
Wie der Moderator der «Schweizer Illustrierten» verrät, war 2023 eines der schwierigsten Jahre seines Lebens. «Ich habe damals nur noch funktioniert», sagt Brotz. Gleich in mehreren Bereichen seines Lebens habe es Schwierigkeiten gegeben. Einerseits im Beruf. Der 56-Jährige arbeitet, seit er 18 Jahre alt ist, als Journalist. Er liebe diesen Job, sagt Brotz heute. Gleichzeitig habe er sich zu fragen begonnen: «Für wen mache ich das eigentlich? Warum bin ich immer auf der Überholspur?»
Probleme häuften sich
Auch privat lief es dem Moderator damals aber nicht gut. Seine damalige Beziehung sei zerbrochen. «Das hat mich mehr aus der Bahn geworfen, als ich gedacht hätte», sagt er der «Schweizer Illustrierten». Zudem sei kurz davor sein Vater gestorben, was er nie richtig verarbeitet habe. All diese Dinge hätten die Lage zugespitzt, berichtet Brotz heute. «Ich hatte eine schlimme Krise.»
Im selben Jahr entschied sich Brotz deshalb auch, eine einmonatige Auszeit zu nehmen. Das Schweizer Fernsehen sprach damals von einem «krankheitsbedingten Ausfall». Der Journalist selbst gab später bekannt, am Anschlag gewesen zu sein. Es dürfe «kein Tabu sein, wenn man im Job mal an seine Grenzen stösst», schrieb er auf Instagram.
Auch nach seinem Comeback vor der Kamera sei es ihm aber noch nicht wirklich gut gegangen, wie er heute sagt. Von aussen habe man ihm das wohl kaum angesehen, so Brotz. Gleichzeitig sagt er aber: «Ich habe mit mir selber gehadert.»
Brotz erklärt weiter, dass für ihn das erste Jahr danach besonders schwierig gewesen sei. «Es war für mich wirklich eine sehr dunkle Zeit», sagt der SRF-Journalist der «Schweizer Illustrierten». Er habe sich zurückgezogen, um sich nicht ständig erklären zu müssen. Erst später habe er realisiert, dass er Hilfe brauchte. Heute spricht er offen darüber. «Ich habe psychologische Unterstützung in Anspruch genommen und eine Therapie gemacht. Und ich schäme mich überhaupt nicht dafür.»
Heute geht es Brotz besser
Diese Krise hat Sandro Brotz nach eigenen Aussagen nun definitiv überstanden. «Mir geht es heute gut. Mental bin ich wieder bei hundert Prozent», sagt er. Er habe gelernt, sich besser zu schätzen. So beantworte er nach 20 Uhr keine Mails und lese keine Kommentare über sich im Internet mehr. Auch beruflich habe er etwas zurückgesteckt. Mittlerweile könne er gewisse Arbeiten abgeben und die «Arena» nur noch drei statt vier Mal pro Monat moderieren.
Auch körperlich ist Brotz auf dem Weg zurück. Nachdem er einst mehrere Marathons lief und Triathlons bestritt, ist der SRF-Mann heute deutlich weniger fit. Dies will er wieder ändern. Bis Ende Jahr hat er sich ein klares Ziel gesetzt: «Ich möchte fünf Kilometer am Stück ohne Pause laufen – und zehn Kilo abnehmen», sagt er. Und ist überzeugt, hierbei auf gutem Weg zu sein. (watson.ch/dab)