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Postulat

Brustkrebs: Schwyz soll Früherkennung fördern

GLP-Kantonsrätin Sonja Zehnder fordert, dass im Kanton – wie andernorts auch – ein Mammografie-Screening-Programm eingeführt wird. Damit könnten nicht zuletzt Kosten gespart werden.
Der Pink Cube war am Samstag vor dem Mythen Center für die Bevölkerung geöffnet.
Bild: PD

Schweizweit erkranken rund 6000 Frauen jährlich an Brustkrebs, 80 Prozent davon sind älter als 50 Jahre alt. «Eine frühzeitige Erkennung erhöht die Heilungschancen und ermöglicht eine schonende Therapie», schreibt die Einsiedler GLP-Kantonsrätin Sonja Zehnder.

Sie hat zusammen mit acht Mitunterzeichnenden – darunter SVP-Kantonsrat und Arzt Daniel Burger und sein Einsiedler Amts- und Berufskollege Antoine Chaix (SP) – ein Postulat eingereicht. Darin fordern sie die Regierung auf, im Kanton Schwyz ein Mammografie-Screening-Programm, welches den Qualitätsanforderungen gemäss Verordnung über die Qualitätssicherung bei Programmen zur Früherkennung von Brustkrebs entspricht, einzuführen.

Gemäss den Postulanten sprechen nicht zuletzt finanzielle Gründe für ein solches Programm. Frühzeitige Diagnosen würden nämlich auch die Gesundheitskosten beeinflussen. Während eine Mammografie 400 Franken kostet, belaufen sich die Therapiekosten schnell auf 5000 Franken pro Monat. «Das Screening-Programm ist ökonomisch sinnvoll und bringt Kosteneinsparungen im Gesundheitswesen», betont denn auch Zehnder zur Begründung.

Wichtiger Schritt für Frauen im Kanton Schwyz

Anders als in anderen Kantonen – in der Innerschweiz plant Luzern derzeit die Einführung – bietet Schwyz die Früherkennung nur ausserhalb solcher Programme an. Im Rahmen von Mammografie-Screening-Programmen werden Frauen ab 50 Jahren alle zwei Jahre eingeladen, eine Mammografie, also eine Röntgenuntersuchung der Brust, durchführen zu lassen. Im Rahmen eines Früherkennungsprogramms müsste die versicherte Person nur den Selbstbehalt von 10 Prozent bezahlen. Der Beitrag würde zudem nicht über die Franchise abgerechnet, sondern ginge vollumfänglich zulasten der Grundversicherung.

Brustkrebsvorsorge war am Wochenende auch beim Mythen Center in Schwyz Thema, wo der Pink Cube vor Ort war. «Mit dem Pink Cube bringen wir Aufklärung und Brustkrebsvorsorge direkt zu den Menschen», erklärte Susanne Thost, Leiterin des Pink Cubes. Ziel sei, dass jede Frau gut informiert sei und der Zugang zu einer qualitätssichernden Früherkennung – unabhängig vom Wohnkanton – gewährleistet sei.

In Ibach war denn auch das Postulat bereits ein Gesprächsthema. Christina Christen, Präsidentin von Europa Donna, sagte: «Als Betroffene weiss ich, wie entscheidend Früherkennung ist. Das eingereichte Postulat fordert eine ernsthafte Auseinandersetzung mit wirksamer Brustkrebsvorsorge – ein wichtiger Schritt für die Frauen im Kanton Schwyz.»

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