
Vor zehn Jahren sah es düster aus, der Schweizer Musikmarkt war am Tiefpunkt angelangt. Doch in den vergangenen zehn Jahren ging es wieder bergauf, der Umsatz mit Tonträgern ist in dieser Zeit um knappe 80 Prozent gestiegen, wie der Branchenverband der Schweizer Musiklabels (Ifpi) am Freitag mitteilte. Letztes Jahr wuchs der Markt erneut um 4 Prozent.
Die wundersame Erholung verdankt der Musikmarkt letztlich den digitalen Umsätzen. Diese stemmten im vergangenen Jahr knapp 95 Prozent des gesamten Tonträger-Umsatzes von rund 259 Millionen Franken. Allein die Streamingeinnahmen kommen auf 237 Millionen Franken, was 80 Prozent des Gesamtabsatzes entspricht.
Die restlichen 5 Prozent stammen von den «physischen» Tonträgern, von den CDs und den Vinylplatten. Dabei setzt sich der vor rund 25 Jahren eingesetzte Rückgang bei den CD-Verkäufen fort. Der Umsatz fiel 2025 um um 13 Prozent auf noch bescheidene 8,4 Millionen Franken. Ein Revival feiert hingegen die Vinylplatte. Die Verkäufe stiegen um satte 19 Prozent, so dass sich der Umsatz nun auf 5,1 Millionen Franken beläuft. Es ist der erste Anstieg seit 2021.
Internationale Stars dominieren Charts
Populär waren 2025 Kollaborationen verschiedener Künstler, wie ein Blick in die Jahres-Top-10-Liste zeigt. Dort finden sich gemeinsame Projekte von Rosé & Bruno Mars (Platz 2), Lady Gaga & Bruno Mars (Platz 3), Hugel, Topic & Arash feat. Daecolm (Platz 6) und Adam Port, Stryv, Keinemusik, Orso & Malachiii (Platz 9). Die erfolgreichste Single hingegen, «Ordinary» von Alex Warren, stammt von einem Solo-Artisten.
Die Schweizer Charts werden von internationalen Popstars dominiert, insbesondere aus den USA, aber auch aus England oder Frankreich. Schweizer Mundart-Künstler können sich aber immerhin im Albumsegment behaupten: So erreichte die Berner Band Patent Ochsner mit «Tag & Nacht» Platz 3 der Jahrescharts und Trauffer landete mit «Heubode» auf Platz 6.
Platz 1 gehört aber Bad Bunny, der sich auch hierzulande mit seinem spanischsprachigen Album «Debí Tirar Más Fotos» gegen die gesamte englischsprachige Konkurrenz durchsetzte.



