
Vor zwei Wochen titelte «Schweiz heute»: «Gerüchteküche brodelt: Gibt die Migros einen «Big Bang» bekannt?». Nun dürften sich diese Gerüchte bewahrheiten. Denn am frühen Montagmorgen hat die Migros eine Einladung zu einer Medienkonferenz in Bern verschickt, die um 10.45 Uhr beginnt. Gewöhnlich werden solche Einladungen einige Tage oder gar Wochen im Voraus versandt.
Das Thema der Konferenz? Wird nicht erwähnt. Wer von der Geschäftsführung oder vom Verwaltungsrat vor Ort sein wird? Ebenfalls unklar. Und doch dürfte allen klar sein, dass Migros-Chef Mario Irminger seinen grossen Umbauplan präsentieren dürfte. Denn darum ging es in den Gerüchten, die in den vergangenen Wochen vermehrt publik wurden: Die Zentralisierung der historisch föderalen Migros-Struktur.
Zuletzt berichtete die «Sonntagszeitung» über Details von Irmingers Plänen. Demnach sollen die zehn rechtlich selbstständigen Regionalgenossenschaften, die Supermarkt AG und der Migros-Genossenschafts-Bund in Zukunft unter dem Dach einer Einheitsgenossenschaft organisiert werden. Damit soll die komplizierte Doppelstruktur aus nationaler und regionaler Führung obsolet werden.
Heute haben die zehn Regionalgenossenschaften jeweils eigene Organe und Geschäftsleitungen. Mit der Reorganisation soll es hingegen nur noch eine zentrale Führung und für das Supermarktgeschäft nur noch sechs operative Regionen geben.
Allerdings: Damit die Pläne umgesetzt werden können, sind Urabstimmungen in den Regionalgenossenschaften nötig. Dafür braucht es jeweils eine Zweidrittelmehrheit. Die Sonntagszeitung beziffert das mögliche Sparpotenzial der Zentralisierung auf 300 bis 400 Millionen Franken pro Jahr, unter anderem mit Verweis auf frühere Migros-Aussagen und die Ersparnisse, die Coop mit einer ähnlichen Zentralisierung vor 25 Jahren realisierte.
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