Aus einem Flugzeug auf dem Weg von Dubai nach Tel Aviv ist nach Medienberichten wegen einer Prügelei zwischen den Piloten ein Notsignal gesendet worden. Was zuerst wie ein harmloser Streit wirkte, zeigt nun, dass die Situation an Bord dramatischer war als vorerst angenommen.
Nach der Notlandung einer Flydubai-Maschine auf dem Weg nach Tel Aviv in Saudi-Arabien wird nach israelischen Medienberichten geprüft, ob einer der Piloten versuchte, das Flugzeug zum Absturz zu bringen. Für die übereinstimmenden israelischen Berichte gab es zunächst keine offizielle Bestätigung. Ein namentlich nicht genannter ranghoher israelischer Regierungsvertreter sagte dem TV-Sender N12 jedoch, es sei eine schwere Katastrophe verhindert worden.
«Schwerste Katastrophe» verhindert
Gegenüber dem israelischen Sender sagte dieser, dass eine «schwerste Katastrophe» verhindert worden sei. Seinen Angaben zufolge soll einer der Piloten versucht haben, den anderen niederzustechen und einen Anschlag nach dem Vorbild des 11. September zu verüben. Unklar sei, ob das Flugzeug entführt oder zum Absturz gebracht werden sollte.
Laut dem Beamten verlor die Maschine bereits an Höhe. Eine weitere Pilotenbesatzung an Bord habe den mutmasslichen Angreifer überwältigt und anschliessend die Kontrolle über das Flugzeug übernommen.
In Israel werde der Vorfall laut dem Beamten als möglicher Terroranschlag untersucht. Gegen den Copiloten werde ermittelt, da der Verdacht bestehe, dass er die Kontrolle über das Flugzeug übernehmen und es zum Absturz bringen wollte. Die Ermittlungen dauerten an. An Bord waren 174 Passagiere, darunter 27 Kinder.
Passagiere hörten Rufe
Gemäss dem israelischen Sender «Channel 12» sollen die Passagiere den Streit der beiden Piloten gehört haben. Bei der Notlandung in Saudi-Arabien sei die Maschine gar steil abgesackt. Anschliessend hätten zahlreiche saudische Sicherheitskräfte das Flugzeug umstellten.
Das war passiert
Der Flug FZ1073 der Flydubai-Maschine startete um 7.05 Uhr Ortszeit in Dubai und hätte um 9:30 Uhr in Tel-Aviv landen sollen. Beim Einflug in den jordanischen Luftraum, etwa anderthalb Stunden nach dem Start, löste das Flugzeug zunächst den internationalen Notrufcode 7700 aus und anschliessend den Code 7500, was auf eine Entführung hindeutete.
Danach drehte die Maschine um, flog zurück nach Saudi-Arabien, wobei sie mit geringerer Höhe flog. Nach einem Flug nach Süden bog sie innerhalb Saudi-Arabiens nach Westen ab. Gemäss dem Nachrichtensender CNN, der die Flugdaten auswertete, sank das Flugzeug über dem Nordwesten Saudi-Arabiens in gut zwei Minuten rund 5'300 Höhenmeter und sank von etwa 10'400 auf 5'100 Meter. (cam/dpa)
