Volksfeststimmung und grosse Vorfreude auf das bald startende Eidgenössische Schwing- und Älplerfest: Das stand im Mittelpunkt des «American Swiss Evening», der am Mittwochabend im «Schöntal» in Oberarth über die Bühne ging.
Gegen 70 Schwingfans aus den Staaten, die eigens für das Esaf in die Schweiz gereist waren, nahmen die Chance wahr, vor den Wettkämpfen in Mollis mit Verwandten und Bekannten die vier Schwinger zu treffen, die dieses Jahr auserkoren wurden, für die Vereinigten Staaten am Eidgenössischen teilzunehmen.
Schweizer Wurzeln, grosse Ziele
Die vier Schwinger Patrick Richardson, Brenden Spahr und Marshall Brockway stammen aus dem Staat Washington, Peter Ming als Einziger der Gruppe aus Kalifornien. Sie alle haben familiäre Bezüge zur Zentralschweiz: Ming und Richardson mit dem Kanton Luzern, während Spahrs Ururgrosseltern aus Steinerberg stammten, wo sie 1914 heirateten. Marshall Brockways Vorfahren wiederum wanderten von Einsiedeln in die USA aus.
Die Freude ist gross. Eigentlich, so wird im Gespräch mit ihnen klar, wissen sie, dass eine grosse Aufgabe bevorsteht. Der Traum vom Kranzgewinn ist bei jedem vorhanden, auch wenn das verständlicherweise nicht offen ausgesprochen wird. «Ich schwinge seit 33 Jahren. Die Teilnahme am Eidgenössischen war immer ein grosser Traum», erklärte der 330-Pfund-Brocken Richardson. Er wolle einfach kämpfen und nach Möglichkeit einen Gang gewinnen, sagt er zu seiner Zielsetzung.
Mehr hat sich Brenden Spahr vorgenommen. Der «Steinerberger» hofft, am zweiten Tag noch mitschwingen zu dürfen. Auch er redet vom «grossen Traum seit Langem», der mit der Teilnahme nun in Erfüllung geht. Viel vorgenommen hat sich auch Peter Ming. «Ich will Gang für Gang mein Bestes geben», gibt sich der junge Uni-Stanford-Absolvent aber zurückhaltend. Er wird von den angereisten US-Schwingfans als derjenige des Teams bezeichnet, dessen Chancen am aussichtsreichsten sind. Die Erwartungen sind entsprechend höher.
Marshall Brockway wiederum hofft einfach, sein bestes Schwingen zeigen zu können. «Dann schauen wir weiter», schmunzelt er. Das Team wird von Don Odermatt, einem ehemaligen Ringer, geleitet, der in Washington Schwinger und Ringer trainiert.
Lange Autofahrt zum Training
In Oberarth wurde aber auch tüchtig gefeiert. Die Familienkapelle Schmidig lud zum Tanz, und «Road music by Alexander Gwerder», dem früheren Bandleader der Dusty Boots, stand ebenfalls auf dem Programm.
Bei der Präsentation der vier Schwinger gab es lobende Worte von Teamchef Don Odermatt. Er freute sich für alle vier, die dank guten Resultaten zum Teil schon am Urner, Schwyzer und Ob-/Nidwaldner Kantonalfest oder am letzten Wochenende in Einsiedeln an der «Arbeit» waren.
Wie viel Aufwand in den USA betrieben werden muss – und wird, um den Schwingsport zu betreiben, zeigt Patrick Richardson. «Er kommt jeden Sonntag nach einer zweieinhalbstündigen Autofahrt zum Training», lobte Odermatt. Die besten Wünsche überbrachten auch Adrian Affolter vom Berner Kantonalverband und André Sigrist. Der Präsident des Innerschweizer Schwingerverbandes wünschte den Sportlern nicht nur viel Erfolg, sondern spendierte allen Anwesenden auch einen Kaffee.
Amis mit Kranz
Würde einer der vier Schwinger, die sich im «Schöntal» in Oberarth aufs Fest in Mollis «vorbereiteten», einen Kranz gewinnen, wäre das nichts Neues. Bereits am Schwing- und Älplerfest 1972 in La Chaux-de-Fonds gab es für den 7. Rang einen Kranz für Don Widmer. 1974 gelang das in Schwyz Al Ming, der den 9. Schlussrang eroberte. Auch John Ming wurde 1977 in Basel als Zehnter zum eidgenössischen Kranzer. (adm)






Kommentare
Bitte beachten Sie unsere Richtlinien, die Kommentare werden von uns moderiert.
Zu diesem Thema wurden noch keine Kommentare geschrieben.