notifications
Witterung

50 Alarme innert drei Stunden im Kanton Schwyz

Starke Regenfälle haben am Mittwoch im Kanton Schwyz zu zahlreichen Einsätzen von Polizei und Feuerwehr geführt. Zwei Strecken bleiben für den Moment gesperrt.
Die blockierte Strasse bei Vorderthal.
Bild: Kapo Schwyz

Die Kapo Schwyz teilte am Donnerstagmorgen mit: «Auf der Einsatzleitzentrale der Kantonspolizei Schwyz gingen zwischen 19 und 22 Uhr gegen 50 Meldungen ein, welche ein Aufgebot der Feuerwehr oder Polizei zur Folge hatten.»

Die meisten Notrufe betrafen überschwemmte Keller, über die Ufer getretene Bäche sowie durch Wasser und Geröll blockierte Strassen und kamen aus den Ortschaften Seewen, Rickenbach, Euthal, Vorderthal und Buttikon. Mehrere Feuerwehren standen für Pump- und Räumungsarbeiten im Einsatz. Meldungen über verletzte Personen liegen zurzeit keine vor.

Die Wägitalerstrasse zwischen Siebnen und Vorderthal wurde durch Erdmassen im Bereich Rempen blockiert. Ebenfalls wurde gemäss Polizeiangaben die Grosserstrasse zwischen Gross und Euthal im Bereich Chalch von einem Hangrutsch überschüttet. Beide Strassen sind zurzeit noch gesperrt, Verkehrsumleitungen wurden signalisiert.

Infolge heftiger Niederschläge trat am Mittwoch auch der Chälenbach, ein Wildbach, der vor über 100 Jahren verbaut wurde, massiv über die Ufer. Er verursachte in Buttikon grosse Schäden an Wiesen, Kellern und Garagen und hinterliess Schmutz und Schwemmholz. Eine grössere Katastrophe wurde nur dank dem schnellen Einsatz der Feuerwehr und privater Baggerunternehmen verhindert.

Die alte Verbauung des Baches ist stark beschädigt und unterspült, das Bachbett ist mit Geschiebe und Holz aufgefüllt. Die Instandsetzung des rund einen Kilometer langen Bachlaufs übersteigt die finanziellen Mittel der privaten Grundeigentümer.

Schon 2010 wies die Bauernvereinigung Schübelbach auf die Hochwassergefahr der Bäche hin und forderte, dass Unterhalt und Pflege als gesamtgesellschaftliche Aufgabe definiert werden. Auch das kantonale Projekt REPOM (2016) schätzte das Schadenpotenzial auf rund 38 Millionen Franken und schlug Massnahmen wie Geschiebesammler und grössere Brückendurchlässe vor. Leider fand dieses Projekt keine politische Mehrheit.

Nun, da der Schaden angerichtet ist, besteht akuter Handlungsbedarf. Die Bauernvereinigung Schübelbach hofft, dass die Regelung des Hochwasserschutzes, die momentan auf Bezirksebene diskutiert wird, rasch zu tragfähigen und umsetzbaren Lösungen führt, damit Hochwasserschutz nicht länger Privatsache bleibt. gh

Kommentare (0)