, wird der Grossteil in aufwendiger Handarbeit von Einheimischen ausgeführt», hält Stefan Gwerder weiter fest. Die Baubewilligung für das Projekt liegt bereits vor, sie wurde im Verlaufe dieser Woche behördenseitig erteilt.

Bauprojekt mit drei Wegabschnitten

Das Wegprojekt wird in drei Abschnitte unterteilt. Abschnitt 1 und 3 können ohne bauliche Massnahmen übernommen werden. Abschnitt 2 umfasst den erwähnten Neubau eines Wanderweges zwischen der Chneustrasse und den jeweiligen Anbindungen an bestehende Strassen und Wege. Auf diesem Abschnitt sind Eingriffe nötig. Ab der Strasse, etwa 50 Höhenmeter Richtung Chräbel, wird maschinell eine Wegstruktur errichtet. Mit Serpentinen wird die steile Strecke überwunden. Nach den ersten 50 Höhenmetern muss ein noch steileres Stück überwunden werden. Hierzu werden vorgefertigte Metalltreppen mit beidseitigen Geländern montiert. Die fünf Treppenelemente zu 6 Metern werden auf bauseits erstellten Fundamenten abgestellt und verankert. Mit Podesten wird die Falllinie unterbrochen und mit Versatz die Wegführung angepasst.

Der neue Wanderweg eröffnet eine attraktive Verbindung für Wanderer: Er erschliesst das Wandern von der Rigi Scheidegg zum Chräbel über Rotenfluo in Richtung Ochsenkneu und erweitert somit die Möglichkeiten für ausgedehnte Touren in der Region.

 

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