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Crans-Montana

Nationaler Trauertag: Die Schweiz hat 35 Staaten ins Wallis eingeladen

Bundespräsident Guy Parmelin hat für Freitag einen nationalen Trauertag ausgerufen zur Tragödie von Crans-Montana. Es wird mit hochkarätigen Gästen aus ganz Europa gerechnet.
Frankreichs Präsident Emmanuel Macron (links) hat zugesagt. Ob für die Türkei und Deutschland mit Recep Tayyip Erdoğan (Mitte) und Frank-Walter Steinmeier auch die Präsidenten kommen, ist offen.
Bild: Keystone

Nach der Tragödie von Crans-Montana hat die Schweiz die Fahnen auf allen Botschaften weltweit und auf ihren Gebäuden in der Schweiz für fünf Tage auf halbmast gesetzt.  Es war Bundespräsident Guy Parmelin, der dies anordnete. Die Kantone übernahmen diese Trauerbeflaggung.

Der nationale Trauertag selbst findet am Freitag statt. Der Bund führt ihn mit den Schweizer Kirchen im Ausstellungs- und Versammlungszentrum von Martigny durch. Um 13.45 Uhr beginnt der offizielle Teil, der sich an die Opfer und ihre Angehörigen richtet. Anwesend sind internationale, eidgenössische, kantonale und lokale Behörden.

Kerzen, Blumen und Zeichnungen im Gedenken an die 40 Toten und 116 Verletzten von Crans-Montana.
Bild: Keystone

Das Aussenministerium hat am Montagabend 35 Staaten ins Wallis eingeladen. Das sind einerseits jene Staaten, die Opfer zu beklagen haben: die Schweiz selbst (22 Opfer), Frankreich (8), Italien (6), Portugal, Belgien, Rumänien und die Türkei (je ein Opfer). Geladen sind aber auch jene Staaten, die Verletzte haben und die Unterstützung geleistet oder angeboten haben.

Sein Kommen bereits angekündigt hat Frankreichs Präsident Emmanuel Macron. Und die italienische Nachrichtenagentur Ansa hat gemeldet, dass auch der italienische Staatspräsident Sergio Mattarella ins Wallis reisen werde. Ob zum Beispiel auch die Türkei und Deutschland mit Recep Tayyip Erdoğan und Frank Walter Steinmeier die Präsidenten entsenden, ist offen. Die Türkei beklagt ein Todesopfer, Deutschland gehört zu den Helferstaaten.

Am Freitag um 14 Uhr, gleich zu Beginn der Trauerfeier in Martigny, werden alle Kirchenglocken der Schweiz während fünf Minuten läuten. Parallel dazu ist eine nationale Schweigeminute vorgesehen. «In diesem Moment der Einkehr können alle Menschen in der Schweiz persönlich der Opfer der Katastrophe gedenken», sagte Bundespräsident Parmelin im «SonntagsBlick».

Der Trauertag wurde schon am 1. Januar angedacht

Parmelin war am 1. Januar morgens kurz nach 7 Uhr in seiner Ferienwohnung in den Waadtländer Bergen alarmiert worden. Er telefonierte mit dem Walliser Staatsrat Stéphane Ganzer und hatte Kontakt mit dem Walliser Regierungspräsidenten Mathias Reynard. Danach informierte er den Bundesrat über die Tragödie.

Die Feuerwehr von Crans-Montana an der Gedenkstätte der Tragödie.
Bild: Jean-Christophe Bott/Keystone

Der nationale Trauertag war schon bei Parmelins Besuch in Crans-Montana vom 1. Januar angedacht worden - gemeinsam mit den Walliser Behörden und den Schweizer Kirchen. «Entscheidend war der vielfache Wunsch nach einer gemeinsamen gesamtschweizerischen Trauer- oder Gedenkmöglichkeit, um der persönlichen Betroffenheit Ausdruck zu verleihen», sagt Parmelins Kommunikationschef Urs Wiedmer. «Jeder und jede ist eingeladen mitzumachen - muss dies aber nicht.»

Der Trauerakt war ursprünglich in Crans-Montana geplant. Da Walliser Orte am Wochenende aber bis zu einem halben Meter Neuschnee erwarten, wäre es schwierig, Ehrengäste per Helikopter einzufliegen. Dazu kamen sicherheitspolitische Bedenken: Die Fahrt nach Crans-Montana führt kurvenreich den Berg hoch.

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