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Kanton Schwyz

Am meisten zu diskutieren gab bei der FDP die eigene Initiative der Frauen

Zweimal Ja und zweimal Nein. Diese Parolen beschlossen die Schwyzer FDPler.
Die neue FDP-Schweiz-Co-Präsidentin Susanne 
Vincenz-
Stauffacher (Mitte) freut sich, Regierungsrätin Petra Steimen-Rickenbacher zu begrüssen, «streng» beo­bachtet von Fraktionschef Sepp Marty. 

Bild: Jürg Auf der Maur

Sie habe ihre Urschweizer Woche, lachte Susanne Vincenz-Stauffacher im Firmengebäude der Schreinerei Schürpf im Steinbislin. Die neue Co-Präsidentin der Schweizer FDP ist gegenwärtig auf Vorstellungsbesuch bei den kantonalen Sektionen – in Schwyz hatte sie aber gleich auch eine nicht ganz einfache Aufgabe zu bewältigen.

Als eine der Initiantinnen der Individualbesteuerungsinitiative der FDP Frauen musste sie die vorwiegend männlich besetzte Schwyzer Versammlung von einem Ja überzeugen.

Drei amtierende Kantonsräte brachten ihre Gründe vor, weswegen sie für oder gegen die Initiative sind oder aus liberalen Gründen in einem echten Dilemma stecken und sich deshalb der Stimme enthalten werden. Thomas Grieder (Wollerau) empfahl – obwohl er sich in der Fraktion nicht begeistert über das Anliegen zeigte – den Wechsel zur Individualbesteuerung vorzunehmen. Es brauche, so Grieder, «einen liberalen Schulterschluss». Sepp Schuler (Siebnen) warb für ein Nein. Er sei skeptisch, ob am Schluss wirklich weniger Steuern zu bezahlen seien. Kantonsratspräsident Dominik Zehnder (Freienbach) wiederum schwankte. Liberale Gründe – Steuersenkung Ja, Beamtenwachstum Nein – führten dazu, dass er sich am Schluss der Stimme enthalten müsse, «nur damit ich am Schluss nicht Nein stimmen muss».

Klare Resultate: Zweimal Ja, zweimal Nein

Am Schluss sprachen sich die Schwyzer FDPler mit 42 Ja-Stimmen deutlich dafür aus, die Individualbesteuerung gutzuheissen. Neun waren dagegen, sieben enthielten sich. Mit 44 Ja- zu 13 Nein-Stimmen wurde die Halbierungsinitiative deutlich zur Annahme empfohlen.

Fast keine Chance hatte die Bargeldinitiative. Sie wurde mit 57 zu einer Stimme abgelehnt. 46 Stimmende, bei einer Enthaltung, empfahlen den Gegenvorschlag anzunehmen, 11 votierten dagegen. Gar keine Chance hatte die Klimafondsinitiative. Hier wurde einstimmig die Nein-Parole beschlossen.

Wegen Petra Gössi zog es die neue Co-Präsidentin nach Bern

Viel Lob erhielt die Schwyzer FDP-Ständerätin Petra Gössi. Sie sei «schuld für ihren Wunsch, im Nationalrat zu politisieren», sagte Vincenz-Stauffacher. «Gössi machte die Arbeit mit viel Elan, da wollte ich dabei sein», sagte die heutige Co-Präsidentin, die damals noch St. Galler Kantonsrätin war.

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