Am Dienstagabend kam es in Siebnen zu einem Gewaltdelikt. «Kurz vor 20 Uhr meldete eine Drittperson der Kantonspolizei Schwyz, dass ein 30-jähriger afghanischer Staatsangehöriger durch Messerstiche verletzt worden sei», schreibt die Kapo in einer Mitteilung. Der mutmassliche Täter sei geflüchtet.
Die aufgebotene Patrouille konnte den Tatverdächtigen kurze Zeit später in Wangen festnehmen. Der 34-jährige deutsche Staatsangehörige wurde der Staatsanwaltschaft des Kantons Schwyz zugeführt. Das lebensbedrohlich verletzte Opfer wurde durch eine Drittperson umgehend in Spitalpflege gebracht. Inzwischen ist der Zustand des Mannes nach Polizeiangaben stabil. Die Umstände und der Tathergang des Gewaltdelikts werden durch die Kantonspolizei Schwyz und die kantonale Staatsanwaltschaft untersucht.
Die polizeiliche Kriminalstatistik der letzten Jahre bestätigt eine Zunahme bei bestimmten Gewaltdelikten, bei denen Messer eine zentrale Rolle spielen. Besonders die Zahlen für das Jahr 2024, die vom Bundesamt für Statistik veröffentlicht wurden, zeigen eine deutliche Tendenz auf. Während die Gesamtzahl aller Straftaten in der Schweiz um rund 8 Prozent gestiegen ist, verzeichnete die schwere Gewaltkriminalität einen Zuwachs von fast 20 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Dies ist der höchste Stand seit Beginn dieser statistischen Erfassung im Jahr 2009.
Bei den spezifischen Zahlen zu Stichwaffen zeigt sich ein zweigeteiltes Bild. Die vollendeten Tötungsdelikte mit Messern sind im Jahr 2024 im Vergleich zum Vorjahr zwar von 25 auf 18 Fälle gesunken, aber bei den schweren Körperverletzungen ist die Entwicklung besorgniserregend. Hier stieg die Zahl der Taten, bei denen eine Schneid- oder Stichwaffe eingesetzt wurde, von 200 im Jahr 2023 auf 256 im Jahr 2024 an. Wenn man weiter zurückblickt, wird der Trend noch deutlicher, da im Jahr 2020 lediglich 120 solcher Fälle registriert wurden. Das bedeutet, dass sich diese Delikte innerhalb von vier Jahren mehr als verdoppelt haben.
Experten und Soziologen führen diesen Anstieg unter anderem darauf zurück, dass Messer im öffentlichen Raum, insbesondere bei jüngeren Männern, wieder häufiger mitgeführt werden. Ein Messer in der Tasche führt dazu, dass eine alltägliche Auseinandersetzung, die früher vielleicht mit einer Ohrfeige oder einer einfachen Schlägerei geendet hätte, heute viel schneller eskaliert und lebensgefährliche Folgen hat. Da leichte Körperverletzungen statistisch gesehen stabil geblieben sind, die schweren Verletzungen aber zunehmen, lässt dies den Schluss zu, dass die Hemmschwelle zum Einsatz von Waffen gesunken ist. gh



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