Unteriberg

Blitz schlägt in Baum und löst Flächenbrand aus

Mehrere Feuerwehren und ein Löschhelikopter rückten am Sonntag zu einem Flächenbrand am Laucherenstöckli aus.
Spuren am Baum zeugen von einem Blitzeinschlag.
Bild: Kapo Schwyz

Am Sonntagvormittag mussten die Feuerwehren von Unteriberg, Oberiberg und des Stützpunkts Schwyz kurz nach 10.30 Uhr wegen eines Flächenbrandes in einem Wald ins Gebiet Laucherenstöckli in Unteriberg ausrücken. «Betroffen war eine Fläche von vier auf vier Metern», heisst es in einer Polizeimeldung vom Montagmorgen.

Aufgrund des unwegsamen Geländes wurden die Feuerwehren bei den Löscharbeiten von einem Löschhelikopter der Fuchs Helikopter AG unterstützt. Um den Flächenbrand zu löschen, waren sechs Flüge erforderlich. Nach ersten polizeilichen Erkenntnissen ist der Brand auf einen vorgängigen Blitzeinschlag in einen Baum zurückzuführen.

Betrachtet man rein die logistische Wasserförderung in steilem, unwegsamem Gelände, leistet ein einzelner Helikopter die Arbeit von mehreren Dutzend bis weit über hundert Einsatzkräften. Eine leichte bis mittelschwere Maschine wie die in den Alpen häufig eingesetzte Airbus H125 transportiert pro Flug etwa 800 bis 1000 Liter Wasser, während schwere Transporthubschrauber wie ein Super Puma rund 2000 Liter fassen. Bei kurzen Umlaufzeiten von drei bis fünf Minuten zu einem nahe gelegenen Gewässer oder einem mobilen Löschwasserbecken bringt ein Helikopter zwischen 10000 und 25000 Liter Wasser pro Stunde direkt an eine schwer zugängliche Flanke. Um diese Wassermenge zu Fuss mit Löschrucksäcken von je 20 Litern auf einen steilen Berghang zu tragen, wären theoretisch hunderte von Aufstiegen nötig. Selbst der Aufbau einer Schlauchleitung über steile Geländestufen erfordert mit mehreren Verstärkerpumpen und Mannschaftsreservern rasch 30 bis 50 Feuerwehrleute, die oft Stunden für die Verlegung benötigen, während der Helikopter nach wenigen Minuten einsatzbereit ist.

Gleichzeitig betonen Einsatzleiter und Forstexperten stets den Grundsatz «Waldbrände werden am Boden gelöscht». Ein Helikopter kann Bodenkräfte daher nicht ersetzen, sondern lediglich unterstützen oder überhaupt erst handlungsfähig machen. Das aus der Luft abgeworfene Wasser kühlt die Flammenfront, bricht die Intensität des Feuers und verhindert ein Überspringen in Baumkronen, dringt jedoch kaum in den tiefen Waldboden oder in Wurzelgeflechte vor. Die zeitaufwendige und personalintensive Nachlöscharbeit, bei der Glutnester von Hand mit Hacken freigelegt und abgelöscht werden müssen, kann ausschliesslich durch Einsatzkräfte am Boden erfolgen.

Der tatsächliche Personalvorteil eines Löschhelikopters in extremem Gelände liegt deshalb nicht im Wegfall der Bodenfeuerwehr, sondern im Zeit- und Kraftgewinn: Der Helikopter stoppt die Ausbreitung, bevor eine unkontrollierbare Grosslage entsteht, die sonst hunderte Kräfte tagelang binden würde, und transportiert Einsatzkräfte samt schwerem Material kräfteschonend direkt auf Berggrate und Schneisen. gh

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