USA

Gross, Grösser, Musk: Er plant den grössten Börsengang der Gesichte trotz Milliardenverlusten

Elon Musks Weltraumfirma Space X plant Berichten zufolge einen Mega-Börsengang. Doch die vom Tech-Milliardär kontrollierte Firma macht nicht besonders viel Umsatz – und steckt tief in roten Zahlen.
Beten für einen lukrativen Börsengang: Elon Musk hat viel vor.
Bild: Mark Schiefelbein

Vor dem geplanten Rekord-Börsengang von Space X zeigen frisch veröffentlichte Zahlen, dass die Weltraumfirma von Tech-Milliardär Elon Musk Milliardenverluste schreibt. So gab es im vergangenen Jahr rote Zahlen von rund 4,94 Milliarden Dollar bei einem Umsatz von 18,67 Milliarden Dollar. Ein Grund für das Minus sind laut Musk die hohen Kosten für die Entwicklung der grossen Rakete Starship.

An grossen und gewagten Plänen fehlt es Musk nicht: Er will den Mars besiedeln, spricht von einer Stadt auf dem Mond und von KI-Rechenzentren im All. Der Multimilliardär setzt darauf, dass Investoren an seine Visionen glauben werden: Space X will bei dem Börsengang Medienberichten zufolge eine Bewertung von rund 2 Billionen Dollar respektive 2000 Milliarden anstreben. Mit demnach erhofften Erlösen von bis zu 80 Milliarden Dollar wäre es der mit Abstand grösste Börsengang.

Angaben von Space X dazu wird es erst später geben. Der Börsengang wird laut Medienberichten für Mitte Juni angepeilt. Space X hatte die Aktienplatzierung zunächst vertraulich beantragt, ohne Geschäftszahlen vorzulegen.

Musk hat die Kontrolle

Tech-Milliardär Musk kontrolliert Space X dem Börsenprospekt zufolge mit einem Stimmrechtsanteil von gut 85 Prozent. Grundlage dafür sind Aktien mit mehr Stimmrechten. Laut dem Prospekt wird Musk auch nach dem Börsengang das Sagen haben. Musk ist Chef von Space X – und auch des Elektroautobauers Tesla. Aktien der beiden Unternehmen sind die Basis für sein Vermögen, das ihn zum mit Abstand reichsten Menschen der Welt macht. Der Finanzdienst «Bloomberg» schätzt sein Vermögen aktuell auf rund 667 Milliarden Dollar.

Space X spielt mit seinen Raketen eine Schlüsselrolle für das amerikanische Raumfahrtprogramm. Das Unternehmen betreibt zudem den Satelliten-Internetdienst Starlink. Musk brachte in Space X auch seine KI-Firma xAI samt der Online-Plattform X ein. Der Konzern wurde bei dieser Fusion laut Medienberichten insgesamt mit 1,25 Billionen Dollar bewertet.

Weitere Details zum Space-X-Geschäft, die nun erstmals bekannt wurden:
  • Im ersten Quartal dieses Jahres schrieb Space X einen Verlust von 4,28 Milliarden Dollar bei rund 4,7 Milliarden Dollar Umsatz.
  • Starlink ist ein zentraler Geldbringer: Im ersten Quartal stammten aus dem Geschäft mit Satelliten-Internet Erlöse von 3,26 Milliarden Dollar. Starlink hat inzwischen rund 10,3 Millionen Kunden in 164 Ländern.
  • In die Riesen-Rakete Starship investierte Space X insgesamt mehr als 15 Milliarden Dollar. Space X geht davon aus, dass die Rakete nach Abschluss aller Tests im zweiten Halbjahr kommerzielle Flüge machen kann. Sie soll die Kosten für die Beförderung ins All deutlich senken. Mit Starship sollen auch Starlink-Satelliten in die Umlaufbahn gebracht werden, mit denen Internet aus dem All direkt auf Smartphones nutzbar wird.
  • Die KI-Firma Anthropic, die sich jüngst ein ganzes Rechenzentrum von Space X mietete, zahlt dafür 1,25 Milliarden Dollar im Monat. Der Deal läuft vorerst bis Mai 2029.

Jüngst gab Musk bekannt, dass xAI kein eigenständiges Unternehmen mehr sei, sondern seine KI-Produkte wie den Chatbot Grok unter der Marke Space X AI vermarkten werde. Der Multimilliardär stellt für die Zukunft KI-Rechenzentren im All in Aussicht. Die Idee dahinter ist, dass die Sonne dort viel Energie liefern kann und die Kühlung im All einfacher ist. Skeptiker verweisen allerdings auf Probleme wie die erheblichen Aufbaukosten sowie die Strahlung, die Schaltkreise beschädigen könne. (dpa)

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