Nach anderthalb Jahren

Schweizerin nach Entführung in Niger wieder freigelassen

Eine Schweizerin und eine Österreicherin, die vor mehr als einem Jahr in Niger entführt worden waren, sind freigelassen worden. Die beiden Frauen seien in Bengasi im Osten Libyens eingetroffen, berichtete ein lokaler Fernsehsender in der Nacht auf Donnerstag.
Bild: Keystone

«Zwei Geiseln, eine Österreicherin und eine Schweizerin, sind nach eineinhalb Jahren Gefangenschaft in Niger freigelassen worden und dank der Intervention des stellvertretenden Oberbefehlshabers Saddam Haftar in Bengasi eingetroffen», berichtete der libysche Sender al-Masar. Generalleutnant Saddam Khalifa Haftar habe sich auf Bitten der Familien für ihre Freilassung eingesetzt, teilte der Sender auf der Plattform X weiter mit.

In einem vom ostlibyschen Fernsehsender al-Masar ausgestrahlten Video wirkten die beiden Frauen erschöpft. Unter einem Porträt von Marschall Khalifa Haftar sitzend, bedankten sie sich auf Französisch bei ihren Befreiern.

«Ich heisse Claudia Abt. Ich bin Schweizerin. Ich bin 69 Jahre alt. Ich wurde vor einem Jahr und sechs Monaten als Geisel genommen. Jetzt bin ich froh, frei zu sein, und danke Marschall Khalifa Haftar und seinem Sohn, General Saddam Haftar, für alles, was sie für meine Freilassung getan haben», sasgte sie.

«Ich heisse Eva Gretzmacher, bin Österreicherin und 76 Jahre alt. Ich danke Marschall Khalifa Haftar und seinem Sohn Saddam, der uns befreit hat, von ganzem Herzen. Ein Jahr und neun Monate als Geisel», sagte die zweite Frau.

Libyen ist seit dem Sturz von Machthaber Muammar al-Gaddafi im Jahr 2011 von Spaltungen geprägt. Zwei rivalisierende Regierungen ringen um die Macht: die von der UNO anerkannte Regierung von Abdelhamid Dbeibah mit Sitz in Tripolis und eine weitere im Osten des Landes, die vom mächtigen Marschall Khalifa Haftar und dessen Umfeld kontrolliert wird. (watson.ch)

Mehr zum Thema: