Grosse Ehre für drei Journalisten von CH Media: Für ihre Recherche «Umweltskandal am Bodensee» haben die Redaktoren des «St.Galler Tagblatts» Sandro Büchler, Jochen Tempelmann und Davide De Martis am Dienstagabend den renommierten Zürcher Journalistenpreis erhalten, wie an der Feier in Zürich bekannt gegeben wurde.
In einer monatelangen Recherche deckten sie auf, wie vor fünf Jahren beim Verpackungskonzern Amcor in Goldach tonnenweise giftiger Löschschaum mit PFAS in den Bodensee gelangt war. Und wie das australische Unternehmen das zu vertuschen versuchte. Dies zeigten Dokumente, welche die Journalisten unter Berufung auf das Öffentlichkeitsgesetz verlangt hatten.
Bis vor Bundesgericht um Akteneinsicht gekämpft
Ihre Hartnäckigkeit zahlte sich aus: Weil Amcor die Herausgabe der Strafakten verhindern wollte, kam es zu langwierigen juristischen Auseinandersetzungen bis vors Bundesgericht, das den drei Journalisten letztlich das Recht zur Akteneinsicht gewährte. Die Recherche löste ein grosses Echo aus – und führte auch zu verschiedenen politischen Vorstössen. Unter anderem zu einer Motion im Nationalrat, die härtere Strafen für Unternehmen bei Umweltdelikten fordert. Die Staatsanwaltschaft St. Gallen hatte 2022 gegen Amcor lediglich eine Busse von 5000 Franken verhängt.
Seit 1980 zeichnet die Stiftung Zürcher Journalistenpreis Texte aus, die über den Tag hinaus in Erinnerung bleiben. Die siebenköpfige Fachjury aus verschiedenen Schweizer Medienhäusern wählte aus über 200 eingereichten Arbeiten nun drei aus, die mit je 10'000 Franken für «herausragenden Journalismus» ausgezeichnet wurden. (ja/mg)



