Das Wetter hat es diesen Sommer gut gemeint mit den Journalisten. Im Juni war es sehr heiss und trocken, deutlich über dem Durchschnitt. Im Juli war es sehr kühl und nass, klar unter dem Durchschnitt. Im August ist es wieder sehr heiss und trocken, bestimmt über dem Durchschnitt. Ein Sommer der Extreme. Das gibt Stoff für Geschichten. «Wie aussergewöhnlich ist das wirklich?», «Wann wird das Wetter wieder normal?», «Ist es der Klimawandel?» All diese Fragen stellen sich, und sie lassen sich wunderbar in einer Vielzahl von Geschichten abhandeln.
Ganz anders wäre es, wenn Hitzetage, Regentage und kühlere Tage ausgeglichen über die drei Monate verteilt wären. Es wäre dann einfach Sommer in der Schweiz. So wie er immer war. Nichts, über das es sich lohnt, viele Worte zu verlieren.
Das Wetter macht diesen Sommer auf Trump. Um maximale Aufmerksamkeit zu generieren, setzt der US-Präsident maximal auf ein Thema, als gäbe es nichts anderes, und spitzt es maximal zu. Stellt sich ein gewisser Gewöhnungseffekt beim Publikum ein, lässt er es fallen und investiert alle Kraft in das nächste Thema. Aufmerksamkeits-Autoritarismus nennt das die Kommunikationswissenschafterin Miriam Meckel.
Und nun zeigt sich also auch das Wetter im Wechselbad der Maxima. Ob dieser Parallele fragen sich besonders eingefleischte Trump-Fans bereits: Was war zuerst, Trump oder das Wetter? Kritischere Geister hingegen fragen sich vielleicht: Warum schreibt der Autor dieser Zeilen gleichzeitig über das Wetter und über Trump? Der Verdacht der gewieften Geister, der ist nicht falsch: Trump und das Wetter – beides zieht. Und schliesslich will auch dieser Autor, wie alle Journalisten, gelesen werden.

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