
Die venezolanische Friedensnobelpreisträgerin María Corina Machado ist nach Angaben ihrer Partei rund zehn Monate nach ihrer heimlichen Ausreise in ihr Heimatland zurückgekehrt. Die 59-Jährige sei wieder auf venezolanischem Boden, teilte die Oppositionspartei Vente Venezuela mit. US-Aussenminister Marco Rubio zufolge haben von den USA unterstützte Gespräche die Voraussetzungen für eine sichere Rückkehr geschaffen.
Diese seien das direkte Ergebnis von Verhandlungen, in deren Rahmen bereits Hunderte politische Gefangene freigelassen und Hunderte Vertreter der Opposition aus dem Exil zurückgekehrt seien, schrieb Rubio auf der Plattform X.
«Ein sehr wichtiger Tag»
«Ich bin hier. Bei euch», teilte Machado zuvor auf X mit. Auch der Oppositionspolitiker Edmundo González verwies auf diese Mitteilung. Er schrieb: «Venezuela! Ich freue mich riesig, euch mitteilen zu können, dass unsere Anführerin, meine geliebte Maria Corina, auf venezolanischem Boden ist.» Heute sei «ein sehr wichtiger Tag», sagte González. «Mit ihr kehrt unsere souveräne Stimme zurück, um diesen Prozess anzuführen und in die richtigen Bahnen zu lenken!» Auch weitere Oppositionspolitiker begrüssten Machado öffentlich zu ihrer Rückkehr.
Vente Venezuela veröffentlichte Fotos und Videos von ihr. Darauf ist die 59-Jährige in einer Kirche in Barquisimeto im Bundesstaat Lara zu sehen, wo sie Menschen umarmt und mit ihnen betet. Anschliessend machte sie sich übereinstimmenden Berichten zufolge mit dem Auto auf den Weg in die rund 370 Kilometer entfernte Hauptstadt Caracas. Unterwegs wurde sie bei geöffnetem Autofenster von Menschen am Strassenrand begeistert empfangen. An einem Zwischenstopp sang sie gemeinsam mit Unterstützern die Nationalhymne, wie weitere Videos zeigen.
Die Rückkehr erfolgt wenige Wochen nach einem umstrittenen Öl-Deal der USA in Venezuela. Seit der Gefangennahme des autoritären Machthabers Nicolás Maduro durch das US-Militär im Januar in der Hauptstadt Caracas wird das ölreiche Land von der ehemaligen Vizepräsidentin Delcy Rodríguez geführt. US-Präsident Donald Trump hat die gute Zusammenarbeit mit Rodríguez immer wieder gelobt.
Machado, die seit ihrer Ausreise im Dezember nicht mehr zurückgekehrt war, hielt sich zuletzt in Panama auf und soll Medienberichten zufolge mehrere Rückkehrversuche unternommen haben. Sie betrachtet die Regierung unter Rodríguez als Fortsetzung eines «illegitimen Regimes». Sie und andere Oppositionelle fordern baldige demokratische Wahlen in Venezuela. Trump hatte dies allerdings zunächst ausgeschlossen. «Ich glaube einfach, dass sie noch nicht bereit sind», hatte er kürzlich gesagt.
Die Oppositionspolitikerin lebte früher in Venezuela versteckt
Machado wurde wegen ihrer Bemühungen für ein freies und demokratisches Venezuela mit dem Friedensnobelpreis geehrt. Vor ihrer Ausreise nach Oslo lebte sie in ihrem Heimatland seit über einem Jahr weitgehend im Untergrund.
Den Friedensnobelpreis wollte sie zwar persönlich entgegennehmen. Sie schaffte es jedoch erst Stunden nach der Preisverleihung, in Oslo einzutreffen. Medienberichten zufolge war Machado von Venezuela zunächst per Boot auf die Karibikinsel Curaçao gebracht worden und dann mit einem Privatflugzeug über die USA nach Norwegen geflogen. Ihre Tochter nahm die Nobelmedaille und das dazugehörige Diplom in ihrem Namen entgegen. (dpa)


