
In der kleinen Walliser Gemeinde Randa unweit von Zermatt gilt Gefahrenstufe 3. Schuld sind Bewegungen am Hängegletscher Weisshorn Ost, die bereits seit einiger Zeit beobachtet werden. Es droht ein Felssturz.
«Am Nachmittag des 24. August kam es zu mehreren Abbrüchen aus dem instabilen Bereich, mindestens drei davon. Der grösste Abbruch ereignete sich zwischen 17 und 18 Uhr. Die dabei entstandenen Ablagerungen blieben auf dem darunterliegenden Gletscherplateau liegen», teilte die Gemeinde am Dienstag mit.
Aufgrund der aktuell schlechten Wetterbedingungen sei derzeit keine verlässliche Einschätzung darüber möglich, wie viel Schutt und Geröll der Hang hinunterdonnern könnte. «Die Situation wird deshalb weiter engmaschig beobachtet, um zu beurteilen, ob die erhöhte Gefährdung weiter anhält oder sich wieder entspannt», heisst es auf der Webseite der Gemeinde.
Für die Bevölkerung bedeutet dies vor allem eines: Warten. Innerhalb eines definierten Gefahrenperimeters dürfen sich keine Personen aufhalten; die Polizei sperrte Velo- und Fussgängerrouten. Siedlungsgebiet ist davon allerdings nicht betroffen. Die Gemeinde hält die Einwohnerinnen und Einwohner von Randa über eine App auf dem Laufenden.
Das Walliser Bergdorf wurde schon mehrfach von Naturkatastrophen heimgesucht, immer wieder verschütteten Lawinen grosse Teile des Siedlungsgebiets.
Im Frühling 1991 stürzten während mehrerer Tage insgesamt über 30 Millionen Kubikmeter Geröll ins Tal. 33 Landwirtschaftsbetriebe wurden verschüttet, dazu die Hauptstrasse nach Täsch und die Strecke der Brig-Visp-Zermatt-Bahn. Menschen kamen bei diesem Unglück keine ums Leben, allerdings setzte der durch das Geröll aufgestaute Fluss Mattervispa den unteren Ortsteil unter Wasser.
Randa ist indes nicht die einzige Gemeinde, die unter erhöhter Beobachtung steht. Vor rund einer Woche lösten sich oberhalb der Berner Gemeinde Kandersteg 3000 Tonnen Gestein vom Berg «Spitze Stei». Experten gehen davon aus, dass bis zu 18 Millionen Kubikmeter Gestein ins Tal stürzen könnten.
