Lehrerinnen sollen in der Schule kein Kopftuch tragen. Diese Haltung vertritt der Schweizer Lehrerinnen- und Lehrerverband. Er beruft sich dabei auf die Neutralitätspflicht, die an öffentlichen Schulen gelte.
Lehrpersonen hätten eine besondere Verantwortung, sagt SVP-Nationalrat Christoph Riner aus dem Aargau. «Lehrer haben eine Vorbildfunktion, die Schule ist eine öffentliche Institution», sagt er. Gerade deshalb brauche es dort besondere Zurückhaltung. Der Fokus müsse auf dem Unterricht und auf den Kindern liegen.

Anders beurteilt der Verband die Situation bei Schülerinnen: Wenn sie ein Kopftuch tragen, sieht er darin kein Problem. Genau diese Unterscheidung sorgt jedoch für Kritik. Enttäuscht zeigt sich etwa der Verband Aargauer Muslime. Abdulmalik Allawala sagt, es sei schwer nachvollziehbar, wenn einer jungen Frau nach Jahren harter Arbeit und nach dem Abschluss an der Pädagogischen Hochschule gesagt werde, dass sie ihren Beruf nicht ausüben dürfe.

Die Diskussion um religiöse Symbole an Schulen beschäftigt die Politik seit Jahren – auf kantonaler wie auf nationaler Ebene. Das Thema sorgt regelmässig für Spannungen und spaltet selbst das linke Lager. So sagt die Solothurner SP-Ständerätin Franziska Roth, religiöse Symbole hätten im Schulzimmer nichts zu suchen.
Auch juristisch ist die Frage nicht neu. Das Bundesgericht hält ein Kopftuchverbot grundsätzlich für zulässig. Der letzte Entscheid dazu liegt allerdings bereits rund 30 Jahre zurück. (juk)
