Gastronomie

Japanische Kaffeekette kommt in die Schweiz

Der Kampf um die Koffein-Kundschaft dürfte hierzulande schon bald grösser werden. Gleichzeitig mischen Billiganbieter den Markt auf.

Starbucks war der Vorreiter. Die US-Kette hat die Kaffeekultur in vielen Ländern in den vergangenen beiden Jahrzehnten mit seinen verschiedenen Kreationen stark verändert und auch eine deutlich jüngere Kundschaft angezogen. Das Koffein-Getränk ist Teil eines Lifestyles geworden, der Konsum unterwegs normal.

Im Fahrwasser des amerikanischen Unternehmens entwickelten sich auch andere Ketten, die noch stärker auf hochwertige Barista-Kreationen setzen, von Americanos über Flat Whites bis hin zu Matchas. In der Schweiz haben sich unter anderem die Zürcher Ketten Vicafe und Miró sowie die Berner Kette Adrianos einen Namen gemacht.

Wie «Schweiz heute» aus Branchenkreisen erfahren hat, droht diesen bestehenden Anbietern neue Konkurrenz - aus Japan. Demnach will die Kaffeekette «% Arabica» in den Schweizer Markt eintreten. Tatsächlich ist auf der Website des Unternehmens die Schweiz bereits als Expansionsziel aufgelistet. Und ein eigener Instagram-Kanal besteht ebenfalls. Dort gibt es Andeutungen, dass die erste «% Arabica»-Filiale demnächst in der Zürcher Altstadt eröffnet werden könnte.

Firma aus Singapur soll zuständig sein

«% Arabica» wurde 2013 in Kyoto gegründet und bringt es inzwischen auf über 240 Filialen in Ländern wie den USA, Kanada, Indonesien, Frankreich oder Thailand. Die meisten Geschäfte befinden sich in China. Die Mehrheit wird im so genannten Franchise-System geführt.

Fragen von «Schweiz heute» zur Strategie in der Schweiz lässt die Firma unbeantwortet. Somit bleibt vorerst unbekannt, wann der Startschuss für die Expansion hierzulande fällt, wie die Preise aussehen werden und wie viele weitere Standorte geplant sind.

Recherchen zeigen, dass die Firma Botfoods aus Singapur die Marke in der Schweiz aufbauen soll. Sie ist gemäss eigenen Angaben darauf spezialisiert, mit global bekannten Marken zu expandieren und will etwa das Fitness-Konzept «Barry's» nach Thailand bringen oder die Hotelkette «Alila» nach Thailand. In einer Stellenausschreibung des Unternehmens für «% Arabica» in der Schweiz heisst es, man werde in Zürich starten und von dort aus ins ganze Land expandieren.

Luckin und Co. machen Kaffee günstig

Die Konkurrenz ist gross. Denn nebst den erwähnten Ketten gibt es auch viele kleinere Anbieter mit nur ein oder zwei Standorten, aber einer treuen Kundschaft. Zudem schicken sich neue Kaffeebars an, den Markt mit deutlich günstigeren Preisen aufzumischen. So wirbt beispielsweise Yappa Coffee im Zürcher Niederdorf mit hochwertigen Espressi à 3 Franken.

Das Günstig-Konzept — in der Regel mit nur einem Angestellten und einer vollautomatisierten Kaffeemaschine – stammt aus Städten wie New York und Berlin, wo Ketten wie Lap Coffee ebenfalls die Preise drücken. Lap verkauft Espresso für 1,50 Euro und Cappuccino für 2,50 Euro. Gemäss den Gründern gelingt dies dank niedrigen Mieten, stabilen Kaffeepreisen mit nur einer Bohnensorte und effizienten Prozessen im Verkauf. Gegenüber «Schweiz heute» sagte ein Lap-Sprecher vor einigen Monaten, die Verantwortlichen seien «grosse Schweiz-Fans». Ein Aufbau von Filialen hierzulande sei aber «noch ein wenig verfrüht».

Als Blaupause für den Billig-Kaffee gilt die chinesische Kette Luckin. Sie wurde 2017 in Peking gegründet und überholte in ihrem Heimmarkt rasch Starbucks in Sachen Umsatz und Anzahl Läden. Mittlerweile betreibt Luckin 35'000 meist kleine Filialen in China, Hongkong, Singapur, Malaysia und den USA. In Europa hat Luckin noch keinen Fuss gefasst - anders als der ebenfalls chinesische Konkurrent Cotti Coffee, der seit Anfang Jahr in Deutschland tätig ist. Cotti setzt stark auf die eigene App, in der Rabatte angeboten werden. Cotti zählt 18'000 Filialen in 28 Ländern, über eine Schweiz-Expansion ist allerdings noch nichts bekannt.

«% Arabica» dürfte preislich allerdings näher an Starbucks liegen als an den Billig-Anbietern - das legt auch das jeweils sehr hochwertige Design der Filialen nahe. Der Markt mit Kaffee für unterwegs ist zuletzt zwar wegen der wirtschaftlichen Unsicherheit etwas unter Druck geraten, in den vergangenen Jahren aber stark gewachsen. Gemäss Daten des Statistik-Portals Statista wurde 2024 hierzulande mit dem Ausser-Haus-Konsum von Kaffee ein Umsatz von über 2 Milliarden Franken pro Jahr erzielt.

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