Royals

Versöhnung oder Demütigung? Was hinter der Rückkehr von Harry und Meghan steckt

So schnell kann’s gehen: Harry und Meghan ziehen zurück nach Grossbritannien. Nicht nur Normalsterbliche, sondern auch Royals wurden von dieser Nachricht überrascht. Lässt sich die Vergangenheit so einfach reparieren?
Ist es für Harry und Meghan eine emotionale Heimkehr oder gescheitertes Zurückkrebsen?
Bild: Jonathan Brady

Am 8. Januar 2020 platzte die Bombe: Harry und Meghan verkündeten, dass sie die Royals verlassen. Es folgte ein Sturm von Schlagzeilen, Analysen und Spekulationen – und nun, sechs Jahre später, erneut. Denn das Paar will zurück nach England ziehen.

Kurzer Rückblick: Vor fast genau zehn Jahren funkte es zwischen Harry und Meghan. 2018 folgte die Hochzeit, 2019 wurde Sohn Archie geboren, und die Freude war enorm. Frei nach dem Motto: Harry hatte sein Glück gefunden – und erst noch mit einer feministischen Afroamerikanerin!

Das sollte das verstaubte Königshaus endlich ins 21. Jahrhundert katapultieren. Umso tiefer war der Fall: Statt eines Happy Ends kam es zum Bruch. Das Paar zog nach Kalifornien, wo Tochter Lilibet zur Welt kam.

Die Märchenhochzeit von Harry und Meghan begeisterte Tausende.
Bild: Danny Lawson

Das eine sagen, das andere tun – immer wieder Widersprüche

Nun die plötzliche Kehrtwende. Dabei hatte Harry vor einem Jahr noch gesagt: «Ich kann mir derzeit keine Welt vorstellen, in der ich meine Frau und meine Kinder zurückbringen würde.» Denn er glaubte, seine Familie sei in Grossbritannien nicht sicher. Das scheint jetzt aber kein Thema mehr zu sein.

Es ist nicht das erste Mal, dass das Paar sich selbst widerspricht. Im berüchtigten Interview mit Oprah Winfrey schockierte Meghan 2021 beispielsweise mit dem Geständnis, dass sie während ihrer Zeit als Royal Suizidgedanken hatte. Doch als sie den Palast um professionelle Hilfe bat, hiess es, das sei «nicht gut für die Institution».

Zwei Jahre später erzählte Harry in seinem Buch «Spare» aber von einem heftigen Streit mit William 2019, der ihn so mitnahm, dass er seinen Therapeuten anrief. Durften die Royals also doch psychologische Hilfe in Anspruch nehmen?

Das Interview mit Oprah Winfrey sorgte für einen Skandal. Auch, weil die US-Moderatorin als zu unkritisch beurteilt wurde.
Bild: Facundo Arrizabalaga

Während Harry immer wieder auf seine Privatsphäre pochte, nahm er es mit dem Privatleben seiner Familie weniger genau. Jetzt wollen er und Meghan Ende des Monats zurückkehren. Die Kinder sollen bereits im September in England eingeschult werden.

Dabei meinte Meghan 2022 im Interview mit «The Cut» noch, dass sie ihre Kinder nicht mehr auf britische Schulen schicken wolle. Grund seien Paparazzi, die dort auf sie warten würden, wenn sie Archie und Lilibet abholen wolle.

Finanzielle Probleme oder Sorgen um Charles?

Jetzt wird über den Sinneswandel wild spekuliert. So glauben manche Kritiker, sie seien mit ihrer Unabhängigkeit von den Royals gescheitert.

Klar ist, dass der damalige Prinz Charles zu Beginn einen erheblichen Teil ihrer Übergangskosten finanzierte. Danach konnten Harry und Meghan Mega-Deals in Höhe von angeblich 100 Millionen Dollar mit Netflix und Spotify aushandeln. Manche Projekte waren ein Erfolg, doch einige floppten auch.

Siegte nun Harrys Heimweh? Der Prinz sagte immer wieder, dass er Grossbritannien vermisse. Auch König Charles dürfte dabei eine Rolle gespielt haben. Der 77-Jährige kämpft noch immer gegen den Krebs. «Das Leben ist kostbar. Ich weiss nicht, wie viel Zeit meinem Vater noch bleibt», sagte Harry im vergangenen Jahr gegenüber der «BBC».

Ob die Royals ihn und seine Familie mit offenen Armen empfangen, ist fraglich. Schliesslich haben Harry und Meghan ordentlich gegen das Establishment ausgeteilt. Vor allem das Verhältnis zu Prinz William gilt als zerrüttet.

Die «Fabulous Four» galten als Hoffnung für ein modernes Königshaus, doch nun herrscht zwischen William und Catherine und Harry und Maghan, hier 2022 bei der Beerdigung von Queen Elizabeth II., Eiseskälte.
Bild: Bild. Kirsty O'Connor

Und wie schon mit ihrem Abgang 2020 haben sie die Royals nun offenbar auch mit ihrer Rückkehr überrumpelt. So soll König Charles erst vor wenigen Tagen darüber informiert worden sein.

Gleichzeitig gibt es aber Anzeichen für eine Annäherung zwischen Vater und Sohn: Erst letzten Monat kam es zum Treffen zwischen Harry, seiner Familie und Charles. Dabei sahen die Enkel den Grossvater erstmals seit 2022 wieder persönlich – und kein Wort drang an die Öffentlichkeit.

Das sagt die Presse und das Volk

Apropos Öffentlichkeit: Die britische Presse galt dem Paar gegenüber lange als feindselig und war in der Vergangenheit auch durchaus fies und teilweise sogar rassistisch in der Berichterstattung. Jetzt klingen die Schlagzeilen aber plötzlich überraschend zahm à la «Harry kommt nach Hause».

Das britische Volk ist gespalten. In Umfragen schneiden Harry und Meghan immer wieder schlecht ab. Gleichzeitig gibt es im Land auch etliche, die die Monarchie ganz abschaffen wollen. Und doch haben Harry und Meghan auch ihre Fans.

Zurück in der alten Heimat werden sie angeblich in einem Haus ausserhalb von London residieren. Doch es bleibt wie so oft abzuwarten, was tatsächlich geschehen wird. Und was davon an die Öffentlichkeit gelangt.

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