12:00 Uhr
Montag, 26. Oktober
Medienkonferenz ist beendet
Damit ist die Medienkonferenz beendet. In Kürze finden Sie hier einen vertiefenden Artikel über den Mega-Umbau der Migros.
11:49 Uhr
Montag, 26. Oktober
Irminger-Nachfolge soll Anfang 2027 bekannt sein
Wie viel Geld, wird die Runde gefragt, könne die Migros durch die Zentralisierung sparen? Guido Rast, Geschäftsleiter der Migros Luzern und Präsident der Migros Supermarkt AG, sagt, es gebe keine Zahl, auf die man hinarbeite.
Eine andere Frage betrifft die Nachfolge von CEO Irminger und Supermarkt-Chef Diethelm. Wie Präsidentin Ursula Nold sagt, würden für beide Posten «glaubwürdige Personen mit Weitblick» gesucht. Anfang 2027 sollen die Namen bekannt gegeben werden.
11:40 Uhr
Montag, 26. Oktober
Blieb kein anderer Ausweg mehr?
Bis anhin hatte sich die Migros immer gegen eine Zentralisierung gesperrt und an der föderalen Struktur festgehalten - auch, weil die Regionen sehr mächtig sind. Präsidentin Nold wird gefragt, ob es der Migros heute so schlecht gehe, dass nun schlicht kein anderer Weg bleibe als der Umbau. Nold sagt, die Migros sei gesund. Aber das Marktumfeld habe sich verschärft.
11:33 Uhr
Montag, 26. Oktober
Was, wenn nicht alle Regionen Ja sagen?
Migros-Präsidentin Nold muss sich der Frage stellen, was passiert, wenn nicht alle Regionalgenossenschaften Ja zu ihrer Abschaffung sagen. Nold erklärt, dass man an die Umstrukturierung glaube und sicher sei, davon überzeugen zu können. Sollte eine Regionalgesellschaft Nein sagen, werde man diese «neue Ausgangslage neu anschauen und Lösungen finden».
Zur Erinnerung: Die letzte Urabstimmung hat die Migros-Spitze verloren. Im Juni 2022 lehnten die Genossenschafterinnen und Genossenschafter die Aufhebung des Alkoholverbots in allen zehn regionalen Genossenschaften ab.
11:20 Uhr
Montag, 26. Oktober
Irminger: Neue Organisation ist nötig
Auch Migros-Chef Mario Irminger spricht von einer «historischen Weichenstellung». Die Migros stehe heute finanziell gut da. Aber man sehe, wo man besser werden müsse. Die Migros brauche für die Herausforderungen der Zukunft eine Organisation, die schneller entscheide und stärker aus einer Hand plane. «Was sich verändert, sind die Strukturen hinter den Kulissen. Wir werden uns mit aller Kraft dafür einsetzen, unsere Genossenschafterinnen und Genossenschafter zu überzeugen, dass dieser Schritt jetzt erfolgen muss», sagt er in seinem Namen und jenem von Supermarkt-Chef Diethelm.

Auch ein Wort zu seiner eigenen Zukunft verliert Irminger: Er sei überzeugt, dass nach der Urabstimmung der richtige Zeitpunkt sei, den Stab weiterzugeben. Denn der Umbau werde Jahre und frische Kräfte brauchen.
Wie zuvor Präsidentin Nold betont auch CEO Irminger, dass es beim Umbau nicht darum gehe, Stellen abzubauen. In den Filialen seien die Mitarbeitenden ohnehin nicht betroffen. In den Regionalgesellschaften werde es zum Abbau von Parallelstrukturen kommen. Aber: Bis 2028 werde es keine Entlassungen aufgrund des Umbaus geben. Sollte danach ein Stellenabbau nötig sein, werde die Migros ihre soziale Verantwortung wahrnehmen. Wenn immer möglich, würden Anschlusslösungen für betroffene Mitarbeitende gesucht.
11:08 Uhr
Montag, 26. Oktober
Regionalchefs stellen sich hinter den Umbau
In einzelnen Statements stellen sich nun die Präsidenten und Präsidentinnen der zehn Regionalgenossenschaften hinter die geplante Zentralisierung. Ziel sei eine Migros, die schneller entscheiden, gezielter investieren und ihre Wettbewerbsfähigkeit langfristig sichern kann. Alle betonen, dass der Entscheid auch in den Regionen einstimmig mitgetragen werde.

11:03 Uhr
Montag, 26. Oktober
Für die Kunden soll sich nicht viel ändern
Die Migros soll laut Nold auch in Zukunft in den Regionen verankert bleiben: Filialen und Sortiment würden bleiben, inklusive aller Produkte der Linie «Aus der Region. Für die Region». Die einfacheren Strukturen würden aber mehr Spielraum für neue und modernisierte Läden in den Regionen schaffen. Weniger Parallelstrukturen sollen langfristig günstigere Angebote ermöglichen.
11:01 Uhr
Montag, 26. Oktober
Wie es weiter geht
Die Verwaltungen der zehn regionalen Genossenschaften und des Migros-Genossenschaftsbunds haben den Grundsatzentscheid einstimmig gefällt. In den kommenden Monaten sollen die Details dazu ausgearbeitet und alle Gremien gemäss Statuten einbezogen werden. Die 2,3 Millionen Genossenschafterinnen und Genossenschafter werden Mitte 2027 in einer Urabstimmung endgültig entscheiden können.
Die Zustimmung ist an Bedingungen geknüpft: 25 Prozent der Stimmberechtigten müssen teilnehmen und zu zwei Dritteln Ja sagen. Stimmen die Genossenschafterinnen und Genossenschafter dem Zusammenschluss zu, wird der Umbau von elf Genossenschaften zu einer gemeinsamen Genossenschaft schrittweise erfolgen und mehrere Jahre dauern.
10:57 Uhr
Montag, 26. Oktober
Stellen im Management werden abgebaut
Nold erklärt: Zuallererst bringe eine Gruppengenossenschaft Vorteile für die Kundschaft. Eine Migros ohne Parallelstrukturen könne bessere und günstigere Angebote machen und die Eröffnung neuer Filialen schneller vorantreiben. Eine erfolgreiche Migros sichere die Arbeitsplätze der rund 80’000 Mitarbeitenden in der Schweiz und schaffe neue.
Für die meisten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter werde sich nichts ändern - allerdings dürfte es im Management der heute zehn Regionalgenossenschaften zu personellen Veränderungen und wohl auch einem Stellenabbau kommen. Oder, wie die Migros es beschreibt: «Veränderungen betreffen vor allem Führungs- und Verwaltungsstrukturen, weil ähnliche Aufgaben künftig gebündelt werden.»
10:55 Uhr
Montag, 26. Oktober
Migros muss sich neue Chefs suchen
Ursula Nold kündigt auch an, dass Migros-Chef Mario Irminger und Supermarkt-Chef Peter Diethelm nach dem Entscheid über den Umbau ihre Posten zur Verfügung stellen. Sie werden dannzumal (wohl im Sommer 2027) beide 62 Jahre alt sein und stellten so sicher, dass ihre Nachfolger den Aufbau von Anfang an und über die gesamte, mehrjährige Phase hinweg führen können.
Der Prozess zur Besetzung der beiden Nachfolgepositionen wurde eingeleitet.
10:46 Uhr
Montag, 26. Oktober
Die Migros baut um
Migros-Präsidentin Ursula Nold eröffnet die Medienkonferenz. Es sei ein «historischer Tag» für die Migros. Heute besteht die Migros aus zehn rechtlich selbständigen regionalen Genossenschaften und dem Migros-Genossenschafts-Bund. Sie alle sollen neu in einer gemeinsamen Gruppengenossenschaft zusammengeführt werden.

Damit besinne sich die Migros zurück auf ein wichtiges Anliegen ihres Gründers Gottlieb Duttweiler und seiner Frau Adele: «Die Migros muss einen organisatorischen Leistungsvorsprung haben, also besser und günstiger sein als die Konkurrenz. Der einstimmige Entscheid beweist, dass wir als Gemeinschaft handlungsfähig sind und Herausforderungen geschlossen anpacken. Unser Ziel ist klar: Wir wollen die Migros wieder agiler, attraktiver und leistungsfähiger machen.»
Vor zwei Wochen titelte «Schweiz heute»: «Gerüchteküche brodelt: Gibt die Migros einen ‹Big Bang› bekannt?». Nun dürften sich diese Gerüchte bewahrheiten. Denn am frühen Montagmorgen hat die Migros eine Einladung zu einer Medienkonferenz in Bern verschickt, die um 10.45 Uhr beginnt. Gewöhnlich werden solche Einladungen einige Tage oder gar Wochen im Voraus versandt.
Das Thema der Konferenz? Wird nicht erwähnt. Wer von der Geschäftsführung oder vom Verwaltungsrat vor Ort sein wird? Ebenfalls unklar. Und doch dürfte allen klar sein, dass Migros-Chef Mario Irminger seinen grossen Umbauplan präsentieren dürfte. Denn darum ging es in den Gerüchten, die in den vergangenen Wochen vermehrt publik wurden: die Zentralisierung der historisch föderalen Migros-Struktur.

Zuletzt berichtete die «Sonntagszeitung» über Details von Irmingers Plänen. Demnach sollen die zehn rechtlich selbstständigen Regionalgenossenschaften, die Supermarkt AG und der Migros-Genossenschafts-Bund in Zukunft unter dem Dach einer Einheitsgenossenschaft organisiert werden. Damit soll die komplizierte Doppelstruktur aus nationaler und regionaler Führung obsolet werden.
Heute haben die zehn Regionalgenossenschaften jeweils eigene Organe und Geschäftsleitungen. Mit der Reorganisation soll es hingegen nur noch eine zentrale Führung und für das Supermarktgeschäft nur noch sechs operative Regionen geben.
Allerdings: Damit die Pläne umgesetzt werden können, sind Urabstimmungen in den Regionalgenossenschaften nötig. Dafür braucht es jeweils eine Zweidrittelmehrheit. Die Sonntagszeitung beziffert das mögliche Sparpotenzial der Zentralisierung auf 300 bis 400 Millionen Franken pro Jahr, unter anderem mit Verweis auf frühere Migros-Aussagen und die Ersparnisse, die Coop mit einer ähnlichen Zentralisierung vor 25 Jahren realisierte.
«Schweiz heute» berichtet live von der Medienkonferenz.
+++ Update folgt +++


