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Kloster

Bei den Ingenbohler Schwestern ziehen jetzt auch Patres ein

Die Missionare der Heiligen Familie geben nach 90 Jahren den Standort Nuolen auf und ziehen nach Ingenbohl ins Frauen-Kloster.
Das Kloster-Gelände in Ingenbohl: Bald ziehen hier neue Personen ein.
Bild: Petra Imsand

Sie haben für die Bildungslandschaft Ausserschwyz Grosses geleistet – die Patres der Heiligen Familie (MSF). Vor 90 Jahren gründeten sie das Christkönig-Kollegium in Nuolen. Seit 1997 ist das Kollegi die Kantonsschule Ausserschwyz (KSA) am Standort Nuolen.

Doch den Patres der Heiligen Familie ist es ergangen wie fast allen Ordensgemeinschaften: Sie haben keinen Nachwuchs mehr. So zügelten vor acht Jahren die letzten im luzernischen Werthenstein verbliebenen Patres nach Nuolen, und jetzt steht ein weiterer Umzug bevor.

Ins Innerschwyzer Frauenkloster

Bereits im Herbst 2022 haben die Patres ihr Domizil, das ehemalige Mineralbad Nuolen und heutige Patreshaus, dem Kanton Schwyz verkauft und sind Mieter geworden. Und diesen Herbst, genau 90 Jahre nach der Gründung des Kollegis Nuolen, verlassen die elf verbliebenen Patres ihren Sitz am Oberen Zürichsee. Sie ziehen zu den Barmherzigen Schwestern vom heiligen Kreuz ins innerschwyzerische Ingenbohl. «Wir bleiben zumindest im Kanton Schwyz», sagt Pater Julius Zihlmann, der Obere der Nuoler Gemeinschaft. Dort, auf dem Klosterhügel, steht seit letztem November das Alterszentrum St. Josef. Einige Nuoler Patres werden dort einziehen, die anderen finden eine neue Unterkunft im Priesterhaus auf dem Ingenbohler Klosterhügel.

Der Altersdurchschnitt der Nuoler Patres liegt bei 81 Jahren; Pater Julius ist mit seinen 65 Jahren der Jüngste. Einige sind pflegebedürftig geworden. Als Wohnheim für Pflegebedürftige eignet sich das Gebäude des ehemaligen Mineralbades nicht. In den nächsten Jahren stehen zudem die Sanierung und der Neubau des KSA-Standortes Nuolen an. Diese Immissionen wollen die Patres nicht mehr über sich ergehen lassen. Schliesslich rechnet sich die Aufrechterhaltung der Nuoler Gemeinschaft auch wirtschaftlich nicht mehr. Das Haus ist zu gross geworden.

«Wir haben Altersheime in der Nachbarschaft geprüft, sind dann aber in Ingenbohl fündig geworden», so Pater Julius. «Ein idealer Ort», schwärmt er, «mit Blick auf den Vierwaldstättersee und auf den Grossen und Kleinen Mythen.»

Kein leichter Abschied

Nicht allen Nuoler Patres fällt der Abschied leicht, «aber wir blicken auf eine schöne und gute Zeit zurück», zieht Pater Julius schon jetzt Bilanz. Auch wenn sie viele Gemeinsamkeiten mit den Ingenbohler Schwestern haben – Bildungs- und Missionstätigkeit – geben sie doch nach Werthenstein im Jahr 2016 mit Nuolen in diesem Jahr zum zweiten Mal ihren Stammsitz auf. «Der Lauf der Geschichte», nennt es Pater Julius.

Mit dem Wegzug der Patres verlieren vier weltliche Mitarbeitende ihren Arbeitsplatz. Darunter die Altendörflerin Cornelia Keller-Vogel. Sie kocht seit 38 Jahren in Nuolen, zuerst in der Mensa des Kollegiums und jetzt für die Patres. «Sie kocht hervorragend», so Pater Julius. Vorgestern Montag zum Beispiel Piccata mit Risotto und zum Dessert ein Erdbeertiramisu. In Ingenbohl werden die Patres zusammen mit den 150 Schwestern aus der Klosterküche verpflegt. Letztere, so hat Pater Julius entsprechende Signale erhalten, freuen sich auf den Zuzug aus Nuolen. So entsteht in Ingenbohl mit den Schwestern und den Patres ein Doppelkloster, «so wie im Mittelalter», ergänzt Pater Julius mit einem Schmunzeln.

 

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