Detailhandel

So ein Schweiss! Bei der Migros fehlen Deodorants im Regal – seit mehreren Wochen

Der Detailhändler kämpft mit Lieferunterbrüchen, die Fragen aufwerfen. Denn: Betroffen sind Produkte, die der Detailhändler bis vor kurzem noch selber herstellte.

Auch wenn die Temperaturen dieser Tage angenehm kühl sind: Die Hitzewellen sind noch nicht lange her. Die Wochen, in denen es tagsüber deutlich über 30 Grad heiss war, waren für viele Menschen eine Tortur. Und sie hatten Folgen für Detailhändler. So sagte Nestlé-Schweiz-Chef Cédric Boehm kürzlich im Interview mit «Schweiz heute»: «Das Wetter spielt bei Produkten wie Eiscreme und Wasser eine grosse Rolle.» Diese hätten sich sehr gut verkauft.

Überdurchschnittlich gross dürfte die Nachfrage der Supermarkt-Kundschaft auch nach Deodorants gewesen sein. Schliesslich möchte man im öffentlichen Verkehr oder im Büro nicht mit Schweiss-Gerüchen auffallen.

«M-Budget» betroffen

Doch die Migros konnte nicht allen schwitzenden Kundinnen und Kunden helfen, die nach ihrem Lieblingsdeo suchten. Denn seit Wochen klaffen in Migros-Regalen Lücken beim Deo-Sortiment, wie «Schweiz heute» festgestellt hat. Auf den Preisschildern heisst es jeweils: «Lieferunterbruch». Dabei fällt auf, dass Markendeos wie Borotalco oder Denim nach wie vor erhältlich sind. Betroffen sind ausschliesslich Deos von Migros-Eigenmarken wie «I am» oder «M-Budget», sowohl Sprays als auch sogenannte Roll-ons.

«Bei einzelnen Deodorant-Produkten unserer Eigenmarken kommt es seit einigen Wochen zu Lieferunterbrüchen», sagt Migros-Sprecherin Prisca Huguenin-dit-Lenoir auf Anfrage. «Die Lieferunterbrüche stehen im Zusammenhang mit Änderungen in der Beschaffung und Produktion einzelner Produkte.» Man arbeite daran, die Verfügbarkeit möglichst rasch wieder sicherzustellen, dies könne «ein paar Wochen» in Anspruch nehmen. Der Grossteil des Sortiments sei weiterhin erhältlich.

Probleme mit Mibelle-Inhaber?

Wo genau die Probleme bei der Beschaffung liegen, sagt die Sprecherin derweil nicht. Pikant in diesem Zusammenhang: Migros-Chef Mario Irminger gab im März 2025, im Zuge der internen Umstrukturierungen, den Verkauf der Industrietochter Mibelle an die spanische Familienfirma Persán bekannt. Mibelle stellte für die Migros «Total»-Waschmittel, «Candida»-Zahnpasta, «Handy»-Seife oder eben Körperpflegeprodukte wie Deodorants her. Gibt es nun etwa plötzlich Schwierigkeiten mit dem neuen Inhaber aus Sevilla?

Die Frage bleibt unbeantwortet: «Zu einzelnen Lieferanten- und Geschäftsbeziehungen äussern wir uns aus Vertraulichkeitsgründen grundsätzlich nicht», sagt Huguenin-dit-Lenoir. Nur: Die aktuellen Lieferunterbrüche seien auf mehrere Faktoren entlang der Lieferkette zurückzuführen. Wie viel Umsatz der Migros durch die fehlenden Deos entgangen ist, verrät sie nicht.

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