07:18 Uhr
Freitag, 23. Januar
Trump zieht «Friedensrat»-Einladung für Carney zurück
Trump hat eine Einladung an Kanadas Regierungschef Mark Carney zu seinem umstrittenen «Friedensrat» zurückgezogen. Darüber informierte der Republikaner in einem knappen Post auf seiner Online-Plattform Truth Social, ohne einen Grund dafür zu nennen. Am Donnerstag hatte er auf dem WEF ein Gründungsdokument des Gremiums unterzeichnet, in dem Kritiker einen Angriff auf die Vereinten Nationen sehen.

Ursprünglich war der Rat von den USA - zumindest offiziell - auf die Umsetzung des Gaza-Friedensplans zugeschnitten. Doch längst ist die Rede davon, das sich das Gremium noch vieler anderer Konflikte annehmen und Ordnung im Sinne des US-Präsidenten schaffen könnte.
Kanada zählt zu den Ländern, die zunächst nicht fest zugesagt hatten. Das Land könne sich grundsätzlich eine Teilnahme vorstellen, die Details seien aber nicht endgültig geklärt, sagte Carney. (dpa)
06:11 Uhr
Freitag, 23. Januar
Trump fällt erneut mit Bluterguss an der Hand auf
Trump ist beim WEF in Davos erneut mit einem Bluterguss an seiner Hand fotografiert worden. Darauf angesprochen, sagte er auf dem Rückflug in die USA vor Journalisten, er habe seine Hand an einem Tisch gestossen. Der 79-Jährige verwies dabei auch auf seine Einnahme von Aspirin: «Ich würde sagen, nehmen Sie Aspirin, wenn Ihnen Ihr Herz lieb ist, aber nehmen Sie kein Aspirin, wenn Sie keine kleinen Blutergüsse haben wollen.»

Trump war in der Vergangenheit schon mehrfach mit blauen Flecken an seinen Händen aufgefallen, die immer wieder Spekulationen über seinen Gesundheitszustand ausgelöst hatten. In einem Interview des «Wall Street Journals» räumte der US-Präsident zuletzt ein, seit Jahren täglich eine höhere Dosis Aspirin einzunehmen als ihm von Ärzten empfohlen werde. «Sie sagen, Aspirin ist gut zur Verdünnung des Blutes, und ich will nicht, dass dickes Blut durch mein Herz fliesst», sagte er. (dpa)
18:52 Uhr
Donnerstag, 22. Januar
Wegen Drohnenangriffen: Ukraine bittet Parmelin um Nothilfe
Am späten Donnerstagnachmittag hat Bundespräsident Guy Parmelin Bilanz gezogen über seine Woche am WEF in Davos. Kurz zuvor hatte er sein erstes persönliches Treffen mit dem ukrainischen Präsidenten Wolodimir Selenski gehabt. Dabei sei der Wunsch der Ukraine nach Nothilfe für die unter den russischen Drohnenangriffen leidenden Bevölkerung geäussert worden. Es gehe um eine möglichst rasche Lieferung von Geräten, um Tausende Wohnungen wieder mit Strom zu versorgen.
Die Woche sei insgesamt sehr intensiv gewesen. Die Schweiz setze in den internationalen Beziehungen auf Diversifikation, die EU, die USA und China, aber auch zahlreiche andere Länder. Darunter etwa Argentinien, wo es darum gehe, das Freihandelsabkommen mit den Mercosur-Staaten voranzubringen, erklärte Parmelin. Zudem hatte er zahlreiche Ministerinnen und Minister zum traditionellen WTO-Treffen eingeladen. Hier gehe es in den nächsten Monaten darum, die unter der Machtpolitik der Supermächte leidende Welthandelsorganisation weiterzuentwickeln.
Auf sein kurzes Gespräch mit Donald Trump von Mittwoch mochte der Bundespräsident nicht weiter eingehen. Ausführlicher äusserte er sich zum Gespräch mit Trumps Handelsbeauftragtem Jamieson Greer. Dieses war am Donnerstag gewissermassen der Startschuss für die Zollverhandlungen mit Washington. Den von Donald Trump gesetzten Termin vom 31. März für den Abschluss der Verhandlungen sieht Parmelin nicht als sakrosankt an: «Wenn keine neuen Forderungen kommen, kann es schnell gehen», sagte er. «Aber in Verhandlungen gibt es oft Überraschungen.»
18:20 Uhr
Donnerstag, 22. Januar
Verspätungen: Wegen Trumps Abflug müssen andere Flugzeuge warten

Donald Trumps Abflug sorgte am Flughafen Zürich offenbar für Verspätungen bei anderen Flügen. CH Media-Redaktorin Soraya Sägesser sass zeitgleich im Flieger nach Barcelona. Abflug war eigentlich 17.15 Uhr.
«Wir sitzen aber immer noch im Flieger», berichtet sie jetzt. Der Kapitän meldete: «Wir mussten einige Dinge organisieren. Der Flughafen hier war für eine Stunde geschlossen, weil der amerikanische Präsident vor einigen Minuten wieder Richtung USA abgeflogen ist.» Der Kapitän habe bei der Swiss intervenieren müssen, damit sie ein möglichst baldiges Flugfenster erhalten. Immerhin gabs zum Trost für alle an Bord ein bisschen Schokolade. (zen)
18:05 Uhr
Donnerstag, 22. Januar
Trump hat die Schweiz verlassen

Nach zwei Tagen am WEF hat US-Präsident Donald Trump die Schweiz wieder verlassen. Seine «Air Force One» hob um 17.37 Uhr am Flughafen Zürich ab. Im Gegensatz zu seiner Ankunft, wo er mit dem Helikopter von Zürich nach Davos reiste, fuhr er auf dem Rückweg mit dem Auto zum Flughafen. (zen)
17:35 Uhr
Donnerstag, 22. Januar
Autokorso bringt Trump vom WEF zum Flughafen Zürich
Donald Trump hat seine Rückreise vom WEF 2026 angetreten. Ein grosser Autokorso brachte den US-Präsidenten von Davos zum Flughafen Zürich. Trump beendete seinen WEF-Besuch nach einem Treffen mit dem ukrainischen Staatschef Wolodimir Selenski.
16:31 Uhr
Donnerstag, 22. Januar
Der reichste Mann der Welt, Elon Musk, spricht über KI
Einst spottete Elon Musk über das WEF. Jetzt lässt sich der Tesla- und SpaceX-Gründer von Larry Fink interviewen, dem Co-Präsidenten des WEF und Chef des US-Vermögensverwalters BlackRock. Es ist also erneut ein USA-Podium. Musks Auftritt kam kurzfristig zustande, die Teilnehmer wissen erst seit heute Mittag davon.
Er ist in der Autobranche, der Raumfahrt, der KI- und Robotikbranche tätig. Was haben diese gemeinsam? Musk antwortet, alle seine Firmen würden der Menschheit helfen, dem Klima, der Weiterentwicklung der Welt. Darunter geht es nicht. Ein Werbespot auf der grossen WEF-Bühne, ohne kritische Rückfragen. (pmü)

16:25 Uhr
Donenrstag, 22. Januar
Ab 17.15 Uhr: Medienkonferenz mit Bundesrat Parmelin
Um 17.15 Uhr soll auch noch Bundespräsident Guy Parmelin am WEF in Davos vor die Medien treten. Wir halten Sie hier auf dem Laufenden.
15:41 Uhr
Donenrstag, 22. Januar
Selenski eilt von der Bühne
Die letzte Frage: Wie können die Menschen am WEF Sie am besten unterstützen? Es brauche Niederlassungen in der Ukraine. «Jobs, Geld, Investitionen: Das kann der Ukraine helfen», so Selenski – keine leeren Worte oder Versprechungen. Anschliessend eilt Selenski von der Bühne. Er kehrt direkt in die Ukraine zurück. (fan)
15:29 Uhr
Donnerstag, 22. Januar
Selenski lobt Treffen mit Trump
«Das Treffen mit Präsident Trump war im Interesse unseres Landes. Es war gut», sagt Selenski. Der Dialog sei nicht einfach, «aber heute war es sehr positiv.» (fho)
15:25 Uhr
Donnerstag, 22. JAnuar
«Das Abkommen, um diesen Krieg zu beenden, ist fast fertig»
«Unser Team arbeitet täglich mit den USA. Das Abkommen, um diesen Krieg zu beenden, ist fast fertig. Russland muss mitmachen», sagt Selenski. Der Ukrainer kündigte trilaterale Gespräche zwischen seinem Land, den USA und Russland auf technischer Ebene in Abu Dhabi an. «Lasst uns diesen Murmeltiertag beenden!» (fho)
15:16 Uhr
Donnerstag, 22. Januar
«Trump wird sich nicht ändern. Er liebt wer er ist»
Selenski kritisiert in seiner Rede die Untätigkeit der Europäer scharf. Russland könne nur deshalb Raketen produzieren, weil es die Sanktionen einfach umgehen könne. China helfe Russland - aber nicht nur. Moskau bekomme Komponenten für Raketen von europäischen, amerikanischen und taiwanesischen Firmen. «Europa sagt nichts, die USA sagen nichts - und Putin baut Raketen.»
Europa schaffe es nicht, sich zu einigen, sagt Selenski. Es sehe verloren aus im Versuch, Trump zu ändern. Aber «Trump wird sich nicht ändern. Er liebt wer er ist.» (fho)
15:11 Uhr
Donnerstag, 22. JAnuar
«Die Ukraine kann helfen, Grönland zu verteidigen»
Die Nato existiert wegen den USA, sagt Selenski. «Wer würde reagieren, wenn Putin Polen angreift?» Er kritisiert europäische Länder, die noch immer zu wenig für Verteidigung ausgeben. «Was ist die Botschaft an Putin, an China - aber auch an Dänemark, wenn Europa gerademal 40 Soldaten nach Grönland schickt?» Die Ukraine könne helfen, Grönland zu verteidigen. Dafür müsste sie aber in die Nato, sagt Selenski. (fho)
15:02 Uhr
Donnerstag, 22. Januar
Jetzt spricht Selenski
Selenski beginnt mit einem Verweis auf den Hollywood-Film «Täglich grüsst das Murmeltier». Niemand wolle so leben. Schon gar nicht jahrelang, sagt Selenski. Für die Ukrainer sei das jedoch Realität. Ein Jahr sei vergangen seit seinem letzten Auftritt in Davos. Nichts sei seither passiert.

Alle fokussieren sich auf Grönland, sagt Selenski. Derweil sei es im Iran zu einem Blutbad gekommen, auf das die Welt nicht geantwortet habe. Die Botschaft, die davon ausgehe sei: Tötet nur genug Menschen, dann passiert euch nichts.
Selenski erwähnt die US-Operation in Venezuela. Maduro werde nun der Prozess gemacht. «Sorry, aber Putin steht nicht vor Gericht!»
Die USA sperrten sich gegen ein Sondertribunal gegen Putin und die russische Führung wegen des Kriegs in der Ukraine. Es fehle auch in Europa an politischem Willen. (fho)
14:31 Uhr
Donnerstag, 22. Januar
Treffen von Trump und Selenski ging eine Stunde
Das Treffen von Trump und Selenski soll Berichten zufolge rund eine Stunde gedauert haben. Es wird erwartet, dass Selenski gegen 14.30 Uhr für eine Stellungnahme vor die Medien tritt. In einem Post auf X spricht Selenski von einem «guten» und «produktiven» Meeting.
Auch Trump sagte, dass das Treffen «sehr gut» gewesen sei. Er macht sich nun auf den Weg nach Hause. Gegen 14.25 Uhr fuhr sein Konvoi in Richtung Zürich ab. (fan)
13:59 Uhr
Donnerstag, 22. Januar
Startschuss für Zoll-Verhandlungen
Am Donnerstagmorgen haben sich Bundespräsident Guy Parmelin und seine Staatssekretärin Helene Budliger Artieda mit Donald Trumps Handelsdelegierten, Jamieson Greer, getroffen. Sie lancierten die Verhandlungen über ein Zoll-Abkommen mit den USA: «Die erste Verhandlungsrunde auf technischer Ebene wird so bald wie möglich in Bern stattfinden», teilte Parmelin auf X mit. (sbü)
13:06 Uhr
Donnerstag, 22. Januar
Für Treffen mit Trump: Selenski in Davos
Der ukrainische Präsident Wolodimir Selenski ist für ein Treffen (Beginn gegen 13.30 Uhr) mit US-Präsident Donald Trump in Davos eingetroffen. Um 14.30 Uhr soll Selenski eine Rede vor den Medien halten. (fan)

12:42 Uhr
Donnerstag, 22. Januar
Kurden demonstrieren gegen Einladung des syrischen Präsidenten
Eine Gruppe von etwa 100 Kurden hat um 13 Uhr gegen die WEF-Einladung des syrischen Präsidenten Ahmed al-Scharaa in Davos demonstriert. Der Protest richte sich nicht nur gegen das WEF, sondern auch gegen die Schweiz, die den «Terroristen» einreisen lasse, sagt eine Sprecherin. Eine Bewilligung habe die Gruppe nicht, sagt sie: «Scharaa hat für seinen Krieg auch keine Bewilligung eingeholt.»

Mehr als ein Jahr nach dem Sturz von Langzeitmachthaber Baschar al-Assad kommt Syrien noch immer nicht zur Ruhe. Regierungstruppen liefern sich mit den kurdisch angeführten Syrischen Demokratischen Kräften (SDF) Kämpfe um Macht, Einfluss und Gebietskontrolle in Nord- und Ostsyrien.

In einer Offensive rückten die Regierungstruppen nun immer weiter vor und haben die Kontrolle über mehrere Provinzen für sich gewonnen. Die SDF sahen sich gezwungen, immer mehr ihrer Stellungen aufzugeben. (fan/dpa)
12:11 Uhr
Donnerstag, 22. Januar
Medienkonferenz ist beendet
Das Schlusswort hat natürlich Trump. Er bedankt sich kurz bei den Anwesenden und verweist nochmals drauf, dass die USA noch nie so mächtig waren wie jetzt. Er schüttelt noch jedem Vertreter und Staatschef die Hand, bevor er sich von der Bühne verabschiedet. (fan)
11:52 Uhr
Donnerstag, 22. Januar
Jetzt dürfen auch Steve Witkoff und Jared Kushner sprechen
Als hätte Rubio den US-Präsidenten nicht ausführlich genug gepriesen, stellen sich nun der Sondergesandte Steve Witkoff und Trumps Schwiegersohn Jared Kushners ans Rednerpult. «Es ist wunderbar, für die Regierung Trump zu arbeiten», sagt Witkoff.

Jared Kushner spricht von einem «Traum», mit diesem Team zu arbeiten, das im Nahen Osten so viel erreicht habe, «mehr als alle geglaubt hatten». Es gehe nun weiter: Wie könne man weitere Fortschritte machen und das Verhalten der Menschen in der Region verändern?
Kushner lässt Fotos einblenden: So solle es im wieder aufgebauten Gazastreifen aussehen. Man sieht supermoderne Hochhäuser und Küstenabschnitte. (pmü)

11:44 Uhr
Donnerstag, 22. Januar
Aussenminister Marco Rubio würdigt Trumps Leistung
Nächster Sprecher am Pult, auf dem das Zeichen des US-Präsidenten prangt (statt das WEF-Logo), ist US-Aussenminister Marco Rubio. Er würdigt die unglaubliche Leistung, die Trump für den Frieden erbracht habe. Er sei ein «President of Action», er rede nicht nur, sondern handle auch. Er erreiche etwas. Und das gelte auch für die Mitglieder des Friedensrats. Er habe eine Vision für die Zukunft von Gaza, und er werde zeigen, dass man etwas tun könne. Als Vorbild auch für andere Konflikte auf der Welt. Man könne sie lösen. (pmü)

11:22 Uhr
Donnerstag, 22. Januar
Trump: «Vor einem Jahr brannte die Welt»
Der US-Präsident geht in seinem erratischen Tour d‘ horizon die globalen Konflikte durch. Die Welt sei sicherer und besser geworden, seit er im Amt sei, «davor hat die Welt gebrannt». Als nächstes wiederholt er, was er gestern zu seinem «Krieg gegen die Drogenkartelle» an der US-Südgrenze sagte. Zugleich seien die Beziehungen zu Venezuela gut, und die US-Ölkonzerne könnten dort nun Öl fördern.
Dann kommt Trump doch noch auf das eigentliche Thema - den Friedensrat - zu sprechen, den er ins Leben gerufen habe: «Eine der wichtigsten Organisationen überhaupt». Jedes Land wolle hier dabei sein (effektiv sind es bislang nur einige Dutzend; die Schweiz ist eingeladen, hat aber noch nicht geantwortet).

Was der Friedensrat genau sein soll, sagt Trump nicht. Es wird gemutmasst, dass es eine Art Gegenprojekt zur UNO ist. Das Logo des Rats zeigt eine Weltkarte, in deren Zentrum: die USA. Nach seiner Rede kommen die Regierungsvertreter der Mitgliedsländer des Friedensrats auf die Bühne. Stets zwei gleichzeitig, sie dürfen links und rechts von Trump Platz nehmen und ein Dokument unterzeichnen.
Europäer sind, ausser Ungarn, Bulgarien und Kosovo, keine dabei. Ebensowenig Israel. Obwohl heute Morgen dessen Präsident Isaac Herzog noch im selben Saal sprach.

Trump versucht auf die ihm eigene Art die WEF-Teilnehmer in die Pflicht zu nehmen. «Ihr könnt einen Beitrag zum Frieden leisten, alle. Denn ihr seid alle Stars. Ihr seid Stars, alle. Sonst wärt ihr nicht hier.» (pmü)
11:08 Uhr
Donnerstag, 22. Januar
Jetzt geht es los mit dem Trump-Friedensrat
Nun betreten diverse Regierungschefs, die bei Trumps Friedensrat mitmachen, die Bühne. Darunter auch Ungarns Regierungschef Orban und diverse Regierungsvertreter des Nahen Ostens. Der US-Präsident selbst fehlt auf der Bühne.
Um 11.11 Uhr, mit 41 Minuten Verspätung, kommt Trump auf die Bühne. Die Amerikaner vorn im Saal stehen auf. Ein Grossteil des Saals danach ebenfalls. Ein grosser Tag sei es, beginnt Trump seine Rede. Im Gegensatz zu gestern ohne Teleprompter.
Trump erzählt noch einmal, wie gestern, von seinem grossartigen Sieg bei der Wahl 2024 und erinnert nochmals daran, dass er jetzt genau ein Jahr im Amt ist und mehr erreicht habe als jeder vor ihm. Die Welt sei friedlicher als vor einem Jahr, dank ihm natürlich, mehrere Kriege habe er beenden können, konkret acht Kriege; allerdings gingen andere Kriege weiter.
Er preist sich für die Beendigung des Gaza-Krieges, auch wenn dort immer wieder kleine Feuer aufflackerten, aber der Prozess sei auf gutem Weg. Wenn die Hamas die Waffen nicht abgebe, würde dies das Ende der Hamas bedeuten. Trump mäandert, sagt, der Iran wolle und werde mit ihm reden. Dann springt er zum Islamischen Staat (IS) in Syrien, der nun unschädlich gemacht worden sei. (pmü)

11:11 Uhr
Donnerstag, 22. Januar
Auch Elon Musk kommt ans WEF
Tesla-Chef Elon Musk wird am Donnerstag ebenfalls am WEF am Davos einen Auftritt haben. Der Milliardär wird gemeinsam mit Blackrock-Chef Larry Fink an einer Podiumsdiskussion in Davos teilnehmen. Musk hatte das WEF zuletzt mehrfach kritisiert. (watson.ch)
10:55 Uhr
Donnerstag, 22. Januar
Donald Trump kommt erneut ins Kongresszentrum
Eben hat das WEF angekündigt: Donald Trump wird gleich ein zweites Mal im Kongresszentrum sprechen. Diesmal soll es um den Friedensrat gehen. Dessen (wohl von den USA entworfenes) Logo prangt gross im Saal.
Und wieder heisst es: Warten auf Trump. Schon 34 Minuten Verspätung. Gemurmel im Saal. Der Mann, der das WEF inzwischen komplett kontrolliert, ist noch nicht aufgetaucht. Seine Minister hingegen sind da, Scott Bessent plaudert weitherum hörbar mit Kolllegen.
Angekündigt auf der Bühne sind auch US-Aussenminister Marco Rubio, Argentiniens Präsident Javier Milei, die Präsidentin des Kosovo und Vertreter Katars, Paraguays und weiterer Länder. Und wer moderiert dieses Podium? Tatsächlich: Trumps Pressechefin Karoline Leavitt. (pmü)
10:57 Uhr
Donnerstag, 22. Januar
Cassis redet Klartext über Trump
An seiner Bilanzmedienkonferenz wird Aussenminister Ignazio Cassis zu den Ausfälligkeiten Donald Trumps gegenüber der Schweiz in seiner Rede von Mittwoch gefragt. Der oberste Diplomat der Schweiz antwortet erfrischend undiplomatisch: «Es war inakzeptabel, so behandelt zu werden. Wir waren nicht die Einzigen, aber das ist kein Trost. Und danach hatten wir ein Treffen, als wäre nichts gewesen.» Das sei gewöhnungsbedürftig, wie so vieles in dieser neuen Welt. Der Bund habe dies den zuständigen Stellen der USA mitgeteilt, diese hätten ihr Verständnis bekundet. (sbü)

10:16 Uhr
Donnerstag, 22. Januar
Polizeiaufgebot auf der A1
Auf der A1 in Richtung St. Gallen besteht zurzeit ein erhöhtes Polizeiaufgebot. Auf der Strecke also, die unter anderem nach Davos führt, wo aktuell das Weltwirtschaftsforum (WEF) stattfindet. Auf der Autobahn stehen in regelmässigen Abständen Beamte der Polizei auf dem Pannenstreifen, um die Sicherheit zu gewähren. Zudem sind alle Autobahnbrücken durch Polizeibeamte gesperrt. Die Kantonspolizei St.Gallen machte dazu gegenüber watson keine Angaben.
Heute soll der ukrainische Präsident Wolodimir Selenski nach Davos reisen. Ob die erhöhten Sicherheitsmassnahmen und die Polizeipräsenz etwas mit seiner Anreise zu tun haben, ist nicht bekannt. (nib, watson.ch)
10:12 Uhr
Donnerstag, 22. Januar
Merz begrüsst Trump-Ankündigung zu Zöllen
Der deutsche Kanzler Friedrich Merz hat das Einlenken von US-Präsident Donald Trump im Grönland-Konflikt begrüsst. Er sprach von «Schritten in die richtige Richtung».
Obwohl Trump am Vorabend seine angekündigten Sonderzölle für Deutschland und andere Unterstützer Dänemarks in der Grönland-Frage zurückgenommen hatte, betonte Merz: «Neue Zölle würden die Fundamente der transatlantischen Beziehungen untergraben. Wenn sie umgesetzt würden, wäre Europas Antwort geschlossen, ruhig, angemessen und stark.»
Der Christdemokrat betonte, Deutschland teile die Auffassung, dass die europäischen Nato-Partner mehr für die Sicherheit im Hohen Norden tun müssten. «Deutschland macht dies bereits.» (dpa)
09:50 Uhr
Donnerstag, 22. Januar
Selenski bereits in der Schweiz gelandet
Wie die Nachrichtenagentur Reuters schreibt, ist Wolodimir Selenski schon in der Schweiz angekommen. Um 13 Uhr soll ein Treffen mit US-Präsident Donald Trump anstehen. (watson.ch)
09:43 Uhr
Donnerstag, 22. Januar
So reagiert der deutsche Bundeskanzler auf Trumps Grönland-Forderung
Merz spricht auf Englisch - darüber, wie die deutsche Regierung mit der veränderten Weltordnung umgehe. «Eine neue Ära hat begonnen», sagt er. Die russische Aggression gegen die Ukraine sei Ausdruck davon, aber die Veränderungen gingen tiefer. Der Kanzler spricht das Machtstreben Chinas an – und sagt, die USA würden ihre Aussen- und Sicherheitspolitik aggressiv neu formen. «Die Fundamente der bisherigen Ordnung werden durchgeschüttelt.» Man müsse diese Realitäten anerkennen. Und man könne etwas tun und selber die Ordnung formen.

Wie denn? Merz erwähnt drei Punkte. Erstens soll Europa massiv in die Sicherheit investieren, auch zum Schutz Grönlands und Dänemarks «vor Russland». Zweitens müssten die europäischen Volkswirtschaften rasch wettbewerbsfähiger werden. Drittens gelte es, den Zusammenhalt in Europa und mit gleichgesinnten Partnern zu stärken. «Denn eine Welt, in der nur Macht zählt, ist gefährlich – zuerst für kleine Staaten, dann für mittlere und am Ende auch für grosse.»
Dann erwähnt Merz US-Präsidenten Donald Trump. Er gibt ihm - tatsächlich - recht, was die Sicherheit der Arktis betrifft. Als gemeinsamen Punkt sieht Merz den Feind: Russland. Grönland müsse vor Russland geschützt werden. (pmü)
09:14 Uhr
Donnerstag, 22. Januar
Israels Präsident spricht vor leeren Reihen

Der erste grosse Auftritt am vierten Tag des WEF gehört Israels Präsidenten Isaac Herzog. Doch der Hauptsaal, wo gestern wegen Trump Gedränge herrschte, ist zu 90 Prozent leer. Herzog spricht über Israels «Kampf, sich selbst zu verteidigen». Den Erzfeind Iran sieht er geschwächt, und er sagt, die iranische Bevölkerung verdiene eine bessere Zukunft - ohne das aktuelle Regime.
Zur Situation in Gaza sagt er, der Waffenstillstand sei ein Prozess, den man Schritt für Schritt weitergehen müsse. Die Bevölkerung verdiene auch dort ein besseres Leben, aber dies könne nicht unter einem Terror-Regime sein - gemeint ist die Hamas. (pmü)
08:40 Uhr
Donnerstag, 22. Januar
Das steht heute Donnerstag an
- Der deutsche Bundeskanzler Friedrich Merz wird gegen 9.30 Uhr eine Rede halten. Direkt im Anschluss reist er weiter nach Brüssel.
- US-Präsident Donald Trump plant nach Angaben des Weissen Hauses eine Ankündigung (10.30 Uhr) zu seinem sogenannten «Friedensrat».
- Trump will sich heute mit seinem ukrainischen Amtskollegen Wolodimir Selenski treffen.
- In Brüssel: Die Staats- und Regierungschefs der EU-Staaten beraten heute gegen 19 Uhr bei einem Sondergipfel über das weitere Vorgehen im Grönland-Konflikt mit den USA.
08:30 Uhr
Donnerstag, 22. Januar
Aus Ärger über Trump: Anti-US-Apps boomen in Dänemark
Viele Dänen haben eine grosse Wut auf die USA – und lassen die beim Einkaufen raus. Mit Hilfe von Apps vermeiden sie gezielt amerikanische Produkte.
06:56 Uhr
Donnerstag, 22. Januar
Selenski: Treffen mit Trump?
Auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos will sich US-Präsident Donald Trump heute mit seinem ukrainischen Amtskollegen Wolodimir Selenski treffen. Nannte er zunächst den gestrigen Mittwoch als Termin, korrigierte er die Aussage später vor Journalisten und erklärte, das Treffen werde am Donnerstag stattfinden, wie der US-Fernsehsender CNN berichtete. Er glaube, dass Selenski einen Deal machen wolle, behauptete Trump in Davos. «Ich denke, ich kann sagen, dass wir einigermassen nah dran sind.» Der Republikaner wiederholte seine Forderung, dass der seit fast vier Jahren andauernde Ukraine-Krieg enden müsse.
Aus Kiew gab es zunächst keine Bestätigung für eine Anreise Selenskis. Der Ukrainer hatte im Vorfeld des Weltwirtschaftsgipfels erklärt, dass er nicht plane, in die Schweiz zu reisen. Angesichts der schweren russischen Angriffe aus der Luft habe er im eigenen Land genügend Probleme zu klären. Er werde höchstens fahren, wenn es Verträge zu unterzeichnen gelte oder es neue Hilfszusagen gebe etwa bei der Flugabwehr. Allerdings publizierte Selenski am Mittwoch nicht wie gewöhnlich seine abendliche Videoansprache an die Ukrainer, was ein Indiz für eine Reise in die Schweiz sein könnte. (dpa)
06:39 Uhr
Donnerstag, 22. Januar
Dänemarks Aussenminister über Grönland-Annexion: Wird nicht passieren
Der dänische Aussenminister Lars Løkke Rasmussen sieht positive Signale im Grönland-Konflikt mit den USA. «Der Tag endet besser, als er begonnen hat», sagte der Minister dem dänischen Rundfunk in einem Interview. «Zwei Dinge nehme ich aus Davos mit: Dass Trump sagt, dass er Grönland nicht angreift (...) und dass der Zoll-Krieg auf Standby ist. Das ist positiv.»

Zuvor hatte US-Präsident Donald Trump seine Ansprüche auf das zu Dänemark gehörende Grönland beim Weltwirtschaftsforum in Davos bekräftigt. Gewalt werde er bei der Übernahme aber nicht anwenden.
Am Abend kündigte Trump zudem an, seine angedrohten Strafzölle gegen Deutschland und andere europäische Länder zum 1. Februar doch nicht verhängen. Auf Truth Social schrieb Trump, nach einem Treffen mit Nato-Generalsekretär Mark Rutte gebe es einen Rahmen für eine künftige Vereinbarung über Grönland und die Arktis. Auf dieser Grundlage setze er die Zölle aus. Details wurden nicht bekannt. (dpa)
06:33 Uhr
Donnerstag, 22. Januar
Gleich zwei Brände am Rande des WEF in Davos
Am Rande des Weltwirtschaftsforums gab es gleich zwei Brände. In der Nähe des Turmhotels Victoria war ein Brand ausgebrochen und zwar bei der hölzernen Fonduehütte, wie es hiess. Das Hotel musste zeitweise evakuiert werden. Feuerwehr und Polizei waren vor Ort. Auch im Kongresszentrum ist ein Feuer ausgebrochen, bestätigte die Polizei gegenüber Keystone-sda. US-Präsident Trump sei noch im Gebäude gewesen. Verletzt wurde bei beiden Bränden niemand. (has)
06:18 Uhr
Donnerstag, 22. januar
Nach Trumps Grönland-Wende: Merz hält Rede in Davos
Vor der politisch heiklen Rede des deutschen Bundeskanzlers beim Weltwirtschaftsforum in Davos hat US-Präsident Donald Trump den Konflikt um die zu Dänemark gehörende Insel Grönland überraschend entschärft. Der deutsche Bundeskanzler Merz wird seine für heute geplante Rede nun jedenfalls anders halten müssen als geplant.
Ob er Trump mit scharfen Worten gegenübergetreten wäre, hätte es die neue Entwicklung nicht gegeben, ist ohnehin unklar. Denn in den vergangenen Tagen hatte sich Merz darum bemüht, eine Eskalation des Konflikts und eine direkte Konfrontation mit Trump zu vermeiden. Man wolle als Europäer «besonnen und auch angemessen» auf «solche Herausforderungen» reagieren, hatte er vor seiner Abreise gesagt.

Direkt nach seiner Rede in Davos reist Merz nach den bisherigen Plänen zum EU-Gipfel nach Brüssel weiter, bei dem es auch um den Grönland-Konflikt gehen soll. Die frühe Abreise wird dem Bundeskanzler nicht unrecht sein - denn in etwa zeitgleich will Trump in Davos seinen «Friedensrat» gründen. Spekuliert wird, ob erste Unterstützer dabei schon unterzeichnen könnten, etwa der argentinische Präsident Javier Milei oder Ungarns Regierungschef Viktor Orban.
Kritiker werfen Trump vor, mit dem komplett auf ihn zugeschnittenen «Friedensrat» eine Art Alternative zur UN aufbauen zu wollen, die sich um Krisen und Konflikte weltweit kümmern soll. Das internationale Echo auf den Vorstoss - vor allem aus Deutschland und dem Rest Europas - ist verhalten. Offiziell abgewunken haben bislang aber wenige Staaten. (dpa)
06:12 Uhr
Donnerstag, 22. Januar
Rutte zu Grönland: «Es gibt noch viel zu tun»
Nato-Generalsekretär Mark Rutte sieht beim politischen Streitthema Grönland noch viel Arbeit vor den beteiligten Parteien. In Gesprächen mit US-Präsident Donald Trump am Rande des Weltwirtschaftsforums in Davos sei man am Mittwoch übereingekommen, dass man die Arktisregion gemeinsam schützen müsse, sagte der Niederländer dem US-Sender Fox News. Natürlich würden die USA aber auch ihre Gespräche mit Grönland und Dänemark fortsetzen, wenn es etwa darum gehe, einen Zugang Russlands und Chinas zur Wirtschaft Grönlands zu verhindern. Er halte das für ein «sehr gutes Ergebnis», sagte Rutte und schob nach: «Es gibt noch viel zu tun.»

Man habe vereinbart, an der Frage zu arbeiten, was die Nato gemeinsam zum Schutz der gesamten Arktisregion beitragen könne. Es gebe viel zu tun, um sicherzustellen, dass alles Notwendige zu Land, zu Wasser und in der Luft unternommen werde, um diesen wichtigen Teil der Welt und des Nato-Gebiets zu schützen. Die Frage, ob der Rahmen für ein mögliches Grönland-Abkommen, den Trump zuvor verkündet hatte, vorsehe, dass die weitgehend autonome Arktisinsel weiterhin zum Hoheitsgebiet Dänemarks gehöre, beantwortete Rutte nicht abschliessend. Das Thema sei in seinen Gesprächen am Abend nicht mehr zur Sprache gekommen, sagte er. Der Schwerpunkt dabei lag demnach auf dem Schutz Grönlands.
Trump hatte zuvor mitgeteilt, dass basierend auf einem Treffen mit Rutte ein Rahmen für eine zukünftige Vereinbarung über Grönland und die gesamte Arktisregion entstanden sei. (dpa)
23:05 Uhr
Mittwoch, 21. Januar
Rutte bestätigt Trumps Angaben zu Grönland-Abkommen
Nato-Generalsekretär Mark Rutte hat die Angaben von US-Präsident Donald Trump zu einem Rahmen für ein mögliches Grönland-Abkommen bestätigt. Was Trump mitgeteilt habe, sei völlig korrekt, sagte der Niederländer am Rande von Gesprächen beim Weltwirtschaftsforum in Davos der ARD. Details wollte er allerdings nicht nennen. Er sagte lediglich, es werde weitere Gespräche geben.
Eine Sprecherin des Nato-Generalsekretärs ergänzte wenig später, Rutte habe ein sehr produktives Treffen mit Trump zur Sicherheit in der Arktisregion gehabt. Die Gespräche unter den Nato-Verbündeten über den vom Präsidenten erwähnten Rahmen würden sich nun darauf konzentrieren, die Sicherheit in der Arktis durch das gemeinsame Handeln der Alliierten zu gewährleisten, insbesondere der sieben arktischen Alliierten USA, Kanada, Dänemark, Norwegen, Schweden, Finnland und Island.
«Die Verhandlungen zwischen Dänemark, Grönland und den Vereinigten Staaten werden fortgesetzt – mit dem Ziel sicherzustellen, dass Russland und China in Grönland niemals Fuss fassen, weder wirtschaftlich noch militärisch», sagte sie.
Trump hatte zuvor mitgeteilt, dass basierend auf einem Treffen mit Rutte ein Rahmen für eine zukünftige Vereinbarung über Grönland und die gesamte Arktisregion entstanden sei. Details nannte er nicht. Trump kündigte zudem an, gegen Deutschland und andere europäische Länder angekündigte Strafzölle doch nicht verhängen zu wollen. (dpa)
21:47 Uhr
Mittwoch, 21. Januar
Rutte sichert Trump Unterstützung der Nato-Partner zu
Nato-Generalsekretär Mark Rutte hat US-Präsident Donald Trump die Unterstützung seiner Partner im Militärbündnis zugesichert. «Sie können sich absolut sicher sein, dass Ihre Verbündeten Ihnen zur Seite stehen werden, sollten die USA jemals angegriffen werden», sagte Rutte am Mittwoch in einem Gespräch mit Trump in Davos. Er erinnerte Trump auch daran, dass die übrigen Nato-Staaten nach den Anschlägen vom 11. September 2001 in Afghanistan für die USA gekämpft hätten – und dass einige Soldaten nie nach Hause zurückgekehrt seien.

Trump sagte, er hoffe, dass die Versprechungen wahr seien. «Ich meine, er ist ein guter Mann, er hat mich noch nie angelogen», sagte Trump auf die Frage eines Reporters über Rutte. «Ich frage mich nur, wenn ich sehe, was mit Grönland passiert, dann wundere ich mich.»
Wenig später berichtete Trump auf seiner Plattform Truth Social über eine Absprache mit Rutte zur Sicherheit in der Arktisregion, die ihn dazu bewogen habe, seine angedrohten Strafzölle gegen mehrere europäische Staaten im Streit um Grönland zurückzuziehen. (dpa)
21:01 Uhr
Mittwoch, 21. Januar
Trump: Doch keine Zölle gegen Europäer ab 1. Februar
US-Präsident Donald Trump will seine Drohung von Strafzöllen gegen Deutschland und andere europäische Länder zum 1. Februar doch nicht wahr machen. Zur Begründung verwies Trump in seinem Post auf der Plattform Truth Social darauf, dass basierend auf einem Treffen mit Nato-Generalsekretär Mark Rutte ein Rahmen für eine zukünftige Vereinbarung über Grönland und die gesamte Arktisregion entstanden sei. Was genau in dieser angeblichen Vereinbarung stehen soll, blieb unklar.

Diese Lösung werde, wenn sie umgesetzt werde, für die USA und alle Nato-Mitglieder von grossem Nutzen sein, betonte Trump. «Auf der Grundlage dieser Übereinkunft werde ich die Zölle, die am 1. Februar in Kraft treten sollten, nicht verhängen.»
Trump will einen Verkauf Grönlands von Dänemark an die USA erzwingen. Dänemark stemmt sich dagegen.
Trump kündigte an, dass weitere Gespräche zum «Golden Dome» liefen. Er hatte bereits mehrfach betont, dass Grönland elementar sei für den Aufbau der geplanten Raketenabwehr. US-Vizepräsident JD Vance, Aussenminister Marco Rubio, der Sondergesandte Steve Witkoff und andere würden die Verhandlungen für die USA führen. Wobei es bei den Verhandlungen im Detail geht, liess Trump offen.
Am Samstag hatte der US-Präsident in einem beispiellosen Schritt unter Verweis auf den Grönland-Konflikt Zölle gegen Deutschland und sieben weitere europäische Staaten angedroht – alle von ihnen Nato-Länder, die Widerstand gegen Trumps Besitzansprüche auf die Arktisinsel geäussert haben.
Trump wollte ursprünglich ab 1. Februar Zölle in Höhe von 10 Prozent verhängen, ab dem 1. Juni Zölle in Höhe von 25 Prozent - auf alle Waren, die in die USA gesendet werden. Aktuell gilt seit Sommer für die meisten EU-Exporte nach Amerika ein Zollsatz von 15 Prozent.
Für Donnerstag ist ein EU-Sondergipfel geplant, bei dem es um den Umgang mit Trumps Zolldrohung gehen soll. Dieser soll weiterhin stattfinden, sagte eine Sprecherin von Ratspräsident António Costa. (dpa)
19:12 Uhr
Mittwoch, 21. Januar
Kaliforniens Gouverneur Newsom gibt der Schweiz Tipps
Gegenüber CH Media geht Kaliforniens Gouverneur Gavin Newsom auf Trumps Aussagen zur Schweiz ein. Diese seien exemplarisch für die ganze Rede und zeigten «wie persönlich, sprunghaft, wie emotional alles ist». Newsom imitiert Trump, wie er über Bundesrätin Karin Keller-Sutter sprach: «Mir hat ihr Ton nicht gefallen. Mir hat nicht gefallen, wie sie gesprochen hat.»
Der Gouverneur sagt, worauf es seiner Meinung nach nun auch für die Schweiz ankomme: Die europäische Gemeinschaft müsse geschlossen bleiben. «Stärke, Klarheit, Überzeugung», sagt er. Wer Schwäche zeige, anfange zu buckeln, «wenn wir die Trophäen von der Wand nehmen und sie dem lieben Führer überreichen», komme hingegen nicht weiter. (sbü.)
18:54 Uhr
Mittwoch, 21. Januar
Thomas Aeschi lobt Trump: «Sehr lebendig und präsent»
Vertreterinnen und Vertreter aller Bundesratsparteien sind in Davos. Nach Trumps Rede nehmen sie Stellung.
Positiv fällt das Urteil von Thomas Aeschi aus. «Er tut alles dafür, die USA wieder attraktiv zu machen», sagt der SVP-Fraktionschef. Heute gehe es in der Wirtschaftspolitik nicht mehr um ein Level-Playing-Field, wie noch bis vor Kurzem: «Wir müssen uns auf härtere Konkurrenz einstellen und selber auch wieder attraktiver werden.» Trumps Aussagen über Bundesrätin Karin Keller-Sutter will Aeschi nicht kommentieren. Insgesamt hätte Trump «sehr lebendig und präsent» gewirkt.
FDP-Fraktionschef Damien Cottier widerspricht Trump inhaltlich: Die USA hätten als Softpower sehr wohl von der Nachkriegsordnung profitiert, als «sanfte Kraft». Die Darstellung, dass Europa nur von den Steuergeldern der Amerikaner profitiert habe, sei falsch. Falsch sei auch, dass die Schweiz ihre Produkte jahrelang gratis in die USA exportiert habe, im Gegenteil: «Wir haben unsere Zölle auf vielen Produkten längst abgeschafft, bezahlten aber immer Zölle in den USA.»
Mitte-Aussenpolitikerin Elisabeth Schneider-Schneiter hat in Trumps Rede «nichts Überraschendes» gehört. Das meiste sage er immer wieder. Hingegen verurteilt sie den «Rundumschlag gegen die Schweiz». Diesen erklärt sie mit der Stärke der Schweiz: «Wir sind Opfer unseres Erfolgs.»
Der Baselbieter SP-Nationalrat Eric Nussbaumer hält fest: «Auch wenn man mächtig ist in der Welt, darf man anständig sein und respektvoll mit anderen Meinungen umgehen.» In der Sache soll die Schweiz nun auf Kurs bleiben: Es gebe eine Absichtserklärung für 15-Prozent-Zölle, das Verhandlungsmandat der Schweiz sei verabschiedet. «Wir sind bereit für Verhandlungen», sagt Nussbaumer.
18:21 Uhr
Mittwoch, 21. Januar
Trumps Rede hält dem Faktencheck nicht stand
Der Auftritt des US-Präsidenten in Davos glich einer Wahlkampfrede, mit den üblichen Übertreibungen. Wir haben sieben Aussagen auf ihren Wahrheitsgehalt geprüft:
17:49 Uhr
Mittwoch, 21. Januar
Das sagt Bundespräsident Guy Parmelin zu Trumps Rede
Guy Parmelin lässt es sich beim Point de Presse mit den Schweizer Medien nach seiner Begegnung mit Donald Trump nicht nehmen, zuerst über seine anderen Treffen zu reden: mit Schweizer Unternehmern, mit Argentiniens Präsident Javier Milei oder der palästinensischen Delegation etwa. Dies sei auch wichtig.

Ein Treffen gab es ebenfalls mit Gianni Infantino, da gebe es verschiedene Themen. Die Fussball WM natürlich, aber es sei auch interessant, mit jemandem zu sprechen, der gute Kontakte in den USA habe. Infantino gilt als ein Vertrauter Trumps.
Mit Trump war es alsdann ein Treffen im kleinen Kreis. Er habe Trump gesagt, «wenn der US-Präsident nicht in Davos ist, ist es nicht ein komplettes Davos». Ob so eine Schmeichelei angebracht sei, wurde Parmelin in der Folge gefragt. «Das ist Diplomatie», antwortete der Bundespräsident.
Vereinbart war ein Treffen mit beiden Aussenministern und beiden Finanzministern. Dazu je zwei hohe Beamte. «Zu unserer Überraschung war die US-Delegation grösser als erwartet»: Auch Handelsminister Howard Lutnick und der Handelsbeauftragte Jamieson Greer waren dabei. «Das zeigt, wie wichtig der Handel für Donald Trump ist.» Man kam nochmals auf das Handelsdefizit der USA zu reden, das sich nun in einen Handelsüberschuss von 8 Milliarden zugunsten der USA verwandelt habe. Das war anscheinend für Trump eine Überraschung – die ihn wohl zufrieden stimmen dürfte.
Da er bereits einem zweiten Bundespräsidenten gegenüberstand, wollte Trump wissen, wie das Schweizer System der wechselnden Präsidentschaft im Bundesrat funktioniert. Parmelin hat es ihm erklärt. Die Unterhaltung sei freundlich und kurz gewesen, etwa 15 Minuten.
Gefragt nach den Beleidigungen während seiner Rede, sagte Parmelin: «Wir kommentieren Reden anderer Personen nicht.»
Schliesslich bestätigt Parmelin die Meldung von CH Media: «Trump zeigte auf Keller-Sutter und sagte: She is tough!» Mehr dazu hier:
16:16 Uhr
Mittwoch, 21. Januar
Trumps Rede am WEF ist beendet
In seiner Rede schlug Trump gewohnte Töne: Für seine eigene Administration gab es viel Lob, die Nato und Europa kritisierte und bedrohte er. Er verdrehte Fakten, verunglimpfte andere Spitzenpolitiker und log. Weiter betonte Trump, wie wichtig es sei, dass die USA Grönland übernehmen. Hier ein Zusammenschnitt bemerkenswerter Zitate:
16:04 Uhr
Mittwoch, 21. Januar
Das sagt Keller-Sutters Departement zu Trumps Verunglimpfungen
Auf Anfrage nimmt das Finanzdepartement von Karin Keller-Sutter kurz und klar Stellung zu Trumps Seitenhieben: «Wir gehen davon aus, dass die Bevölkerung in der Schweiz das einzuordnen weiss.»
15:34 Uhr
Mittwoch, 21. Januar
Trump tritt gegen Karin Keller-Sutter nach
Trump wendet sich der Schweiz zu: «Die Schweiz macht schöne Uhren, Rolex zum Beispiel», sagt er. Aber die USA hätten ein 40 Milliarden Defizit. Also habe er 30 Prozent Strafzölle verhängt. «Dann brach die Hölle los.» Die Schweiz habe angerufen, sagt Trump. «Die Premierministerin», glaube er. «Eine Frau.» Präsidentin sei sie nicht gewesen. (Die damalige Bundespräsidentin Karin Keller-Sutter ist gemeint, Anm. d. Red.)
Die Schweiz sei ein kleines Land, habe sie ständig wiederholt. «Das können Sie nicht tun», habe sie immer weider gesagt. «Sie hat mich irritiert.» Danke, habe er gesagt, sich verabschiedet - und 39 Prozent daraus gemacht. «Sie war so aggressiv.»
Ohne uns wäre auch die Schweiz nicht dasselbe, sagt er. «Ich hätte die Schweiz zerstören können, tat es aber nicht.» (fho)
15:23 Uhr
Mittwoch, 21. Januar
«Macron, was zur Hölle ist passiert?»
Er habe gestern Emmanuel Macron zugehört, sagt Trump. «Mit seiner wunderschönen Sonnenbrille. Was zur Hölle ist passiert?» Wegen Augenproblemen trug der Franzose gestern während seiner WEF-Rede eine verspiegelte Flieger-Sonnenbrille.
Frankreich ziehe die USA seit vielen Jahren mit verschreibungspflichtigen Medikamenten über den Tisch, sagt Trump. Das habe er Macron auch am Telefon gesagt. Dann führt er Macron vor, äfft ihn nach, macht ihn lächerlich.
Faktenchecker werden alle Hände voll zu tun haben mit dieser Rede. Aber eines ist klar: Sie ist äusserst unterhaltsam. (fho)
15:20 Uhr
Januar, 21. Januar
«Wenn ihr Nein sagt, werden wir uns das merken»
Trump meint es ernst mit Grönland, das betont er alle paar Minuten während seiner Rede. In Richtung der Europäer sagt er: «Ihr könnt Ja sagen, und wir werden sehr dankbar sein. Oder ihr sagt Nein, und wir werden es uns merken.» (fho)
15:15 Uhr
Mittwoch, 21. Januar
Trump: «Ich treffe Selenski noch heute»
Trump spricht über die Ukraine. Zu viele Menschen sterben, sagt er. «Ich will dieses Blutbad stoppen. Putin will einen Deal machen», sagt er - und verkündet dann News: «Ich treffe Selenski noch heute, vielleicht ist er im Publikum.» Bislang war nicht klar, ob der ukrainische Präsident überhaupt nach Davos reist. Ob Selenski tatsächlich da ist, ist unklar. (fho)
15:08 Uhr
Mittwoch, 21. Januar
«Ich will keine Gewalt anwenden, werde es auch nicht»
Die USA ist weit weg von der Ukraine, sagt Trump. Dann liest er den Europäern die Leviten: Die USA habe den mit Abstand grössten Anteil innerhalb der Nato bezahlt. Nun bezahlten sie, die Nato-Länder, fünf Prozent ihres BIP. «Mark, bist du da?», fragt Trump in den Raum. Nato-Generalsekretär Mark Rutte im Publikum sagt: «Ja.»
«Ich will keine Gewalt anwenden, werde es auch nicht. Alles was die USA will, ist ein Ort namens Grönland», sagt Trump. Die USA hätten es vor dem Zweiten Weltkrieg besessen und hätten es an Dänemark zurückgegeben. «Man kann es nicht verteidigen, wenn man es nicht besitzt. Wer zur Hölle will eine Lizenzvereinbarung verteidigen?»
Dann schiesst er gegen Kanada: Er habe die Rede von Regierungschef Carney gestern gehört. «Er war nicht sehr dankbar.» Beim nächsten Mal solle er sich genauer überlegen, was er sage. (fho)
14:59 Uhr
Mittwoch, 21. Januar
Trump über Grönland: «Nur die USA kann dieses Stück Land verteidigen»
«Soll ich über Grönland reden?», fragt Trump. «Ich wollte es aus der Rede rauslassen», aber er spreche nun doch darüber. Dann liest er von der vorbereiteten Rede über Grönland ab: «Ich habe grossen Respekt vor den Leuten. Aber ein Land müsse sein Territorium verteidigen können.» Das sei bei Grönland nicht der Fall.
«Sie nennen es Land, aber es ist ein grosses Stück Eis», sagt er. Der Satz scheint improvisiert. Grönland sei für die Sicherheit der USA von entscheidender Bedeutung. Und die Seltenen Erden seien wichtig für sein Land.
2019 habe Dänemark die Sicherheit Grönlands stärken wollen. «Aber sie gaben nur ein Prozent des versprochenen Betrags aus. «Nur die USA kann dieses gigantische Stück Land verteidigen.» Es brauche sofortige Verhandlungen über einen Kauf Grönlands, sagt Trump. Das würde die Sicherheit der gesamten Nato stärken. (fho)
14:48 Uhr
Mittwoch, 21. Januar
«Dumme Leute kaufen Windräder»
Wenn die US-Wirtschaft nach oben geht, profitiere die gesamte Welt, sagt Trump. Dann spricht er über Venezuela: Es sei mal ein grossartiges Land gewesen, bis es bachab gegangen sei. «Wir helfen ihnen», sagt er. «Nachdem wir sie angriffen, hätten sie einen Deal machen wollen. Andere Länder sollten sich ein Beispiel nehmen.»
Trump motiviert Länder, in Atomkraft zu investieren. Der «Great Green Scam», wie er den Wandel zu erneuerbaren Energien nennt, richte die Wirtschaft vor allem auch in Europa zu Grunde.
Den deutschen Kanzler Friedrich Merz nimmt er in Schutz: Deutschland produziere immer weniger Energie - aber das sei nicht die Schuld des aktuellen Kanzlers.
«Überall stehen Windmühlen», klagt Trump. China baue die ganzen Windräder, aber es gebe keine Windfarmen in China. Die «dummen Leute woanders» würden sie kaufen. Die Chinesen selber setzten derweil auf Kohle. (fho)
14:34 Uhr
Mittwoch 21. Januar
Jetzt spricht Trump: «Europa entwickelt sich in die falsche Richtung»
«Grossartig, zurück im schönen Davos zu sein», sagt Donald Trump zur Begrüssung im WEF-Kongresszentrum. «Viele Freunde» seien da, «ein paar Feinde». Fast schon im Stakkato trägt der US-Präsident danach die Erfolge der US-Wirtschaft vor.

Dann teilt er gegen die «radikalen linken Demokraten» aus. Und gegen Europa. «Ich liebe Europa, aber es entwickelt sich in die falsche Richtung.» Unregulierte Massenmigration, Abwanderung der Industrie - man erkenne Europa nicht mehr, sagt er mit etwas krächzender Stimme. (fho)
14:10 Uhr
Mittwoch, 21. Januar
Trump ist in Davos gelandet
Nun ist US-Präsident Trump in Davos angekommen. Er schreitet über den roten Teppich und wird sich nun, anstatt zuerst ins Hotel zu gehen, direkt ins Kongresszentrum begeben. So kann seine WEF-Rede trotz Flugzeupanne pünktlich starten.
Wie Reporter vor Ort berichten, erreichte die Autokolonne um 14.20 Uhr das WEF-Kongresszentrum. Menschen, darunter Skifahrer, säumten den Weg und hielten die Szene mit ihren Handys fest. Es waren ein paar ausgestreckte Mittelfinger zu sehen, ebenso wie ein Plakat mit einer Obszönität darauf: «F*** dich». (lil)
13:36 Uhr
Mittwoch, 21. Januar
Chaos und Gedränge vor dem Kongresssaal
Ungewöhnliche Szenen im Kongresszentrum. Schon über eine Stunde vor Trumps Auftritt stehen die Teilnehmer Schlange vor dem Eingang zum Saal. Tumultartige Szenen sind zu beobachten.

13:36 Uhr
Mittwoch, 21. Januar
Trump wird sich mit fünf europäischen Spitzenpolitikern treffen
Der Helikopter-Konvoi mit Trump befindet sich seit 13.19 Uhr in der Luft auf dem Weg nach Davos. An Bord teilt ein hochrangiger Präsidentenberater mit, dass Trumps Rede heute im Zeichen von «America First» stehen werde. Er werde die Themen Venezuela und Grönland streifen, ebenso wie die US-amerikanische Wirtschaft.
Morgen werde er vor allem auf sein «Board of Peace» eingehen. Laut Mitteilung des Weissen Hauses haben sich bereits rund 35 Staats- und Regierungschefs aus rund fünfzig eingeladenen Ländern der Idee verpflichtet.
Trump werde in Davos voraussichtlich fünf bilaterale Gespräche mit europäischen Spitzenpolitikern führen, sagte der Berater. (lil)
12:52 Uhr
Mittwoch, 21. Januar
Überall Polizei
Unser Fotograf vor Ort meldet, dass die Stimmung am Flughafen angespannt sei und überall Polizei sei. Unser Reporter überliefert derweil ein Bild, auf dem zu erkennen ist, dass auch ein Wasserwerfer bereit steht.
12:49 Uhr
Mittwoch, 21. Januar
Jetzt wird ausgestiegen
Rund zwölf Minuten nach der Landung steigen die Reisenden aus. Ob auch der Präsident selbst das Flugzeug schon verlassen hat, ist zunächst nicht zu erkennen. Auf später publizierten Bildern sieht man Trump aus der Maschine aussteigen.
Am Flughafen wird derweil der Betrieb wieder hochgefahren. Eine Maschine der British Airways fährt durch das Bild, das eigentlich die Airforce One einfängt und auch das Heck eines Swiss-Fliegers blitzt kurz auf.

12:36 Uhr
Mittwoch, 21. Januar
Trump gelandet
Donald Trump ist gelandet. Die Maschine des US-Präsidenten setzt um 12.35 Uhr in Zürich-Kloten auf der Landebahn auf. Zuvor steht der Flughafen minutenlang still.
12:26 Uhr
Mittwoch, 21. Januar
Trump hat die Schweiz erreicht
Um 12.25 Uhr hat die Airforce One mit US-Präsident Donald Trump an Board die Schweizer Grenze bei Rheinfelden AG überquert, um dann über Mumpf noch einmal abzudrehen und nochmals über Deutschland zu fliegen. Die Landung am Flughafen Zürich wird in den nächsten Minuten erwartet.
12:10 Uhr
Mittwoch, 21. Januar
Rede von Trump sollte wie geplant stattfinden
Trotz Flugzeug-Wechsel und verspäteter Ersatzmaschine: Gemäss WEF-Insidern soll Trumps Ansprache wie geplant um 14.30 Uhr starten, oder mit kleiner Verzögerung. Zwei bis drei Stunden Verspätung werde es nicht geben, heisst es, weil Trump statt zuerst ins Hotel direkt ins Kongresszentrum komme.
Die Ersatzmaschine von US-Präsident Trump befindet sich aktuell bereits im französischen Luftraum und nimmt Kurs auf die Schweiz. Neben der Präsidentenmaschine befindet sich auch das berüchtigte «Doomsday Plane» (Boeing E-4B) im Anflug auf Zürich, um als fliegende Kommandozentrale die Sicherheit des Verbandes zu gewährleisten. Voraussichtliche Landung am Flughafen Zürich um 12:40 Uhr.

12:06 Uhr
MIttwoch, 21 Januar
Nvidia-Lenker spricht über Milliarden und das «teuerste Auto» der Welt
Die grosse Bühne gehört im Vor-Trump-Fieber dem Nvidia-Gründer und -Lenker Jen-Hsun Huang, der wie immer in einer schwarzen Lederjacke auftritt. Er lenkt das gemessen an seiner Marktkapitalisierung von rund 4300 Milliarden Dollar wertvollste Unternehmen der Welt. Im Interview mit dem WEF-Co-Präsidenten Larry Fink erzählt Huang, wie er beim Börsengang von Nvidia 1999 – die Firma war damals gerade mal 300 Millionen Dollar wert – ein Aktienpaket verkauft habe, um seinen Eltern einen S-Klasse-Mercedes zu kaufen. Heute könnte er mit dem Verkauf des gleichen Aktienpakets einen ganzen Autopark kaufen. So gesehen sei das Auto seiner Eltern das teuerste der Welt.
Danach unterhielten sich die beiden über die Milliarden, die investiert werden in die Künstliche Intelligenz (KI). Und über die Vorteile, die diese bringt für die Gesellschaft und die Staaten. Anders als viele Skeptiker geht Huang davon aus, dass die KI-Revolution unter dem Strich keine Arbeitsplätze kosten werde. Im Gegenteil: Er zählt all die – vor allem handwerklichen - Jobs auf, die dank des KI-Ausbaus neu geschaffen wurden und noch geschaffen werden müssten. Man müsse zwischen dem Sinn und der Aufgabe eines Jobs unterscheiden: Die Aufgabe könne durch KI ersetzt werden, der Sinn nicht.

Während sich viele Anleger fragen, ob der KI-Boom eine Blase ist, die bald platzen wird. Huang sieht das selbstverständlich nicht so. Er betont, dass die KI-Infrastruktur weiter ausgebaut werden müsse und mit ihr die Energieversorgung. Er wie auch Fink strichen das reale Potenzial heraus und appellierten an die Politiker sicherzustellen, dass ihre Bürger an diesem Wachstum teilhaben können.
11:48 Uhr
Mittwoch, 21. Januar
UBS-Chef Sergio Ermotti äussert sich zur neuen Weltordnung

Der bevorstehende Auftritt von Donald Trump ist auch unter Wirtschaftsführern das Hauptthema. Auf einem Finanz-Podium äussert sich UBS-Chef Sergio Ermotti aber gelassen. «Was wir aktuell sehen, ist zwar in gewisser Weise ein Bruch mit der Weltordnung der letzten 20 Jahre. Aber es wird nicht so extrem und so schlimm sein, wie es jetzt oft heisst. Egal, was wir heute noch hören werden (er meint Trumps Rede, die Red.). Die US-Wirtschaft bleibt extrem innovativ und vernetzt und der Dollar die führende Währung, um die niemand herumkommt.» Ein anderer Referent sagt, die Rede Trumps könne heute die Märkte bewegen. Ermotti wiederum sagt: «Wer weiss schon, was am Tag danach passiert…» (pmü)
10:26 Uhr
Mittwoch, 21. Januar
Videokommentar: Der Präsident des Chaos
Am Mittwoch dreht sich in Davos alles um den Auftritt von Donald Trump. Als würde das nicht schon für genug Aufruhr sorgen, schafft eine Verspätung des Flugs des US-Präsidenten zusätzliche Unruhe. Patrik Müller, Chefredaktor von CH Media, schätzt die Lage ein und sagt: «Er macht seinem Ruf als Präsident des Chaos alle Ehre.»
08:28 Uhr
Mittwoch, 21. Januar
Iran geht vergessen: Nun fluten Aktivisten Parmelins Insta-Account
Es ist ein Politiker-Post wie viele andere, die während des WEF auf Instagram veröffentlicht werden: Bundespräsident Guy Parmelin beim Handshake mit Frankreichs Präsident Emmanuel Macron. Darunter ein paar Zeilen über einen «herzlichen Austausch». Unter anderem über die Organisation, die Sicherheit und die Kostenfragen rund um den G7-Gipfel, der Mitte Juni in Evian am Genfersee geplant ist.
Was ins Auge sticht, ist die Zahl der Kommentare: 3765 sind es am Mittwochmorgen. In der Regel erhalten Parmelins Insta-Beiträge einige Dutzend Kommentare, in seltenen Fällen wird die 100er-Grenze durchbrochen.
Was ist passiert? Scrollt man sich durch die Kommentare wird rasch klar: Hier sind iranische Freiheitsaktivisten am Werk. Sie fordern den Westen, namentlich Europa und die USA unter Donald Trump auf, das Regime der Mullahs zu stürzen. Und offensichtlich versuchen sie, die Gräueltaten des Regimes in der öffentlichen Erinnerung zu halten.
In der Tat: Bis vor wenigen Tagen waren die Proteste in Teheran und deren brutale Niederschlagung mit mehreren Tausend Toten (einzelne Schätzungen gingen bis 18'000 Opfer). Doch Donald Trumps Grönland-Offensive und das Rätselraten über seinen sogenannten Friedensrat haben das Thema in den Hintergrund gerückt - ja, fast vergessen gemacht. Dagegen kämpfen Iranerinnen und Iraner nun an.
Auf Anfrage sagt Parmelins Sprecher, die hohe Zahl der Kommentare sei «auf eine gezielte Nutzung sozialer Netzwerke durch politisch engagierte Akteure zurückzuführen, die von der internationalen Sichtbarkeit bestimmter Inhalte profitieren wollen». Der Beitrag mit Macron habe keinen Bezug zu den in den Kommentaren. «Die Schweiz kommentiert den Inhalt einzelner Reaktionen nicht.»
06:20 Uhr
Mittwoch, 21. Januar
Trump gestartet
US-Präsident Donald Trump bestieg ein Ersatzflugzeug, das kurz nach 6 Uhr (Schweizer Zeit) startete. Amerikanische Fernsehsender verzichteten aus Sicherheitsgründen darauf, den zweiten Start der präsidialen Ersatzmaschine live zu zeigen.
Aufgrund der Panne verzögert sich die Ankunft des amerikanischen Präsidenten in Zürich um mehr als zwei Stunden. Trumps erster Auftritt in Davos ist für 14.10 Uhr vorgesehen – diesen Termin wird er also wohl nicht einhalten können. (rr)
06:00 Uhr
Mittwoch, 21. Januar
Trumps Flugzeug musste umkehren – Ankunft in Zürich verzögert sich
Die Schweizer Reise von Donald Trump hat am Dienstag mit einer Panne begonnen. Aufgrund eines unidentifizierten Problems mit der Elektronik an Bord von Air Force One musste das Präsidentenflugzeug in der Nähe von Long Island bei New York City umkehren.

Die Maschine landete kurz nach 5 Uhr (Schweizer Zeit) wieder auf einem Militärflughafen bei Washington, von dem sie rund 80 Minuten zuvor gestartet war. Es habe sich um eine Vorsichtsmassnahme gehandelt, hiess es aus dem Weissen Haus. (rr)
21:36 Uhr
Dienstag, 20. Januar
Trump gibt Kostprobe seiner Davos-Rede
Kurz vor seiner Abreise in die Schweiz hat der amerikanische Präsident am Dienstag im Weissen Haus in Washington einen Vorgeschmack auf seine WEF-Rede gegeben. Während eines Auftrittes, der mehr als 100 Minuten dauerte, lobte Donald Trump sich für den «Riesenerfolg», den er angeblich in seinem ersten Amtsjahr erzielt hat – auch wenn er einräumte, dass seine Regierung diesen noch besser kommunizieren müsse.
Trump deutete an, dass er in Davos zahlreiche Gespräche mit europäischen Spitzenpolitikern plane, wo er auch über seine Grönland-Pläne sprechen werde. «Ich glaube, dass alles gut kommen wird», sagte er. Auf die Frage, wie weit er gehen werde, um die grösste Insel der Welt Teil des amerikanischen Staatsgebiets zu machen, antwortete Trump: «Sie werden es sehen.» (rr)
17:47 Uhr
Dienstag, 20. Januar
Parmelin über seine Taktik beim Treffen mit Trump
Ein sichtlich gut gelaunter Bundespräsident Guy Parmelin zog am Dienstagnachmittag vor den Medien Bilanz der ersten beiden Tage seiner WEF-Woche. Auf die Frage, welche Taktik er sich für das am Mittwoch geplante Gespräch mit Donald Trump zurechtgelegt habe, sagte er: «Wer über seine Taktik spricht, der hat schon verloren.»
Allerdings verdichtete sich der Eindruck, dass Parmelin wenig Lust hat, über Dossiers zu sprechen, in denen der US-Präsident Forderungen stellt - etwa die Zölle. Dies sei nun Thema auf Ebene des Handelsbeauftragten. Die Schweiz wird es vorziehen, die guten Dienste zu erwähnen, die sie für die USA in Iran erbringt.

Insgesamt war der Point de Presse eine Lehrstunde in rhetorischen Ausweichmanövern. Zu Grönland wiederholte Parmelin das Wording, das schon am Montagabend vom Aussendepartement geliefert wurde: Gemäss Völkerrecht gehöre Grönland zu Dänemark, mit einem weitgehenden Autonomie-Status. Jede Änderung sei nur mit der Zustimmung Grönlands und Dänemarks möglich.
Und zum Friedensrat sagte er: «Jede Initiative für mehr Frieden ist gut». Ob die Schweiz aber die Einladung des US-Präsidenten, an dem Projekt teilzunehmen, annehme, sei Gegenstand von rechtlichen und politischen Prüfungen. Aber die Erfahrung zeige, dass es viel Zeit brauche, bis die Schweiz einer internationalen Organisation beitrete. Bei der Uno habe das über 50 Jahre gedauert.
Darauf angesprochen, dass er es gut verstehe, schwierigen Fragen auszuweichen, was ihm wohl auch beim Treffen mit Trump nützen werde, sagte der Bundespräsident: «Ich übe Tag und Nacht.» Offenbar hat der Bundespräsident nach wie vor keinen fixen Termin bei Trump - man steht auf Abruf und eilt zum US-Präsidenten, wenn dieser bereit ist. (sbü)
16:55 Uhr
Dienstag, 20. Januar
Standing Ovation für Kanadas Premierminister
Der kanadische Premierminister Mark Carney, ein bekennender Trump-Gegner, beginnt sein Referat auf Französisch. Und er ermahnt das Publikum im Kongresszentrum, dass die vermeintlich nicht so mächtigen oder mittelstarken Staaten durchaus mächtig werden können, wenn sie zusammenarbeiten. «Die Macht der weniger Mächtigen beginnt mit Ehrlichkeit», sagt Carney. Die Zeit sei gekommen, die alten Rituale abzulegen und die Realität zu akzeptieren. Die alte Ordnung komme nicht zurück. Es sei Zeit, etwas Neues zu bauen. Dafür erntet er einen ersten Zwischenapplaus.

Carney zählt auf, was sein Land alles macht. Er führt aus, wie Kanada und die EU zusammenrücken können und wie dadurch ihr Gewicht zunehmen würde. Und er betont seine Unterstützung für die Ukraine und für Grönland. Dafür gibt es erneut Applaus.
Für seine nüchterne Rede, die auf Trumps machtgesteuertes Amerika zielt, ohne dieses namentlich zu nennen, erntet Carney eine Standing Ovation. Eine Seltenheit in Davos, wie Moderator Gideon Rachman von der «Financial Times» betont.
16:45 Uhr
DIENSTAG, 20. JANUAR
Emmanuel Macron und Guy Parmelin treffen sich in Davos
14:12 Uhr
DIENSTAG, 20. JANUAR
Frankreichs Präsident Macron: Ermahnungen mit Sonnenbrille
Mit einer Viertelstunde Verspätung betritt Frankreichs Präsident Macron die Bühne. Auffällig: Er trägt eine Sonnenbrille. Er sei sehr glücklich, in Davos zu sein, sagt er und fügt ironisch dazu: Es sei eine Zeit der Stabilität und Vorhersehbarkeit. Ist das eine Show? Gehört die Sonnenbrille dazu? Nein. Macron wird gleich ernsthaft - und geht auf sein Accessoire nicht ein. Laut französischen Medien hat er gerötetes Auge. Die Antwort auf die unsicheren, unvorherbaren Zeiten sei «mehr internationale» Kooperation. Und: Sich dagegen wehren, dass das Recht des Stärkeren gelten solle.
Das ist ein Seitenhieb an die USA, ähnlich wie am Vormittag bereits von EU-Präsidentin Ursula von der Leyen. Dann aber bekommt auch China eine Ermahnung: Eben noch rühmte Chinas Vizepremier auf der Bühne die Offenheit seines Landes und die Orientierung am Freihandel, nun sagt Macron: «Europa lässt China bei sich investieren, umgekehrt haben wir diese Möglichkeiten in China nicht.» Er fordert gleich lange Spiesse.
Interessant: Französische Präsidenten pflegen immer auf französisch zu sprechen, das ist für sie eine Frage der Ehre. Macron aber redet Englisch. Mit Akzent.
11:50 Uhr
Dienstag, 20. Januar
Chinas Vize-Premier gebärdet sich als Freihandels-Verfechter
Chinas Vize-Premier He Lifeng inszeniert sich in seiner WEF-Rede als Anwalt des Freihandels und nutzt seine Rede für eine indirekte Abrechnung mit der US-Zollpolitik. Ohne Donald Trump zu nennen, warnt er vor «unilateralen Aktionen einiger Länder», die die Grundregeln der WTO verletzten und die globale Handelsordnung untergrüben.
Handel sei dazu da, Wohlstand zu schaffen, und es sei falsch, «Mauern» zu errichten. He beruft sich dabei auf frühere Aussagen von Chinas Präsident Xi am WEF 2017: Kurz nach der ersten Wahl Trumps zum US-Präsidenten plädierte er damals für Freihandel. In scharfer Rhetorik mahnt nun der tieferrangige chinesische Regierungsvertreter, die Welt dürfe nicht in ein «Dschungelgesetz» abrutschen, in dem das Recht des Stärkeren gelte die Schwachen übergangen werden.
Seine Hauptbotschaft: «China ist Partner, kein Rivale anderer Länder.» Der Mann - offiziell ein Kommunist - spricht von einem «marktorientierten, geschäftsorientierten Ansatz». Ausländische Unternehmen seien als Investoren in China sehr willkommen. (pmü)
11:33 Uhr
Dienstag, 20. Januar
EU-Präsidentin wendet sich in Grönland-Frage an Trump
EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen betont in ihrer Rede die Bedeutung der Arktis und Grönlands für Europas Sicherheit. Die EU sei bei der Sicherheit der Region «voll engagiert» und teile die Ziele der USA. Nicht aber die Mittel. Von der Leyen richtet eine Spitze an US-Präsident Donald Trump, der wegen Grönland neue Strafzölle gegen europäische Länder androht: «Deal bleibt Deal» – und zusätzliche Zölle wären ein Fehler unter engen Verbündeten.
Die EU bereite eine «unmissverständliche, geeinte und verhältnismässige» Antwort vor. Von der Leyen kündigt zudem ein Paket zur Stärkung der Arktis-Sicherheit an: volle Solidarität mit Grönland und Dänemark, deren Souveränität «nicht verhandelbar» sei, sowie einen massiven EU-Investitionsschub in Grönlands Wirtschaft und Infrastruktur. «Lang lebe Europa», schliesst sie ihre Rede. (pmü)
11:12 Uhr
Dienstag, 20. Januar
Selenski sagt Reise zum WEF vorerst ab
Während der Eröffnungsveranstaltung im Kongresszentrum platzt die Meldung herein: Ukraines Präsident Selenski reist vorderhand nicht nach Davos. Er war am Dienstagmorgen um 10 Uhr erwartet worden. Selenski begründet seine Absenz mit massiven russischen Angriffen. Er lässt sich eine Hintertür offen, wohl auch um Druck zu machen: Falls er Trump persönlich treffen kann - was offenbar nicht klar vorgesehen ist - und einen Prosperity Deal unterzeichnen kann, könnte er trotzdem noch anreisen.
11:09 Uhr
Dienstag, 20. Januar
Blitz-Einordnung der Rede von Guy Parmelin
Die Rede des SVP-Bundesrats ist im Vergleich zu Reden früherer Bundespräsidenten eher kurz, weniger als 10 Minuten. Klug war, dass Parmelin auf Französisch sprach. Es gab Bundespräsidenten, die sich radebrechend auf Englisch versuchten, was bisweilen zum Fremdschämen war.
Inhaltlich gelingt Parmelin das Kunststück, für Freihandel und internationale Zusammenarbeit zu werben, ohne zu verbindlich zu werden und die Trump-Fraktion damit zu verärgern. Auffällig: Parmelin versuchte weniger als frühere SVP-Bundespräsidenten, namentlich Ueli Maurer, die Schweiz vor dem globalen Publikum marketingmässig zu «verkaufen». Er tat dies dezent, indem er über die Stärke der Schweiz sprach: Konstanz und Stabilität. Taktvoll und angemessen war, dass er Crans-Montana ansprach und sich für die internationale Hilfe bedankte. (pmü)
10:57 Uhr
Dienstag, 20. Januar
Bundespräsident Guy Parmelin betritt die grosse Bühne
Nach den Eröffnungsworten der WEF-Co-Präsidenten Larry Fink und André Hoffmann spricht Bundespräsident Guy Parmelin. In den ersten Reihen sitzen hochkarätige Gäste, die ihm lauschen - darunter EZB-Präsidentin Christine Lagarde und Gavin Newsom, Gouverneur von Kalifornien und möglicher nächster US-Präsidentschaftskandidat der Demokraten.
Parmelin erwähnt zuerst das Drama von Crans-Montana und bedankt sich für die internationale Solidarität und Unterstützung aus dem Ausland bei der Behandlung der Brandopfer.
Der Bundespräsident wechselt dann zur globalen Situation. Die Umbrüche seien gross, der Protektionismus nehme zu. Die Schweiz wolle sich weltweit diversifizieren, sie stehe zum Freihandel und wolle möglichst gleichwertigen, reziproken Handel mit der Welt. Interessant: Das Wort «reziprok» wird häufig vom Protektionisten Donald Trump verwendet.
In einer turbulenten Welt betont Parmelin die Stabilität die Schweiz. Ihre Konstanz sei ihre Stärke. Parmelin erwähnt zudem die Menschenrechte und in diesem Zusammenhang die Rolle von Genf. (pmü)
09:31 Uhr
Dienstag, 20. Januar
UNO-Generalsekretär krank - Spaniens Premier fehlt wegen Zugunglück
Zwei weitere Absagen prominenter Politiker. Uno-Generalsekretär António Guterres sollte laut Programm am WEF auftreten, doch nun hat er seine Reise nach Davos abgesagt. Wie ein WEF-Sprecher mitteilt, leide Guterres laut seinem Team an einer starken Erkältung, was ihn an der Reise nach Davos hindere. Auch Spaniens Premierminister Pedro Sanchez wird nicht in Davos auftreten. Er hat seine Teilnahme wegen des schweren Zugunglücks bei Córdoba abgesagt.
08:52 Uhr
Dienstag, 20. Januar
WEF-Teilnehmer werden gefilzt wie nie
Beim Einlass ins abgeriegelte Kongresszentrum werden die Teilnehmer spürbar schärfer kontrolliert als in den letzten Jahren. Beim Haupteingang steht ein Gesamtkörperscanner («Nacktscanner»), nicht mehr nur ein Metalldetektor. Die Gäste müssen neuerdings auch den Gurt ausziehen und den Laptop aus der Tasche nehmen, wie am Flughafen. Ein Polizist sagt, dass sich viele Gäste noch daran gewöhnen müssten: «Einige nerven sich, da es nicht mehr so schnell geht.»

07:49 Uhr
Dienstag, 20. Januar
So sieht Donald Trumps Zeitplan für Davos aus
- Dienstag, 21 Uhr: Abflug aus Washington Richtung Davos
- Mittwoch, 14.30 Uhr: Ansprache auf dem World Economic Forum
15.45 Uhr: Kurzgespräche mit ausländischen Staats- und Regierungschefs. Im Programm ist nicht erwähnt, mit wem genau. Aber es dürfte sich unter anderem um das Treffen mit den europäischen Staats- und Regierungschefs handeln, bei dem es um die Ukraine, und möglicherweise um Grönland gehen soll
17.25 Uhr: Empfang mit Wirtschaftsvertretern - Donnerstag, 10.30 Uhr: Erklärung des Friedensrats für Gaza. Anschliessend Abflug Richtung USA
US-Termine wurden in mitteleuropäische Zeit umgerechnet. (fho)
21:14 Uhr
Montag, 19. Januar
Polizei begegnet WEF-Demo in Zürich mit Grossaufgebot

Mehrere tausend Menschen haben am Montagabend in Zürich gegen Donald Trump und das WEF demonstriert. Wie SRF berichtet, begann die Demo gegen 18.30 Uhr friedlich. Die Demo war bewilligt.
Entlang der Route wurden Böller, Rauchpetarden und Feuerwerk gezündet, es kam zu Sprayereien, Farbbeutelwürfen und einer eingeschlagenen Scheibe.

«Deport Trump» oder «Trump is a Criminal» war auf Transparenten zu lesen. Ein Demonstrant setze auch eine US-amerikanische Flagge in Brand. Die Polizei rückte mit einem Grossaufgebot aus. Der Verkehr in der Zürcher Innenstadt war zeitweise eingeschränkt. Die Kundgebung endete beim Helvetiaplatz.

Ein kleiner Teil der Teilnehmenden begab sich nicht zum Helvetiaplatz, sondern formierten eine unbewilligte Nachdemo im Bereich Militär- und Kasernenstrasse.
Die Polizei löste eine dort errichtete Blockade nach 21.30 Uhr mit einem Wasserwerfer auf. Die Einsatzkräfte seien laut Polizeiangaben mit Steinen und Feuerwerk beworfen worden. Sie setzten Reizgas und Gummischrot ein.


Schliesslich rückte die Feuerwehr zum Löschen von in Brand gesetzten Abfallcontainern aus. Vor 23 Uhr löste sich die Demo auf. (lil/zen)
19:25 Uhr
Montag, 19. Januar
Aktivisten begrüssen WEF-Milliardäre mit gigantischem Transparent
Aktivisten haben beim Flughafen Zürich ein grossformatiges Transparent ausgerollt, um anreisende Gäste des WEF zu empfangen. Das Banner zeigt die Gesichter von Elon Musk, Jeff Bezos und Mark Zuckerberg und trägt die Aufschrift: «Hey Davos Milliardäre: Haltet eure Klappen und zahlt eure Steuern».
Nach Angaben der beteiligten Aktivisten richtet sich die Aktion gegen extreme Vermögenskonzentration und aus ihrer Sicht ungenügende Besteuerung von Superreichen. Mit der Platzierung in Flughafennähe wollten sie gezielt jene Personen ansprechen, die in den kommenden Tagen zum WEF nach Davos reisen.
Die Aktion war kurzzeitig sichtbar und verlief laut bisherigen Informationen ohne Zwischenfälle. Die Polizei machte bislang keine Angaben zu möglichen Interventionen oder rechtlichen Konsequenzen. (mke/watson)
17:58 Uhr
Montag, 19. Januar
Bundesrat Pfister leistete selbst WEF-Dienst – und trifft nun seinen Ex-Chef

Zu einem lustigen Zusammentreffen kam es am Montagnachmittag in der Nähe von Davos auf der Airbase der Schweizer Armeehelikopter. Verteidigungsminister Martin Pfister besuchte die Truppe, wie das der Brauch ist. Dabei zeigte sich: Pfister, der sein erstes WEF als Bundesrat erlebt, leistete als Milizoffizier – er trägt den Rang eines Obersts – einst selbst Dienst in Davos während des Weltwirtschaftstreffens. Gefroren habe er nicht in der alpinen Winterkälte, da er einen Bürojob zu erledigen hatte. Pfister liess durchblicken, dass das nicht besonders spannend gewesen sei.
Dafür entschuldigte sich umgehend Divisionär Maurizio Dattrino, der Pfister beim Truppenbesuch begleitete. Er fühle sich fast ein wenig verantwortlich, dass sich Pfister gelangweilt habe, «denn ich war damals sein Vorgesetzter». Auf Nachfrage beteuerte Dattrino, Pfister habe seine Sache sehr gut gemacht damals.
Der Divisionär scheint ein heimlicher Bundesratsmacher zu sein: Auch Ignazio Cassis leistete einst unter ihm Dienst, als Truppenarzt. (sbü)
14:46 Uhr
Montag, 19. Januar
Trotz WEF: Kein Hochbetrieb am Flugplatz Altenrhein
Normalerweise herrscht am Flugplatz Altenrhein in der Zeit rund um das WEF viel Betrieb. Wegen des Nebels sind am Montag jedoch bereits rund 20 Flugzeuge auf andere Plätze ausgewichen. Dies ist nicht nur aus wirtschaftlicher Sicht, sondern auch für die Mitarbeitenden, die sich auf die internationalen Gäste gefreut haben, bedauerlich, sagt Thomas Krutzler, CEO der Betreiberin Peoples Holding AG, auf Anfrage von BRK News.
14:30 Uhr
Montag, 19. Januar
Staatschefs halten den Bundesrat hin – weil sie auf ein anderes Treffen hoffen
In Davos absolvieren die Mitglieder des Bundesrats Dutzende Treffen mit Staats- und Regierungschefs. Bloss: Weil diese vor allem Donald Trump treffen wollen, sind wichtige Termine noch ungewiss.
13:31 Uhr
Montag, 19. Januar
Dänischer Wirtschaftsminister kommt doch nicht ans WEF
Der dänische Wirtschaftsminister Morten Bødskov kommt nicht wie geplant ans WEF. Dies bestätigt eine Sprecherin des Ministeriums gegenüber unserer Zeitung. Die Rede ist von einem Terminproblem – weitere Details bleiben offen. Bødskov ist der einzige Vertreter Dänemarks, der ans WEF hätte reisen sollen. (lil/watson)
10:56 Uhr
Montag, 19. Januar
Knall am WEF: Iranische Delegation nicht erwünscht
Jetzt bestätigt das WEF: «Der iranische Aussenminister wird nicht nach Davos reisen. Obwohl er im vergangenen Herbst eingeladen worden war, ist es angesichts der tragischen Verluste an Menschenleben in Iran in den letzten Wochen nicht angebracht, dass die iranische Regierung dieses Jahr in Davos vertreten ist.»

Die Formulierung ist eindeutig: Das WEF will dem Vertreter des iranischen Regimes keine öffentliche Plattform geben. Zunächst war geplant gewesen, dass Irans Aussenminister Abbas Araghtschi am Dienstagmittag von der Chefredaktorin der «Financial Times» auf einem Podium befragt wird.
Der Ausschluss Araghtschis dürfte unter anderem auf Druck aus den USA zurückzuführen sein. So berichtete der TV-Sender Fox News bereits am Wochenende, die iranische Organsiation «The Iran watchdog group United Against Nuclear Iran» habe am Freitag dem WEF-Chef Børge Brende einen Brief geschickt mit der Forderung, keine offiziellen Vertreter des iranischen Regimes einzuladen. Laut Fox News habe das WEF zunächst nicht auf den Brief reagiert, sondern noch am Sonntag den Auftritt Araghtschi geplant.
Es ist selten, dass das WEF offizielle Vertreter eines Staates ausschliesst. Zuletzt war das bei Russland der Fall, nach dessen Angriff auf die Ukraine. Dieser Ausschluss gilt aufgrund internationaler Sanktionen gegen Putins Regierung bis heute.
Grundsätzlich steht das WEF auch nicht-demokratischen Regierungen offen, selbst solchen, denen Menschenrechtsverletzungen vorgeworfen werden. Anscheinend hat das Regime in Teheran mit der brutalen Niederschlagung der Proteste zuletzt aber eine Grenze überschritten. Laut vertrauenswürdigen Nichtregierungsorganisationen wurden über 4000 Menschen getötet. Andere Quellen sprechen von über 5000, die britische «Times» zitiert einen Bericht von Ärzten vor Ort, in dem gar von 16'500 Toten die Rede ist. Überprüfen lässt sich dies jedoch nicht.
Zudem dürfte auch der bevorstehende Besuch von US-Präsident Donald Trump beim Ausschluss Irans eine Rolle gespielt haben. (sbü.)
08:19 Uhr
Montag, 19. Januar
WEF sagt Auftritt des iranischen Aussenministers ab
Der Auftritt von Abbas Araghtschi von Dienstagmittag ist abgesagt. Das teilt das WEF am Montagmorgen mit. Der iranische Aussenminister hätte einer Journalistin der «Financial Times» Red und Antwort stehen sollen. Noch gibt es keine offizielle Begründung der Absage. Ob Araghtschi gar nicht nach Davos kommt, ist derzeit unklar.
Aus den USA gab es in den vergangenen Tagen Kritik an der Einladung des iranischen Aussenministers. Wie das Portal «Watson» berichtete, kritisierte etwa Mark Wallace, Ex-US-Botschafter bei der UNO, das WEF auf dem konservativen US-Sender Fox News scharf: «Erst diesen Monat hat das iranische Regime das verübt, was manche für das grösste Massaker seiner Geschichte halten.» Araghtschi sei Mitglied des iranischen Sicherheitsrates, welcher den Befehl erteilt habe, Zivilisten zu töten.
Gut möglich, dass der Druck auf die WEF-Organisatoren zuletzt nochmals erhöht wurde. So berichteten deutsche Medien übers Wochenende, die Münchner Sicherheitskonferenz habe auf Anraten der deutschen Regierung entschieden, dieses Jahr keine Vertreter des Iran einzuladen. Die Münchner Sicherheitskonferenz findet im Februar statt. Sie ist nebst dem WEF eine der grössten internationalen Konferenzen, an der jeweils Spitzenpolitikerinnen und -politiker aus aller Welt teilnehmen.
Laut Berichten von Nichtregierungsorganisationen wurden bei Protesten im Iran in der vergangenen Woche über 3000 Menschen von den Sicherheitskräften des Regimes getötet. (sbü.)
06:35 Uhr
Montag, 19. Januar
Trump – und was sonst noch?
Welche Themen könnten abseits des Programms gross werden? Vor allem die Perspektiven im von Russland begonnenen Ukraine-Krieg. Der ukrainische Präsident Wolodimir Selenski reist ebenfalls nach Davos. Ob er erneut auf der Bühne steht, wie in den Vorjahren, ist unsicher, im offiziellen Programm steht er zunächst nicht drin. Umso realistischer scheint dann die Annahme, dass Selenski ranghohe Termine am Rande hat – etwa mit Trump.
Zuletzt hatte Selenski angesichts von Fortschritten bei den Friedensgesprächen ein Ende des Krieges in der ersten Jahreshälfte 2026 nicht ausgeschlossen. Ein bilaterales Dokument mit den USA über Sicherheitsgarantien sei «im Grunde bereit» für die Fertigstellung auf der höchsten Ebene mit Trump. Russland ist bisher allerdings nur indirekt über die USA an den Gesprächen beteiligt – und in Davos sind die Russen seit Jahren schon nicht mehr willkommen.
Das WEF bringt zudem mächtige Interessenvertreter aus dem Nahen Osten zusammen: Angekündigt hat sich der israelische Staatspräsident Izchak Herzog. Aus Syrien wird Übergangspräsident Ahmed al-Scharaa erwartet. Aus Brüssel nimmt EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen an dem Treffen teil, aus China Vizepremier He Lifeng, aus Argentinien der schillernde Präsident Javier Milei.
Laut WEF reisen rund 850 CEOs sowie 64 Staats- und Regierungschefs an, darunter sechs aus den sieben G7-Staaten. Damit ist das WEF deutlich prominenter besetzt als in den Vorjahren – Trump scheint ein Politikermagnet zu sein. (dpa)
06:14 Uhr
Montag, 19. Januar
Heute beginnt das WEF
Heute geht es los. In diesem Liveticker halten wir Sie über alle Entwicklungen rund um das Weltwirtschaftsforum in Davos auf dem Laufenden.
Zuletzt gaben diverse Dinge im Vorfeld des Treffens in den Bündner Bergen zu reden. So tut sich der Bundesrat trotz Gastgeberrolle bisher schwer, Termine mit anderen hochrangigen Politikern zu vereinbaren. Grund dafür ist der Besuch von Donald Trump in Davos – alle rechnen sich Chancen aus, mit dem US-Präsidenten zu sprechen, und wollen dafür zeitlich flexibel bleiben. Mehr dazu hier.
Für Kritik am WEF sorgte die kurzfristige Einladung für den iranischen Aussenminister Abbas Araghtschi. Er ist Teil des Regimes, das vor wenigen Tagen Tausende Menschen massakrieren liess, weil sie gegen die iranische Regierung protestierten.
Das Weltwirtschaftsforum steht ansonsten im Zeichen von Donald Trump. Der streitbare US-Präsident kommt mitten in von ihm verursachten geopolitischen Spannungen mit Europa in die Schweiz. Dabei wird er vom nicht weniger kontroversen Berater Stephen Miller begleitet. (con/watson)
17:55 Uhr
Sonntag, 18. Januar
Friedliche Kundgebung der Juso in Davos

Auf dem Postplatz in Davos haben am Sonntagnachmittag schätzungsweise an die 300 Personen gegen das WEF und den Kapitalismus demonstriert. In ihrer Ansprache kritisierte Juso-Präsidentin Mirjam Hostetmann neben einem Transparent mit der Aufschrift «Stop Trump - No Wef» unter anderem, dass der Bund jedes Jahr Millionen ausgebe für das Stelldichein der Grosskonzerne und ihrer Manager. Im Anschluss skandierte die Menge den Slogan «Hinter jedem Krieg und jeder Krise steht das Kapital».
Ein Teil der Kundgebungsteilnehmerinnen und -teilnehmer hatte zuvor an der Strike-WEF-Winterwanderung teilgenommen. Diese führte am Samstag von Küblis nach Klosters und am Sonntag von Klosters nach Davos. Unterwegs stampften die WEF-Kritiker ihre Parolen in den Schnee. Beide Kundgebungen waren von den zuständigen Behörden bewilligt worden und verliefen friedlich.

15:11 Uhr
Sonntag, 18. Januar
WEF wird zum «World Trump Forum»
Donald Trump dominiert das WEF in Davos wie kein anderer Teilnehmer. Der US-Präsident nutzt die Bühne für direkte Machtpolitik: Im Zentrum steht ein angekündigter Mega-Deal mit dem ukrainischen Präsidenten Wolodimir Selenski, der sicherheitspolitische Zusagen mit wirtschaftlichen Interessen der USA verknüpfen soll. Hinter den Kulissen laufen intensive Gespräche – Davos wird zum diplomatischen Marktplatz.
Gleichzeitig verschärft Trump den Ton gegenüber Gegnern und Verbündeten. Mit neuen Drohungen und klaren Ansagen macht er deutlich, dass die USA ihren Kurs notfalls unilateral durchsetzen wollen. Für viele Delegationen gilt: Wer in Davos etwas bewegen will, kommt an Trump nicht vorbei.
09:23 Uhr
Sonntag, 18. Januar
400 VIP und 5000 Soldaten: grösstes Sicherheitsdispositiv bisher
Am WEF in Davos muss die Schweiz dieses Jahr 400 Personen völkerrechtlich schützen, darunter 65 Staats- und Regierungschefs wie Emmanuel Macron, Friedrich Merz und US-Präsident Trump. Laut Einsatzleiter Walter Schlegel von der Kantonspolizei Graubünden ist das Sicherheitsdispositiv so gross wie noch nie – wegen der geopolitischen Spannungen, der Kriege in der Ukraine und Gaza sowie erhöhter Terrorgefahr. Polizei aus allen Kantonen, Armee, Luftwaffe und internationale Partner sind im Einsatz; der Luftraum über Davos wird teilweise gesperrt, die USA bringen eigenes Sicherheitspersonal mit.

Zusätzlich begleiten die Sicherheitskräfte Demonstrationen in Davos, Bern und Zürich. Das Kostendach für die Polizei liegt bei 9 Millionen Franken, finanziert von WEF, Bund, Kanton und Gemeinde. Der Armeeeinsatz kostet rund 32 Millionen Franken, abgerechnet über das reguläre Budget des Verteidigungsdepartements. Das Militär unterstützt die Polizei mit bis zu 5000 Angehörigen der Armee.
08:32 Uhr
Sonntag, 18. Januar
Willkommen in Davos
Das WEF startet heute mit einem Grossaufmarsch von Spitzenpolitikern. Im Fokus steht US-Präsident Donald Trump, der das Treffen prägt – angekündigt sind Gespräche mit Ukraine-Präsident Selenski. Parallel laufen hochrangige bilaterale Treffen hinter verschlossenen Türen. Die Schweiz wird mit vier Bundesräten vor Ort sein. Neben Bundespräsident Parmelin werden auch Bundesrätin Karin Keller-Sutter sowie die Bundesräte Ignazio Cassis und Martin Pfister erwartet.

In Davos selbst gilt während der ganzen Woche Ausnahmezustand: Strassensperren, Sicherheitskontrollen und ein massiv verstärktes Polizeiaufgebot prägen das Bild. Armee und Luftwaffe unterstützen die Einsatzkräfte, der Luftraum ist teilweise gesperrt – das Bündner Bergdorf wird für wenige Tage zum wohl am stärksten gesicherten Ort der Schweiz.











