Ukraine-Newsblog

Die Entwicklungen des Ukraine-Kriegs bis zum 31. Juli

Seit Ende Februar 2022 führt Russland einen Angriffskrieg gegen die Ukraine. Alle Neuigkeiten und Reaktionen dazu erfahren Sie in unserem Newsblog.

Mehr zum Thema:

10:44 Uhr

Freitag, 31. Juli

Polen: Abgestürztes Geschoss war russische Rakete

Bei einer über Polen abgestürzten Rakete handelt es sich nach Angaben der Regierung in Warschau tatsächlich um einen russischen Marschflugkörper. «Ich habe mit dem Einsatzleiter, General Ireneusz Nowak, gesprochen, und wir können mit voller Verantwortung bestätigen, dass es sich um eine russische Ch-101-Rakete handelt», sagte Vizeverteidigungsminister Cezary Tomczyk am Donnerstagabend dem Radiosender Rmf.fm. Dies sei ein Marschflugkörper, der potenziell sehr gefährlich sei und auch Atomsprengköpfe transportieren könne. Die Rakete sei beim Aufprall explodiert.

Am Donnerstag war während schwerer russischer Luftangriffe auf die Ukraine ein Flugobjekt in den Luftraum des Nato-Staats Polen eingedrungen und abgestürzt. Der Absturzort auf einem Feld nahe dem Ort Tarnawa Kolonia liegt südlich der Stadt Lublin und 90 Kilometer von der Grenze zur Ukraine entfernt. Es gab keine Verletzten.

Die Regierung in Warschau hatte am Donnerstag zunächst davon gesprochen, dass es sich mutmasslich um eine russische Rakete handelte. Genauere Untersuchungen sollten Gewissheit bringen, hiess es. (dpa)

14:41 Uhr

Donnerstag, 30. Juli

EU erschwert ukrainischen Männern die Flucht

Die EU erschwert ukrainischen Männern die Flucht vor dem Krieg gegen Russland. Wehrfähige Ukrainer profitieren in Deutschland und anderen Mitgliedsländern künftig nicht mehr von vereinfachten Aufnahmeregeln, wie ein Sprecher nach einem entsprechenden Beschluss des Rates der Mitgliedstaaten sagte. Die Verordnung wird demnach in Kürze im EU-Amtsblatt veröffentlicht, einen Tag später treten die neuen Regeln in Kraft.

Fast 4,4 Millionen Menschen aus der Ukraine haben bisher in der Europäischen Union Schutz gefunden. Das von Russland angegriffene Land braucht aber weiter viele Soldaten. Nach Angaben von Präsident Wolodimir Selenski mobilisiert die Ukraine monatlich bis zu 34'000 Mann. Wegen der hohen Zahl von Fahnenflüchtigen kann die Armee ihre Verluste damit jedoch kaum ausgleichen. Nach Auskunft von Verteidigungsminister Mychajlo Fedorow wird nach mehr als zwei Millionen Wehrpflichtigen gefahndet.

Die EU-Kommission folgt nach eigenen Aussagen vor allem einer Bitte der Ukraine, die aber auch EU-Mitgliedsländer befürworteten. EU-Migrationskommissar Magnus Brunner hatte gesagt, das Thema sei ausführlich mit der ukrainischen Seite besprochen worden.

Die neuen Regeln sollen nur bei Männern Anwendung finden, die neu in die EU kommen. Wer bereits einen Schutzstatus bekommen hat, verliert ihn also nicht. (dpa)

10:05 Uhr

Donnerstag, 30. Juli

Flugobjekt dringt in Polens Luftraum ein und stürzt ab

Während schwerer russischer Luftangriffe auf die Ukraine ist ein Flugobjekt in den polnischen Luftraum eingedrungen und nahe Lublin abgestürzt. Der Einschlagsort liegt auf unbewohntem Gebiet bei Tarnawa Kolonia. Anwohner meldeten einen lauten Knall, die Polizei fand einen Krater mit zehn Metern Durchmesser.

Nach Angaben des polnischen Militärs wurde das unbekannte Objekt gegen 3.40 Uhr entdeckt und von einer F-16 verfolgt, verschwand dann aber vom Radar. Die Art des Flugobjekts wird untersucht. Regierungschef Donald Tusk reiste zur Absturzstelle.

Die Ukraine erklärte, es habe sich um einen russischen Marschflugkörper vom Typ CH-101 gehandelt, der den Nato-Luftraum verletzt habe. Eine Bestätigung aus Polen dafür gibt es bislang nicht. Seit Beginn des russischen Angriffskriegs ist der polnische Luftraum wiederholt verletzt worden. (dpa)

06:00 Uhr

Donnerstag, 30. Juli

Ukraine: Mindestens acht Tote bei russischer Angriffswelle

Die Ukraine ist in der Nacht erneut Ziel einer massiven russischen Angriffswelle geworden. Nach ukrainischen Angaben wurden Städte im ganzen Land mit Dutzenden Raketen und Marschflugkörpern sowie Hunderten Drohnen attackiert. Mindestens acht Menschen wurden getötet, mehr als ein Dutzend verletzt.

Besonders schwer getroffen wurde Krywyj Rih, wo eine Rakete ein Wohnhaus traf. Dort kamen laut ukrainischen Behörden sechs Menschen ums Leben, darunter zwei Kinder. Weitere Todesopfer wurden aus Kiew und dem Gebiet Poltawa gemeldet. Auch in Lwiw und Kiew wurden Gebäude beschädigt. Die Angaben konnten nicht unabhängig überprüft werden.

Präsident Wolodimir Selenski hatte bereits am Mittwoch vor einem grossen Luftangriff gewarnt und die westlichen Partner erneut zur Lieferung zusätzlicher Flugabwehrsysteme aufgerufen. (dpa)

04:56 Uhr

Donnerstag, 30. Juli

Erneuter ukrainischer Angriff auf russischen Online-Händler

Erneut hat das ukrainische Militär den russischen Online-Händler Wildberries angegriffen. Durch Drohnenbeschuss wurde in der Nacht ein grosses Lager des Unternehmens in der russischen Region Pensa in Brand gesetzt, wie der Gouverneur der Region, Oleg Melnitschenko, nach Angaben der staatlichen Agentur Tass mitteilte. Dabei habe es mindestens einen Verletzten gegeben. Rund 200 Mitarbeiter seien evakuiert worden.

Seit diesem Monat attackiert die Ukraine immer wieder Logistikzentren des grössten russischen Versandhauses. Die symbolträchtigen und weithin sichtbaren Angriffe auf Wildberries verursachen grosse Schäden. Der ukrainische Präsident Wolodimir Selenski wirft der Firma vor, mit Material zu handeln, das für den 2022 begonnenen Angriffskrieg gegen sein Land verwendet werde. Der Kreml weist das kategorisch zurück.

Ein Ziel der ukrainischen Führung scheint aber auch zu sein, Unruhe in der Mittelschicht russischer Städte zu schüren, die gern online einkauft. Infolge der Angriffe und dadurch gestörter Lieferketten bekommt sie die Kriegsfolgen nun stärker zu spüren als zuvor.

In der Nacht zu Mittwoch hatte die Ukraine in der russischen Stadt Rjasan ein grosses Logistikzentrum von Wildberries und eine Raffinerie angegriffen. (dpa)

21:58 Uhr

Mittwoch, 29. Juli

Ukrainischer Kampfjet F-16 im Luftkampf abgestürzt

Die Ukraine hat einen der für sie wertvollen westlichen Kampfjets vom Typ F-16 bei der Verteidigung des eigenen Luftraums verloren. Die Maschine sei abgestürzt, als sie feindliche Flugobjekte abfing, teilte die ukrainische Luftwaffe mit. «Vorläufigen Informationen nach gab es eine Notfallsituation an Bord, der Pilot musste sich per Schleudersitz retten», heisst es in der Mitteilung. Der Pilot ist demnach wohlauf, am Boden gab es keine Schäden und Opfer.

Die Ukraine hat nach langem Werben bei westlichen Partnern 2024 die ersten Kampfjets des Typs F-16 erhalten. Die Flugzeuge werden vor allem bei der Abwehr russischer Drohnen- und Raketenangriffe eingesetzt. Mehrere Maschinen sind bei den riskanten Manövern bereits abgestürzt, die erste kurz nach Beginn der Lieferungen. Der Verlust jeder einzelnen F-16 wiegt für Kiew schwer, da sie sie nicht selbst produzieren kann und bis heute noch nicht alle der rund 80 versprochenen Maschinen in der Ukraine eingetroffen sind. (dpa)

15:49 Uhr

Mittwoch, 29. Juli

Ukraine meldet erneuten Beschuss russischer Raffinerien

Ukrainische Streitkräfte haben nach Angaben aus Kiew erneut zwei der grössten russischen Ölraffinerien getroffen. Die Angriffe hätten Brände in einer Lukoil-Raffinerie in der russischen Region Perm und in einer Raffinerie in Rjasan ausgelöst, teilten der ukrainische Sicherheitsdienst und der Generalstab am Mittwoch in getrennten Erklärungen mit. Die Hunderte Kilometer von der Grenze entfernten Anlagen hätten eine gemeinsame jährliche Produktionskapazität von rund 220 Millionen Barrel Öl.

Eine unabhängige Bestätigung für die Angaben war zunächst nicht zu bekommen. Der Gouverneur von Rjasan, Pawel Malkow, erklärte lediglich, Drohnentrümmer hätten Brände an nicht näher bezeichneten Industriestandorten verursacht. Sechs Menschen seien ins Krankenhaus gebracht worden. Der in den vergangenen Tagen von der Ukraine attackierte russische Online-Händler Wildberries teilte mit, er habe Mitarbeiter aus einer Einrichtung in Rjasan evakuiert. Einzelheiten nannte er nicht.

Das russische Verteidigungsministerium erklärte, die Flugabwehr habe in der Nacht 295 ukrainische Drohnen über mehreren russischen Regionen und der völkerrechtswidrig annektierten Krim abgeschossen.

Die fast täglichen Fernangriffe der Ukraine mit Drohnen und Raketen, bei denen im eigenen Land entwickelte Waffen zum Einsatz kommen, setzen russischen Ölanlagen seit Monaten schwer zu. Die Attacken haben zu einer Kraftstoffkrise geführt, die den Kreml mehr als vier Jahre nach Kriegsbeginn in Verlegenheit bringt. Russland verfügt über hochentwickelte Flugabwehrsysteme, doch sein riesiges Territorium lässt sich nur schwer lückenlos schützen.

Der Leiter der regionalen ukrainischen Militärverwaltung, Oleh Synjehubow, teilte mit, russische Gleitbomben hätten in den vergangenen 24 Stunden die Stadt Charkiw und 17 weitere Orte in der gleichnamigen Region getroffen und elf Menschen verletzt. (dpa)

06:44 Uhr

Mittwoch, 29. Juli

US-Senat stimmt ersten Schritten für Russland-Sanktionspaket zu

Der US-Senat hat erste Verfahrensschritte für ein neues Sanktionspaket gegen Russland eingeleitet. Mit 86 zu 12 Stimmen stimmten die Senatoren am Dienstag (Ortszeit) dafür, die Debatte über das parteiübergreifende Gesetz fortzusetzen. Die Abstimmung erfolgte wenige Stunden nach der Trauerfeier für den republikanischen Senator Lindsey Graham, der massgeblich an den Verhandlungen über das Paket beteiligt war.

Der ukrainische Präsident Wolodimir Selenski war im Kapitol anwesend und hatte zuvor mit Senatoren über die weitere Unterstützung für die Ukraine gesprochen. Er sagte, sein Land mache Fortschritte im Krieg gegen Russland, benötige aber weiterhin Hilfe der USA. Anschliessend verfolgte Selenski die Abstimmung von der Besuchertribüne aus.

Das Gesetz sieht unter anderem Sanktionen gegen Russland sowie hohe Zölle auf Waren aus Ländern vor, die weiterhin russisches Öl, Gas und andere Exporte kaufen. Ziel ist es, Moskau Einnahmen zur Finanzierung des Krieges gegen die Ukraine zu entziehen.

Der republikanische Senator Todd Young sagte, Selenski habe das Gesetz als wichtiges moralisches Signal bezeichnet. Der demokratische Senator Richard Blumenthal erklärte, die Einigung über das Paket sei ein wichtiger Teil von Grahams Vermächtnis.

Einige Demokraten äusserten jedoch Bedenken wegen zusätzlicher Befugnisse des Präsidenten bei der Verhängung von Zöllen. Die Debatte über das Gesetz soll in den kommenden Tagen im Senat fortgesetzt werden. (dpa)

04:20 Uhr

Mittwoch, 29. Juli

Selenski: Trump hat uns Patriot-Lizenzen zugesagt

US-Präsident Donald Trump soll laut ukrainischem Präsidenten Wolodimir Selenski der Ukraine die vielfach geforderten Lizenzen zur Herstellung von Patriot-Abfangraketen zugesichert haben. «Er hat zugesagt, uns die Lizenzen zu erteilen», sagte Selenski im Interview des Fox-News-Moderators Sean Hannity. Er hofft dadurch, die Produktion der dringend benötigten Abwehrraketen selbst schneller steigern zu können. Das Weisse Haus reagierte zunächst nicht auf eine dpa-Anfrage. (dpa)

13:08 Uhr

Dienstag, 28. Juli

Viele Verletzte nach ukrainischen Drohnenangriffen auf Busse

Bei ukrainischen Drohnenangriffen auf zwei Busse sind nach russischen Angaben insgesamt 24 Menschen verletzt worden. In der Grenzstadt Schebekino sei eine Drohne in einen Linienbus eingeschlagen, teilte der amtierende Gouverneur der westrussischen Region Belgorod, Alexander Schuwajew, mit. 19 Menschen seien verletzt worden, 6 davon schwer. Eine zweite Attacke wird aus den von russischen Truppen besetzten Gebieten in der Ukraine gemeldet. In der Stadt Horliwka unweit von Donezk habe eine ukrainische Drohne fünf Personen verletzt, als sie in einen Bus eingeschlagen sei, teilte Horliwkas Bürgermeister Iwan Prichodjko mit. (dpa)

08:47 Uhr

Dienstag, 28. Juli

Drohnen treffen Wohnhaus und Recyclinganlage bei Moskau

Die Ukraine hat nach russischen Angaben bei einem grossen Drohnenangriff auf Moskau im Umland der Hauptstadt schwere Schäden angerichtet. Eine Drohne sei in einem Wohnblock eingeschlagen, teilte der Gouverneur des Moskauer Umlands, Andrej Worobjow, mit. «Ausserdem sind durch eine abgestürzte Drohne Reifen auf einer Freifläche in Brand geraten», schrieb er auf Telegram. Nach Behördenangaben trafen die Drohnen dabei eine Recyclinganlage, in der die Reifen zu Gummischrot verarbeitet werden. Bilder deuten auf einen Grossbrand hin. Medienberichten zufolge traf es zudem erneut eine Lagerhalle.

In der Ortschaft Koledino südlich von Moskau brennt demnach das Lager der Logistikfirma 3PL. In unmittelbarer Nähe befindet sich ein Lager des Online-Grosshändlers Wildberries, der in den vergangenen Tagen schon mehrfach zum Ziel ukrainischer Angriffe wurde. Laut dem Moskauer Gouverneur Sergej Sobjanin hat die Ukraine insgesamt etwa 390 Drohnen Richtung Moskau geschickt. Während der Grossteil schon weit vor der Hauptstadt abgefangen wurde, seien 81 im Anflug auf die Metropole abgeschossen worden, schrieb er. Über Tote und Verletzte ist bislang nichts bekannt. (dpa)

19:20 Uhr

Montag, 27. Juli

Russland: 276 ukrainische Drohnen abgefangen

Die russische Flugabwehr hat nach Angaben des Verteidigungsministeriums in Moskau in der Nacht zum Montag 276 ukrainische Drohnen abgeschossen. In Rostow am Don kamen bei einem Drohnenangriff nach Angaben von Gouverneur Juri Sljussar fünf Menschen ums Leben, darunter ein Kind. Eine Drohne habe ein Wohnhaus getroffen. Der ukrainische Generalstab erklärte, das Militär habe ein Exportterminal in Rostow am Don angegriffen und in Brand gesetzt.

Weitere Angriffe richteten sich nach ukrainischen Militärangaben gegen Ziele in dem von Russland kontrollierten Teil der ukrainischen Region Cherson. Getroffen worden seien eine Bodenstation zur Steuerung von Drohnen sowie eine Brücke über die Strasse von Henitschesk, die Russland für militärische Transporte nutzt. Auch russische Treibstoff- und Nachschubdepots seien angegriffen worden.

In der grenznahen russischen Stadt Belgorod wurden bei einem ukrainischen Drohnenangriff nach Angaben örtlicher Rettungskräfte zwölf Menschen verletzt, darunter zwei Kinder. (dpa)

18:15 Uhr

Montag, 27. Juli

Erneut Drohne in rumänischen Luftraum eingedrungen

Eine Drohne ist nach Angaben des rumänischen Verteidigungsministeriums kurzzeitig in den Luftraum des Nato-Mitgliedslands eingedrungen. Anschliessend habe sie die Grenze zur Ukraine überquert, wo später Explosionen gemeldet wurden. Zur Überwachung des Luftraums seien zwei F-16-Kampfjets aufgestiegen, teilte das Ministerium mit.

Es war bereits der vierte derartige Vorfall innerhalb von vier Tagen. Die drei zuvor eingedrungenen Drohnen waren nach Angaben der rumänischen Behörden abgeschossen worden. (dpa)

17:39 Uhr

Montag, 27. Juli

Selenski in Grossbritannien eingetroffen

Der ukrainische Präsident Wolodimir Selenski ist zu Gesprächen mit dem neuen britischen Premierminister Andy Burnham nach England gereist. Selenski schrieb am Montag auf der Plattform X, er sei für sein Treffen mit Burnham «sowie unseren Kriegern» in Grossbritannien eingetroffen.

Der britische Premierminister Andy Burnham (rechts) begrüsst den ukrainischen Präsidenten Wolodimir Selenski auf dem Marinestützpunkt HM Naval Base in Portsmouth.
Bild: AP

Burnham erklärte, der Empfang für Selenski solle die unerschütterliche Unterstützung Grossbritanniens für die Ukraine demonstrieren. Selenski ist der erste ausländische Präsident seit dem Amtsantritt Burnhams vor einer Woche, der vom britischen Premier empfangen wird. Burnhams Vorgänger Keir Starmer wiederum hatte seine letzte Auslandsreise als Regierungschef vor weniger als zwei Wochen nach Kiew geführt.

Burnham und Selenski wollten einen Marinestützpunkt in Portsmouth an der Südküste Englands besuchen. Bereits für Dienstag wird der ukrainische Präsident zu einem Treffen mit US-Präsident Donald Trump in Washington erwartet. Burnham ist der bereits fünfte britische Premier, der seit dem russischen Einmarsch in die Ukraine im Februar 2022 mit Selenski zusammenarbeitet. (dpa)

09:30 Uhr

Montag, 27. Juli

Ukraine greift mit Drohnen an – Tote in Rostow Kiew

Bei ihrer Abwehr der russischen Invasion hat die Ukraine das Hinterland des Gegners erneut mit Hunderten Kampfdrohnen angegriffen. Dabei kamen in der südrussischen Hafenstadt Rostow-am-Don zwei Zivilisten ums Leben, als eine Drohne in ein Hochhaus einschlug, wie Gouverneur Juri Sljussar mitteilte. Weitere fünf Menschen seien verletzt worden, schrieb er auf Telegram. Der Angriff galt vermutlich dem nahegelegenen Hafen der Stadt, über dem nach Augenzeugenberichten eine Rauchwolke aufstieg.

Das Verteidigungsministerium in Moskau teilte mit, in der Nacht seien insgesamt 276 ukrainische Kampfdrohnen über verschiedenen Landesteilen abgefangen worden. Diese Militärzahlen sind nicht unabhängig überprüfbar, sie deuten aber auf einen grossangelegten ukrainischen Angriff hin. Zahlreiche russische Flughäfen mussten den Betrieb zeitweise einschränken. Drohneneinschläge wurden auch aus der russischen Grossstadt Belgorod dicht an der Grenze zur Ukraine gemeldet. Es habe zwölf Verletzte gegeben. Nach Kiewer Angaben griff die russische Armee die Ukraine über Nacht mit 147 Kampfdrohnen an, von denen 123 ausgeschaltet worden seien. Es habe Einschläge an zehn Orten im Land gegeben, teilte die Luftwaffe mit. (dpa)

19:34 Uhr

Sonntag, 26. Juli

Russland berichtet von Angriffen gegen Hafen von Tschornomorsk

Russland hat nach eigener Darstellung den ukrainischen Hafen Tschornomorsk in der Region Odessa angegriffen und dort erhebliche Schäden angerichtet. Wie das Verteidigungsministerium in Moskau nach Angaben der Staatsagentur Tass mitteilte, wurde im Hafen ein Container-Terminal mit Militärgütern angegriffen und beschädigt. Zudem sei bei dem Angriff mit Präzisionswaffen und Drohnen ein Stückgutfrachter getroffen worden. Von ukrainischer Seite gab es dazu keine Erklärung. Die russischen Behauptungen konnten nicht unabhängig überprüft werden.

Russland versucht seit einiger Zeit, die ukrainische Schifffahrt in der Region Odessa sowie zu den Donau-Binnenhäfen zu stören. Die Ukraine exportiert einen grossen Teil ihres Getreides über diese Häfen. Der Hafen von Tschornomorsk zählt zu den grössten in Europa. (dpa)

17:10 Uhr

Sonntag, 26. Juli

Tote und Verletzte bei russischem Angriff auf Supermarkt

Bei einem russischen Drohnenangriff auf einen Supermarkt in der ukrainischen Stadt Tschernihiw nördlich von Kiew sind mindestens zwei Menschen ums Leben gekommen. Eines der Todesopfer sei ein 10-Jähriger, teilte der örtliche Militärverwalter Dmytro Bryschynskyj auf Telegram mit. Weitere 13 Besucher des Supermarkts seien bei dem Einschlag der Kampfdrohne verletzt worden. (dpa)

16:49 Uhr

Sonntag, 26. Juli

Rumänien schiesst dritte Drohne innerhalb von drei Tagen ab

Rumänien hat zum dritten Mal innerhalb von drei Tagen eine Drohne abgeschossen, die in seinen Luftraum eingedrungen war. Die Vorfälle seien «unzulässig und nicht tolerierbar», teilte der rumänische Präsident Nicusor Dan am Sonntag mit. Wie er auf der Plattform X angab, wurde das jüngste Geschoss am Sonntagmorgen von einem F-16-Kampfjet in der Gegend Sulina-Chilia abgeschossen.

Am Samstag war eine Drohne aus der Ukraine kommend nahe der Grenze abgeschossen worden, wie Dan bei Facebook mitteilte. Am Freitag soll eine Drohne nahe Padina nordöstlich der rumänischen Hauptstadt Bukarest abgeschossen worden sein. Eine Untersuchung zu dem Vorfall vom Freitag habe ergeben, dass das Geschoss eine Drohne vom Typ Shahed gewesen sei, sagte Dan. Russland setzt den Drohnentyp häufig bei Angriffen gegen die Ukraine ein.

Seit dem Beginn des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine im Februar 2022 sind mehrere Drohnen der beiden Kriegsparteien in den Luftraum von Rumänien und anderen Nato-Staaten eingedrungen. (dpa)

22:10 Uhr

Samstag, 25. Juli

Iran verurteilt ukrainischen Angriff auf Frachter

Der Iran hat einen mutmasslichen ukrainischen Drohnenangriff auf ein Frachtschiff im Kaspischen Meer scharf verurteilt. Nach Angaben des Aussenministeriums wurde dabei ein Matrose getötet und ein weiterer verletzt.

Teheran sprach von einem Verstoss gegen das Völkerrecht und warf der Ukraine vor, den Krieg weiter auszuweiten. Die Regierung verwies darauf, dass der ukrainische Präsident Wolodimir Selenski den Angriff selbst bestätigt habe.

Selenski erklärte, ukrainische Drohnen hätten Schiffe im Kaspischen Meer getroffen, darunter auch solche mit militärischer Fracht und Bezug zum Iran. Zudem warf er Russland vor, das iranische Militär mit Satellitenaufnahmen aus der Golfregion zu unterstützen. Diese würden laut Selenski zur Vorbereitung und Auswertung iranischer Angriffe genutzt. (dpa)

20:19 Uhr

Samstag, 25. Juli

Selenski rechnet mit weiteren Nordkoreanern aufseiten Russlands

Der ukrainische Präsident Wolodimir Selenski rechnet damit, dass Nordkorea Russland im Krieg gegen die Ukraine mit weiteren Truppen und schweren Waffen unterstützt. Nach Erkenntnissen der ukrainischen Geheimdienste bereite Moskau die Stationierung von rund 30'000 nordkoreanischen Soldaten in der Region Woronesch vor. Zudem solle Pjöngjang weitere Abschussrampen für ballistische Raketen liefern.

Selenski sagte, Kremlchef Wladimir Putin verfolge weiterhin keine Friedensabsichten. Die militärische Zusammenarbeit zwischen Russland und Nordkorea sei zudem eine Bedrohung für Asien, da Pjöngjang dadurch Kampferfahrung sammle und seine Waffensysteme verbessere.

Nordkorea hatte Russland bereits im vergangenen Jahr mit schätzungsweise bis zu 15'000 Soldaten unterstützt. Moskau und Pjöngjang hatten ihre enge strategische Partnerschaft erst vor wenigen Tagen erneut bekräftigt. (dpa)

19:16 Uhr

Samstag, 25. Juli

Sacharowa kritisiert Angriffe Kiews auf russische Zivilisten

Russlands Aussenamtssprecherin Maria Sacharowa hat die jüngsten ukrainischen Angriffe auf Ziele in Russland scharf verurteilt. Kiew erleide militärische Niederlagen und greife deshalb die Zivilbevölkerung an, sagte sie laut der Staatsagentur Tass. Präsident Wolodymyr Selenskyj und seine «westlichen Drahtzieher» würden «für jedes Verbrechen schwer bezahlen».

Sacharowa bezog sich unter anderem auf einen ukrainischen Angriff auf einen Rüstungskonzern in Kirow. Nach Angaben des Gouverneurs kamen dabei sechs Menschen ums Leben, 26 weitere wurden verletzt. Zudem sollen bei einem Drohnenangriff im russisch besetzten Teil der Region Saporischschja zwölf Menschen getötet und 19 verletzt worden sein. Diese Angaben lassen sich unabhängig nicht überprüfen.

Die Sprecherin warf der Ukraine vor, gezielt russische Zivilisten anzugreifen. Unerwähnt liess sie, dass Russland die Ukraine seit mehr als vier Jahren mit einem Angriffskrieg überzieht und dabei selbst immer wieder zivile Ziele angreift. (dpa)

16:08 Uhr

Samstag, 25. Juli

Festnahme nach tödlichem Angriff auf Kiewer Umland

Nach dem tödlichen russischen Angriff auf eine Veranstaltung mit geplanter Waffenausstellung im Kiewer Umland ist der Hauptorganisator festgenommen worden. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm Fahrlässigkeit mit Todesfolge vor.

Bei dem Raketenangriff am Freitag wurden zehn Menschen getötet und rund 100 verletzt. Nach Angaben der Ermittler hatte ein Waffenverband die Veranstaltung ohne Abstimmung mit den Behörden organisiert. Mehr als 300 Menschen nahmen teil, obwohl der einzige Schutzraum für die Zahl der Anwesenden viel zu klein gewesen sein soll.

Die Ermittler prüfen zudem, ob die Bekanntgabe des Veranstaltungsorts kurz vor Beginn Russland die Vorbereitung eines gezielten Angriffs erleichtert haben könnte. (dpa)

14:28 Uhr

Samstag, 25. Juli

Tote und Verletzte in Saporischschja

Bei einem russischen Angriff auf die Grossstadt Saporischschja ist mindestens eine Frau getötet worden. Mindestens elf weitere Menschen seien verletzt worden, teilte Gouverneur Iwan Fedorow mit. Unter den Verletzten sind demnach auch drei Kinder im Alter von drei, fünf und sieben Jahren. Fedorow veröffentlichte Fotos, die massive Zerstörungen von Häusern zeigen. (dpa)

14:00 Uhr

Samstag, 25. Juli

Kiews Gegenangriffe: Versandhändler evakuiert Mitarbeiter

Die Ukraine hat Russland erneut mit hunderten Drohnen angegriffen. Der Online-Versandhändler Wildberries evakuierte deshalb Mitarbeiter in Jekaterinburg. Das Unternehmen bestätigte die Räumung seines Logistikzentrums aus Sicherheitsgründen. Es sei nicht beschädigt worden.

Die Gouverneure der Gebiete Swerdlowsk, Rostow und Belgorod berichteten von Drohnenangriffen. In Rostow und Belgorod wurden insgesamt neun Menschen verletzt. Das russische Verteidigungsministerium teilte mit, 328 ukrainische Drohnen abgewehrt zu haben. Unabhängig überprüfen lassen sich die Angaben nicht.

Präsident Wolodimir Selenski bestätigte unter anderem Angriffe auf eine Erdölraffinerie in Tjumen, ein Logistikobjekt in Jekaterinburg und ein Treibstofflager in Rostow am Don. Die Ukraine setzt bei ihren Gegenangriffen vor allem auf Drohnen. (dpa)

11:30 Uhr

Samstag, 25. Juli

Rom bietet ukrainischem Ex-Minister Fedorow Job an

Italiens Verteidigungsminister Guido Crosetto hat seinem ukrainischen Ex-Kollegen Mychajlo Fedorow nach dessen Entlassung einen Beraterposten angeboten. Der Vertraute von Ministerpräsidentin Giorgia Meloni lobte Fedorow in der Tageszeitung «La Repubblica» als ausgesprochen innovativen Politiker. Deshalb habe er ihn am Tag nach der Entlassung durch Präsident Wolodimir Selenski angerufen und gefragt: «Wann möchtest du nach Rom kommen, um als Berater mit mir zusammenzuarbeiten?»

Mychajlo Fedorow: Nach dem Aus als Verteidigungsminister in Kiew lockt ein Beraterposten in Italien.
Bild: AP

Konkret wurden die Pläne nach Crosettos Darstellung jedoch nicht. «Er war gerührt und hat verstanden, dass dies ein Zeichen meiner Wertschätzung und Freundschaft war.» Crosetto ist eine der zentralen Figuren der rechten Regierungspartei Fratelli d'Italia (Brüder Italiens), die von Meloni geführt wird. Er kündigte auch neue Waffenlieferungen für Kiew an. Italien gilt in Europa als einer der zuverlässigen Unterstützer der Ukraine. Das Land wehrt sich seit mehr als vier Jahren gegen einen russischen Angriffskrieg.

Crosetto sagte, Fedorow habe im Krieg «die Spielregeln auf dem Schlachtfeld komplett auf den Kopf gestellt». Er stehe für Innovation. «Die gleichen Probleme, mit denen er in der Ukraine konfrontiert war, haben wir auch in Italien, Deutschland und Frankreich. Es gibt Widerstand gegen Veränderungen. Und es gibt diejenigen, die nach vorn blicken und verstanden haben, dass Innovation mit erschreckender Geschwindigkeit voranschreitet.»

Fedorow ist in der Ukraine bereits der vierte Verteidigungsminister seit Kriegsbeginn, der entlassen wurde. Der 35-Jährige war gerade einmal sechs Monate im Amt. (dpa)

10:59 Uhr

Samstag, 25. Juli

Drei Tote bei russischem Angriff in der Ukraine

Bei einem russischen Drohnenangriff im Nordosten der Ukraine sind nach Behördenangaben drei Menschen getötet worden. Die Drohne habe eine «zivile Einrichtung» erfasst, teilte der Chef der Regionalverwaltung von Sumy, Oleh Hryhorow, am Samstag mit. Dadurch sei ein grosses Feuer ausgebrochen. Bei den Opfern handele es sich um Fahrer des privaten Post- und Kurierdiensts Nowa Poschta.

In der südostukrainischen Region Saporischschja sei bei einem russischen Drohnenangriff am Freitagabend ein Einkaufszentrum getroffen worden, teilte der Chef der Regionalverwaltung, Iwan Fedorow, mit. Ein dadurch ausgelöstes Feuer habe eine Fläche von 500 Quadratmetern erfasst. Es habe mehrere Verletzte gegeben.

Der ukrainische Präsident Wolodimir Selenski warnte in einer Ansprache am Freitagabend, dass Geheimdienstinformationen zufolge Russland Raketen für einen Grossangriff auf die Ukraine vorbereite. Es gebe Hinweise, dass sich der Angriff innerhalb der nächsten 48 Stunden ereignen könne. (dpa)

10:51 Uhr

Samstag, 25. Juli

Ukraine setzt im Abwehrkampf vor allem auf Drohnen

Die Ukraine hat Russland erneut mit hunderten Drohnen angegriffen. Der russische Online-Versandhändler Wildberries evakuierte wieder Mitarbeiter, diesmal in Jekaterinburg.

In sozialen Medien kursierten nicht überprüfbare Fotos und Videos, die brennende Autos und eine Evakuierung von Mitarbeitern des Versandhändlers zeigen sollen. Das Unternehmen bestätigte, dass das Logistikzentrum in Jekaterinburg aus Sicherheitsgründen geräumt wurde. Es sei aber nicht beschädigt worden und der Betrieb solle bald wieder aufgenommen werden. In den vergangenen Tagen sind mehrfach Wildberries-Standorte bei ukrainischen Drohnenangriffen getroffen worden.

Der Gouverneur des Gebiets Swerdlowsk, Denis Pasler, sprach bei Telegram von einem abgewehrten Drohnenangriff. Herabstürzende Drohnentrümmer hätten ein Feuer ausgelöst. Menschen seien evakuiert worden, es gebe aber keine Verletzten oder Schäden an Wirtschaftsobjekten oder Infrastruktur.

Der Gouverneur des Gebiets Rostow sprach von einem massiven Angriff aus der Luft, Drohnen und Raketen seien abgewehrt worden. In Rostow am Don seien jedoch vier Männer und ein weiterer im Kreis Krasny Sulin verletzt worden, teilte er mit. Unter anderem Wohnhäuser, Lager und Infrastruktur seien beschädigt worden und Brände seien ausgebrochen, aber bereits gelöscht worden.

Auch der geschäftsführende Gouverneur des Gebiets Belgorod, Alexander Schuwajew, sprach von einem massiven Drohnenangriff in der Nacht. Dabei seien vier Menschen verletzt worden, schrieb er bei Telegram.

Das Verteidigungsministerium in Moskau teilte mit, in der Nacht 328 ukrainische Drohnen abgewehrt zu haben. Unabhängig lassen sich diese Angaben nicht überprüfen, sie lassen aber Rückschlüsse auf die Intensität der ukrainischen Gegenangriffe zu. (dpa)

06:32 Uhr

Samstag, 25. Juli

Österreich: «Turbo-Beitritt auf Antrag» für Ukraine in EU geht nicht

Österreich hat sich gegen einen schnellen Beitritt der Ukraine in die Europäische Union ausgesprochen. Europaministerin Claudia Bauer von der konservativen ÖVP übte dabei auch Kritik an Präsident Wolodymyr Selenskyj. «Der ukrainische Präsident ist meinem Eindruck nach in den letzten Monaten häufiger dadurch aufgefallen, dass er der EU am liebsten ein Beitrittsdatum diktieren möchte», sagte Bauer der «Welt am Sonntag». «Ein Turbo-Beitritt auf Antrag - das geht natürlich nicht.»

Man habe die Pflicht, die Aufnahmefähigkeit der EU sorgfältig zu bedenken, führte sie aus. «Ein Beitritt der Ukraine mit 39 Millionen Menschen und einer komplett anders ausgeprägten Agrarstruktur würde die EU massgeblich verändern.» Zudem warnte sie vor einer «Zweiklassen-Gesellschaft» bei der Aufnahme. «Alle Beitrittskandidaten - auch die Ukraine - müssen dieselben Regeln befolgen und sich einen Beitritt durch Leistung verdienen.»

Verhandlungen zwischen EU und Ukraine bereits begonnen

Die EU hatte die Beitrittsverhandlungen mit der Ukraine Mitte Juni dieses Jahres begonnen. Mit dem ersten Verhandlungsabschnitt werden Gespräche über Themen wie das Justizsystem, den Grundwerteschutz und Sicherheit begonnen. Für einen Beitritt sind in der Ukraine aber noch zahlreiche Reformen zum Beispiel bei der Korruptionsbekämpfung erforderlich.

Selenskyj hatte Anfang des Jahres einen EU-Beitritt schon 2027 gefordert, ungeachtet teils verbreiteter Skepsis in europäischen Staaten. In Brüssel rechnen viele EU-Beamte aber nicht mit einem Beitritt vor Mitte des nächsten Jahrzehnts und definitiv auch nicht vor einem Ende des russischen Angriffskrieges. Bundeskanzler Friedrich Merz, der eine schnelle Aufnahme in die EU ebenfalls für ausgeschlossen hält, schlug deswegen jüngst einen Sonderstatus für die Übergangszeit vor. Dieser könnte der Ukraine etwa eine Teilnahme an EU-Gipfeln und Ministerräten ermöglichen - allerdings ohne Stimmrecht. (dpa)

15:26 Uhr

Freitag, 24. Juli

Selenski: Sechs Tote bei russischem Raketenangriff in der Ukraine

Bei einem russischen Angriff mit ballistischen Raketen sind nach Angaben des ukrainischen Präsidenten Wolodimir Selenski am Freitag mindestens sechs Menschen in der Ukraine getötet worden. Bei dem Angriff in der Region Kiew seien Dutzende weitere Menschen verletzt worden, teilte Selenski mit. Dabei erwähnte er nochmal den Bedarf der Ukraine an US-Flugabwehrsystemen vom Typ Patriot, um ballistische Raketen abwehren zu können. «Raketen für Patriot-Systeme sind die wichtigste Priorität», teilte Selenski in den sozialen Medien mit.

Bei einem ukrainischen Angriff auf eine Öleinrichtung in Russland kamen nach Angaben eines örtlichen Gouverneurs sechs Menschen ums Leben. 26 weitere seien verletzt worden, teilte Gouverneur Alexander Sokolow mit. Laut Selenski wurde auch eine militärische Anlage in der russischen Region Kirow getroffen, wo Teile für Flugzeuge und Raketen hergestellt würden, die für Angriffe auf die Ukraine verwendet würden.

Das russische Verteidigungsministerium berichtete am Freitag, die Flugabwehr habe in der Nacht 571 ukrainische Drohnen abgeschossen. (dpa)

12:01 Uhr

Freitag, 24. Juli

Selenski spricht über Produktion von Patriot-Flugabwehrsystem

Der ukrainische Präsident Wolodimir Selenski hat sich mit Vertretern des US-Unternehmens Raytheon getroffen, das die Flugabwehrsysteme vom Typ Patriot herstellt. Das Unternehmen sei bereit, gemeinsam mit der Ukraine Abfangraketen zu produzieren, teilte Selenski am Donnerstagabend mit. Raytheon äusserte sich auf seiner Webseite oder in Social-Media-Konten zunächst nicht zu dem Treffen mit Selenski. Dieser erklärte in den sozialen Medien, man bleibe «in engem Kontakt».

Die Ukraine ist dringend auf das Flugabwehrsystem angewiesen, um ballistische Raketen abwehren zu können, die Russland in seinem Angriffskrieg gegen das Land einsetzt. US-Präsident Donald Trump hatte vor knapp drei Wochen angekündigt, dass die Ukraine eine Lizenz zur Produktion von Patriot-Systemen erteilt bekomme. (dpa)

06:24 Uhr

Freitag, 24. Juli

Russlands grösster Onlinehändler im Visier ukrainischer Angriffe

Die ukrainischen Angriffe auf die russischen Lagergebäude sorgten für eindrucksvolle Bilder von gewaltigen schwarzen Rauchsäulen, die aus den Bränden emporstiegen. Betroffen waren Lager von Wildberries, dem grössten russischen Onlineversandhändler, das dortige Pendant zu Amazon. Zunächst wurden am Wochenende die Hallen in Elektrostal bei Moskau getroffen, dann in der Region Tambow. Acht Menschen wurden getötet, viele weitere verletzt.

Zwei weitere Wildberries-Lagergebäude in den Regionen Krasnodar und Stawropol wurden am Mittwoch angegriffen und in Brand gesetzt. Ein Mensch wurde getötet, 14 wurden verletzt. Die Angriffe sind Teil der Luftkampagne Kiews, die darauf abzielt, der Kriegswirtschaft Russlands zu schaden und die Bürger dort die Folgen des russischen Angriffskriegs spüren zu lassen. (dpa)

21:17 Uhr

Donnerstag, 23. Juli

Viele Verletzte nach russischem Bombenabwurf auf Slowjansk

Russische Gleitbomben haben mindestens 14 Menschen in der Stadt Slowjansk im Osten der Ukraine verletzt. Sieben Wohnblocks seien beschädigt worden, schrieb der ukrainische Militärgouverneur der Region Donezk, Wadym Filaschkin, auf Telegram. Demnach schlugen die beiden Gleitbomben in einem Wohnviertel der frontnahen Stadt ein.

Der Ballungsraum um Slowjansk und Kramatorsk ist der letzte grosse Festungsgürtel, den die ukrainischen Truppen in der Region Donezk unter ihrer Kontrolle halten. Russland, das seit mehr als vier Jahren Krieg in der Ukraine führt, fordert für die Aufnahme von Friedensverhandlungen den vollständigen Rückzug ukrainischer Truppen aus dem Gebiet Donezk. (dpa)

19:52 Uhr

Donnerstag, 23. Juli

Russischer Kampfjet bei Moskau abgestürzt

Ein russischer Kampfjet ist in der Nähe der Hauptstadt Moskau abgestürzt. Der Unfall sei kurz nach dem Start passiert, der Pilot habe sich per Schleudersitz retten können, teilte das Verteidigungsministerium in Moskau russischen Nachrichtenagenturen zufolge mit.

«Das Flugzeug ist in unbewohnter Gegend abgestürzt, es gibt keine Zerstörungen am Boden», heisst es in der Mitteilung. Medienberichten zufolge handelt es sich bei der Maschine um eine der modernen Su-57. (dpa)

18:36 Uhr

Donnerstag, 23. Juli

Kiew: Ex-Verteidigungsminister will zurück ins Amt

Vor dem Hintergrund neu angekündigter Proteste besteht der entlassene ukrainische Verteidigungsminister Mychajlo Fedorow auf seiner Rückkehr ins Amt. «Heute gibt es im Staat nur drei Posten, ausser auf dem Schlachtfeld, die den Kriegsverlauf real beeinflussen: der Präsident der Ukraine, der Verteidigungsminister und der Oberkommandierende der Streitkräfte», sagte Fedorow Journalisten. Er sei deshalb mit keinem anderen Amt als dem des Verteidigungsministers einverstanden.

Zuvor hatte Präsident Wolodymyr Selenskyj auf einer Pressekonferenz bestätigt, Fedorow mehrere Positionen angeboten zu haben, darunter die eines Vizeregierungschefs für militärische Innovationen. Fedorow wurde im Rahmen eines Regierungsumbaus vergangene Woche entlassen. Mehrere Tausend Demonstranten in Kiew und anderen Städten forderten daraufhin seine Wiedereinsetzung und die Entlassung von Armeechef Olexander Syrskyj. Der zweiten Forderung kam Selenskyj am Dienstag nach. Doch die Organisatoren der Proteste wollen auch Fedorow zurück und drohen anderenfalls mit Dauerdemos, die am Freitag starten sollen.

Die Ukraine wehrt sich seit mehr als vier Jahren gegen eine russische Invasion. Mit Fedorow wurde der vierte Verteidigungsminister seit Kriegsbeginn entlassen. Der 35-Jährige war gerade einmal sechs Monate im Amt. (dpa)

09:27 Uhr

Donnerstag, 23. Juli

Einigung in Brüssel: EU verhängt neue Russland-Sanktionen

Die EU-Staaten haben sich angesichts des anhaltenden russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine auf ein neues Sanktionspaket verständigt. Die Pläne sehen unter anderem weitere Massnahmen gegen den russischen Finanz- und Energiesektor sowie ein Einreiseverbot für russische Soldaten vor, wie EU-Diplomaten in Brüssel mitteilten.

Um Russlands Einnahmen aus Ölexporten zu begrenzen, ist geplant, die automatische Anpassung des sogenannten Ölpreisdeckels für zwölf Monate auszusetzen. Dieser müsste sonst wegen der gestiegenen Weltmarktpreise infolge des Iran-Kriegs und der weitgehenden Blockade der Strasse von Hormus angehoben werden, was mehr Geld für Russland bedeuten würde.

Der Ölpreisdeckel gilt für den Verkauf von russischem Öl in Drittstaaten wie Indien, China oder die Türkei und wurde 2022 gemeinsam mit den USA und Japan, Kanada und Grossbritannien eingeführt. Um ihn durchzusetzen, werden Unternehmen Sanktionen angedroht, die am Transport von russischem Öl zu einem Preis oberhalb des Preisdeckels beteiligt sind. Die Regelung zielt zudem auf Reedereien ab, aber auch auf Unternehmen, die Versicherungen, technische Hilfe sowie Finanzierungs- und Vermittlungsdienste anbieten. (dpa)

07:32 Uhr

Donnerstag, 23. Juli

Angegriffene Schiffe: Kiew will Sitzung im UN-Sicherheitsrat

Die Ukraine hat dem geschäftsführenden Aussenminister Andrij Sybiha zufolge wegen russischer Angriffe auf Schiffe im Schwarzen Meer eine Dringlichkeitssitzung im UN-Sicherheitsrat beantragt. Sybiha warf Russland in einem Post auf der Plattform X vor, mindestens drei zivile Frachtschiffe in den vergangenen Tagen bombardiert zu haben. Er sprach von Dutzenden Toten und Verletzten in der Folge und warf Moskau vor, die globale Lebensmittelsicherheit zu gefährden. Beantragt sei die Sitzung für den 27. Juli.

So wie der Iran in der Strasse Wege zum Energietransport ins Visier nehme, ziele Russland im Schwarzen Meer auf globale Lebensmittelmärkte, schrieb Sybiha. Kein Schiff habe am Mittwoch den ukrainischen Seekorridor im Schwarzen Meer passiert, gab er an.

Zuvor hatte das Infrastrukturministerium noch mitgeteilt, dass der ukrainische Seekorridor funktionsfähig bleibe und den Export ukrainischer Produkte und die Erfüllung internationaler Verträge gewährleiste. Der Seehafen Tschornomorsk und die anderen Häfen im Grossraum Odessa würden weiterhin arbeiten, hiess es. Nur das Unternehmen Maersk habe seine Tätigkeiten an einem Terminal von Tschornomorsk vorübergehend eingestellt. (dpa)

16:24 Uhr

Mittwoch, 22. Juli

EU gegen Russlands Schattenflotte – Öltanker überprüft

Marinekräfte der EU haben im Einsatz gegen Russlands Schattenflotte einen verdächtigen Öltanker auf dem Mittelmeer überprüft. «Jede illegale Fahrt trägt dazu bei, Russlands Kriegsmaschinerie aufrechtzuerhalten. Wir setzen unsere Sanktionen auch auf See konsequent durch», teilte die EU-Aussenbeauftragte Kaja Kallas auf X mit. Man erhöhe den Druck auf Russlands Schattenflotte.

Der Öltanker «MV South Star» werde verdächtigt, unter falscher Flagge und damit unter Verstoss gegen das internationale Seerecht zu fahren. Er sei am Montag zur Überprüfung seiner Flaggenregistrierung geentert worden.

Mit der russischen Schattenflotte sind Tanker und Frachtschiffe gemeint, die Russland zum Vermeiden von Sanktionen etwa beim Öltransport einsetzt. Die Militäroperation EUNAVFOR MED IRINI ist seit 2020 im Mittelmeer aktiv. Im Mai 2026 überprüfte sie nach eigenen Angaben zum ersten Mal einen Öltanker, der verdächtigt wurde, unter falscher Flagge zu fahren. (dpa)

14:42 Uhr

Dienstag, 21. Juli

Mehr zivile Opfer durch Drohnenangriffe in der Ukraine

Das UN-Menschenrechtsbüro bezeichnet die wachsende Zahl von zivilen Opfern bei russischen Angriffen in der Ukraine als «schockierend». Besonders auffällig sei der Anstieg von Attacken mit Drohnen, die über Videobrillen gesteuert werden, sagte die Leiterin des Büros in der Ukraine, Danielle Bell.

Insgesamt seien durch russische Angriffe in den ersten sechs Monaten dieses Jahres 37 Prozent mehr Menschen getötet oder verletzt worden als im gleichen Zeitraum 2025. Das Büro registrierte knapp 1400 Tote und knapp 8000 Verletzte. Es listet nur selbst verifizierte Todes- und Verletztenmeldungen auf.

Gegenüber den ersten sechs Monaten 2024 waren es fast doppelt so viele Opfer wie in diesem Jahr bis Ende Juni. Zivilisten und zivile Infrastruktur seien unter dem Völkerrecht geschützt, und absichtliche Angriffe stellten ein Kriegsverbrechen dar, sagte der Sprecher des Büros in Genf.

Auch mehr zivile Opfer in Russland

Der Sprecher des UN-Menschenrechtsbüros in Genf sprach auch die zivilen Opfer in Russland an, etwa wie durch jüngste ukrainische Drohnenangriffe auf Logistikzentren der Privatfirma Wildberries unter anderem in der Region Moskau.

Das Büro hat aber keinen Zugang zu Russland und kann sich deshalb nur auf öffentlich zugängliche Informationen berufen. Nach diesen Quellen seien bei ukrainischen Angriffen in den ersten sechs Monaten dieses Jahres 250 Menschen umgekommen und knapp 1600 verletzt worden, sagte Bell. Das sei ein Anstieg um 121 Prozent gegenüber dem gleichen Zeitraum 2025. (dpa)

16:50 Uhr

Montag, 20. Juli

Zehn Seeleute bei Angriff auf Frachter vor Odessa getötet

Bei einem russischen Angriff auf ein Frachtschiff vor der ukrainischen Hafenstadt Odessa sind nach Behördenangaben zehn Besatzungsmitglieder getötet worden. Unter den Opfern seien fünf Seeleute aus Syrien, teilte die ukrainische Meereshafenbehörde mit. Das unter der Flagge von Guinea-Bissau fahrende Schiff sei am Sonntag kurz nach dem Auslaufen aus dem Hafen von Odessa getroffen worden. Acht Menschen seien gerettet worden. Der Frachter hatte den Angaben zufolge ukrainischen Mais geladen.

Die syrische Grenz- und Zollbehörde verurteilte die wiederholten Angriffe auf Handelsschiffe mit syrischen Seeleuten in ukrainischen Häfen und den angrenzenden Gebieten des Schwarzen Meeres scharf. Dabei seien syrische Besatzungsmitglieder getötet und verletzt worden. Die syrische Behörde erwähnte Russland in der Mitteilung nicht.

Moskau bemüht sich seit dem Sturz des langjährigen syrischen Machthabers Baschar al-Assad im Dezember 2024 um Beziehungen zur neuen Führung in Damaskus. Assad war durch eine Rebellenoffensive unter Führung des heutigen Übergangspräsidenten Ahmed al-Scharaa entmachtet worden. (dpa)

06:20 Uhr

Sonntag, 19. Juli

Massiver russischer Raketenangriff auf Kiew

Die ukrainische Hauptstadt Kiew ist vom russischen Militär massiv mit ballistischen Raketen angegriffen worden. Dutzende Explosionen teils von Flugabwehrraketen waren in der Nacht im Zentrum der Dreimillionenstadt zu hören, wie ein Reporter vor Ort berichtete.

Die ukrainische Hauptstadt Kiew ist vom russischen Militär massiv mit ballistischen Raketen angegriffen worden.
Bild: Efrem Lukatsky

Bürgermeister Vitali Klitschko informierte über Einschläge und Schäden in mehreren Stadtteilen. Es sei zu Bränden gekommen. Mindestens sieben Menschen seien verletzt worden. Angaben der ukrainischen Luftwaffe zufolge wurden mehr als zwei Dutzend ballistische Raketen auf Ziele in und nahe der Hauptstadt abgefeuert.

Die Ukraine wehrt sich seit mehr als vier Jahren gegen eine russische Invasion. Mit westlicher Hilfe, besonders aus Deutschland, wurde die Flugabwehr modernisiert. Zuletzt klagte Kiew jedoch über einen Mangel an Fluglenkkörpern für das Flugabwehrsystem Patriot zur Abwehr ballistischer Raketen. (dpa)

18:53 Uhr

Samstag, 18. Juli

Tote nach russischen Bombenangriffen auf Kramatorsk

Bei russischen Bombenangriffen auf die ostukrainische Stadt Kramatorsk sind mindestens zwei Menschen getötet worden. Ein weiterer sei verletzt worden, teilte der Militärgouverneur des Gebietes Donezk, Wadym Filaschkin, bei Telegram mit. Die russische Luftwaffe habe drei Gleitbomben abgeworfen. Filaschkin forderte die verbliebenen Einwohner ein weiteres Mal zur Flucht aus den frontnahen Gebieten auf. Kramatorsk ist nur etwas mehr als zwölf Kilometer von der Frontlinie entfernt. (dpa)

13:53 Uhr

Samstag, 18. Juli

Ukrainische Gegenangriffe: Tote und Verletzte in Russland

Nur 55 Kilometer vom Kreml entfernt gehen Lagerhallen in Flammen auf. Ukrainische Drohnen treffen mehrere Ziele in Russland – darunter ein Öldepot und Logistikzentren, die laut Kiew für die Kriegsproduktion genutzt wurden.

08:13 Uhr

Samstag, 18. Juli

Ukrainische Gegenangriffe: Tote und Verletzte in Russland

Bei ukrainischen Drohnenangriffen in Russland sind nach Behördenangaben mindestens sieben Menschen getötet und Dutzende weitere verletzt worden. Im Gebiet Tambow starben sieben Menschen, es gebe auch 25 Verletzte, teilte Gouverneur Jewgeni Perwyschow bei Telegram mit. Bei den Opfern handele es sich um Mitarbeiter eines Verteilzentrums des russischen Online-Versandhändlers Wildberries. Die getroffene Stadt Kotowsk liegt rund 500 Autokilometer südöstlich von der Hauptstadt Moskau entfernt.

Auch im Moskauer Gebiet sei ein Lager von Wildberries getroffen worden, teilte das Unternehmen mit. In der Stadt Elektrostal - rund 50 Kilometer östlich von Moskau - seien 24 Menschen verletzt worden, davon einige schwer, teilte Gouverneur Andrej Worobjow mit. In dem Gebiet um die Hauptstadt sei ausserdem in der Stadt Noginsk auf dem Gelände eines Öldepots ein Brand ausgebrochen.

Dort habe auch eine Geburtsklinik evakuiert werden müssen, aus Sicherheitsgründen. Die Frauen seien in andere medizinische Einrichtungen verletzt worden, sagte der Gouverneur. In Noginsk wurde demnach ebenfalls ein Wohnblock evakuiert. Nach Angaben von Worobjow gab es in der Stadt auch zwei Verletzte. 48 Drohnen habe die russische Flugabwehr abgeschossen. Die Angaben waren von unabhängiger Seite nicht überprüfbar.

Die Ukraine verteidigt sich seit mehr als vier Jahren gegen den russischen Angriffskrieg mit westlicher Hilfe. Dabei nutzt Kiew für die Gegenangriffe auf russische Ziele vor allem Drohnen. (dpa)

23:20 Uhr

freitag, 17. Juli

Frachter bei russischem Raketenangriff auf Odessa beschädigt

Bei russischen Raketenangriffen auf das südukrainische Gebiet Odessa ist ein Frachtschiff beschädigt worden. Vier Mitglieder der 17-köpfigen Besatzung seien verletzt worden, teilte der Militärgouverneur der Region, Oleh Kiper, bei Telegram mit. Das Schiff ist demnach unter der Flagge der Marschallinseln gefahren. Zuvor sei auch «industrielle Infrastruktur» angegriffen worden. Den Angaben nach wurden dabei ein Verwaltungs- und ein Lagergebäude und mehr als ein Dutzend Autos beschädigt.

Dem Verteidigungsministerium in Moskau zufolge wurden zwei Häfen in der Region Odessa vom russischen Militär angegriffen. Eine Attacke auf den Hafen «Piwdennyj» galt demzufolge einem Frachter mit Gütern für die ukrainische Armee. Im Hafen Odessa selbst seien wiederum Treibstofftanks das Ziel gewesen. Zusätzlich seien noch vier Frachtschiffe im Hafen Mykolajiw in der Nachbarregion angegriffen worden. Dafür gab es keine Bestätigung von ukrainischer Seite.

Im Rahmen ihres seit 2022 andauernden Abwehrkampfes gegen eine russische Invasion führt die Ukraine seit Tagen Drohnenangriffe gegen Schiffe durch, die russisch kontrollierte Häfen im Schwarzen und im benachbarten Asowschen Meer anlaufen. Russland hat daraufhin seine Angriffe auf ukrainische Häfen an der Schwarzmeerküste ausgeweitet. (dpa)

17:47 Uhr

Freitag, 17. Juli

Festgesetztes Russen-Geld: Euroclear verliert Berufung

Das belgische Finanzinstitut Euroclear, das den Grossteil der in Europa festgesetzten Vermögenswerte der russischen Zentralbank verwaltet, hat vor einem russischen Gericht eine Niederlage erlitten. Die Berufung gegen ein Urteil zugunsten der russischen Zentralbank wurde abgewiesen, wie aus dem Halbjahresbericht des in Brüssel ansässigen Finanzdienstleisters hervorgeht.

Mit dem Urteil war Euroclear im Mai zu 18,17 Billionen Rubel (umgerechnet etwa 200 Milliarden Euro) Schadenersatz verurteilt worden. Gegen diese Entscheidung legte Euroclear Berufung ein.

Infolge des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine sind in der EU Vermögenswerte der russischen Zentralbank festgesetzt, der grösste Teil davon wird von Euroclear verwaltet. Ende Juni 2026 entfielen 202 Milliarden Euro der Bilanzsumme des Instituts auf sanktionierte russische Vermögenswerte, wie es hiess. (dpa)

14:50 Uhr

Freitag, 17. Juli

Kreml-Propagandist nach Putin-Kritik festgenommen

Der durch seine scharfe Kritik am russischen Präsidenten Wladimir Putin bekanntgewordene Ex-Kreml-Propagandist Ilja Remeslo ist festgenommen worden. Russische Medien veröffentlichten ein Video des am Boden liegenden und nur mit Unterhose bekleideten Bloggers. Zuvor hatte die staatliche Nachrichtenagentur Tass unter Berufung auf Ermittler von der Festnahme berichtet. Remeslo sei wegen des Vorwurfs der Verbreitung von Falschnachrichten über die russische Armee festgenommen worden, hiess es.

Remeslo werde von seinem Wohnort St. Petersburg in die Hauptstadt Moskau überführt, teilte sein Anwalt Sergej Badamschin mit. Im März hatte Remeslo Kremlchef Putin als Dieb, Kriegsverbrecher und als illegitimen Präsidenten bezeichnet. Er beklagte auch eine politische und wirtschaftliche Sackgasse, in die Putin das Land mit dem Ukraine-Krieg geführt habe.

Daraufhin wurde er überraschend in eine psychiatrische Klinik eingewiesen. Bis dahin hatte sich Remeslo vor allem als Unterstützer der Kreml-Politik und als Denunziant der russischen Opposition einen Namen gemacht. Nach seiner Entlassung aus der Klinik setzte er seine Kritik an Putin und den Zuständen in Russland fort - und sorgte bei vielen Kommentatoren für Verwunderung, dass der Machtapparat ihm das durchgehen liess. (dpa)

17:09 Uhr

Donnerstag, 16. Juli

Drei Tage in Folge: Polen fängt russische Flugzeuge ab

Die polnische Luftwaffe hat nach Militärangaben drei Tage in Folge russische Kampfflugzeuge über der Ostsee abfangen müssen. «Die Russen testen erneut die Leistungsfähigkeit unserer Flugabwehrsysteme», schrieb Verteidigungsminister Wladyslaw Kosiniak-Kamysz auf dem Portal X.

Demnach fingen zwei polnische Maschinen aus Malbork (früher Marienburg) zunächst zwei russische Kampfjets vom Typ Suchoi Su-30 ab. Dann sei ein russisches Aufklärungsflugzeug etwa 30 Kilometer vor der pommerschen Ostseeküste bei Jastrebia Gora gesichtet worden. Die polnischen Flieger hätten die Iljuschin Il-20 weiter aufs Meer hinaus eskortiert, wo schwedische Jets die Begleitung übernommen hätten. Der polnische Luftraum sei in beiden Fällen nicht verletzt worden, teilte der Verteidigungsminister mit. (dpa)

14:42 Uhr

Donnerstag, 16. Juli

Ukraine und Russland tauschen weitere Soldatenleichen aus

Die Ukraine und Russland haben inmitten laufender Kampfhandlungen erneut Leichen gefallener Soldaten ausgetauscht. Kiew habe 501 Soldatenleichen erhalten, teilte der Stab für Kriegsgefangenenbelange bei Telegram mit. Moskau sind Medienberichten zufolge wiederum die Überreste von 31 russischen Soldaten übergeben worden.

Seit Anfang 2025 hat die Ukraine damit fast 21000 Gefallene zurückerhalten. Gleichzeitig wurden Russland nur etwas über 660 Soldatenleichen übergeben. Der massive Unterschied wird mit dem stetigen Vorrücken der russischen Armee erklärt, bei dem die ukrainischen Truppen ihre Toten nur zum Teil bergen können. (dpa)

14:17 Uhr

Donnerstag, 16. Juli

Hunderte protestieren gegen Kabinettsumbildung in Kiew

In der ukrainischen Hauptstadt Kiew haben Hunderte Menschen gegen die jüngste Kabinettsumbildung von Präsident Wolodimir Selenski demonstriert. Unmut entzündete sich besonders an der erwarteten Entlassung von Verteidigungsminister Mychajlo Fedorow, dem ein grosser Anteil an der Verbesserung der Position des Militärs im Abwehrkampf gegen Russland in den vergangenen Monaten nachgesagt wird.

Unbestätigten Berichten ukrainischer Medien zufolge war das Verhältnis zwischen Fedorow und Oberbefehlshaber General Oleksandr Syrskyj angespannt. In Kiew riefen die überwiegend jungen Demonstranten Fedorows Namen und äusserten sich abfällig über Syrskyj. «Eine europäische Armee für ein europäisches Land!», forderten sie.

Der stellvertretende Kommandeur der ukrainischen Luftwaffe, Oberst Pawlo Jelisarow, trat aus Protest gegen den Umgang mit Fedorow zurück. Fedorows Abberufung werde die ukrainische Luftverteidigung schwächen und zu höheren Verlusten durch russische Raketen- und Drohnenangriffe führen, teilte Jelisarow in seinem in den sozialen Medien veröffentlichten Rücktrittsschreiben mit. Die Verteidigungsfähigkeit des Landes werde schwer beschädigt. (dpa)

14:08 Uhr

Donnerstag, 16.Juli

Ukraine bestätigt neuen Ministerpräsidenten Korezkyj

Serhij Korezkyj.
Bild: X

Das ukrainische Parlament hat Serhij Korezkyj als neuen Ministerpräsidenten des Landes bestätigt. Korezkyj, bisher Chef des staatlichen Energieunternehmens Naftogaz, erhielt am Donnerstag 289 Ja-Stimmen. Seine Ernennung ist Teil einer umfassenden Regierungsumbildung durch Präsident Wolodimir Selenski.

Selenski hatte Korezkyj mit Verweis auf dessen Erfolgsbilanz im Energiesektor nominiert und argumentiert, er sei am besten geeignet, die Ukraine auf einen weiteren Kriegswinter vorzubereiten. Aktuell protestieren Hunderte Demonstranten vor dem Parlamentsgebäude gegen Selenskis kolportierte Entscheidung, Verteidigungsminister Mychajlo Fedorow nach nur sechs Monaten im Amt zu entlassen. Kritiker warnten, dieser Schritt könne Reformen der Streitkräfte während des Krieges gefährden.

Der 35-jährige Fedorow gilt als Modernisierer. Ihm wird zugeschrieben, mit seiner technologischen Expertise für eine deutliche Verbesserung der Leistungen des ukrainischen Militärs in den vergangenen Monaten gesorgt zu haben. Selenski nannte öffentlich keinen Grund für den erwarteten Abschied Fedorows.

00:45 Uhr

Donnerstag, 16. Juli

Russland feuert wieder ballistische Raketen auf Kiew

Das russische Militär hat die ukrainische Hauptstadt Kiew in der Nacht ein weiteres Mal mit ballistischen Raketen angegriffen. Nach Auskunft von Bürgermeister Vitali Klitschko bei Telegram gab es Einschläge in zwei Stadtteilen: In einem Lager im Westen der Stadt und einem unbewohnten Haus in einem östlichen Stadtbezirk seien Brände ausgebrochen. Angaben der ukrainischen Luftwaffe zufolge feuerte das russische Militär in zwei Wellen mindestens acht Raketen auf die Dreimillionenstadt und ihre Umgebung ab.

Die Ukraine wehrt sich seit mehr als vier Jahren mit westlicher Hilfe gegen eine russische Invasion. Zuletzt erklärten sich mehrere europäische Staaten bereit, zusammen mit dem osteuropäischen Land ein neues Abwehrsystem gegen ballistische Raketen zu produzieren.

Ballistische Raketen sind aufgrund ihrer hohen Geschwindigkeit schwieriger abzuwehren als Marschflugkörper, die von den Angreifern besser manövriert werden können und wegen ihrer geringen Flughöhe nicht so leicht vom Radar der Luftabwehr zu erfassen sind. Während die ukrainische Flugabwehr eine relativ hohe Trefferquote gegen russische Drohnen und Marschflugkörper hat, ist sie gegen ballistische Raketen weitgehend machtlos. (dpa)

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