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Ransomware

Hacker erpressen Brunner Reisebüro

Ein Vorfall, welcher ansonsten nur im TV zu sehen ist, geschah im Ferienort Brunnen: Travelpoint Müller wurde von Unbekannten gehackt. Jemand hat die Daten verschlüsselt und will nun Geld. Die gute Nachricht: Es gingen keine Kundendaten raus.
Geschäftsleiter Adrian Müller vom Brunner Travelpoint.Bild: Thomas Bucheli

Thomas Bucheli

Das Reisebüro Travelpoint Müller musste sich ausnahmsweise leider mit einer schlechten Nachricht melden: «Vor Wochenfrist sind Unbekannte die Spuren zeigen nach Russland – mit einem Trojaner in unsere IT-Infrastruktur, direkt in unseren Server, eingedrungen», erklärt der Geschäftsleiter und Inhaber Adrian Müller. Innerhalb kürzester Zeit seien sämtliche Daten – Sicherheitskopien inklusive – auf ihrem Server verschlüsselt worden.

«Damit verbunden ist ein Erpressungsversuch gegen uns in der Höhe von vielen Tausenden von Franken. Das heisst, ohne die Zahlung eines hohen Geldbetrags können wir nicht mehr auf unsere Daten zugreifen.» Sie hätten gestern die Verhandlungen mit den Erpressern nach mehreren Zahlungen aufgegeben. Doch ihre Kunden müssten keine Angst haben, denn es sei kein Geld verloren gegangen. «Es betrifft nur die interne Infrastruktur», erklärt ein genervter Adrian Müller.

Gibt wenige Lichtblicke

Doch das Brunner Travelpoint-Team sieht nicht alles so schwarz, denn die wenigen Lichtblicke sind, dass Buchungen von Kunden nicht betroffen sind. Und sämtliche Daten sind noch vorhanden, einfach zurzeit nicht zugänglich. «Unser ganzes Team, speziell die Informatiker, arbeiten mit Hochdruck an einer Lösung. Es ist unser Anliegen, unseren Kunden und Partnern den Super-Gau transparent und direkt zu berichten», sagt der Geschäftsführer.

Vielleicht könnten sie mit diesem Vorfall auch bei anderen das Bewusstsein für solche kriminellen Angriffe erhöhen, denn so etwas passiere nicht nur im TV, macht Müller, welcher die Daten in Zukunft an verschiedenen Orten speichern möchte, deutlich. Bis das ganze Problem gelöst sei, dauere es aber sicherlich einige Monate. «Wir müssen das ganze System neu aufsetzen und alle Daten manuell eingeben.» Bis wieder alles okay ist, müssten die Kunden etwas mehr Geduld als üblich beweisen.

«Wir meldeten den Vorfall auch der nationalen Melde- und Analysestelle «Informationssicherung Melani», doch diese konnte uns nicht wirklich weiterhelfen, da die Kantone für die Strafverfolgung zuständig sind.»

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