
Das Schweizer Fernsehen verliert ein Aushängeschild: «Arena»-Moderator Sandro Brotz wechselt Ende Januar 2027 zum «Blick.» Dort wird er mehrmals pro Woche einen Video-Podcast zu aktuellen Themen präsentieren.
Brotz stiess 2012 zum Schweizer Fernsehen und moderierte zunächst die «Rundschau». Ab 2019 führte er am Freitagabend durch die «Arena» und machte sich einen Namen als gewandter Moderator.
Die politische Talkshow hat in den vergangenen Jahren aber viele Zuschauerinnen und Zuschauer verloren. Im ersten Halbjahr 2026 schauten im Durchschnitt 116'000 Personen die «Arena». Lange bewegte sich die Zuschauerzahl um die 200'000, dann sank das Interesse.
Die SVP rieb sich am «Arena»-Moderator
In einem Interview mit dem «Tages-Anzeiger» sagte Brotz kürzlich, dass ein «optischer Schub» der Sendung guttun könnte. Die «Arena» wird schon lange im gleichen Dekor ausgestrahlt. Ein weiteres Problem des Formats ist, dass die politischen Parteien mitreden, wer im Talk auftritt und wer nicht. Manchmal spulen die Gäste unabhängig von den Fragen vorbereitete Statements ab. Das sorgt nicht für Spannung.
Im Interview sagte Brotz auch, dass die «Arena» nicht die letzte journalistische Station seiner Karriere sein werde. Er deutete damit an, dass er auf der Suche nach einer neuen Aufgabe ist. Beim Schweizer Fernsehen findet sich für ihn offenbar keine Herausforderung mehr, die ihn reizt.
Mit dem Ausscheiden von Brotz stellt sich die Frage, ob SRF die «Arena» weiterführt. Der Sender betont: «Die ‹Arena› bleibt ein zentraler Bestandteil des publizistischen Angebots von SRF.»
Das Schweizer Fernsehen verabschiedet eine farbige Figur, die gelegentlich aneckte. Die SVP boykottierte 2022 vorübergehend die «Arena», nachdem Sandro Brotz eine Äusserung von Fraktionschef Thomas Aeschi als rassistisch bezeichnet hatte. Die Unabhängige Beschwerdeinstanz für Radio und Fernsehen stellte dann fest, dass die Sendung das Sachgerechtigkeitsgebot verletzt habe.
Vor sechs Wochen sprach Brotz in der «Schweizer Illustrierten» über eine persönliche Krise. Sie führte 2023 dazu, dass er als Moderator der «Arena» eine fünfwöchige Pause einlegte. Die Reaktionen auf die offenen Worte waren weitgehend positiv.
