Neun Tage nach den verheerenden Sturzfluten in Nepal sind am Freitag zwei Menschen lebend aus einem Tunnel eines Wasserkraftprojekts gerettet worden. Das teilten der Sprecher der nepalesischen Armee, Raja Ram Basnet, und der Abgeordnete Shri Ram Neupane mit.
Neupane veröffentlichte einen Beitrag über die zweite Rettung auf seiner Facebook-Seite, kurz nachdem Basnet die erste Bergung während des Einsatzes im Tunnel Trishuli 3A am Fluss Trishuli bestätigt hatte.
Örtliche Fernsehsender zeigten Bilder eines mit Schlamm bedeckten Arbeiters, der auf der Schulter eines Retters vom Einsatzort weggetragen wurde. Behördenvertreter sagten, die beiden Männer, ein Vorarbeiter und ein Aufseher im Bereich Mechanik, befänden sich in einer stabilen Verfassung. Sie seien in ein Spital in der Hauptstadt Kathmandu gebracht worden.
Die Sturzfluten am 26. August wurden nach Einschätzung von Experten von einem Gletscherabbruch ausgelöst. Gesteinsmassen und Schmelzwasser liessen die Flüsse in den darunterliegenden Tälern stark anschwellen. Die Wassermassen zerstörten in der autonomen chinesischen Region Tibet und in Nepal Häuser, Strassen, Brücken und kritische Infrastruktur.
Nach Angaben örtlicher Behörden werden in Nepal rund 900 Arbeiter aus zwölf Wasserkraftprojekten vermisst, von denen etwa 500 in Tunneln eingeschlossen sein könnten. Der Verband unabhängiger Stromerzeuger in Nepal geht von 557 vermissten Arbeitern am Wasserkraftprojekt Trishuli 3A aus. Etwa 115 von ihnen könnten sich nach Verbandsangaben im Haupttunnel des Projekts befinden.
Hoffnung auf weitere Rettungen nicht erloschen
Rettungskräfte glauben, dass es noch immer eine Chance gibt, dort weitere Überlebende zu finden. Auch Kommunikationsminister Bikram Timilsina zeigte sich in einem Facebook-Beitrag hoffnungsvoll, dass es weitere Rettungen geben werde.
Nach Angaben der nepalesischen Katastrophenschutzbehörde kamen rund 1'300 Menschen bei der Flutkatastrophe ums Leben, mehr als 5'000 werden weiterhin vermisst. China meldete am späten Mittwochabend 21 Tote und 541 Vermisste auf der tibetischen Seite der Grenze. (dpa)




