
Am Freitag hat der Bundesrat Georg Steiner zum neuen Schweizer Botschafter im Iran ernannt. Er wird seinen Posten in Teheran im Laufe des Sommers antreten.
Der Botschafterposten in Teheran gilt als einer der wichtigsten der Schweizer Diplomatie. Grund dafür ist das Schutzmachtmandat, unter dem die Schweiz im Iran die Interessen der USA vertritt.
Doch der Schweizer Botschafterposten ist seit dem 11. März verwaist. Damals evakuierte die Schweiz während des US-israelischen Bombardements der iranischen Hauptstadt ihre Vertretung in Teheran.
Ende April verkündete das Aussendepartement EDA die Rückkehr eines vierköpfigen Diplomatenteams in den Iran, um den Botschaftsbetrieb schrittweise wiederaufzunehmen.
Verfrühter Abgang des Vorgängers
Erst auf Rückfrage der «Schweiz am Wochenende» räumte das EDA ein, dass der bisherige Botschafter, Olivier Bangerter, «nach intensiven Monaten in einem schwierigen Umfeld und aus persönlichen Gründen» nicht mehr auf seinen Posten zurückkehren werde. Er war lediglich acht Monate im Amt gewesen.

Die im Vergleich zu anderen westlichen Staaten relativ früh erfolgte Schliessung der Botschaft sowie Bangerters öffentliche Aussagen zum Weinvorrat im Botschaftskeller – offiziell ist Alkohol im Iran verboten – sorgten für Negativschlagzeilen.
Sein Nachfolger Georg Steiner wechselt aus Islamabad nach Teheran. Dass die Wahl auf den bisherigen Schweizer Botschafter in Pakistan fällt, dürfte kein Zufall sein. Pakistan spielte eine zentrale Vermittlerrolle bei der jüngst unterzeichneten Absichtserklärung zwischen den USA und dem Iran für ein Friedensabkommen. Insofern dürfte Steiners Netzwerk aus Islamabad in seiner neuen Aufgabe nützlich sein.
Die Schweiz behielt zwar den Kommunikationskanal zwischen den USA und dem Iran im Rahmen des Schutzmachtmandats auch während der Kriegshandlungen offen. Doch die Gespräche liefen über andere Wege, unter anderem via Pakistan.
Immerhin wurde die Schweiz als Gastgeberin für den US-iranischen Dialog ausgewählt – wobei die auf dem Bürgenstock geplanten Verhandlungen bislang nicht stattgefunden haben.


