
«Liebe Eltern, heute wende ich mich als Bundespräsident direkt an Sie»: Mit diesen Worten hat Österreichs Staatschef Alexander van der Bellen sich vergangene Woche in einem Social-Media-Video an die Republik gewandt.
Inmitten einer ernst dreinschauenden Kinderschar bat er die Eltern, fürs WM-Spiel der Österreicher eine Ausnahme zu machen und ihre Kinder doch für einmal etwas länger TV schauen zu lassen.
Auch der Schweizer Nachwuchs kann auf hochrangigen politischen Support beim Verhandeln über eine Aufbleib-Ausnahme zählen, damit er mit der Nati ab 22 Uhr mitfiebern kann. «Mit einem guten Mittagsschlaf kann man vieles vorholen», meinte Sportminister Martin Pfister augenzwinkernd am Rande einer Medienkonferenz am Montag. Er zeigte sich überzeugt: «Ein Sieg der Schweiz hätte motivierende Wirkung für den nächsten Tag.»
Pfister selbst verfolgt das Achtelfinal auch nur via TV. Eine Reise sei leider zeitlich nicht dringelegen, teilt sein Departement mit. Wegen der WM das vor längerer Zeit vereinbarte Treffen mit der österreichischen Verteidigungsministerin sausen zu lassen, wäre einem diplomatischen Affront gleichgekommen.
Auch Bundespräsident Guy Parmelin wird dieses Mal wegen eines Staatsbesuchs in Mexiko nicht im Stadion sitzen. Pfisters Departement teilt aber mit, dass man eine Reise prüfen werde, sollte es die Schweiz ins Viertelfinale schaffen.
