Verspätete Patriot-Raketen: Selbst Bürgerliche rufen nach Alternativen

Fünf Patriot-Fliegerabwehrsysteme zum Preis von 2 Milliarden Franken hat der Bund in den USA bestellt. Bis 2028 hätten diese geliefert werden sollen. Doch die amerikanische Regierung hat klar gemacht, dass die Schweiz derzeit keine Priorität geniesst. Trotz andauernden Gesprächen verfügt der Bund über keine verbindlichen Angaben zu einer neuen Lieferfrist oder den definitiven Kosten. Die Gespräche liefen weiter, erklärt das zuständige Bundesamt für Rüstung Armasuisse gegenüber der «NZZ am Sonntag». Dabei sind die Anzeichen klar: Die Schweiz wird wohl mehr bezahlen müssen. Der Preis für die Patriot-Raketen steigt aufgrund der weltweiten Nachfrage an. Angesichts der Verzögerungen schliessen selbst bürgerliche Sicherheitspolitiker wie Mauro Tuena nicht länger aus, dass die Schweiz zur Not andere, vergleichbare Raketensysteme beschaffen müsse.
Bank im Nazi-Sumpf – und mit Verbindungen zu prominenter Familie
Die Zürcher Bank Hofmann war laut einem US-Bericht enger verstrickt mit dem Nazi-Regime als bislang bekannt. Laut der «NZZ am Sonntag» wird dies nun zur Gefahr für die UBS. Die Bank Hofmann soll nach dem Zweiten Weltkrieg mit Geldern der früheren Hausbank der berüchtigten IG Farben refinanziert worden sein. Dies schreibt der amerikanische Anwalt Neil Barofsky in einer Eingabe an den Justizausschuss des US-Senats. Die Bank hat Verbindungen zu einer prominenten Zürcher Familie: Nur zwei Jahre nach der mutmasslichen Finanzspritze trat der Bankier Walter Meier als Direktor in die Bank Hofmann ein.
Missbrauch in der Katholischen Kirche: Teure Prävention ohne Kontrolle
Die Katholische Kirche investiert in der Schweiz in die Prävention von Missbrauch. Für rund eine halbe Million Franken wurden Tests entwickelt, um potenzielle Gefährder unter angehenden Seelsorgern zu identifizieren. Doch wie Recherchen der SonntagsZeitung zeigen, bleiben diese Assessmentberichte ausschliesslich in den Händen der Bistümer. Die Bischöfe haben ihren alleinigen Machtanspruch durchgesetzt und verhindern sowohl externe Kontrollen als auch ein nationales Register abgelehnter Kandidaten. Betroffenenverbände kritisieren fehlende Transparenz und fordern bistumsübergreifende Schutzmassnahmen.
Bund will Sicherheitsapparat massiv ausbauen
Der Bundesrat plant, im Rahmen einer temporären Mehrwertsteuererhöhung nicht nur 28 Milliarden Franken für die Armee, sondern auch 3 Milliarden für zivile Sicherheitsämter bereitzustellen. Mit diesem Geld sollen 400 bis 500 neue Stellen geschaffen werden, unter anderem beim Nachrichtendienst und bei der Bundespolizei. Zusätzlich sind weitere Stellen bei der Armee und der Rüstungsbeschaffung vorgesehen, wie die SonntagsZeitung berichtet. Im Parlament stösst dieser Personalaufwuchs auf Widerstand. SVP-Nationalrat Michael Götte bezeichnet neue Stellen als «absolutes No-Go». Die SP anerkennt den Personalbedarf, verlangt jedoch präzisere Angaben.
Streit um steigende Absenzen: Machen uns Arbeitsbedingungen krank?
Die gesundheitsbedingten Absenzen am Arbeitsplatz sind in der Schweiz in den letzten zehn Jahren um ein Drittel gestiegen. Der Gewerkschaftsbund macht dafür Zeitdruck, Personalmangel und ständige Erreichbarkeit verantwortlich. Der Arbeitgeberverband widerspricht: Die Daten zeigten, dass sich auch Schüler, Studierende und Nichterwerbstätige weniger gesund fühlten. Dies spreche gegen die These, dass primär Arbeitsbedingungen «krank machen». Auffällig ist zudem der starke Anstieg psychischer Erkrankungen, besonders bei jungen Menschen, wie die SonntagsZeitung schreibt. Jede zweite IV-Neurente wird aufgrund psychischer Erkrankungen zugesprochen.
264 Cyberattacken gegen kritische Infrastrukturen in zehn Monaten
Seit dem vergangenen April müssen Atomkraft- und Elektrizitätswerke, Spitäler, Behörden und Banken Meldung erstatten, wenn sie von einem Cyber-Angriff betroffen sind. Nichtmeldungen können seit Oktober sanktioniert werden, es drohen bis zu 100 000 Franken Busse. Bereits in den ersten gut zehn Monaten seit Bestehen der Pflicht hat das zuständige Bundesamt eine Flut von Meldungen erhalten: Bis letzten Donnerstag waren es 264, wie eine Sprecherin dem SonntagsBlick sagte. «Besonders betroffen sind der öffentliche Sektor, IT und Telekommunikation sowie der Finanz- und Versicherungsbereich.»
Friedensnobelpreis für Trump: Absage aus Bundesbern

Die Initiative riefen letzten Herbst der israelische Parlamentspräsident Amir Ohana (49) und Mike Johnson (54), Sprecher des US-Repräsentantenhauses, ins Leben: Parlamentspräsidenten aus aller Welt sollen gemeinsam US-Präsident Donald Trump (79) für den nächsten Friedensnobelpreis vorschlagen. Auch Bundesbern ist mittlerweile in dieser Sache kontaktiert worden – und hat abgesagt. Eine Anfrage an die Parlamentsdienste im Namen des Präsidenten des israelischen Parlaments, ob sich die Parlamentspräsidenten einem Brief an das Nobelpreiskomitee anschliessen möchten, wurde dahingehend beantwortet, «dass die Ratspräsidenten nicht legitimiert wären, selber oder im Namen der jeweiligen Kammer Appelle dieser Art zu unterzeichnen». Dies schreibt Ständeratspräsident Stefan Engler (65) auf Anfrage von SonntagsBlick.
Kritik an Wechsel des früheren Finma-Direktors zu Julius Bär
Der frühere Finma-Direktor will in den Verwaltungsrat von Julius Bär. Das stösst auf Kritik, die der SonntagsBlick schreibt. Im Zentrum steht die Frage, was Angehrn während seiner Amtszeit über die Millionenkredite an den österreichischen Immobilieninvestor René Benko wusste. Der Hintergrund ist brisant: Im Rahmen der laufenden Aufsicht sind Banken verpflichtet, die Finma über wesentliche Klumpenrisiken zu informieren, schreibt der SonntagsBlick. Bei Julius Bär betreffe dies die Kreditengagements gegenüber René Benko. Da er das grösste Klumpenrisiko darstellte, sei die Finma über die Kreditengagements informiert gewesen – und hatte scheinbar keine Vorbehalte. Es stelle sich daher die Frage, in welchem Umfang Urban Angehrn als damaliger Finma-Direktor von diesen Kreditengagements wusste. «Kein Kommentar», liess Angehrn über einen Sprecher gegenüber SonntagsBlick ausrichten. Auch Julius Bär wollte sich nicht äussern.
Kreditkarten-Anbieter Swisscard baut zig Stellen ab
Die UBS hat sich von der ehemaligen Credit-Suisse-Tochter Swisscard getrennt. Dadurch sind viele Kunden weggefallen, entsprechend steht Swisscard vor grossen Problemen. Nun sollen zig Stellen wegfallen. Laut Informationen von SonntagsBlick bedeutet das: eine verkleinerte Führungsstruktur und weniger Jobs am Firmensitz in Horgen am Zürichsee. Kündigungen im Management sind bereits erfolgt – wie viele, will Swisscard nicht verraten. Weitere Kündigungen würden noch dieses Quartal folgen. Bereits jetzt steht fest: Die Geschäftsleitung wird von bisher acht auf nun fünf Mitglieder verkleinert.
