
Kurz vor Jahresende wird ein weiterer grosser Stellenabbau bekannt: Das Pharmaunternehmen Janssen, das zum US-Konzern Johnson & Johnson gehört, zieht sich aus der Impfstoffentwicklung zurück und schliesst die Produktion in der Schweiz. Das sagte eine Mitarbeiterin des Berner Janssen-Standorts zu «20 Minuten»: «Es ist sehr schade, auch ich verliere meinen Job.»
Als Grund für die Schliessung nennt die besagte Mitarbeiterin unter anderem ungenügende Resultate des Impfstoffs gegen durch Kolibakterien verursachte Erkrankungen. «Die Impfung in Entwicklung hat im klinischen Trial keine guten Ergebnisse ergeben», betont die Mitarbeiterin.
Der Standort Bern steht seit dem Sommer zur Disposition. Im Sommer hatte Janssen ein Konsultationsverfahren eröffnet, das im September abgeschlossen wurde. Der Berner Standort wird definitiv aufgegeben, die verbleibenden Aktivitäten sollen bis Ende 2026 in die Niederlande verschoben werden. Die 300 Festangestellten sowie die 200 Temporärkräfte verlieren alle ihren Job. «Ich finde es sehr schade, dass so viele Menschen ihren Job verlieren», sagt die Mitarbeiterin zu «20 Minuten». Einige ihrer Kollegen hätten teilweise bis zu 25 Jahre im Betrieb gearbeitet und müssten nun eine neue Stelle suchen: «Die Stimmung im Team ist verständlicherweise nicht gut jetzt».
Johnson & Johnson prüft gemäss eigenen Angaben «weiterhin verschiedene Optionen für den Standort Bern, einschliesslich eines möglichen Verkaufs an einen Drittanbieter». Weitere Details will das Unternehmen nicht bekannt geben.
Das Janssen-Werk in Bern hat eine lange Geschichte: Es wurde 1898 als Schweizerisches Serum- und Impfinstitut gegründet. Später wurde daraus die Firma Berna Biotech, bis diese 2006 vom niederländischen Biotechnologieunternehmen Crucell einverleibt wurde. 2011 wurde dann Crucell von Johnson & Johnson übernommen.




