Schlecht geschützt

Cyber-Crime: Die Schweiz muss nachrüsten

Schweizer Unternehmen sind besonders schlecht gegen Cyber-Attacken geschützt. Das muss sich ändern.

Jetzt haben sie also auch die Schweiz getroffen: In der Nacht auf den Donnerstag haben Cyberkriminelle die Kühlsysteme einer Metzgerei in Köniz bei Bern angegriffen. Auch Volg berichtet von Manipulationen seiner Kühlsysteme.

Das ist, gelinde gesagt, gruselig – auch wenn dahinter weder organisierte Banden noch fremde Staaten, sondern lediglich der Nachwuchs-Hacker im Lausbuben-Modus stecken sollte (was man noch nicht weiss; die Kantonspolizei ermittelt). Es wurden kiloweise Lebensmittel zerstört, grosse Schaden angerichtet. Darüber hinaus: Wer versichert uns, dass nicht nur mittelständische Metzger leichte Ziele sind, sondern auch die Heizsysteme von mittelgrossen Überbauungen, Spitäler, Verkehrsbetriebe, Flughäfen?

Die Sorge wird nur noch grösser, wenn man sieht, wie schlecht Schweizer Unternehmen auf Bedrohungen durch Cyberattacken vorbereitet sind. IT-Sicherheitsexperten stellen ihnen ein denkbar schlechtes Zeugnis aus. Demnach landet die Schweiz von neun europäischen Ländern auf dem letzten Platz: 72 Prozent verfügen entweder nicht über Fähigkeiten zur Cyberabwehr oder aber setzen diese nicht unternehmensweit ein. Und das, obwohl 94 Prozent der Unternehmen angeben, in den vergangenen zwölf Monaten einen geschäftsschädigenden Cybervorfall erlebt zu haben.

Bei allem Verständnis für die Komplexität der Materie, insbesondere für KMU: Es ist nicht nachvollziehbar, dass ausgerechnet Schweizer Unternehmen schlechter geschützt sind als deutsche oder italienische. Spätestens nach Köniz muss die Schweiz dringend nachrüsten.

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