Skandal am Bodensee – Teil 3

Gift im See, Lücke im Gesetz:
Der Fall Amcor zeigt die Machtlosigkeit der Behörden auf

Bei zwei Havarien auf dem Gelände des australischen Verpackungskonzerns Amcor Flexibles Rorschach AG wurden
2020 und 2021 der Bodensee und die Thur mit giftigem Löschschaum verschmutzt. Das Unternehmen kam mit einer Bagatellstrafe davon. Verantwortlich hierfür ist ein problematisches Gesetz: Es ist für die Bestrafung von Unternehmen kontraproduktiv.
Der Fall Amcor zeigt: Verschuldet ein Unternehmen ein Umweltdelikt, wird dieses schnell als Bagatelle abgetan.
Foto: Illustration: Oliver Marx

In der Lagerhalle des Chemiekonzerns Sandoz im Industriegebiet Schweizerhalle ist 1986 ein Feuer ausgebrochen. Über 1300 Tonnen hochgiftige Chemikalien verbrannten. Danach floss mit Pflanzenschutzmitteln belastetes Löschwasser in den Rhein, was flussabwärts zu einem Fischsterben bis nach Mannheim führte. Es ist einer der grössten Umweltskandale der Schweiz, der die Einführung eines neuen Gesetzesartikels zur Folge hatte – die sogenannte «Lex Schweizerhalle». Sie sieht Bussen bis zu 5 Millionen Franken für Unternehmen vor.

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