Lange hatte er gehofft, doch am Dienstag und damit ausgerechnet an seinem Geburtstag kam die schlechte Nachricht: Der Antrag des «Schweiz heute»-Lesers für den Kauf der begehrten Swatch-Monduhr wurde abgelehnt. Je länger die Wartezeit dauerte, desto grösser wurde seine Hoffnung, dass er zu den 1969 Glücklichen gehöre, die eine Uhr kaufen dürften. «Die Ablehnung schmerzt nun umso mehr», sagt er.
In der Tat wurden die ersten Negativentscheide schon ab Montag, 27. Juli, verschickt. «We regret to inform you that your Electronic Swatch Timepiece Application (Esta) has been declined», teilte Nick Hayeks Swatch-Gruppe all jenen mit, die keine Uhr kaufen können. «Wir bedauern, Ihnen mitteilen zu müssen, dass Ihr Antrag abgelehnt wurde.»
Die am 16. Juli von Swatch lancierte Monduhr ist voller Anspielungen auf die Mondlandung von 1969 und auf die US-Politik. Der Start erfolgte in Anlehnung an den damaligen Raketenstart um 15.32 Uhr und die Stückzahl wurde als Referenz zum Mondlandungsjahr auf 1969 beschränkt. Zudem musste jeder, der eine dieser Monduhren mit 11 Gramm Gold für 500 Franken kaufen wollte, wie für eine Reise in die USA ein Esta-Formular mit 32 Fragen ausfüllen.
Dafür hatten die Antragsteller 2 Stunden und 15 Minuten Zeit. Die erste Frage lautete: «Hast Du schon einmal einem Präsidenten eine goldene Tischuhr geschenkt?», ein unmissverständlicher Seitenhieb Hayeks gegen die Schweizer Manager- und Unternehmerdelegation, die im November 2025 Donald Trump im Oval Office besuchte und ihm eine goldene Tisch-Rolex schenkte.
Mondlandung vor dem Fernsehen
Für die meisten waren die Absagen keine Überraschung. Die Wahrscheinlichkeit, auserwählt zu werden, war angesichts der rund 1,2 Millionen Menschen, welche einen Antrag eingereicht hatten, verschwindend klein.
Trotzdem hatte der Leser lange gehofft. Er hatte schliesslich auch eine gute Geschichte zu erzählen, eine, die Nick Hayek hätte gefallen können. Schliesslich hatte der Uhrenfan im Bauch seiner hochschwangeren Mutter vor dem Fernseher die Mondlandung vom 21. Juli 1969 «selbst miterlebt», wie er erzählt. Genützt hat es nichts.
Umso mehr nervt er sich jetzt über jene, die eine Uhr kaufen konnten für 500 Franken und diese nun schon wieder weiterverkaufen – und zwar zu astronomisch hohen Preisen. Auf Ebay sind derzeit vier Stück zu ersteigern. Sie werden für 13'500 bis 20'999 Euro angeboten – zuzüglich Versandkosten. Zwei Stück stammen aus Deutschland, ein Verkäufer ist in Griechenland, ein anderer in Italien.
«Die echten Fans gehen leer aus», sagt der Leser, der sich die Monduhr zu solchen Preisen nicht leisten kann. Bis zu 2000 Franken hätte er vielleicht noch mitgeboten.. «Aber das ist völlig aussichtslos.» Die Folge: «Die Uhren verschwinden jetzt in den Schränken irgendwelcher Sammler, die es sich leisten können, solche Preise zu bezahlen.»
Das dürfte wohl auch nicht Nick Hayeks Absicht entsprechen. Immerhin lautet eine der 32 Fragen in seinem Esta-Formular, ob man die Uhr, sollte der Antrag bewilligt werden, gleich weiterverkaufen werde. Wer hier ein Ja angekreuzt hat, dürfte wohl kaum berücksichtigt worden sein.
Es war freilich zu erwarten, dass es nicht alle mit der Wahrheit immer so genau nahmen. «Traurig ist es dennoch», sagt der Leser.







