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Zusammenarbeit

Von «079» zu «142»: Lo & Leduc kämpfen mit Tamara Funiciello für Gewaltopfer

2018 hagelte es für Tamara Funiciello einen gewaltigen Shitstorm, weil sie Lo & Leduc als sexistisch kritisierte. Jetzt spannen sie zusammen, um gegen sexualisierte Gewalt zu kämpfen.
Lo & Leduc machen sich mit Tamara Funiciello stark gegen häusliche und sexualisierte Gewalt.
Bild: Screenshot Instagram

«142 het sie gseit. Die Nummere isch neu, het sie gseit. Würklich neu, het sie gseit», singt Leduc in einem Video auf Instagram. «Gewalt passiert viel zu oft, und viel zu lange hat man weggeschaut», sagt darauf Lo, und Tamara Funiciello ergänzt: «Darum 142 – die neue Nummer gegen geschlechterspezifische, häusliche und sexualisierte Gewalt.»

Kritik wegen Sexismus 2018

Dass ausgerechnet diese drei jetzt zusammenspannen, mag auf den ersten Blick überraschen. Schliesslich machte es vor fast zehn Jahren Schlagzeilen, als die damalige Juso-Präsidentin und heutige Berner SP-Nationalrätin die beiden Musiker kritisierte. An einer Demo gegen Gewalt an Frauen erwähnte sie die problematische Botschaft hinter dem Song «079»: Ein Mann versucht ununterbrochen, an die Nummer einer Frau zu kommen – obwohl sie klar Nein sagt. Die kleine Bemerkung in einer viel grösseren Debatte löste einen enormen Shitstorm aus.

«Spinnt die?», meinten viele. Doch Lo & Leduc stellten klar: Auch wenn sie beim Schreiben des Songs eine harmlose Kennenlern-Geschichte im Sinn gehabt hätten, sei es «gut und wichtig, dass Themen wie Sexismus, Gleichberechtigung und Respekt diskutiert werden».

Streit gab es nie

Zwischen Funiciello und den beiden Musikern herrschte nie böses Blut. Das war spätestens 2022 klar, als die Politikerin im Musikvideo zum Song «Taxi Taxi» mitwirkte. Auf Instagram schrieb sie damals: «Mach mit, heisi gseit. Ja hani gseit.» Nun passierte das Ganze umgekehrt.

Seit dem 1. Mai ist die nationale Helpline für Gewaltbetroffene unter der Nummer 142 erreichbar. Kaum stand das fest, wandte sich Funiciello an Lo & Leduc. «Hättet ihr Lust, ‹142› aufzunehmen?», fragte sie laut Watson, und die Antwort war klar. «In 15 Minuten hatten wir das Video fertig», erzählt Funiciello.

Wie 2018 machen Lo & Leduc auch heute ihre Position glasklar. Auf Anfrage von Watson schreiben sie: «Es ist klar: Wir Männer müssen Verantwortung übernehmen. Das heisst konkret: unser eigenes Verhalten reflektieren, bei Dingen, die nicht in Ordnung sind, intervenieren – auch wenn es unbequem ist. Und wenn man wie wir eine gewisse mediale Öffentlichkeit hat, muss man Position beziehen. Und genau das ist der Grund, wieso wir zusammen mit Tamara diese Aktion machen.»

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