Vier Jahre nach der Pandemie zeigt sich das Ausmass des Chaos bei den Corona-Tests: Das Bundesamt für Gesundheit sucht Datenspezialisten, die falsch abgerechnete Tests aufspüren sollen. Rechnungen über insgesamt 213 Millionen Franken stehen laut «SonntagsZeitung» unter Verdacht, fehlerhaft oder gar betrügerisch zu sein. Bisher hat der Bund 23,3 Millionen Franken zurückgeholt und Auszahlungen von 72 Millionen verhindert. Das Problem: Manche Testcenter verrechneten Tests, die sie gar nie durchgeführt hatten. Andere stellten den selben Test gleich mehrfach in Rechnung. Doch die Aufarbeitung ist noch lange nicht abgeschlossen. Die neuen Datenschnüffler sollen bis zu zwei weitere Jahre lang alte Rechnungen durchforsten und solche Tricksereien aufdecken.
Justizminister Beat Jans lässt die Entstehung der «Lex On» untersuchen
Justizminister Beat Jans lässt die Entstehung der umstrittenen «Lex On» untersuchen. Der SP-Bundesrat hat die interne Revision des Eidgenössischen Justiz- und Polizeidepartements (EJPD) beauftragt, das Vorgehen und die Kommunikation rund um die Lockerung der Schweizerkreuz-Regeln zu durchleuchten. Der Bericht soll gemäss Recherchen der «NZZ am Sonntag» im ersten Quartal 2027 vorliegen.
Der Schuhkonzern On erwirkte beim Eidgenössischen Institut für Geistiges Eigentum (IGE) nach Lobbying und Klagedrohungen eine neue Regelung, mit der das Schweizerkreuz auch auf vollständig in Asien gefertigten Schuhen verwendet werden darf – sofern das Symbol zwischen den Worten «Swiss» und «Engineering» steht. Diese «Praxispräzisierung» stiess in Wirtschaft und Politik auf breite Kritik. Selbst die Subkommission EJPD der Geschäftsprüfungskommission (GPK) schaltete sich ein. Dabei geriet Jans als zuständiger Minister unter Druck. Gegenüber der GPK beteuerte er, in die Entstehung der «Lex On» weder involviert noch über die Vorgänge informiert gewesen zu sein. Vertreter des IGE widersprachen jedoch: Man habe das Generalsekretariat des Justizdepartements mehrfach schriftlich informiert sowie um Unterstützung gebeten.
Schweizer Weltraum-Professor arbeitet jetzt für Jeff Bezos
Der Berner Oberländer Thomas Zurbuchen ist eine Koryphäe. Er war Forschungschef der Nasa, ehe er vor drei Jahren die Leitung von ETH Zürich Space übernahm. Nun steht der Professor für Weltraumwissenschaft in Diensten des zweitreichsten Menschen der Welt – bei Jeff Bezos’ Raumfahrtskonzern Blue Origin. Neben den Ressourcen schätze er dort das «unglaubliche Tempo», sagt Zurbuchen im Interview mit der «SonntagsZeitung», es ginge jetzt «oft mindestens zehnmal schneller» als bei der Nasa. Und er verrät, was er machen muss, wenn er Bezos von einem Milliarden-Projekt überzeugen will.
Mutmasslicher Täter von Tuggen ist seit 2008 Teil der Neonazi-Szene
Der 42-jährige Schweizer, der nach einem Konzert in Tuggen im Kanton Schwyz einen 27-jährigen Deutschen getötet haben soll, lebt im Kanton Zug und ist seit seiner Jugend Teil der Neonazi-Szene. Das zeigen Recherchen von «SonntagsBlick». Die Staatsanwaltschaft beschuldigt ihn der vorsätzlichen Tötung. Er sitzt in U-Haft.
Laut «SonntagsBlick» war das Blood-and-Honour-Mitglied bereits in der Vergangenheit an gewalttätigen Auseinandersetzungen beteiligt. 2019 war er Teil einer Gruppe von 50 Neonazis, die eine Juso-Demo in Schwyz attackierte. Der Innerschweizer verkehrt seit mindestens 2008 in der rechtsextremen Szene. Ab 2012 suchte er Anschluss an das Blood-and-Honour Netzwerk. Fotos aus dieser Zeit zeigen ihn mit Kameraden in einem Keller, an der Wand Nazi-Flaggen und ein Blood-and-Honour-Graffiti.
Firmen belohnen Angestellte, die nie krank sind
Steigende Absenzen wegen Krankheit belasten Unternehmen – finanziell und organisatorisch. Deshalb setzen Arbeitgeber Anreize für jene Mitarbeitenden, die nie krankheitsbedingt ausfallen: etwa sogenannte Anwesenheitsprämien oder andere Belohnungen, wie etwa ein Goldvreneli. Personal- und Führungsexperte Matthias Mölleney warnt allerdings in der «SonntagsZeitung»: Solche Prämien trieben auch kranke Angestellte an den Arbeitsplatz.
Heizöl-Händler warnen vor Engpässen in den nächsten Wochen
In der Schweiz drohen wegen des anhaltenden Niedrigwassers auf dem Rhein Versorgungsengpässe beim Heizöl. Wie die «NZZ am Sonntag» berichtet, warnt der Mineralölhändler Migrol vor einer Zuspitzung der Lage bei einem Wintereinbruch. «In einem solchen Szenario wären wir darauf angewiesen, dass in Abstimmung mit dem Bund auch auf die Heizöl-Pflichtlager zurückgegriffen werden kann», sagt der Migrol-Chef Andreas Flütsch. Eine kräftig steigende Nachfrage könnte die Versorgung bereits in den kommenden zwei bis drei Wochen vor grosse Herausforderungen stellen. Auch Agrola mahnt, bei Diesel und Heizöl bestehe «das Risiko einer Versorgungsgefährdung in den kommenden Wochen».
Noch können die Händler ihre Kunden beliefern. Bei Agrola werden Bestellungen laut einem Sprecher derzeit innerhalb der üblichen Fristen erledigt. Auch der Migrol-Chef Andreas Flütsch zeigt sich zuversichtlich, selbst bei steigender Nachfrage die Auslieferungen bewältigen zu können. Allerdings schliesst er vereinzelte Lieferengpässe nicht aus, falls die Bestellungen stark zunehmen und sich die Versorgungslage nicht verbessert. Coop Pronto hält bei einer überdurchschnittlichen Nachfrage ebenfalls längere Lieferfristen für möglich. (has)




