In der Nacht auf Freitag fuhr ein 49-jähriger Mann mit einem Roller von Schwyz in Richtung Steinen. «Um 00.20 Uhr touchierte er auf der Schwyzerstrasse in Steinen den rechten Randstein und stürzte», teilte die Kantonspolizei Schwyz am Freitagmorgen in einem Medienbulletin mit. Dabei zog sich der Rollerfahrer unbestimmte Verletzungen zu.
Der aufgebotene Rettungsdienst Schwyz, ausgerückt mit einer Ambulanz und dem Notarzteinsatzfahrzeug, brachte den Verletzten ins Spital. Es wurde gemäss Polizeiangaben eine Blut- und Urinprobe angeordnet. Der Lenker wird sich vor der Staatsanwaltschaft des Kantons Schwyz verantworten müssen.
Auch wenn Roller im Stadtverkehr sehr praktisch und einfach zu bedienen sind, weisen sie im Vergleich zu herkömmlichen Motorrädern einige konstruktionsbedingte Nachteile auf, die sie in bestimmten Situationen anfälliger für Stürze machen. Oft werden Roller als «Stadtflitzer» unterschätzt, was das Risikobewusstsein der Fahrenden senkt.
Der wichtigste Faktor ist die Radgrösse. Roller haben in der Regel deutlich kleinere Räder als Motorräder. Grosse Räder erzeugen höhere gyroskopische Kräfte, was das Fahrzeug bei höheren Geschwindigkeiten automatisch stabilisiert. Zudem rollen grosse Räder viel sicherer über Unebenheiten, Schlaglöcher oder die in Städten häufigen Tramschienen. Ein kleines Rollerrad kann in einem Schlagloch viel schneller hängen bleiben oder auf einer nassen Schiene wegrutschen, was zu einem abrupten Kontrollverlust führt.
Ein weiterer wesentlicher Unterschied ist der Knieschluss. Bei einem Motorrad sitzt man rittlings über dem Tank und kann die Maschine mit den Knien und Oberschenkeln einklemmen. Das gibt extrem viel Stabilität, besonders bei starken Bremsmanövern oder in Kurven. Die Hände und Arme bleiben dabei locker. Auf einem Roller sitzt man hingegen fast wie auf einem Stuhl, und zwischen den Beinen ist ein freier Durchstieg. Bei einer Vollbremsung muss das gesamte Körpergewicht mit den Armen am Lenker abgestützt werden, was das Lenken und Stabilisieren in Notsituationen stark erschwert.
Auch die Gewichtsverteilung spielt eine grosse Rolle. Bei einem Motorrad sitzt der schwere Motor in der Mitte und relativ weit unten, was für einen optimalen Schwerpunkt sorgt. Beim Roller ist die Antriebseinheit inklusive Motor meistens hinten an der Schwinge montiert. Dieses hohe Gewicht am Heck macht den Roller hecklastig und das Vorderrad eher leicht. Dadurch fehlt auf dem Vorderrad, welches physikalisch bedingt die meiste Bremskraft übertragen muss, oft der nötige Druck für maximale Stabilität und Bodenhaftung. gh

Kommentare
Bitte beachten Sie unsere Richtlinien, die Kommentare werden von uns moderiert.
Zu diesem Thema wurden noch keine Kommentare geschrieben.