10:27 Uhr
Sonntag, 1. November
Golan warnt: Netanjahu könnte Israel in neuen Iran-Krieg führen
Israels Oppositionspolitiker Jair Golan hat vor einem neuen Krieg mit dem Iran unter Ministerpräsident Benjamin Netanyahu gewarnt. Dem Regierungschef fehle das Vertrauen der Bevölkerung für eine weitere militärische Auseinandersetzung, erklärte der Vorsitzende der linksliberalen Demokraten. Israels Sicherheit dürfe nicht Netanyahus politischem Machterhalt dienen. Golan forderte die rasche Bildung einer neuen Regierung.

Laut «Wall Street Journal» telefonierte Netanyahu am Samstag mit US-Präsident Donald Trump. Hintergrund seien mögliche neue US-Luftangriffe auf den Iran. Seit Längerem wird über eine gemeinsame Offensive nach den US-Zwischenwahlen am 3. November spekuliert.
Die israelische Parlamentswahl vom 27. Oktober brachte keine klare Mehrheit. Zwar liegt Netanyahus Lager vorn, doch drohen langwierige Koalitionsverhandlungen oder sogar Neuwahlen. (dpa)
10:03 Uhr
Sonntag, 1. November
Protest gegen Netanjahu bringt arabische Israelis an die Wahlurnen
Aus Frust über die rechts-religiöse Regierung und Sorge vor zunehmender Ausgrenzung gingen so viele palästinensische Staatsbürger Israels wählen wie nie zuvor. Ihr Erfolg stärkt die arabischen Parteien – doch deren Regierungsbeteiligung ist keineswegs sicher. (dpa)
21:26 Uhr
Samstag, 31. Oktober
Iran knüpft Gespräche mit den USA an sieben Bedingungen
Die iranische Führung knüpft eine diplomatische Lösung des Konflikts mit den USA weiter an eine Erfüllung von sieben Bedingungen. Der Generalsekretär des iranischen Sicherheitsrats, Mohsen Resai, erklärte auf X, sobald diese Bedingungen erfüllt seien, stehe der Weg der Diplomatie offen. Im Falle einer erneuten militärischen Eskalation drohte Resai mit dem Einsatz neuartiger Waffen und vernichtenden Schlägen.
Berichten zufolge sollen die USA unter anderem alle Kampfhandlungen gegen den Iran und dessen Verbündete in der Region, wie die Hisbollah im Libanon, einstellen. Ausserdem sollen die Seeblockade gegen iranische Häfen und Schiffe beendet, Sanktionen sowie das Verbot von Ölexporten aufgehoben und eingefrorene iranische Vermögenswerte freigegeben werden. Der Iran verlangt demnach auch Reparationen für Kriegsschäden.
Es gilt als unwahrscheinlich, dass die US-Regierung die Maximalforderungen vorab erfüllen wird. (dpa)
21:07 Uhr
Samstag, 31. Oktober
Israels Präsident kündigt Gespräche zur Regierungsbildung an
Israels Präsident Izchak Herzog beginnt am Mittwoch seine Konsultationen zur Regierungsbildung mit den in die Knesset gewählten Parteien. Wie die israelische Tageszeitung «Haaretz» weiter berichtete, soll das Treffen live übertragen werden.

Traditionell wählt der Präsident den Kandidaten aus, dem er die besten Chancen auf eine parlamentarische Mehrheit einräumt, anstatt automatisch den Vorsitzenden der grössten Partei zu benennen.
Dies wäre der amtierende Ministerpräsident Benjamin Netanyahu, dessen rechtskonservative Likud-Partei mit 27 von 120 Sitzen als stärkste Fraktion aus der Parlamentswahl am Dienstag hervorging. Der Oppositionskandidat Gadi Eisenkot kam mit seiner neu gegründeten Partei Jaschar auf 21 Sitze. (dpa)
11:57 Uhr
Samstag, 31. Oktober
Irans oberster Führer: Auf jede Bedrohung wirksam reagieren
Irans Revolutionsführer Modschtaba Chamenei hat die Streitkräfte des Landes angewiesen, auf jede Bedrohung sofort und wirksam zu reagieren. Ziel sei eine maximale Abschreckung, berichteten iranische Medien übereinstimmend nach einem Treffen des Religionsführers mit Kommandeuren. Es werde keine «geografischen Einschränkungen» geben. Im Fall von Angriffen werde der Iran den Zeitpunkt und die Bedingungen für deren Ende diktieren. (dpa)
09:14 Uhr
Samstag, 31. Oktober
Iran droht nach Äusserungen von Kanzler Merz mit massiven Angriffen
Irans Aussenminister Abbas Araghtschi hat nach Äusserungen von Bundeskanzler Friedrich Merz mit massiven Militärschlägen im Falle eines neuen Krieges gedroht. Merz hatte bei einem Besuch in Südkorea erklärt, die gestiegenen Energiepreise infolge des Iran-Konflikts hätten Europa bereits mehr als 100 Milliarden Euro gekostet. Deutschland habe deshalb ein grosses Interesse an einem raschen Kriegsende.

Araghtschi entgegnete, diese Summe sei nichts im Vergleich zu den Schäden, die Irans Streitkräfte jenen zufügen würden, die seinem Land Schaden zufügten. «Rote Linien» gehörten der Vergangenheit an.
Zudem kritisierte Araghtschi Merz für dessen umstrittene «Drecksarbeit»-Äusserung vom Juni 2025. Damals hatte der Kanzler die israelischen Angriffe auf den Iran als «Drecksarbeit» bezeichnet, die Israel für Europa erledige, und die israelische Führung dafür gelobt. Nach heftiger Kritik räumte Merz später ein, dass er sich auch anders hätte ausdrücken können.
Damit sind alle wesentlichen Aspekte enthalten, insbesondere die bedingte Kriegsdrohung, die wirtschaftlichen Folgen und der Streit um Merz' frühere Äusserung. (dpa)
05:45 Uhr
Samstag, 31. Oktober
Protest gegen Netanyahu mobilisiert arabische Wähler in Israel
Bei der Parlamentswahl in Israel haben sich so viele arabische Israelis beteiligt wie nie zuvor. Aus Protest gegen die rechts-religiöse Regierung von Benjamin Netanyahu stimmten knapp 840'000 Menschen für die arabisch geführten Parteien Raam und Vereinte Liste, 64 Prozent mehr als 2022. Gemeinsam gewannen sie mit 19 von 120 Sitzen in der Knesset eine Rekordzahl an Mandaten.
Besonders hoch war die Beteiligung in der Stadt Sachnin mit 87 Prozent. Viele Wähler begründeten ihre Stimmabgabe mit zunehmender Ausgrenzung, antiarabischer Gewalt und Kriminalität. Arabische Israelis machen rund 20 Prozent der Bevölkerung aus. Netanjahu und seine Verbündeten verschärften im Wahlkampf ihre antiarabische Rhetorik und erhoben unbelegte Vorwürfe über gekaufte Stimmen.
Die arabischen Parteien könnten nun entscheidend für einen Machtwechsel sein. Ob Netanyahus Herausforderer Gadi Eisenkot mit ihnen zusammenarbeitet, ist jedoch offen. Er fordert unter anderem die Anerkennung Israels als jüdischen und demokratischen Staat sowie ein Bekenntnis zur Auflösung der Hamas als Terrororganisation. Die arabischen Parteien zeigen sich grundsätzlich offen für eine Lösung, die Netanjahu entmachtet. (dpa)
18:19 Uhr
Freitag, 30. Oktober
Iran meldet brennenden Supertanker in der Strasse von Hormus
In der Meerenge von Hormus ist iranischen Angaben zufolge erneut ein Supertanker auf eine Seemine gelaufen und nach einer Explosion in Brand geraten. Das Schiff mit mehr als zwei Millionen Barrel Öl an Bord sei auf einer nicht genehmigten Route gefahren, meldeten Staatsmedien am Freitag unter Berufung auf die Revolutionsgarde. Die Besatzung habe den brennenden Tanker an der Einfahrt zur Meerenge verlassen. Der Name des Schiffs wurde nicht genannt.
Zuvor hatten Staatsmedien bereits Brände auf zwei Tankern gemeldet, die ebenfalls auf Minen gefahren seien. Die Schiffe hätten ihre Navigations- und Ortungssysteme abgeschaltet und versucht, den Persischen Golf mit Unterstützung des US-Militärs über nicht genehmigte Routen zu verlassen. Wiederholte Funkwarnungen hätten sie ignoriert. (dpa)
17:30 Uhr
Freitag, 30. Oktober
Lieberman schliesst Zusammenarbeit mit arabischen Parteien aus
Der nationalistische israelische Oppositionspolitiker Avigdor Lieberman hat eine Zusammenarbeit mit arabischen Parteien ausgeschlossen. Der Vorsitzende der Partei Jisrael Beitenu bezeichnete die arabischen Parteien in einem Facebook-Beitrag als Unterstützer des Terrorismus. Seine Partei, die sieben Sitze errang, werde keine Partnerschaft mit ihnen eingehen, erklärte er.

Liebermans Ankündigung macht es für Gegner des israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu nahezu unmöglich, eine Koalition zu bilden, um diesen aus dem Amt zu drängen. Bei der Parlamentswahl am Dienstag konnten weder das Lager um Netanjahu noch Herausforderer Gadi Eisenkot und seine Verbündeten eine Mehrheit erzielen.
Arabische Parteien gewannen 19 Sitze und könnten damit eine wichtige Rolle bei der Regierungsbildung spielen. (dpa)
14:52 Uhr
Freitag, 30. Oktober
Oman meldet Angriff auf Handelsschiff
Ein unter panamaischer Flagge fahrendes Schiff ist nach Angaben aus dem Oman in der Strasse von Hormus angegriffen worden. An Bord des Handelsschiffes «RITI» sei ein Feuer ausgebrochen, teilte die Marine mit. 25 Besatzungsmitglieder seien in Sicherheit gebracht und medizinisch versorgt worden.
Demnach ereignete sich der Angriff, als sich das Schiff rund drei Kilometer vor der Küste des omanischen Gouvernements Musandam befand. Dabei handelt es sich um eine Halbinsel mit vorgelagerten Inseln, die wie ein Zipfel in die Meerenge zwischen Persischem Golf und dem Golf von Oman ragt. Auf der gegenüberliegenden Seite befindet sich die Küste des Irans.
Angaben zu den Angreifern oder zur Art des Angriffs machte die Marine zunächst nicht. (dpa)
12:05 Uhr
Freitag, 30. Oktober
Katarische Unterhändler in Teheran zu Gesprächen eingetroffen
Inmitten von Spekulationen um neue militärische Eskalationen zwischen den USA und dem Iran sind katarische Unterhändler in Irans Hauptstadt Teheran eingetroffen. Die hochrangige Delegation aus dem Emirat treffe sich mit iranischen Spitzenpolitikern, berichtete die staatliche Nachrichtenagentur Irna.
Katar gilt als zentraler Vermittlerstaat im Konflikt zwischen den USA und dem Iran. In den vergangenen Tagen waren mehrfach hochrangige Delegationen aus der Region für Gespräche nach Teheran gereist. US-Medien hatten zudem über einen neuen diplomatischen Vorstoss der US-Regierung berichtet.
Angesichts des Truppenaufbaus des US-Militärs in der Region und verstärkter iranischer Angriffe auf Schiffe am Golf wird jedoch auch über einen erneuten Ausbruch des Kriegs nach den Midterms in den USA spekuliert. Dort werden am kommenden Dienstag alle Mitglieder des Repräsentantenhauses sowie gut ein Drittel des Senats neu gewählt. (dpa)
07:28 Uhr
Freitag, 30. Oktober
Behörde meldet Angriff mit Haftminen in Strasse von Hormus
Die britische Behörde für Sicherheit in der Seeschifffahrt (UKMTO) meldet eine neue Angriffstaktik in der Strasse von Hormus. Auf einem Tanker brach ein Feuer aus, nachdem sich ein kleines Boot genähert und Haftminen am Rumpf angebracht hatte, wie UKMTO unter Berufung auf einen verifizierten Bericht mitteilte.

Explosionen hätten im Maschinenraum Feuer ausgelöst und das Schiff kurzzeitig manövrierunfähig gemacht. Die Besatzung sei in Sicherheit und es seien keine Umweltschäden berichtet worden, hiess es weiter. Das Feuer sei gelöscht und das Schiff unterwegs zu einem Hafen.
Über die Urheber des Angriffs war zunächst nichts bekannt. Der Iran hatte zuletzt seine Attacken auf Schiffe insbesondere entlang einer südlichen, von der US-Marine unterstützen Route, intensiviert. Wie das «Wall Street Journal» berichtete, schützt das US-Militär auf der Südroute seit Monaten mit einer fast kontinuierlichen Luftunterstützung kommerzielle Frachter. (dpa)
22:20 Uhr
Donnerstag, 29. Oktober
Alle Stimmen ausgezählt: Patt nach Wahl in Israel
Nach Auszählung aller Stimmen haben bei der Parlamentswahl in Israel sowohl die Regierungskoalition von Benjamin Netanjahu als auch das Oppositionslager von Gadi Eisenkot eine absolute Mehrheit verfehlt. Die bisherige Koalition aus rechten, rechtsextremen und religiösen Parteien kommt auf 53 Sitze im Parlament (2022: 64 Sitze), wie mehrere israelische Medien am Abend nach Ende der Auszählung meldeten - für eine Mehrheit bräuchte es 61 Mandate.
Die rechtskonservative Likud-Partei von Ministerpräsident Netanjahu verliert demnach fünf Sitze, bleibt mit 27 Mandaten jedoch die stärkste Partei im Parlament (Knesset). Als zweitstärkste Kraft geht den Angaben zufolge die von Eisenkot neu gegründete Mitte-Partei Jaschar mit 21 Sitzen aus der Wahl hervor. Das Oppositionsbündnis vereint demnach insgesamt 48 Mandate auf sich.
Das Ergebnis führt zu einem Patt im Parlament - und zu einer schwierigen Regierungsbildung.
Um eine Mehrheit von 61 Sitzen zu erreichen, wäre Eisenkots Oppositionslager rechnerisch auf die Unterstützung der vorwiegend arabischen Parteien angewiesen. Diese erzielten mit zusammen 19 Mandaten ein historisches gutes Ergebnis (2022: 10 Sitze).
Einer Zusammenarbeit mit arabischen Vertretern stehen jedoch Vorbehalte innerhalb der Opposition entgegen. Eisenkot knüpft eine Regierungsbildung an strikte Bedingungen. Mögliche Partner müssen demnach ein Bekenntnis zum jüdischen und demokratischen Charakter des Staates Israel unterzeichnen, eine allgemeine Dienstpflicht anerkennen sowie die islamistische Hamas als Terrororganisation einstufen. (dpa)
16:59 Uhr
Donnerstag, 29. Oktober
Iran meldet drei brennende Tanker in der Strasse von Hormus
In der Strasse von Hormus sind nach iranischen Angaben drei Öltanker auf Seeminen gelaufen und in Brand geraten. Die Schiffe hätten in den vergangenen 24 Stunden ihr Radar und ihre Navigationssysteme abgeschaltet und versucht, die Meerenge über eine nicht genehmigte Route zu durchfahren, meldeten staatliche Sender am Donnerstag unter Berufung auf die Revolutionsgarde. Die Besatzungen hätten die beschädigten Schiffe an der Südküste der Meerenge aufgegeben.
Offen blieb, wie die Schiffe hiessen und ob es Tote oder Verletzte gegeben hat. Die Seehandelsaufsicht der britischen Marine (UKMTO) teilte mit, ein Schiff habe bei der Fahrt durch die Strasse von Hormus ein brennendes Seefahrzeug gesichtet. Wie gross der Schaden sei und wie es der Besatzung gehe, sei nicht bekannt. Ob es sich um einen der drei von der Revolutionsgarde genannten Tanker handelte, blieb zunächst unklar.
Der Iran hatte die Meerenge nach Beginn der israelisch-amerikanischen Angriffe Ende Februar praktisch gesperrt, durch die zu Friedenszeiten etwa ein Fünftel des weltweit geförderten Rohöls verschifft wird, aber auch grosse Mengen verflüssigtes Erdgas und Düngemittel. In einer Mitte Juni unterzeichneten Rahmenvereinbarung zwischen Washington und Teheran ist zwar die Wiederöffnung der Strasse von Hormus vereinbart. Der Iran beansprucht jedoch die Kontrolle über Durchfahrten und lehnt eine Route durch omanische Gewässer ab, was die USA nicht akzeptieren.
Trotz der jüngsten Zunahme von Angriffen transportieren Tanker nach Angaben des Informationsdienstes Lloyd’s List Intelligence weiterhin Öl durch die Strasse von Hormus. Dabei werden sie vom US-Militär geschützt. (dpa)
16:58 Uhr
Donnerstag, 29. Oktober
Zwei Tote bei Angriff im Gazastreifen
Bei einem israelischen Angriff auf ein Zivilfahrzeug im Gazastreifen sind nach Krankenhausangabe zwei Menschen getötet worden. Ausserdem habe es einen Verletzten gegeben, teilten Vertreter des Al-Aksa-Märtyrer-Krankenhauses am Donnerstag mit. Die israelische Armee äusserte sich zunächst nicht. (dpa)
12:57 Uhr
Donnerstag, 29. Oktober
Israelischer Geheimdienst soll nach Wahl zu Vorwürfen ermitteln
Die israelische Wahlkommission hat den Geheimdienst Schin Bet zu Ermittlungen zum Vorwurf der ausländischen Einflussnahme auf die Parlamentswahl aufgefordert. In einem Schreiben vom Mittwoch verwies die Kommission auf den Verdacht, «ausländische Entitäten» hätten Aktivitäten finanziert, die gegen israelische Interessen gerichtet seien. Details wurden nicht genannt. Wer die Anschuldigungen erhoben hat, war zunächst unklar. Das Endergebnis wurde für Donnerstagabend erwartet. Bis dahin sollten rund eine halbe Million Briefwahlstimmen ausgezählt sein. Örtlichen Medienberichten zufolge dürfte der Block des bisherigen Ministerpräsidenten Benjamin Netanyahu auf 53 Parlamentssitze kommen, Oppositionsparteien auf 48 und arabische Parteien auf 19. Die arabischen Parteien wollen ebenfalls erreichen, dass Netanyahu künftig nicht mehr Regierungschef ist. Nach dem vorläufigen Ergebnis erreichte keines der Lager eine Mehrheit im Parlament. Für eine absolute Mehrheit sind 61 Sitze notwendig. (dpa)
06:52 Uhr
Donnerstag, 29. Oktober
Wahl-Patt in Israel: Netanyahu und Eisenkot suchen Partner
Israels Ministerpräsident Benjamin Netanyahu und sein Herausforderer Gadi Eisenkot haben nach der Parlamentswahl erste Fühler nach möglichen Koalitionspartnern ausgestreckt. Zwar liegt Netanyahus rechtsreligiöses Lager nach Auszählung der meisten Stimmen vor dem Oppositionsblock. Eine klare Mehrheit für die Regierungsbildung zeichnet sich bislang jedoch nicht ab. Heute wird das vorläufige amtliche Endergebnis erwartet.
Obwohl die Wahl bereits am Dienstag stattfand, sind die Stimmen noch immer nicht komplett ausgezählt. Nach Auszählung von rund 90 Prozent der Stimmen kam Netanyahus Lager auf 53 der 120 Sitze im Parlament. Das ebenfalls mehrere Parteien vereinende Lager seines wichtigsten Rivalen, des früheren Militärchefs Gadi Eisenkot, holte demnach 48 Sitze. Obwohl sich auch für sein Lager keine klare Mehrheit abzeichnet, bekräftigte Eisenkot auf der Plattform X seinen Willen, einen politischen Wandel herbeizuführen. (dpa)
06:50 Uhr
Donnerstag, 29. Oktober
Medien: Vance lotet mit Iran Chance auf Verhandlungen aus
Die US-Regierung und regionale Vermittler haben Medienberichten zufolge neue Anstrengungen für eine diplomatische Lösung des Konflikts mit dem Iran unternommen. Zum einen soll US-Vizepräsident JD Vance ein Schreiben an Mohsen Resai, Generalsekretär des iranischen Sicherheitsrats, geschickt haben, um Möglichkeiten für Verhandlungen auszuloten. Zum anderen sollen die Vermittler um Katar den Iran dazu drängen, UN-Inspektoren Zugang zu seinen bombardierten Atomanlagen zu gewähren. Offizielle Bestätigungen dafür liegen nicht vor.
Wie das «Wall Street Journal» unter Verweis auf ungenannte Quellen berichtete, will Vance mit seinem Vorstoss angeblich in Erfahrung bringen, ob sich geplante Militärschläge gegen den Iran noch auf diplomatischem Wege abwenden lassen. Zuvor hatte die US-Zeitung berichtet, die USA hätten mehrere arabische Golfstaaten aufgefordert, sich auf einen kurzen, intensiven Militäreinsatz nach den US-Zwischenwahlen am 3. November einzustellen. (dpa)
06:47 Uhr
Donnerstag, 29. Oktober
Iraner fürchten neue Angriffe nach Wahlen in USA und Israel
Viele Menschen im Iran machen sich auf das Schlimmste gefasst. Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanyahu macht keinen Hehl daraus, dass er die Regierung in Teheran stürzen will. US-Präsident Donald Trump hat deutlich gesagt, er wolle «den Job zu Ende bringen». Acht Monate nach Beginn der ersten Angriffe sind ein dritter Flugzeugträger und Tausende weitere Soldaten auf dem Weg in die Region. Einige Beobachter halten es für möglich, dass neue Angriffe erfolgen werden, sobald die Wahlen in Israel und den USA abgeschlossen sind.
In Gesprächen mit der Nachrichtenagentur AP berichten viele Einwohner von Teheran von einer zunehmenden Unruhe. Einige bereiten sich darauf vor, die Hauptstadt zu verlassen. Andere decken sich mit Vorräten ein. (dpa)
06:38 Uhr
Donnerstag, 29. Oktober
Iran meldet erneut Abschuss von US-Kampfdrohne
Der Iran hat inmitten militärischer Spannungen mit den USA den Abschuss einer weiteren Kampfdrohne gemeldet. Die Drohne vom Typ MQ-1 Predator sei östlich der Strasse von Hormus von einem neuen und fortschrittlichen Flugabwehrsystem abgefangen und zerstört worden, berichtete die Nachrichtenagentur Tasnim unter Berufung auf die Revolutionsgarden. Eine Bestätigung der US-Armee dafür lag zunächst nicht vor. Dem iranischen Bericht zufolge haben die Streitkräfte der Islamischen Republik seit Kriegsausbruch Ende Februar bereits 14 Drohnen dieses Typs zerstört und mehr als 50 des Typs MQ-9 Reaper. (dpa)
17:33 Uhr
Mittwoch, 28. Oktober
Vorläufiges Endergebnis nach Parlamentswahl in Israel erwartet
Nach der Parlamentswahl in Israel wird an diesem Donnerstag das vorläufige amtliche Endergebnis erwartet. Nach bisherigem Stand der Auszählung haben sowohl die bisherige Regierungskoalition von Ministerpräsident Benjamin Netanjahu als auch ein Block oppositioneller Parteien eine Mehrheit im Parlament verfehlt. Ein Grund dafür ist auch das überdurchschnittlich gute Abschneiden der arabischen Parteien. (dpa)
17:20 Uhr
Mittwoch, 28. Oktober
Netanyahus Likud wirft arabischen Parteien Wahlbetrug vor
Die rechtskonservative Likud-Partei des israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanyahu hat arabischen Parteien in scharfen Worten Wahlbetrug vorgeworfen. «Die Wahlen im Staat Israel wurden von arabischen Parteien gestohlen, die den Terrorismus und die Vernichtung des jüdischen Staates unterstützen», hiess es in einer Mitteilung der Likud-Partei. Es war die Rede von «schweren Straftaten», darunter «Bestechung, Drohungen, Gewalt, Fälschungen und der Einsatz verbotener Software zur Mobilisierung von Wählern». Die schweren Vorwürfe liessen sich nicht unabhängig überprüfen.

Die Likud-Partei habe der Polizei, dem Inlandsgeheimdienst Schin Bet und dem Zentralen Wahlkomitee «Hunderte Zeugenaussagen und Beweise für Wahlbetrug in zahlreichen arabischen Wahllokalen» übermittelt, hiess es weiter. Die Partei Netanyahus forderte von den Sicherheitskräften eine umfassende Untersuchung und eine «konsequente strafrechtliche Verfolgung der Verantwortlichen». Nach Darstellung der Likud-Partei sei die Integrität der Wahlen in Israel «massiv beeinträchtigt» worden. Das Wahlkomitee teilte nach Angaben des Nachrichtenportals «ynet» mit, es werde die Beschwerde prüfen. (dpa)
17:06 Uhr
Mittwoch, 28. Oktober
Herzog und Eisenkot wollen weitere Wahl vermeiden
Israels Präsident Izchak Herzog und der wichtigste Herausforderer von Ministerpräsident Benjamin Netanjahu, Gadi Eisenkot, wollen nach der Parlamentswahl eine erneute Abstimmung vermeiden. Man müsse alles tun, um eine weitere Wahlrunde zu verhindern, sagte Herzog am Mittwoch. Eisenkot erklärte vor Anhängern, angesichts der hohen Wahlbeteiligung wäre eine erneute Wahl ein Fehler.
Elad Naveh von der zentralen Wahlkommission sagte, die Auszählung der Stimmen von Militärangehörigen und Diplomaten werde bis Donnerstagabend dauern. (dpa)
16:45 Uhr
Mittwoch, 28. Oktober
Israels Militär meldet weitere Festnahmen im Westjordanland
Das israelische Militär hat bei seinem Einsatz im besetzten Westjordanland nach eigenen Angaben sechs weitere Menschen festgenommen, die an der Planung von Terroranschlägen beteiligt gewesen sein sollen. Eine der festgenommenen Personen habe Verbindungen zur Hamas, teilte das Militär am Mittwoch mit. Zudem seien Waffen beschlagnahmt worden, darunter ein M16-Gewehr. (dpa)
16:26 Uhr
Mittwoch, 28. Oktober
Vier Tote und mehrere Verletzte bei Angriffen im Gazastreifen
Auch nach der Parlamentswahl in Israel sind die Militäreinsätze im Gazastreifen weitergegangen. Bei mehreren Angriffen im Süden des Palästinensergebiets seien am Mittwoch vier Menschen getötet und mehr als 20 verletzt worden, teilte das Nasser-Krankenhaus mit.
Der opferreichste Angriff ereignete sich demnach am Nachmittag nahe einem Feldlazarett in Rafah, wo drei Menschen getötet und 15 verletzt wurden. Zuvor waren den Angaben zufolge bei einem weiteren Angriff ein Mann getötet und eine Frau lebensgefährlich verletzt worden. Ein dritter Angriff habe fünf weitere Menschen verletzt, hiess es. Das israelische Militär reagierte zunächst nicht auf eine Bitte um Stellungnahme zu den Angriffen.
Nach Angaben des von der Hamas kontrollierten Gesundheitsministeriums im Gazastreifen wurden dort seit Beginn der Waffenruhe mit Israel im Oktober 2025 mehr als 1.550 Palästinenser durch das israelische Militär getötet. Dem Ministerium zufolge machten Frauen und Kinder etwa die Hälfte der Getöteten aus. Das israelische Militär betont, Ziel der Angriffe seien Hamas-Kämpfer. (dpa)
16:13 Uhr
Mittwoch, 28. Oktober
Explosionen am Flughafen von Aden
Am Flughafen der südjemenitischen Stadt Aden ist es am Mittwoch zu Explosionen gekommen. Ein Reporter der Nachrichtenagentur AP berichtete, dass dadurch Fenster am Flughafengebäude sowie an umliegenden Wohnhäusern zu Bruch gegangen seien.
Weitere Details zu den Explosionen waren zunächst nicht bekannt. Zuvor hatte der militärische Sprecher der Huthi-Miliz, Jahja Sari, aber alle Personen am Flughafen dazu aufgerufen, das Gelände zu verlassen. Sari behauptete – ohne dafür Beweise vorzulegen –, dass sich ein militärisches Transportflugzeug aus Saudi-Arabien mit Waffen an Bord am Flughafen befunden habe. Aden ist Sitz der international anerkannten Regierung des Landes, die mit Unterstützung eines von Saudi-Arabien angeführten Militärbündnisses die Huthi bekämpft.
Der Flughafen von Aden war nach der Warnung der Huthi völlig verwaist, wie der Flughafenmitarbeiter Salem Al-Aulaki der AP sagte. (dpa)
14:00 Uhr
Mittwoch, 28. Oktober
Schwierige Regierungsbildung nach Israels Wahl
In Israel zeichnet sich nach der Parlamentswahl eine schwierige Regierungsbildung ab. Weder der bisherige Ministerpräsident Benjamin Netanjahu noch die oppositionellen Kräfte erreichten eine absolute Mehrheit im Parlament. Eine Schlüsselrolle könnten die arabischen Parteien spielen, die überdurchschnittlich gut abschnitten. Möglich ist auch, dass Druck von aussen wie beispielsweise durch die US-Regierung für eine eigene Dynamik sorgt.
Nach Auszählung von mehr als 85 Prozent der Stimmen kam das Lager Netanjahus auf 53 von 120 Sitzen im Parlament, das Lager seines wichtigsten Rivalen, Ex-Militärchef Gadi Eisenkot, erreichte 48 Sitze. (dpa)
11:28 Uhr
Mittwoch, 28. Oktober
Arabische Parteien wollen Netanyahus Ablösung ermöglichen
Ein Bündnis arabisch geprägter Parteien ist nach eigenen Angaben bereit, den Weg für die Ablösung der rechtsreligiösen Regierung von Ministerpräsident Benjamin Netanyahu zu ebnen. Der Vorsitzende der Vereinten Liste, Jussef Dschabarin, sagte am Tag nach der Parlamentswahl: «Die Regierung von Netanyahu und (dem rechtsextremen Polizeiminister Itamar) Ben-Gvir hat jedem arabischen Bürger das Leben zur Hölle gemacht.»
Er nannte die Unterstützung der israelischen Wähler für die arabischen Parteien «historisch». Nach Auszählung der meisten Stimmen kommen die islamisch-konservative Raam-Partei und die Vereinte Liste auf 19 von 120 Sitzen im Parlament. Sie könnten Zünglein an der Waage werden, weil weder das Lager Netanyahus noch das Lager seiner Rivalen um Ex-Militärchef Gadi Eisenkot bislang eine Mehrheit erzielt hat.
«Wir werden unsere politische Stärke zu nutzen wissen, um die Werte voranzubringen, an die wir glauben», sagte Dschabarin. «Wir sind bereit, den Weg für die Ablösung der Regierung von Netanyahu, Ben-Gvir und (Finanzminister Bezalel) Smotrich zu ebnen – und sie nach Hause zu schicken.»
Rund ein Fünftel der israelischen Bevölkerung ist arabisch. Die meisten sind Nachkommen jener Palästinenser, die nach der Staatsgründung Israels und dem Krieg von 1948 im Land geblieben waren. (dpa)
10:57 Uhr
Mittwoch, 28. Oktober
Ex-Militärchef mit Wurzeln in Marokko – Eisenkot will an die Spitze
Gadi Eisenkot lässt sich als Sieger feiern. Die israelischen Wähler hätten sich für den Wandel entschieden, sagt der 66-jährige Oppositionsführer in der Nacht zu Mittwoch vor jubelnden Anhängern und verspricht «eine neue Ära, eine Ära der Hoffnung». Seine Jaschar-Partei liegt zwar nur auf dem zweiten Platz, doch die ultrarechte Koalition von Ministerpräsident Benjamin Netanyahu hat ihre Mehrheit verloren.

Sollte der Sohn jüdischer Einwanderer aus Marokko eine Regierungskoalition zustande bringen, wäre er der erste Ministerpräsident Israels mit familiären Wurzeln in Nordafrika. In Israel wird diese Gruppe als Mizrachim bezeichnet und stellt heute mehr als die Hälfte der jüdischen Bevölkerung. Im Schnitt sind Mizrachim ärmer und konservativer als Israelis europäischer Abstammung.
Eisenkot hat vier Jahrzehnte im Militär gedient und es bis zum Armeechef gebracht. 2022 wechselte er in die Politik. Nach dem Terrorangriff der Hamas vom 7. Oktober 2023, bei dem etwa 1200 Israelis getötet und 251 verschleppt wurden, war Eisenkot Beobachter in Netanyahus Kriegskabinett. Nach acht Monaten trat er zurück und warf Netanyahu vor, im Gaza-Krieg keine klare Strategie zu verfolgen.
Seither hat sich Eisenkot als moderatere Alternative zum amtierenden Regierungschef in Stellung gebracht, vertritt in Sicherheitsfragen aber ebenfalls einen harten Kurs. Sein Sohn und zwei seiner Neffen wurden während des israelischen Feldzugs gegen die Hamas im Gazastreifen getötet. Das macht Eisenkot und seine Kritik an Netanyahus Strategie in den Augen seiner Anhänger besonders glaubwürdig. (dpa)
09:51 Uhr
Mittwoch, 28. Oktober
Mehr als 70 Prozent der Stimmen ausgezählt – Netanyahu vorne
Nach der Parlamentswahl in Israel hat der rechtsreligiöse Block von Ministerpräsident Benjamin Netanyahu nach Auszählung von rund 77 Prozent der Stimmen seinen Vorsprung gefestigt. Eine klare Mehrheit erreicht das Lager aber nicht. Laut israelischen Medienberichten kommt es nach gegenwärtigem Stand auf 54 der 120 Sitze in der Knesset, das gegnerische Lager von Ex-Militärchef Gadi Eisenkot erreicht demnach 49 Sitze. Für eine Mehrheit wären 61 Sitze nötig. (dpa)

09:37 Uhr
Mittwoch, 28. Oktober
Demokraten-Chef fordert Koalition mit arabischen Parteien
Der Vorsitzende der linksliberalen Demokraten in Israel, Jair Golan, hat nach der Wahl zur Bildung einer Koalition mit den arabischen Parteien aufgerufen. Der rechtskonservative Ministerpräsident Benjamin Netanyahu habe verloren, sagte Golan nach Angaben seines Büros. Die Opposition habe insgesamt mehr Stimmen als das rechtsreligiöse Lager Netanyahus.
«Wir haben hier keine Zukunft, wenn wir nicht aufhören, Angst zu haben», sagte der Vorsitzende der Demokraten. «Und wenn wir dem Rassismus kein Ende setzen. Wir dürfen Netanyahus rassistische Unterscheidung zwischen jüdischen und arabischen Stimmen nicht länger hinnehmen.» Wer versuche, die Stimmen arabischer Bürger auszulöschen, kapituliere vor Netanyahu und gebe Israel auf. (dpa)
07:38 Uhr
Mittwoch, 28. Oktober
Arabische Partei könnte zur Königsmacherin werden
Bei der islamisch-konservativen Raam-Partei wurde gefeiert. «Wir sind hier, wir stehen nicht am Rand», sagte Parteichef Mansur Abbas. «Unsere Pflicht und Verantwortung in der Vereinigten Arabischen Liste ist es, diesen Wählerblock zu einer grossen politischen Kraft zu machen.»
Das endgültige Wahlergebnis wird für die kommenden Tage erwartet. Es könnte zwar etwas anders ausfallen als die Prognosen, doch die Regierungsbildung dürfte kompliziert und langwierig werden.
Der einfachste Weg zu einer Parlamentsmehrheit führt über ein Bündnis Eisenkots mit arabisch geführten Parteien. Das könnte aber politisch schwierig werden, weil sich möglicherweise nicht alle Oppositionsparteien diesem Weg anschliessen werden.
Zuerst kommt die stärkste Partei zum Zuge
Mit der Regierungsbildung dürfte Präsident Izchak Herzog den Politiker beauftragen, der die besten Aussichten hat, eine Mehrheit zu finden. In der Regel kommt der Chef der grössten Partei als Erster zum Zuge. Wird der rechte Likud die stärkste Kraft im Parlament, wird Netanyahu diesen Auftrag für sich beanspruchen. Findet er keine Mehrheit, kann Herzog jemand anderen beauftragen.
Eisenkot könnte unter Druck geraten, sich mit den arabischen Parteien zu einigen. Netanyahu und seine Verbündeten dürften ein solches Bündnis als illegitim und sogar als Verrat brandmarken. Die Raam-Partei war 2021 erstmals an einer Regierung beteiligt. Zuvor war sie auch von Netanyahu umworben worden.
Die arabischen Bürger Israels sind Nachfahren von Palästinensern, die bei der Staatsgründung 1948 nicht geflohen sind, sondern im Land blieben. Sie stellen etwa 20 Prozent der Bevölkerung, besitzen die israelische Staatsbürgerschaft und haben wichtige Posten in vielen Bereichen. Dennoch werden sie diskriminiert. Oft wird ihnen unterstellt, eine «fünfte Kolonne» der Feinde Israels zu sein, weil sie mit den Palästinensern solidarisch sind. Dieser Verdacht hat sich nach dem Terrorüberfall der Hamas vom 7. Oktober 2023 noch verstärkt.
Findet sich keine Regierungsmehrheit, könnten in Israel schon bald Neuwahlen anstehen. Dann droht ein Szenario wie zwischen April 2019 und November 2022, als in Israel fünf Wahlen abgehalten wurden, weil es keine klaren Mehrheiten gab und sich die zerstrittenen Lager auf keine dauerhafte Regierung einigen konnten. (dpa)
07:33 Uhr
Mittwoch, 28. Oktober
Serbische Polizei tötet Angreifer vor israelischer Botschaft
In Serbien hat ein Bewaffneter einen Wachmann vor der israelischen Botschaft attackiert. Der Angreifer sei mit zwei Messern bewaffnet gewesen und getötet worden, teilte die Polizei am Mittwoch in Belgrad mit. Innenminister Ivica Dacic sagte, der Angreifer sei noch minderjährig gewesen und habe «Allahu Akbar» gerufen. Der Polizist sei leicht verletzt worden und habe den Angreifer in Notwehr getötet.
Dacic sagte, die Polizei behandle den Angriff als terroristischen Anschlag. Die Behörden hätten die Terrorwarnung auf die höchste Stufe angehoben und die Polizeipräsenz an wichtigen Orten verstärkt. (dpa)
06:14 Uhr
Mittwoch, 28. Oktober
Kein klarer Sieger bei Parlamentswahl in Israel
In Israel droht nach der Parlamentswahl ein politisches Patt. Am frühen Morgen lag Netanyahus Likud-Partei nach Auszählung von etwa 40 Prozent der Stimmen bei 21,7 Prozent vor der Jaschar-Partei des früheren Armeechefs Gadi Eisenkot mit 15,72 Prozent.
Das Oppositionslager könnte ebenso wie Netanyahu und seine Verbündeten auf etwa 51 der 120 Sitze im Parlament kommen. Arabische Parteien erhalten 18 Sitze. Sowohl Netanyahu als auch Eisenkot reklamierten den Sieg für sich.
Eisenkot sagte, die Wähler hätten sich für den Wandel entschieden. Er versprach «eine neue Ära, eine Ära der Hoffnung» für die Israelis. «Heute hat Israel in einem Referendum über die Führung abgestimmt, die das Land in den kommenden Jahren führen wird», sagte er vor jubelnden Anhängern in der Parteizentrale. (dpa)
05:53 Uhr
Mittwoch, 28. Oktober
Netanyahu baut bei Wahl Vorsprung aus – aber ohne Mehrheit
Nach Auszählung von gut 37 Prozent der Stimmen bei der Parlamentswahl in Israel hat der rechtsreligiöse Block von Ministerpräsident Benjamin Netanyahu Medien zufolge seinen Vorsprung ausgebaut. Eine klare Mehrheit erreicht es aber weiterhin nicht. Laut israelischen Medienberichten kommt Netanyahus Lager nach gegenwärtigem Stand auf 57 der 120 Sitze in der Knesset und liegt damit 10 Sitze vor dem gegnerischen Lager von Ex-Militärchef Gadi Eisenkot.
Netanyahus Likud-Partei wurde den Angaben zufolge stärkste Kraft mit 28 Parlamentssitzen. Dahinter liegt die Mitte-Partei Jaschar von Eisenkot, die demnach auf 21 Sitze kommt. Die Regierungsbildung dürfte schwierig werden.
Die arabischen Parteien kommen nach gegenwärtigem Stand auf zusammen 16 Sitze. Eisenkot wäre für die Bildung einer Regierung auf die Unterstützung arabischer Parteien angewiesen, was aber mehrere Parteien der Opposition bislang ablehnten. Netanyahu rief derweil zur Bildung einer starken rechtsgerichteten Regierung ohne Beteiligung der arabischen Parteien auf. (dpa)
04:58 Uhr
Mittwoch, 28. Oktober
Nahezu gleich starke Blöcke
Aktualisierte Prognosen der führenden israelischen TV-Sender zeigen nach der Wahl in Israel eine Patt-Situation zwischen dem rechtsreligiösen Lager des Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu und dem ebenfalls aus mehreren Parteien bestehenden Lager seines Hauptrivalen. Die Sender Channel 13 und Kan sahen das Netanjahu-Lager bei 51 von 120 Sitzen im Parlament, ebenso wie das Lager um Ex-Militärchef Gadi Eisenkot. Der TV-Sender N12 sah dagegen einen Vorsprung des Netanjahu-Lagers mit 52 Sitzen gegenüber 49 Sitzen für das Eisenkot-Lager.
Laut den Prognosen der drei Sender wird Netanjahus rechtskonservative Likud-Partei mit 27 Mandaten stärkste Kraft im Parlament, auf Platz zwei kommt Eisenkots Mitte-Partei Jaschar mit 21 bis 22 Mandaten. (dpa)
04:05 Uhr
Mittwoch, 28. Oktober
Netanjahu gibt sich siegesgewiss
Israels Präsident Benjamin Netanjahu hat sich trotz knapper Prognosen siegesgewiss gegeben. Der Regierungschef zeigte sich in der Nacht auf Mittwoch gut gelaunt, klatschte in die Hände und dankte seinen Unterstützern. Er rief zur Bildung einer starken rechtsgerichteten Regierung auf. «Wir dürfen keine Regierung bilden, die sich auf arabische, antizionistische Parteien stützt», sagte der 77-Jährige. Zugleich warnte Netanjahu, die Bedrohung durch den Erzfeind Iran sei noch nicht gebannt. «Solange das fanatische Regime besteht, werden sie weiter versuchen, uns zu zerstören», sagte er. Gemeinsam mit den USA müsse Israel «diese Bedrohung ein und für alle Mal beseitigen». (dpa)
21:35 Uhr
Dienstag, 27. Oktober
Eisenkot: Will Netanjahu-Regierung ablösen
Der wichtigste Rivale des israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu hat nach Veröffentlichung erster Prognosen nach der Parlamentswahl angekündigt, er wolle die Netanjahu-Regierung ablösen. Netanjahus rechtskonservative Likud-Partei wurde laut Prognosen führender TV-Sender zwar stärkste Kraft im Parlament. Das Netanjahu-Lager, dem mehrere strengreligiöse und rechtsextreme Parteien angehören, verfehlte demnach aber die absolute Mehrheit und kam nur auf 50 von 120 Sitzen im Parlament. Nach der Wahl vor vier Jahren hatte Netanjahu eine Koalition gebildet, die über 64 Sitze verfügte.
Der Vorsitzende der Mitte-Partei Jaschar, Ex-Militärchef Gadi Eisenkot, sagte nach Angaben seines Büros, die Prognosen deuteten darauf hin, «dass die Mehrheit der israelischen Bürger Netanjahu und der für den 7. Oktober verantwortlichen Regierung jegliches Vertrauen entzogen hat». Sollten sich diese Ergebnisse bestätigen, wäre dies «ein Sieg für die zionistische, national gesinnte Mehrheit Israels».
Der Ex-Militärchef sagte, er werde nun «unverzüglich daran arbeiten, den Wählerwillen umzusetzen, die Regierung Netanjahu abzulösen und so schnell wie möglich eine zionistische Regierung zu bilden, die sich der Wehrpflicht für alle verpflichtet fühlt». Auch das Lager von Parteien um Eisenkot kommt aber laut den Prognosen nicht auf eine Mehrheit, liegt jedoch zwei bis drei Mandate vor Netanjahus Lager.
Die arabischen Parteien kamen den Umfragen zufolge auf 17 bis 18 Mandate, mit ihnen wäre daher eine Mehrheit grundsätzlich möglich. Viele Parteien aus Netanjahus Lager und dem seiner Gegner lehnen dies jedoch ab. (dpa)
21:03 Uhr
Dienstag, 27. Oktober
Prognosen: Netanyahus Likud-Partei bei Wahl in Israel vorn
Bei der Parlamentswahl in Israel ist die rechtskonservative Likud-Partei von Ministerpräsident Benjamin Netanjahu laut Prognosen stärkste Kraft geworden. Laut führenden TV-Sendern kam sie auf 24 bis 25 von insgesamt 120 Mandaten im Parlament. Auf Platz zwei landete demnach mit 21 bis 23 Mandaten die Mitte-Partei Jaschar des Ex-Militärchefs Gadi Eisenkot. Weder das Lager Netanjahus noch das Lager seiner politischen Rivalen - jeweils mehrere Parteien - erreichte demnach jedoch die absolute Mehrheit.
Den Prognosen zufolge lag das Lager von Eisenkot zwei bis drei Mandate vor dem Lager Netanjahus, das nur auf 50 von insgesamt 120 Sitzen im Parlament kam. Die Regierungsbildung und wer den künftigen Ministerpräsidenten stellen wird, war daher noch völlig ungewiss. (dpa)
20:29 Uhr
Dienstag, 27. Oktober
Wahlkommission lehnt Verlängerung der Stimmabgabe ab
Bei der Parlamentswahl in Israel hat die zentrale Wahlkommission einen Antrag von Ministerpräsident Benjamin Netanyahus Likud-Partei und weiteren rechten Parteien auf eine Verlängerung der Stimmabgabe abgelehnt. Die gegenwärtigen Umstände rechtfertigten es nicht, die Öffnungszeiten der Wahllokale über die geplante Schliessung um 22.00 Uhr (21 Uhr MEZ) hinaus zu verlängern, teilte die Kommission am Dienstag mit. Alle Wahlberechtigten, die bis zu diesem Zeitpunkt in der Schlange stünden, dürften aber noch ihre Stimme abgeben, hiess es.
Die hohe Wahlbeteiligung in allen Teilen der Gesellschaft zeige ein starkes öffentliches Interesse am demokratischen Prozess, erklärte die Kommission. Eine Notwendigkeit zur Verlängerung der Stimmabgabe sei nicht festgestellt worden.
Netanyahus Gegner warfen dem Regierungschef vor, mit dem Antrag die Grundlage für eine spätere Anfechtung des Wahlergebnisses schaffen zu wollen. (dpa)
18:08 Uhr
Dienstag, 27. Oktober
Israel: Hohe Wahlbeteiligung könnte Netanjahu schaden
Die hohe Wahlbeteiligung in Gebieten mit vielen Oppositionsanhängern könnte bei der Wahl in Israel nach Einschätzung des Forschers Ofer Kenig zum Problem für Ministerpräsident Benjamin Netanjahu werden. Allerdings sei grosse Vorsicht geboten, sagte Kenig von der Denkfabrik Israel Democracy Institute in Jerusalem. Netanjahu habe es schon früher geschafft, in den letzten Stunden des Wahltags Wähler zu mobilisieren.
Netanjahus Likud-Partei hat eine Öffnung der Wahllokale über 22 Uhr Ortszeit hinaus beantragt. Bis 16 Uhr hatten bereits fast 56 Prozent der Stimmberechtigten ihr Kreuzchen gesetzt. Der geschäftsführende Generaldirektor der Wahlkommission, Dean Livne, sagte, das sei der höchste Wert zu diesem Zeitpunkt seit Beginn der entsprechenden Aufzeichnungen im Jahr 1973. (dpa)
16:55 Uhr
Dienstag, 27. Oktober
Wahlbeteiligung in Israel auf Rekordkurs
Die Wahlbeteiligung in Israel klettert weiter. Bis 16 Uhr Ortszeit hatten fast 56 Prozent der Stimmberechtigten ihr Kreuzchen gesetzt. Der geschäftsführende Generaldirektor der Wahlkommission, Dean Livne, sagte, das sei der höchste Wert zu diesem Zeitpunkt seit Beginn der entsprechenden Aufzeichnungen im Jahr 1973. Demnach lag die Beteiligung bis 16 Uhr um 8,2 Prozentpunkte höher als bei der Knesset-Wahl im Jahr 2022. (dpa)
14:23 Uhr
Dienstag, 27. Oktober
Ben-Gvir und Netanyahu warnen vor hoher Wahlbeteiligung unter Arabern
Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanyahu und der ultrarechte Polizeiminister Itamar Ben-Gvir haben ihre Anhänger vor den Folgen einer angeblich überdurchschnittlichen Wahlbeteiligung unter arabischen Israelis gewarnt. «Die Wahlbeteiligung im arabischen Sektor ist extrem hoch - beispiellos!», sagte Ben-Gvir am Dienstag ausserhalb der arabischen Stadt Kfar Kassem in Zentralisrael. Er forderte seine Anhänger auf, seine Partei zu wählen, wenn sie wollten, dass das Land jüdisch bleibe.
Ähnlich äusserte sich Netanjahu, der bereits bei vergangenen Wahlen mit solchen Warnungen versucht hatte, die eigenen Wähler zu mobilisieren. Am Dienstag rief er seine Anhänger auf, Strandbesuche oder Grillfeste zu verschieben und wählen zu gehen. Es gehe darum, den jüdischen Staat und dessen Zukunft zu bewahren und die Sicherheit jüdischer Israelis zu gewährleisten.
Bis zum Mittag lag die Wahlbeteiligung in einigen arabischen Orten Israels bei 40 bis 50 Prozent, landesweit waren es 31 Prozent, wie die Zentrale Wahlkommission mitteilte. Auch Reporter der Nachrichtenagentur AP beobachteten einen grossen Andrang in mehreren arabisch geprägten Orten im Norden Israels.
Arabische Israelis machen etwa 20 Prozent der Bevölkerung aus. Falls weder das rechte Lager um Netanjahu noch das gegnerische Lager um Eisenkot eine Regierung bilden kann, könnten die arabischen Parteien eine entscheidende Rolle spielen – sofern andere Parteien zu einem Bündnis mit ihnen bereit sind. (dpa)
13:33 Uhr
Dienstag, 27. Oktober
Israels Wahlkommission sieht kaum Unregelmässigkeiten
Bei der Parlamentswahl in Israel ist es am Dienstag nach Einschätzung der Wahlkommission zunächst zu keinen grösseren Unregelmässigkeiten gekommen. Dean Livne, der amtierende Generaldirektor der Kommission, sagte, die Zahl der Meldungen über Unregelmässigkeiten oder Probleme in den Wahllokalen sei im Verlauf des Vormittags deutlich geringer gewesen als bei früheren Wahlen.
Die Partei Jaschar von Gadi Eisenkot, dem wichtigsten Herausforderer des israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu, teilte mit, sie habe wegen neun Vorfällen, bei denen Stimmzettel gefehlt hätten oder beschädigt gewesen seien, eine dringende Beschwerde eingereicht. Die Partei sprach von einem «systematischen und gezielten» Sabotageversuch.
Im Süden Israels wurden drei Menschen wegen des Verdachts auf versuchten Wahlbetrug festgenommen. Die Polizei gehe jedoch davon aus, dass es sich um einen einzelnen Zwischenfall handle und dieser nicht Teil einer grösseren Aktion sei, sagte Livne. (dpa)
06:27 Uhr
Dienstag, 27. Oktober
Parlamentswahl in Israel angelaufen – enges Rennen erwartet
In Israel hat die Parlamentswahl begonnen. Rund 7,3 Millionen Stimmberechtigte entscheiden über die 120 Sitze der Knesset. Der Urnengang gilt als richtungsweisend für das Land und die politische Zukunft von Ministerpräsident Benjamin Netanjahu. Sein wichtigster Herausforderer ist Ex-Militärchef Gadi Eisenkot. Umfragen deuten auf ein enges Rennen hin. Erneut könnte ein Patt die Regierungsbildung erschweren. Für eine Mehrheit sind mindestens 61 Mandate nötig. Erste Prognosen werden am Abend erwartet.
15:23 Uhr
Montag, 26. Oktober
Ägypten erlaubt Schritte zur Saudi-Verteidigung
Das ägyptische Parlament hat Präsident Abdel Fattah al-Sisi ermächtigt, Massnahmen zur Unterstützung Saudi-Arabiens bei der Verteidigung des Königreichs zu ergreifen. Das berichteten übereinstimmend mehrere staatsnahe Medien.

Die Zustimmung sei mit einer Zweidrittelmehrheit erfolgt, berichtete die ägyptische Nachrichtenseite «Youm7». Voraussetzung für eine mögliche militärische Unterstützung sei demnach eine Abstimmung mit Saudi-Arabien und eine entsprechende Bitte Riads. Der Entscheidung gingen mehrere Tage nichtöffentlicher Beratungen im Parlament über den Umfang einer möglichen militärischen Unterstützung voraus.
Ägypten könnte Saudi-Arabien damit zum Beispiel nach Einschätzungen von Beobachtern durch Nachrichtenaustausch, Entsendung von Militärexperten, Munitionslieferungen, Bereitstellung von Waffen und Flugzeugen sowie mit Bodentruppen unterstützen. Details und konkrete Pläne dazu sind bisher aber nicht bekannt. (dpa)
15:11 Uhr
Montag, 26. Oktober
Auch Netanyahu dementiert Bericht über Eskalation
Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu hat einen Bericht über einen geplanten Angriff auf den Iran unmittelbar vor den Parlamentswahlen in Israel dementiert. Es handele sich bei dem Bericht des Senders Channel 12 um «Fake News», teilte Netanyahus Büro mit.
Zuvor war berichtet worden, dass eine Anordnung Netanyahus, Massnahmen gegen den Iran zu ergreifen, für Streit zwischen dem Regierungschef und dem israelischen Militärchef geführt habe. Mitglieder der Opposition warfen Netanyahu vor, aus Eigeninteresse die Stabilität in der Region zu gefährden.
Der chancenreichste Rivale Netanyahus bei den Parlamentswahlen, Ex-Militärchef Gadi Eisenkot, warnte Netanyahu, dieser solle es nicht wagen, seine «eigenen politischen Interessen vor die Sicherheit des Staats zu stellen». Auf der Plattform X schrieb Eisekot: «Netanjahu, ich beobachte Sie.»
Der Chef der oppositionellen Partei Jisrael Beitenu, Avigdor Lieberman, rief die Generalstaatsanwaltschaft zu strafrechtlichen Ermittlungen gegen Netanyahu wegen des Verdachts des Hochverrats auf. Er warf ihm Versuche vor, «Israel am Vorabend von Wahlen in einen Krieg zu ziehen, darunter eine Bereitschaft, (israelische) Soldaten aus Angst vor einer Wahlniederlage zu opfern». (dpa)
11:29 Uhr
Montag, 26. Oktober
Unterhändler wollen neue Eskalation im Iran-Krieg verhindern
Hochrangige Vertreter aus Saudi-Arabien, Pakistan und der Türkei sind zu Gesprächen in Teheran eingetroffen, um eine erneute Eskalation zwischen dem Iran, Israel und den USA zu verhindern. Auch katarische Vermittler, die sich zuvor mit Washington abgestimmt hatten, nehmen an den Bemühungen teil. Ziel ist ein Abkommen zwischen den USA und dem Iran. Zudem soll über den Jemen-Krieg und Angriffe der Huthi-Rebellen auf Saudi-Arabien beraten werden.
Vor der Parlamentswahl in Israel am Dienstag und den US-Zwischenwahlen eine Woche später wächst die Sorge vor neuen Kämpfen. Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu warnte unter Berufung auf Geheimdienstinformationen vor möglichen iranischen Angriffen zur Störung der Wahl und drohte mit massiven Vergeltungsschlägen.
Pakistan und Katar hatten bereits im Juni eine Rahmenvereinbarung vermittelt. Diese sah die Öffnung der Strasse von Hormus durch den Iran, ein Ende der US-Blockade iranischer Häfen sowie weitere Verhandlungen über das Atomprogramm vor. Streit über die Umsetzung führte jedoch zu erneuten Kämpfen. (dpa)
08:57 Uhr
Montag, 26. Oktober
Israel dementiert Angriffspläne gegen Iran vor Wahl
Israel plant nach Angaben von Verteidigungsminister Israel Katz keinen Angriff auf den Iran vor der Parlamentswahl am Dienstag. Damit widersprach er einem Bericht des Senders N12 über einen heftigen Streit zwischen Ministerpräsident Benjamin Netanyahu und Militärchef Ejal Zamir wegen einer möglichen militärischen Eskalation.
Zamir soll vor einer geplanten Militäraktion eine eingehende Beratung und rechtliche Absicherung gefordert haben. In der Armeeführung gebe es laut dem Bericht Sorgen, Netanyahu könnte den Iran-Konflikt für innenpolitische Zwecke nutzen. Netanyahu dementierte die Darstellung, Katz warf der Opposition eine gezielte Diskreditierung vor.
Zugleich drohte Katz dem Iran mit einer harten Reaktion auf mögliche Angriffe. Netanyahu betonte bei einem Besuch des Raketenabwehrsystems Arrow, Israel sei sowohl auf Verteidigung als auch auf Angriffe vorbereitet. (dpa)
06:00 Uhr
Montag, 26. Oktober
Jordanien nimmt drei Verdächtige nach tödlichem Kirchenangriff fest
Nach einem tödlichen Angriff auf eine griechisch-orthodoxe Kirche in Jordanien haben Sicherheitskräfte drei Verdächtige festgenommen. Bei dem Angriff am Freitag waren neun Menschen getötet und mehr als zwei Dutzend verletzt worden. Die Festnahmen seien am frühen Montagmorgen nach einem Schusswechsel in Karak südlich der Hauptstadt Amman erfolgt, teilte die Behörde für öffentliche Sicherheit mit. Alle drei Verdächtigen seien verletzt worden. Mitglieder der Sicherheitskräfte seien bei dem Einsatz nicht verletzt worden.
Der Angriff ereignete sich während einer Beerdigung. Nach bisherigen Angaben waren drei Männer daran beteiligt. In Karak lebt eine christliche Minderheit. (dpa)
01:43 Uhr
Montag, 26. Oktober
Zehntausende Israelis reisen für Parlamentswahl in ihre Heimat
Zur Parlamentswahl in Israel am Dienstag werden bis zu 67'000 im Ausland lebende Israelis erwartet. Da eine Stimmabgabe aus dem Ausland nur in Ausnahmefällen möglich ist, reisen viele eigens an. Rund die Hälfte kommt aus den USA, weitere aus Europa, Kanada, Australien und Neuseeland.

Die erste Wahl seit dem Hamas-Terrorangriff vom 7. Oktober 2023 gilt als Abstimmung über den Kurs von Ministerpräsident Benjamin Netanjahu. Rund 7,3 Millionen Menschen sind wahlberechtigt. Umfragen deuten auf ein enges Rennen zwischen Netanyahus Likud-Partei und der zentristischen Jaschar-Partei von Ex-Generalstabschef Gadi Eisenkot hin.
Viele Auslandsisraelis sorgen sich um die Demokratie, den Einfluss der Ultrarechten und die Kriegsführung im Gazastreifen. Sie hoffen auf einen Regierungswechsel und einen Kurswechsel in den palästinensischen Gebieten. Eisenkot verspricht unter anderem eine staatliche Untersuchung der Ereignisse vom 7. Oktober und des Kriegsverlaufs.
Wie stark die anreisenden Wähler das Ergebnis beeinflussen könnten, ist unklar. Politikanalysten betonen, dass auch Unterstützer Netanyahus aus dem Ausland zur Stimmabgabe anreisen. (dpa)
14:01 Uhr
Sonntag, 25. Oktober
Israelisches Militär verhängt neue Beschränkungen im Westjordanland
Nach dem Tod zweier Soldaten bei einem Schusswaffenangriff im Westjordanland weitet Israel die Einschränkungen für Palästinenser in dem besetzten Gebiet aus. Das Militär kündigte am Sonntag an, palästinensischen Arbeitern die Beschäftigung in jüdischen Siedlungen zu verbieten.
Das israelische Militär hatte nach dem Angriff am Freitag mitgeteilt, es habe als Reaktion mit gezielten und gründlichen Durchsuchungen in dem Gebiet begonnen, von dem aus die Angreifer operiert hätten. In Hebron nahm das Militär Menschen fest und riss Gebäude ab. Nach Angaben der Stadtverwaltung wurden dadurch etwa 2200 Menschen vertrieben. Zudem wurden mehrere Grenzübergänge geschlossen.
In Israel finden am Dienstag erstmals nach dem Terrorangriff vom 7. Oktober 2023 wieder Parlamentswahlen statt. Für die Regierungskoalition von Ministerpräsident Benjamin Netanjahu könnte es Umfragen zufolge eng werden. (dpa)
13:34 Uhr
Sonntag, 25. Oktober
Strände in Emiraten wegen Ölverschmutzung geschlossen
In den Vereinigten Arabischen Emiraten sind mehrere Strände wegen Ölverschmutzung geschlossen worden - mutmasslich verursacht durch einen Angriff auf einen Öltanker im Iran-Krieg. Betroffen sind Strände in den Emiraten Schardscha, Umm al-Kuwain, und Ras al-Chaima, die in der Nähe der Metropole Dubai liegen. Das Umweltministerium teilte mit, Öl sei aus einem Tanker ausgetreten und habe die emiratische Küste erreicht. Es liefen Arbeiten, um die Verschmutzung zu begrenzen und betroffene Gegenden zu säubern.
Dem Forscher Wim Zwijnenburg zufolge, der für die niederländische Organisation PAX zu Konflikt- und Umweltthemen forscht, stammt das Öl aus dem Tanker «Gem No. 2». Er gehört einem Unternehmen mit Sitz in Taiwan und fährt unter Flagge Panamas. Nach einem Angriff vor zwei Wochen sei an dem 330 Meter langen Tanker Öl ausgetreten, sagte Zwijnenburg der dpa. Der Ölteppich sei inzwischen etwa 90 Kilometer lang. Auch der Datenanbieter Windward berichtete vor einigen Tagen, dass an einem Tanker etwa 25 Kilometer vor Umm al-Kuwain Öl austrete. Die Strömung würde das Öl in Richtung der Küste tragen. Die britische Behörde für Sicherheit in der Schifffahrt (UKMTO) hatte den Angriff vor zwei Wochen gemeldet. Ein Geschoss habe das Schiff getroffen und an Bord einen Brand ausgelöst. (dpa)
12:20 Uhr
Sonntag, 25. Oktober
Bericht: Iranische Revolutionsgarden greifen Stellung im Irak an
Die iranischen Revolutionsgarden haben einem Bericht zufolge kurdische Stellungen im Nachbarland Irak attackiert. Der Angriff mit Kampfdrohnen sei auf ein Hauptquartier der Komala-Partei in der teilautonomen Region Kurdistan im Nordirak erfolgt, berichtete die regierungsnahe iranische Nachrichtenagentur Mehr. Berichte über Opfer lagen zunächst nicht vor. (dpa)
06:47 Uhr
Sonntag, 25. Oktober
Huthis melden Angriffe auf saudische Flughäfen und Ölanlagen
Die mit dem Iran verbündeten Huthi-Rebellen im Jemen haben nach eigenen Angaben mehrere Angriffe auf das benachbarte Saudi-Arabien gestartet. Die Angriffe seien mit ballistischen Raketen und Drohnen durchgeführt worden - sie hätten ihre Ziele getroffen, teilte Huthi-Militärsprecher Jahja Sari mit. Die jüngsten Angriffe der Huthi-Rebellen seien eine Vergeltungsmassnahme für saudische Angriffe auf den Jemen. Zu den Zielen gehörten demnach der König-Khalid-Flughafen in der saudischen Hauptstadt Riad, eine Anlage des staatlichen Ölgiganten Aramco in der Hafenstadt Janbu sowie eine Ölraffinerie in Rabigh im Westen Saudi-Arabiens.
Angriffe habe es auch auf Rohölpumpstationen und die wichtige saudische Ost-West-Rohölpipeline sowie den König-Fahd-Flughafen in der östlichen Stadt Dammam gegeben. Nach Angaben des Huthi-Sprechers wurden zudem der Flughafen von Nadschran und ein Luftwaffenstützpunkt in der Grossstadt Chamis Muschait angegriffen, die sich im Südwesten Saudi-Arabiens befinden. (dpa)
06:41 Uhr
Sonntag, 25. Oktober
Massenprotest in Israel gegen Netanyahu-Regierung
In Israel haben am Freitagabend Zehntausende Menschen gegen die rechtsgerichtete Regierung von Ministerpräsident Benjamin Netanyahu demonstriert. Bei einer Kundgebung in der Küstenmetropole Tel Aviv forderten ehemaligen Geiseln und Angehörige der Hinterbliebenen eine staatliche Untersuchungskommission zum Terrorangriff der islamistischen Hamas vom 7. Oktober 2023. Die Protestierenden richteten ihre Kritik direkt gegen die Regierungsführung und riefen unter anderem die Parole: «Wir vergessen nicht, wir vergeben nicht.» (dpa)
06:40 Uhr
Sonntag, 25. Oktober
Familien verlassen Wohngebiete in Hebron
In Hebron im besetzten Westjordanland haben nach Angaben der Stadtverwaltung Hunderte Familien das Gebiet Deir Baha und zwei angrenzende Viertel verlassen. Das israelische Militär habe Dutzende Bewohner gezwungen, ihre Häuser zu räumen, berichtete die palästinensische Nachrichtenagentur Wafa am Samstag. Alle Wege nach und aus Hebron seien für Fahrzeuge geschlossen, berichtete der Telegram-Kanal Basma Radio. Palästinenser nutzen den Kanal, um sich über Kontrollpunkte und Strassensperren des israelischen Militärs zu informieren. (dpa)
14:37 Uhr
Samstag, 24. Oktober
Palästinenser fordern Hilfe nach israelischem Armeeeinsatz
Die palästinensische Autonomiebehörde ruft die internationale Gemeinschaft auf, wegen des Vorgehens israelischer Sicherheitskräfte im besetzten Westjordanland einzugreifen. Nach Angaben der Autonomiebehörde stellen die Massnahmen im Raum Hebron - darunter die Vertreibung von Anwohnern, der Abriss von Häusern und Gebäuden sowie die Abriegelung von Städten - eine Kollektivstrafe dar. Diese Eskalation werde niemandem Sicherheit oder Frieden bringen, sondern nur weitere Spannungen schüren, hiess es. Am Freitagmorgen hatte es einen Angriff mit Schusswaffen in der Nähe von Hebron im Westjordanland gegeben. Dabei wurden israelischen Militärangaben zufolge zwei Soldaten getötet und drei weitere verletzt. Die zwei mutmasslich palästinensischen Täter aus Hebron wurden getötet. Als Reaktion auf den Angriff begann Israel nach eigenen Angaben am Freitag eine Anti-Terror-Operation im Raum Hebron. (dpa)
14:17 Uhr
Samstag, 24. Oktober
Schauspieler posiert in Teheran als Trump hinter Gittern
In der iranischen Hauptstadt Teheran sorgt eine Installation rund um den Krieg für Aufmerksamkeit. Am bekannten Tadschrisch-Platz im Norden der Millionenmetropole hat die Stadtverwaltung einen Schauspieler beauftragt, hinter Gittern als US-Präsident Donald Trump zu posieren. Das Werk einer nachgebildeten Gefängniszelle ist an einer freistehenden Werbetafel angebracht. Daneben zeigt eine LED-Wand Texte und Bilder, in denen Trump Kriegsverbrechen vorgeworfen werden. Der Schauspieler schlüpft nach Angaben der Organisatoren von morgens bis mittags in die Rolle Trumps. Auch am Abend bis nach Mitternacht ist er in der Installation zu sehen.
Zuletzt war die Sorge vor einer erneuten militärischen Eskalation weiter gewachsen. (dpa)
13:48 Uhr
Samstag, 24. Oktober
Huthi: Vier Mitglieder einer Familie sterben bei Luftangriff im Jemen
Bei einem Luftangriff im Jemen sind nach Angaben der vom Iran unterstützten Huthi-Miliz vier Mitglieder einer Familie getötet worden. Unter den Opfern seien Frauen und Kinder, teilte das Gesundheitsministerium der Huthi am Samstag mit. Bei dem Angriff am Freitagabend sei ein Haus in Hiba in der Nähe der von den Huthi belagerten Stadt Tais getroffen worden. Ministeriumssprecher Anis al-Asbahi teilte mit, bei einem weiteren Luftangriff sei in der Nacht zum Samstag eine Unterkunft für afrikanische Migranten in der nördlichen Stadt Saada getroffen worden. Dabei habe es sieben Verletzte gegeben. Für beide Luftangriffe machte er Saudi-Arabien verantwortlich. (dpa)
13:47 Uhr
Samstag, 24. Oktober
UN-Nothilfebüro warnt vor wachsender Choleragefahr in Tais
Treibstoff- und Trinkwassermangel sowie liegenbleibender Müll erhöhen laut dem UN-Nothilfebüro (OCHA) in der jemenitischen Stadt Tais das Risiko von Krankheiten wie Cholera. Ohne Treibstoff komme der Betrieb von Wasserpumpen, Krankenhausgeneratoren und Müllabfuhr zum Erliegen, sagte OCHA-Sprecher Jens Laerke. Zusätzlich verschärfe die Nutzung ungeschützter, möglicherweise verunreinigter Brunnen durch durstige Familien die Gesundheitsgefahren. (dpa)
13:45 Uhr
Samstag, 24. Oktober
Trinkwasser in von den Huthi belagerter Stadt Tais wird knapp
Der Trinkwasserbedarf der mehr als eine Million Einwohner der jemenitischen Stadt Tais wird nach Angaben von Hilfsorganisationen nur noch knapp gedeckt. Der Zugang zu Brunnen sei eingeschränkt, Entsalzungsanlagen gehe der Treibstoff aus. Wasserlieferungen per Lastwagen seien weitgehend blockiert. Zugleich habe sich der Preis für Kochgas mehr als vervierfacht, sagte Hani Bafakih, Experte für Wasser, Sanitärversorgung und Hygiene bei der Hilfsorganisation CARE im Jemen. Mehl und Reis sind Hilfsorganisationen zufolge etwa 50 Prozent teurer als noch im Sommer. Obst und Gemüse seien schwer zu bekommen.
Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International hat die Huthi-Miliz aufgefordert, die Strassen in die Stadt unverzüglich zu öffnen. Tais werde an den Rand einer schweren humanitären Katastrophe gedrängt, warnte die Organisation. Die vom Iran unterstützten Huthi-Rebellen belagern Tais im Zuge ihres wieder aufgeflammten Krieges mit der international anerkannten Regierung und der Militärkoalition unter saudischer Führung, die sie im Kampf gegen die Huthi unterstützt. (dpa)
11:28 Uhr
Samstag, 24. Oktober
Tote bei israelischen Angriffen im Gazastreifen
Bei israelischen Angriffen im Gazastreifen sind nach Angaben von Krankenhausvertretern mehrere Menschen getötet worden. Bei einem Angriff am Samstag sei in der Stadt Gaza mindestens ein Mensch ums Leben gekommen, teilten Vertreter des Schifa-Krankenhauses mit. Mehrere weitere Menschen seien verletzt worden.
Zwei weitere Menschen wurden nach Angaben der Klinik in der grössten Stadt des Gazastreifens bei einem Angriff am Freitag getötet. Trauernde Angehörige versammelten sich daraufhin im Hof der Klinik. Zuvor war bei einem Angriff im südlichen Gazastreifen ein Mensch getötet worden. Der Angriff habe einem Extremisten der Hamas gegolten, teilte das israelische Militär mit.
Seit dem 10. Oktober 2025 gilt im Gazastreifen eine Waffenruhe, die die schwersten Gefechte beendet hat. Israel greift jedoch weiterhin beinahe täglich Ziele in dem Palästinensergebiet an. Nach Angaben des von der Hamas kontrollierten Gesundheitsministeriums im Gazastreifen wurden seit Beginn der Waffenruhe mehr als 1'500 Palästinenserinnen und Palästinenser getötet. Das Ministerium unterscheidet in seiner Statistik nicht zwischen Kämpfern und Zivilisten. UN-Organisationen und unabhängige Experten halten die Zahlen grundsätzlich für belastbar. (dpa)
06:30 Uhr
Samstag, 24. Oktober
Bericht: Iran nimmt US-Diplomaten in Nahost ins Visier
Der Iran soll laut einem US-Medienbericht amerikanische Diplomaten und Beamte im Nahen Osten verstärkt ins Visier genommen haben. Das berichtet das US-Portal «Axios» unter Berufung auf US-Geheimdienst-Einschätzungen. Darunter gebe es tödliche Anschlagspläne im fortgeschrittenen Stadium. «Axios» verweist auf ein Nachrichtendienst-Memo von Freitag, das an US-Aussenminister Marco Rubio geschickt worden sei. Dem Medienbericht zufolge sind die Geheimdiensterkenntnisse ein Grund dafür, dass das Aussenministerium angesichts wachsender Befürchtungen vor einem umfassenderen regionalen Konflikt Personal an US-Botschaften im Nahen Osten reduziere. «Axios» beruft sich auf Angaben von US-Regierungsbeamten. Am Freitag ordnete das US-Aussenministerium dem Bericht zufolge eine Reduzierung von US-Personal in den Botschaften in den Vereinigten Arabischen Emiraten, im Libanon, in Katar und in Jordanien an. (dpa)
06:24 Uhr
Samstag, 24. Oktober
UN-Generalsekretär Guterres zeigt sich besorgt
UN-Generalsekretär António Guterres zeigte sich «zutiefst besorgt» über die Abriegelung von Hebron sowie über Berichte von Hausabrissen und möglichen Vertreibungen, wie sein Sprecher in New York mitteilte. «Diese Absperrungen schränken die Bewegungsfreiheit der Palästinenser, ihren Zugang zu grundlegenden Dienstleistungen und ihre Lebensgrundlage erheblich ein», sagte der Sprecher. (dpa)
06:20 Uhr
Samstag, 24. Oktober
Israel startet «Anti-Terror-Operation» im Westjordanland
Als Reaktion auf einen Angriff im Westjordanland mit zwei getöteten Soldaten hat Israel eigenen Angaben zufolge einen Anti-Terror-Einsatz im Raum Hebron gestartet. «Die Kräfte haben begonnen, das Gebiet gezielt, präzise und umfassend zu durchsuchen, um Terrorinfrastruktur und Waffen ausfindig zu machen und zu beseitigen», hiess es am späten Abend in einer gemeinsamen auf der Plattform Telegram veröffentlichten Erklärung der israelischen Armee und des Inlandgeheimdiensts Schin Bet. Der Einsatz werde voraussichtlich mehrere Tage dauern.
Am Freitagmorgen hatte es einen Angriff mit Schusswaffen in der Nähe von Hebron im Westjordanland gegeben. Dabei wurden laut Angaben des israelischen Militärs zwei Soldaten getötet und drei weitere verletzt. Die beiden mutmasslich palästinensischen Täter aus Hebron wurden getötet. Die Sicherheitskräfte hätten dadurch einen «schweren Anschlag» verhindert, sagte Israels Ministerpräsident Benjamin Netanyahu.
Seit Beginn des Einsatzes könnten Bewohnerinnen und Bewohner des betroffenen Gebiets über drei ausgewiesene Ausgänge nach Befragung das Gebiet verlassen, hiess es weiter. Zu den Anti-Terror-Massnahmen zähle auch die Abriegelung der Gebiete Hebron und Halhul sowie die Einrichtung von Strassensperren. (dpa)
15:04 Uhr
Freitag, 23. Oktober
Israel bereitet Abriegelung des Westjordanlands vor
Das israelische Militär bereitet auf Anweisung der Regierung eine vollständige Abriegelung des Westjordanlands vor. Die Sicherheitskräfte seien aufgefordert worden, die Stadt Hebron umgehend abzuriegeln und Vorbereitungen für eine vollständige Schliessung des gesamten Westjordanlandes ab Freitag zu treffen, teilte das Büro des israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu mit.
Die Anordnungen ergingen, nachdem die israelische Armee mitgeteilt hatte, sie habe in der Nähe von Hebron im Westjordanland einen Terroranschlag vereitelt. Dabei seien zwei Soldaten getötet und drei weitere leicht verletzt worden. Auch zwei Angreifer, beides Palästinenser aus Hebron, seien getötet worden. Laut dem Militär hatten die Angreifer ein M16-Gewehr sowie eine Handfeuerwaffe bei sich.
Nach Militärangaben trafen die Männer am Morgen an einer israelischen Militärstellung ein. Es folgte ein etwa 20-minütiger Schusswechsel. Das Militär erklärte, seine Einheiten hätten die Angreifer daran gehindert, weiter vorzurücken und möglicherweise Zivilisten zu attackieren.
Abriegelungen kommen im Westjordanland immer häufiger vor. Es ist bereits das vierte Mal innerhalb von vier Wochen, dass Israel im gesamten Gebiet Beschränkungen verhängt. Dabei werden Tore und Kontrollpunkte auf den Strassen geschlossen, die palästinensische Dörfer mit den Hauptverkehrsstrassen verbinden. Die israelischen Siedlungen in dem Gebiet bleiben dabei erreichbar. (dpa)
06:41 Uhr
Freitag, 23. Oktober
Mann mit Down-Syndrom bei israelischem Einsatz in Syrien getötet
Israelische Soldaten haben bei einem Einsatz in einem Dorf im Süden Syriens einen Mann mit Trisomie 21 getötet. Das berichteten Bewohner und die staatliche Nachrichtenagentur Sana am Donnerstag. Der Mann wurde noch am selben Tag in seinem Heimatdorf Dschamla in der Provinz Daraa beigesetzt. Die israelische Armee teilte mit, Soldaten hätten bei einem nächtlichen Einsatz einen Verdächtigen bemerkt, der sich ihnen genähert habe. Da er trotz ihrer Reaktion weiter auf sie zugegangen sei, hätten sie geschossen, um die Bedrohung abzuwenden. Der Vorfall werde untersucht.
Bewohnern zufolge war der Mann unbewaffnet und lebte bei seinen Schwestern, nachdem seine Eltern gestorben waren. Ein Dorfbewohner sagte, der Mann habe keinen Widerstand geleistet und sei kein Kämpfer gewesen.
Nach dem Sturz des syrischen Präsidenten Baschar al-Assad im Dezember 2024 hatten israelische Truppen eine von den Vereinten Nationen überwachte Pufferzone im Süden Syriens besetzt. Dschamla befindet sich nicht in dieser Zone, doch israelische Soldaten dringen nach Angaben von Bewohnern auch in Gebiete ausserhalb davon vor. Die syrische Regierung fordert regelmässig den Abzug der israelischen Truppen.
Das syrische Aussenministerium verurteilte die Tötung und forderte die internationale Gemeinschaft auf, weitere israelische Angriffe auf syrisches Gebiet zu verhindern. Ein Anwalt und Aktivist aus der Provinz Daraa rief die syrischen Behörden dazu auf, vor internationalen Gerichten gegen Israel vorzugehen. Einige Bewohner forderten zudem, die Bevölkerung zu bewaffnen, um sich gegen israelische Einsätze zur Wehr setzen zu können. (dpa)
13:58 Uhr
Donnerstag, 22. Oktober
Israelischer Experte warnt vor erneutem Iran-Krieg
Angesichts zunehmend kämpferischer Töne hat der israelische Politikexperte Danny Citrinowicz vor einem erneuten Krieg mit dem Iran gewarnt. Weder die USA noch Israel hätten offenbar die richtigen Lehren aus den bisherigen Kriegsrunden gezogen, schrieb er auf X. Dies sei überraschend und beunruhigend. Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanyahu hatte am Mittwoch den Sturz der iranischen Führung als ausdrückliches Ziel der israelischen Sicherheitskräfte genannt. Nur so lasse sich die Bedrohung durch das iranische Atomprogramm ein für alle Mal beseitigen, sagte er.
Citrinowicz hält dagegen, dass eine weitere Angriffswelle kaum Ergebnisse bringen dürfte, die bislang ausgeblieben seien. Nach wochenlangen Kämpfen, enormem Ressourceneinsatz und Erklärungen über historische Erfolge sehe man sich erneut mit denselben Bedrohungen konfrontiert, schrieb er. Selbst härtere Angriffe würden den Iran nicht zwangsläufig zur Kapitulation bewegen, sondern könnten die Führung vielmehr dazu antreiben, nach Atomwaffen zu streben. (dpa)
07:26 Uhr
Donnerstag, 22. Oktober
Behörde: Toter bei Angriff auf saudischen Flughafen Dammam
Bei einem Angriff auf den Flughafen im saudi-arabischen Dammam ist ein Mensch getötet worden. Wie die Luftfahrtbehörde auf der Plattform X mitteilte, wurden bei der Attacke am Mittwochabend acht weitere Menschen verletzt. Zudem sei Sachschaden entstanden, dessen Ausmass noch ermittelt werde. Der Flughafen der Stadt am Persischen Golf war in diesem Monat schon einmal Ziel eines Angriffs der jemenitischen Huthi-Miliz gewesen. Auch dabei war es zu Sachschäden gekommen. Bei einem weiteren Angriff am Mittwoch waren in Saudi-Arabien zudem zwei Menschen durch Trümmerteile einer abgeschossenen Drohne der vom Iran unterstützten Huthi getötet worden, wie die staatliche Nachrichtenagentur SPA meldete. Zwei weitere Menschen seien verletzt worden, hiess es. (dpa)
07:24 Uhr
Donnerstag, 22. Oktober
Irans Revolutionsgarden melden Feuer an mehreren Öltankern
Irans Revolutionsgarden haben Feuer an mehreren Öltankern in der Region der Strasse von Hormus gemeldet. Vier Tanker seien beim Umladen von Öl auf andere Schiffe angegriffen worden und weitere drei Schiffe seien in der Nacht auf Minen aufgefahren, hiess es in einer Mitteilung der mächtigen Militärorganisation. Die Angaben können nicht unabhängig überprüft werden. Die Revolutionsgarden bezeichneten die Passage der Meerenge erneut als illegal und drohten den USA mit einer Ausweitung von Angriffen. Irans Streitkräfte haben ihre Attacken auf die Schifffahrt in der Strasse von Hormus in den vergangenen Wochen intensiviert. (dpa)
20:37 Uhr
Mittwoch, 21. Oktober
Demokratischer US-Politiker im Westjordanland kurzzeitig festgenommen
Ein Politiker der US-Demokraten ist bei einer Protestaktion zugunsten von Palästinensern im Westjordanland von israelischen Sicherheitskräften kurzzeitig festgenommen worden. Brad Lander, der für die Demokraten bei den Zwischenwahlen in knapp zwei Wochen um einen Sitz im Repräsentantenhaus antritt, sei abgeführt worden, als er Palästinensern am Mittwoch bei der Olivenernte geholfen habe, teilte das israelische Militär mit. Lander wurde zwar freigelassen, aber Dutzende andere Freiwillige, darunter eine Gruppe von US-Rabbis, waren zunächst noch in Gewahrsam.

Das israelische Militär teilte mit, die palästinensischen Bauern und ihre freiwilligen Helfer hätten es versäumt, vorab eine Genehmigung für die Ernte einzuholen. Sie seien «aufgrund des Sicherheitsrisikos, das durch eine unkoordinierte Ernte in der Nähe einer israelischen Ortschaft entsteht», festgenommen worden. Später ergänzte das Militär, man betrachte «das Eintreffen Dutzender Aktivisten als eine rein provokative Aktion, die den Ernteprozess untergräbt.»
Während der diesjährigen Olivenernte ist es zu mehreren gewaltsamen Zwischenfällen zwischen israelischen Siedlern und palästinensischen Bauern gekommen. In deutlich mehr Fällen als in vergangenen Jahren müssen die Palästinenser für Ernte auf ihrem Privatland die Genehmigung des Militärs einholen, wie die siedlungskritische Organisation Peace Now mitteilte. Lander schrieb nach seiner Festnahme auf der Plattform X, die Besetzung des Westjordanlands durch Israel sei ein völkerrechtswidriges Verbrechen. «Oliven zu ernten ist nach keinem Gesetz, das mir bekannt ist, ein Verbrechen.» (dpa)
20:01 Uhr
Mittwoch, 21. Oktober
Huthi: Militärlager am Flughafen von Aden angegriffen
Die Huthi-Miliz im Jemen hat nach eigenen Angaben ein Militärlager am Flughafen der südlichen Hafenstadt Aden mit einer ballistischen Rakete angegriffen. Huthi-Militärsprecher Jahja Sari sagte, das Lager beherberge ein Kommandozentrum der von Saudi-Arabien angeführten Militärkoalition gegen die Miliz.
Ein Vertreter des Verkehrsministeriums der international anerkannten Regierung in Aden sagte, vor dem Angriff sei von dem Flughafen ein ziviles Flugzeug gestartet. Die Abflughalle sei evakuiert und der Betrieb vorübergehend eingestellt worden. Das Rollfeld sei nicht beschädigt worden.
Bereits am vergangenen Freitag hatten die Huthi einen Angriff auf das Militärlager am Flughafen für sich reklamiert. (dpa)
19:01 Uhr
Mittwoch, 21. Oktober
Tanker im Persischen Golf von Projektilen getroffen
Im Persischen Golf sind zwei Tanker von unbekannten Geschossen getroffen worden. Die von der britischen Marine finanzierte Behörde für Sicherheit in der Schifffahrt (UKMTO) teilte am Mittwoch mit, vor der omanischen Küste sei dabei auf einem Schiff ein Feuer ausgebrochen. Ein weiteres Schiff sei vor der irakischen Küste beschossen worden. Die Besatzungen beider Schiffe seien in Sicherheit. Das Feuer auf dem Schiff vor der Küste des Omans sei gelöscht. (dpa)
10:40 Uhr
Mittwoch, 21. Oktober
Iran will bei Angriff auf Infrastruktur Unterseekabel kappen
Irans Streitkräfte wollen im Falle eines Angriffs auf zivile Infrastruktur die Unterseekabel im Persischen Golf ins Visier nehmen. «Wenn sie (die USA) unserer Infrastruktur Schaden zufügen wollen, ist es selbstverständlich, dass die Islamische Republik ihre gesamte Macht einsetzen wird, um deren Kapital und Vermögenswerte mit Leichtigkeit zu zerstören», sagte ein General der Revolutionsgarden dem staatlichen Sender Al-Alam.
«Dazu gehören auch die Internetkabel, darunter sieben wichtige Kabel, die unter Wasser durch die Strasse von Hormus verlaufen», sagte der Offizier weiter. «Die Islamische Republik kann den USA und ihren regionalen Verbündeten dadurch zweifellos schwere Schäden zufügen.»
Die Strasse von Hormus ist im Iran-Krieg zum zentralen Konfliktpunkt zwischen Teheran und Washington geworden. Irans Streitkräfte haben in den vergangenen Wochen ihre Angriffe auf Öltanker und Frachtschiffe intensiviert, um US-Präsident Donald Trump mit steigenden Preisen vor den Kongresswahlen innenpolitisch unter Druck zu setzen.
Die Strasse von Hormus ist nicht nur für den weltweiten Handel mit Öl und Flüssiggas von grosser Bedeutung. Die Meerenge gilt auch als Engpass für mehrere Unterwasser-Glasfaserkabel, die insbesondere die Staaten am Persischen Golf mit internationalen Datennetzen verbinden. (dpa)
05:02 Uhr
Mittwoch, 21. Oktober
Schicksalswahl in Israel: Netanjahu kämpft um seine Macht
Bei der Parlamentswahl in Israel am 27. Oktober zeichnet sich laut Umfragen ein Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen Ministerpräsident Benjamin Netanjahu und der liberaleren Opposition ab. Für viele Israelis steht auch die Zukunft der Demokratie auf dem Spiel.

Netanjahu steht wegen des Hamas-Massakers vom 7. Oktober 2023 und der Kriegsführung im Gazastreifen unter Druck. Eine persönliche Verantwortung weist er zurück und verweist stattdessen auf militärische Erfolge gegen den Iran, die Hamas und die Hisbollah. US-Präsident Donald Trump unterstützt ihn. Wegen mutmasslicher Kriegsverbrechen liegt zudem ein internationaler Haftbefehl gegen Netanjahu vor.
Als wichtigster Herausforderer gilt Ex-Generalstabschef Gadi Eisenkot. Da keines der Lager mit einer Mehrheit rechnen kann, wäre er für eine Regierungsbildung auf arabische Parteien angewiesen. Scheitert diese, könnte Netanjahu vorerst im Amt bleiben.
Gegen Netanjahu läuft zudem ein Korruptionsprozess, dessen Vorwürfe er bestreitet. Politikwissenschaftler Jonathan Rynhold sieht bei einem Machtwechsel Chancen für ein Ende des umstrittenen Justizumbaus. Bleibt Netanjahus bisherige Koalition an der Macht, befürchtet er eine weitere Schwächung der liberalen Demokratie und eine Abwanderung hoch qualifizierter Menschen. (dpa)
21:30 Uhr
Dienstag, 20. Oktober
Katar wirft Israel mangelnden Willen zu Gaza-Frieden vor
Katar hat der israelischen Führung mangelnde Bereitschaft zu einem Friedensschluss im Gaza-Krieg vorgeworfen. Stattdessen sei ihr nur an «Krieg und Tod und Zerstörung gelegen», sagte Madsched al-Ansari, Sprecher des Aussenministeriums und Berater von Ministerpräsident Mohammed bin Abdulrahman Al Thani der Nachrichtenagentur AP bei einem Sicherheitsforum in der Hauptstadt Doha. «Traurigerweise haben wir derzeit in Israel keinen Partner für Frieden», sagte al-Ansari.
Es genüge ein Blick auf die Parteien und Kandidaten bei der ersten Wahl zur Knesset, dem israelischen Parlament, seit dem 7. Oktober 2023, als Extremisten unter Führung der Hamas in Israel einfielen. «Spricht irgendjemand von ihnen von Frieden mit Palästinensern? Spricht auch nur einer von ihnen über die Stabilität der Region?»
Das Golfemirat warnte auch davor, dass die iranischen Angriffe auf die Schifffahrt in der Strasse von Hormus und die Gefährdung von Unterseekabeln den Ländern in der Region, einschliesslich des Irans, grössten Schaden zufügen könnten. Ibrahim Al-Haschimi, der Direktor der Medienabteilung im katarischen Aussenministerium, sagte, das müsse sofort aufhören. (dpa)
16:02 Uhr
Dienstag, 20. Oktober
Eine Viertelmillion Menschen im Jemen vertrieben
Die Zahl der Vertriebenen im Jemen steigt nach Angaben des Flüchtlingshilfswerks der Vereinten Nationen (UNHCR) infolge der anhaltenden Kämpfe stark an. Am 17. Oktober waren es demnach mehr als 250'000 Menschen – zehn Tage zuvor meldete die UN noch etwa 213'000 Vertriebene.
Besonders betroffen ist die Grossstadt Tais, wo die vom Iran unterstützten Huthi-Rebellen den Belagerungsring um die Stadt mit mehreren Hunderttausend Einwohnern in den vergangenen Wochen immer enger zogen. Es droht eine humanitäre Katastrophe.
Der Bürgerkrieg im Jemen ist im Zuge des Iran-Kriegs neu entflammt. Die vom Iran unterstützten Huthi nahmen bei einer Offensive weite Teile der Westküste am Roten Meer ein und rückten auch in andere Provinzen vor. Die Regierung versucht, mit Hilfe verbündeter Milizen und Saudi-Arabiens die Rebellen zurückzudrängen. (dpa)
15:01 Uhr
Dienstag, 20. Oktober
Netanyahu deutet neue gemeinsame Angriffe auf den Iran an
Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanyahu hat neue gemeinsame Angriffe mit den USA auf den Iran angedeutet. Netanyahu sagte in einem Videotelefonat mit US-Präsident Donald Trump, Israel und die USA hätten eine Aufgabe zu Ende zu bringen. Der israelische Regierungschef veröffentlichte einen Mitschnitt des Gesprächs. Darin dankte Netanyahu Trump für dessen Unterstützung.
«Donald, wir haben eine Aufgabe zu Ende zu bringen», sagte Netanjahu. «Wir werden sie zu Ende bringen, und niemand sonst wird das tun.» Die Menschen in Amerika sollten erfahren, dass Trump sich gegen die grösste Gefahr gestellt habe: einen atomar bewaffneten Iran. «Wir werden nicht zulassen, dass es dazu kommt», erklärte er. Auch Trump ist in dem Mitschnitt zu hören. (dpa)
13:39 Uhr
Dienstag, 20. Oktober
Grossbritannien weitet Militärhilfe für Saudi-Arabien aus
Grossbritannien weitet seine militärische Unterstützung für Saudi-Arabien im Kampf gegen die Huthi aus. Kampfjets der britischen Luftwaffe sollten künftig «defensive» Patrouillen über Saudi-Arabien fliegen, teilte Verteidigungsminister Wes Streeting mit. Die Typhoon-Kampfjets sollten saudische Städte, die Zivilbevölkerung und wichtige Infrastruktur vor Angriffen der Huthi schützen, sagte Streeting. Ziele der vom Iran unterstützten Miliz würden die britischen Flugzeuge nicht angreifen. Grossbritannien hatte bereits im vergangenen Monat angeboten, saudische Flugzeuge bei Einsätzen gegen die Huthi in der Luft zu betanken. (dpa)
13:38 Uhr
Dienstag, 20. Oktober
Pakistans Armeechef als Vermittler in Teheran eingetroffen
Pakistans Armeechef ist angesichts der neuen Kriegsgefahr am Persischen Golf für Gespräche in den Iran gereist. Feldmarschall Asim Munir, der bereits in der Vergangenheit zwischen der iranischen Führung und den USA vermittelt hatte, landete am Dienstag in Teheran, wie die staatliche iranische Nachrichtenagentur Irna berichtete. Die Sorgen vor einer Rückkehr zum offenen Krieg der USA und Israels gegen den Iran waren in den vergangenen Wochen gestiegen. Am Montag reiste US-Verteidigungsminister Pete Hegseth überraschend nach Israel und traf auf einem Luftwaffenstützpunkt im Süden des Landes Ministerpräsident Benjamin Netanyahu. Im Iran gab es in den vergangenen Wochen Berichten zufolge Militärmanöver und Raketentests. (dpa)
12:00 Uhr
Dienstag, 20. Oktober
Irans Revolutionsgarden melden Explosionen an Öltankern
Irans Revolutionsgarden haben Explosionen an zwei Öltankern in der Strasse von Hormus gemeldet. Eine Kollision mit Seeminen, die im Süden der Meerenge verlegt worden waren, habe die Tanker in der vergangenen Nacht in Brand gesetzt und zum Stillstand gebracht, hiess es in einer Erklärung der mächtigen Militärorganisation. Die Revolutionsgarden bezeichneten die Passage der Meerenge erneut als illegal und warnten vor einer Durchfahrt.
Irans Streitkräfte haben ihre Angriffe auf die Schifffahrt in der Strasse von Hormus in den vergangenen Wochen intensiviert. Sie attackieren dabei in der Regel Öltanker und Frachter, die sich auf einer südlichen Route nahe der omanischen Küste befinden. Seit mehreren Monaten begleitet die US-Marine dort zivile Schiffe, um den Handel mit Öl und Flüssiggas wieder zu ermöglichen. Teheran will US-Präsident Donald Trump vor den Kongresswahlen am 3. November mit steigenden Energiepreisen unter Druck setzen. (dpa)
09:56 Uhr
Dienstag, 20. Oktober
Nach Huthi-Angriffen verschiebt Saudi-Arabien Investorenkonferenz
Die Angriffe der Huthi-Miliz in Saudi-Arabien belasten die Wirtschaft des Königreichs schwer. Die jährliche Investorenkonferenz Future Investment Initiative (FII), die in knapp einer Woche in Riad eröffnen sollte, wurde auf kommendes Jahr verschoben. Die Entscheidung beruhe auf einer «tiefen Verpflichtung gegenüber unseren Partnern, Mitgliedern, Rednern und Delegierten», teilte die Vorsitzende der Konferenz, Maha bint Mischari, bei X mit. Ein neuer Termin steht bisher nicht fest. Bei der Future Investment Initiative kommen in Riad jedes Jahr führende Vertreter aus Wirtschaft und Finanzwelt zusammen. Die mehrtägige Konferenz gilt als wichtigstes Ereignis für Saudi-Arabien, um Unternehmen und Investoren aus dem Ausland zu locken. Saudi-Arabien gerät durch die Angriffe der Huthi im Jemen, bei denen es unter anderem am Flughafen Riad Tote und viele Verletzte gab, zunehmend unter Druck. (dpa)
09:55 Uhr
Dienstag, 20. Oktober
Iran meldet Abschuss von US-Kampfdrohne
Der Iran hat inmitten neuer militärischer Spannungen mit den USA den Abschuss einer Kampfdrohne gemeldet. Die Drohne vom Typ MQ-9 Reaper sei über der Strasse von Hormus von einem neuen und fortschrittlichen Flugabwehrsystem getroffen und zerstört worden, berichtete die Nachrichtenagentur Tasnim. Der Agentur Tasnim zufolge haben Irans Streitkräfte seit Kriegsausbruch bereits mehr als 50 Drohnen dieses Typs zerstört. Von der US-Armee lag zunächst keine Bestätigung dafür vor. (dpa)
07:21 Uhr
Dienstag, 20. Oktober
Hegseth trifft Netanyahu bei überraschendem Israel-Besuch
US-Verteidigungsminister Pete Hegseth ist laut israelischen Medienberichten bei einem überraschenden Israel-Besuch mit Ministerpräsident Benjamin Netanyahu zusammengetroffen. Das israelische Nachrichtenportal «ynet» berichtete, Netanjahu sei zu dem Treffen mit Hegseth zu einem Luftwaffenstützpunkt im Süden Israels geflogen. Das US-Verteidigungsministerium äusserte sich zunächst nicht zu den Berichten. Hegseth schrieb bei X, er habe Truppen des für den Nahen Osten zuständigen Regionalkommandos Centcom getroffen.
Der Besuch kommt eine Woche vor der Parlamentswahl in Israel, bei der ein Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen Netanyahu und seinem wichtigsten Herausforderer, dem Ex-Generalstabschef Gadi Eisenkot, erwartet wird. US-Präsident Donald Trump hatte Netanyahu zuletzt seine Unterstützung zugesichert. Das US-Nachrichtenportal «Axios» brachte Hegseths Besuch ausserdem mit Spekulationen über eine mögliche erneute Eskalation im Konflikt mit dem Iran in Verbindung. (dpa)
15:25 Uhr
Montag, 19. Oktober
Huthi-Angriff auf Lager im Jemen: Mindestens 53 Soldaten getötet
Bei einem Angriff der Huthi-Miliz im Jemen sind mindestens 53 Soldaten der international anerkannten Regierung ums Leben gekommen. Der Angriff traf am Montag ein Militärlager im Süden des Landes. Die Rebellen hätten drei ballistische Raketen auf das Militärlager al-Alam in der Provinz Schabwa abgefeuert, teilte die Provinzregierung mit. 200 Rekruten seien verletzt worden.
Der Vorsitzende des regierenden Präsidialrats, Raschad al-Alimi, erklärte, bei den Getöteten handele es sich um neue Rekruten aus dem ganzen Land. Er kündigte eine entschlossene Reaktion an. Der Angriff spiegele die Vorgehensweise der Huthi-Rebellen wider, «auf feige Terroranschläge zurückzugreifen, wann immer sie unter Druck geraten oder ihre vom Iran unterstützten Sabotagepläne scheitern».
Der jemenitische Militärsprecher Madsched al-Nasili bestätigte, dass die Huthi drei ballistische Raketen auf ein Ausbildungslager für Polizei und Sicherheitskräfte abgefeuert hätten. Zu den Opfern äusserte er sich nicht. Die von den Huthi kontrollierte Nachrichtenagentur Saba berichtete, bei dem Angriff der Miliz seien Dutzende Menschen getötet und verletzt worden.
Das Lager wurde zuvor von einer von den Vereinigten Arabischen Emiraten unterstützten Miliz genutzt. Es liegt im Bezirk Jardan nördlich der Provinzhauptstadt Atak und auf dem Weg in die von der Regierung kontrollierte Provinz Marib. Auch wichtige Versorgungswege für die Regierungstruppen befinden sich in dem Gebiet.
Ein jemenitischer Militärvertreter erklärte, dass es sich bei den Angegriffenen um Angehörige einer neu gegründeten schnellen Eingreiftruppe gehandelt habe. Deren Aufgabe sei die Verteidigung des Gebiets. Die Raketen seien eingeschlagen, während die Rekruten sich für eine Trainingseinheit aufgestellt hätten.
Der Angriff war einer der folgenschwersten seit der jüngsten Eskalation der Kämpfe, die eine Waffenruhe im jemenitischen Bürgerkrieg von 2022 beendete. (dpa)
11:01 Uhr
Montag, 19. Okotober
Israel nimmt nach Siedlerattacken zehn Verdächtige fest
Die israelische Polizei hat nach einer Welle der Gewalt durch jüdische Siedler gegen Palästinenser im Westjordanland zehn Verdächtige festgenommen. Ausserdem seien Fahrzeuge und Gegenstände beschlagnahmt worden, die die Verdächtigen mit mutmasslichen Straftaten in Verbindung brächten, teilte die Polizei am Montag mit. An den Untersuchungen seien der Inlandsgeheimdienst Schin Bet, die paramilitärische Grenzpolizei und das Militär beteiligt.
Ermittelt werde auch gegen Menschen, die Militärbefehle zur Einrichtung von Sperrzonen missachtet und illegale Bauten errichtet haben sollen, hiess es. Die Verdächtigen würden vernommen. Ihre Namen und ihre mutmassliche Rolle bei den Angriffen wurden nicht genannt.
Die Siedlergewalt gegen Palästinenser im besetzten Westjordanland hat in den vergangenen Jahren stark zugenommen. In diesem Jahr wurden seit Beginn der Olivenernte Anfang Oktober nach Angaben palästinensischer Behörden mindestens vier Palästinenser getötet und mehr als 100 verletzt. Tausende Bäume sind beschädigt. Menschenrechtsgruppen sagen, dass Angreifer kaum festgenommen oder bestraft werden, wenn sie Palästinenser angreifen.
Israel steht wegen der Angriffe wenige Tage vor der Parlamentswahl am 27. Oktober international stark in der Kritik. Am Freitag schlug eine Gruppe junger Siedler die «Washington Post»-Fotografin Heidi Levine zusammen und brach ihr mehrere Rippen und Wirbel. Einen Tag später griffen maskierte Siedler Diplomaten aus Belgien, Frankreich und Polen sowie Vertreter der katholischen Kirche an.
US-Botschafter Mike Huckabee verurteilte den Angriff auf Levine als «verachtenswerten Terrorakt maskierter Feiglinge» und forderte, die Täter sollten jahrelang ins Gefängnis. Der belgische Aussenminister Maxime Prévot verlangte: «Straflosigkeit für gewalttätige Siedler muss enden.» (dpa)
06:05 Uhr
Montag, 19. Okotober
Bombendrohung: Flugzeug aus Tel Aviv landet ausserplanmässig in Sofia
Ein Flugzeug auf dem Weg von Tel Aviv nach Wien hat nach einer Bombendrohung am Sonntagabend eine ausserplanmässige Landung in der bulgarischen Hauptstadt Sofia durchgeführt. Das berichtete das bulgarische Staatsfernsehen BNT unter Berufung auf eine Mitteilung des Verkehrsministeriums. An Bord des Airbus A320 waren demnach 51 Passagiere und sechs Besatzungsmitglieder. Ein Besatzungsmitglied habe die Drohung gemeldet. Daraufhin seien Kampfjets der bulgarischen Luftwaffe aufgestiegen und hätten die Maschine bis zur Landung begleitet, teilte das Verteidigungsministerium mit.
Der Vorfall werde untersucht. Weitere Details lagen zunächst nicht vor. (dpa)
22:23 Uhr
Sonntag, 18. Oktober
Trump unterstützt Netanyahu bei Wiederwahl
US-Präsident Donald Trump hat dem israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanyahu seine Unterstützung für dessen Wiederwahl ausgesprochen. Netanjahu sei ein «grossartiger, kämpferischer Ministerpräsident» und ein noch besserer «Partner für den Frieden» im Kampf gegen die Islamische Republik Iran, schrieb Trump am Sonntag in den sozialen Medien.
In Israel wird am 27. Oktober erstmals seit dem Terrorangriff der Hamas im Jahr 2023 ein neues Parlament gewählt. Trumps Unterstützung gilt wegen seiner Beliebtheit in Israel als wichtig für Netanyahu.
Der US-Präsident hatte eine Wahlempfehlung monatelang zurückgehalten, während beide in der Nahostpolitik unterschiedliche Wege verfolgten. Für Netanyahu und dessen Likud-Partei war das ein Rückschlag: Der Regierungschef stellt seine engen Beziehungen zu Trump als Argument für seinen Verbleib im Amt heraus. (dpa)
19:42 Uhr
Sonntag, 18. Oktober
Huthi melden mindestens neun Tote bei Luftangriff im Jemen
Bei einem Luftangriff in der nordjemenitischen Provinz Saada sind mindestens neun Menschen ums Leben gekommen, darunter fünf Kinder und zwei Frauen. Weitere 19 Menschen seien verletzt worden, teilte das von den Huthi kontrollierte Gesundheitsministerium mit. Unter den Verletzten seien elf Kinder, einige Menschen schwebten in Lebensgefahr.
Der Angriff habe ein Wohnhaus im Bezirk Sahar getroffen, erklärte Ministeriumssprecher Anis al-Asbahi. Er machte Saudi-Arabien dafür verantwortlich. Von der saudischen Regierung gab es zunächst keine Stellungnahme. (dpa)
16:43 Uhr
Samstag, 17. Oktober
Bericht: Siedler attackieren EU-Diplomaten im Westjordanland
Eine Gruppe israelischer Siedler hat nach Angaben des israelischen Armeeradios Fahrzeuge europäischer Diplomaten im Westjordanland angegriffen. Wie der Militärkorrespondent Doron Kadosh auf X mitteilte, umstellten nach Angaben von Augenzeugen sieben maskierte Männer mit ihren Geländewagen ein Diplomatenfahrzeug, verlangten Ausweise und zertrümmerten eine Fensterscheibe. Auf Videoaufnahmen ist zu sehen, wie ein Diplomat am Boden liegt.
Der Vorfall ereignete sich während der Olivenernte nahe der Ortschaft Taibe. Eine Stellungnahme der israelischen Armee liegt bislang nicht vor.
Bereits am Freitag erlitt die US-Fotografin Heidi Levine von der «Washington Post» bei einem Angriff von Siedlern nahe der Ortschaft Abu Falah im Westjordanland Verletzungen. Nach Angaben des Blattes griffen Dutzende maskierte israelische Siedler palästinensische Dorfbewohner an, die Oliven geerntet hätten. Sie hätten Olivenhaine in Brand gesetzt und Steine geworfen.
Levine trug nach Angaben der Zeitung eine Schutzweste, auf deren Vorder- und Rückseite deutlich «PRESS» zu lesen war. Sie sei zu Boden gestossen und wiederholt getreten worden. Ihr seien die Kamera sowie das Handy weggenommen worden. Levine habe Schnittwunden am ganzen Körper erlitten. Eine Rippe und vier Wirbel seien gebrochen. Ein Finger sei so aufgerissen worden, dass der Knochen freigelegen habe.
In einer Erklärung von Israels Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu auf X heisst es, die Umstände der Auseinandersetzung, bei der Levine angeblich angegriffen worden sei, seien unklar und würden untersucht. Berichten zufolge hätten etwa 200 Araber und linksextreme Aktivisten etwa 40 israelischen Jugendlichen gegenübergestanden. Aufnahmen zeigten maskierte Personen auf beiden Seiten, die mit Gegenständen warfen. Berichten zufolge wurden Feuerwerkskörper auf jüdische Jugendliche abgefeuert. (dpa)
06:48 Uhr
Samstag, 17. Oktober
Strasse von Hormus: Schiff fährt auf Seemine
In der Strasse von Hormus ist ein Supertanker nach Angaben der Iranischen Revolutionsgarden auf eine Seemine aufgefahren. Es habe eine Explosion und einen Brand an Bord gegeben. Iranische Medien berichteten unter Berufung auf die Elite-Einheit des Militärs weiter, der Tanker habe mehr als zwei Millionen Barrel (Fässer je 159 Liter) Rohöl geladen.
Das Schiff habe versucht, die Meerenge unerlaubt mit Täuschungsmanövern und der Unterstützung des US-Militärs zu passieren. Die Strasse von Hormus sei geschlossen, betonten die Revolutionsgarden demnach. Die iranischen Angaben zu dem Vorfall liessen sich zunächst nicht unabhängig überprüfen. (dpa)
21:12 Uhr
Freitag, 16. Oktober
US-Pressefotografin bei Siedlergewalt im Westjordanland verletzt
Bei Übergriffen israelischer Siedler auf palästinensische Dörfer im Westjordanland ist eine Journalistin der «Washington Post» verletzt worden. Mehrere Maskierte hätten am Freitag das Dorf Abu Falah angegriffen und sie geschlagen, berichtete die Fotografin Heidi Levine. Die Angreifer seien mit Flaschen und Schleudern bewaffnet gewesen. «Sie haben mich etwa zehn Minuten lang getreten», sagte Levine. «Ich habe versucht, meine Kameras und meine Tasche festzuhalten.»

Levine sagte, sie sei durch die Aufschrift «PRESSE» auf ihrer Weste als Journalistin zu erkennen gewesen. Sie habe im Krankenhaus behandelt werden müssen. Ihr Helm und ihre Schutzweste hätten sie wohl vor schlimmeren Verletzungen bewahrt. Das israelische Militär bestätigte, dass eine Journalistin verletzt wurde und verurteilte die Gewalt.
Die «Washington Post» und der Verband der Auslandspresse forderten Israel auf, die Angreifer vor Gericht zu bringen. «Dies ist der jüngste in einer langen Reihe gewaltsamer Angriffe israelischer Siedler auf Journalisten und andere Zivilisten im besetzten Westjordanland», erklärte der Verband.
Örtliche Behörden und der Palästinensische Rote Halbmond meldeten Angriffe in mindestens acht Dörfern im Norden des Westjordanlands, wo die meisten Olivenhaine des Palästinensergebietes liegen. Zehntausende palästinensische Familien leben von deren Erträgen. Die Gewalt der Siedler gegen Palästinenser hat in diesem Jahr stark zugenommen. Vor der israelischen Parlamentswahl am 27. Oktober hat sie weiter zugenommen.
Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu verurteilte die Gewalt in Abu Falah, stellte sie aber als Zusammenstoss zwischen israelischen Jugendlichen und einer Übermacht von Palästinensern und Aktivisten dar. «Wir werden nicht zulassen, dass umstrittene Vorfälle ausgenutzt werden, um die Hunderttausenden gesetzestreuen jüdischen Bewohner von Judäa und Samaria zu dämonisieren», erklärte sein Büro. (dpa)
17:42 Uhr
Mittwoch, 14. Oktober
Jemen: Mindestens sechs Explosionen nahe Regierungspalast in Aden
Mindestens sechs Explosionen haben nach Angaben von Augenzeugen die Umgebung des Maaschik-Palasts in der südjemenitischen Hafenstadt Aden erschüttert. Die vom Iran unterstützte Huthi-Miliz teilte mit, sie habe eine von Saudi-Arabien genutzte militärische Einsatzzentrale angegriffen. Der Maaschik-Palast wird von der international anerkannten Regierung des Jemens genutzt.
Die Explosionen lösten den Angaben zufolge Panik unter Anwohnern aus, die aus dem Gebiet flohen. Ein Sicherheitsbeamter erklärte, mindestens zwei der Explosionen hätten sich auf dem Hügel nahe dem Palast ereignet. Zwei weitere seien weiter unten am Sicherheitstor zum Palast zu hören gewesen.
Medien, die der vom Iran unterstützten Huthi-Miliz nahestehen, zitierten einen Militärvertreter mit den Worten, die Extremisten hätten einen Kontrollraum und ein Waffenlager im Regierungspalast angegriffen. Der nicht namentlich genannte Vertreter sagte der mit den Huthi verbundenen Nachrichtenagentur Saba, der Kontrollraum werde von saudischen Offizieren geleitet. Belege dafür legte er nicht vor. Unabhängig überprüfen lassen sich diese Angaben derzeit nicht. (dpa)
17:30 Uhr
Mittwoch, 14. Oktober
20 Huthi-Angriffe am Flughafen Riad im Laufe von zwei Wochen
Die Huthi-Miliz im Jemen hat nach saudischen Angaben den internationalen Flughafen von Riad in den vergangenen zwei Wochen 20-mal angegriffen. Das sagte Turki al-Maliki, Sprecher des von Saudi-Arabien angeführten Militärbündnisses zum Kampf gegen die Huthi. Dabei seien insgesamt 17 Menschen getötet und mehr als 330 verletzt worden. Auch die indische Botschaft in Riad hatte ein Todesopfer in diesem Zeitraum gemeldet, weshalb teils von 18 Toten am Flughafen Riad die Rede war. Zudem seien zwei Menschen bei einem Huthi-Angriff auf den Flughafen Abha im Süden des Landes getötet und 28 weitere verletzt worden, teilte al-Maliki mit. (dpa)
14:56 Uhr
Mittwoch, 14. Oktober
Saudi-Arabien meldet: Marschflugkörper über Medina abgefangen
Die von Saudi-Arabien geführte Militärkoalition hat nach eigenen Angaben einen Angriff auf die für Muslime heilige Stadt Medina vereitelt. Ein Marschflugkörper sei am Donnerstag über der Provinz Medina abgefangen und zerstört worden, teilte das Bündnis mit. Zudem sei ein weiterer Angriff im Osten des Königreichs verhindert worden.
Die Koalition machte zunächst keine Angaben dazu, wer für die Angriffe verantwortlich sein soll. Ein Sprecher der vom Iran unterstützten Huthi-Rebellen wies eine Beteiligung zurück. Die Huthi hatten zuvor erklärt, sie griffen Flughäfen in den heiligen Städten Mekka und Medina nicht an.
Unterdessen wurde wegen anderer Huthi-Angriffe der Betrieb am internationalen Flughafen der Hauptstadt Riad eingestellt. Auch am Flughafen von Dschidda fielen nach Angaben des Portals Flightradar24 Dutzende Flüge aus oder verspäteten sich. (dpa)
22:56 Uhr
Mittwoch, 14. Oktober
US-Militär: Schiff mit Iran-Verbindungen zerstört
Das US-Militär hat nach eigenen Angaben ein Schiff mit Iran-Verbindungen zerstört. Vergangene Woche hätten US-Streitkräfte das Schiff angegriffen, da es im Golf von Oman auf einer Aufklärungsmission gewesen sei und Schiffe der US-Marine ins Visier genommen habe, teilte das zuständige US-Regionalkommando Centcom auf der Plattform X mit. Die Besatzung des Schiffs sei vor dem Angriff in Sicherheit gebracht worden. (dpa)
15:28 Uhr
Mittwoch, 14. Oktober
Iran: Frachtschiff nach Minentreffer in Strasse von Hormus gesunken
In der Strasse von Hormus ist nach iranischen Angaben ein Frachtschiff nach der Kollision mit einer Seemine gesunken. Das Schiff sei am Mittwochmorgen auf einer unerlaubten und gefährlichen Route unterwegs gewesen, als es auf die Mine getroffen sei, berichtete das Staatsfernsehen unter Berufung auf die Marine der iranischen Revolutionsgarden.
Über das Schicksal der Besatzung wurde zunächst nichts bekannt. Das nicht näher identifizierte Schiff habe 2.500 Container transportiert. Im Staatsfernsehen gezeigte Bilder zeigten ein zur Seite geneigtes Schiff, aus dem dichter Rauch aufstieg. Die Aufnahmen liessen sich zunächst nicht unabhängig überprüfen.
Es ist das erste Mal seit Beginn des Krieges, dass der Iran den Untergang eines Schiffes nach einem Minentreffer meldet. (dpa)
14:12 Uhr
Mittwoch, 14. Oktober
Iran hält US-Angriff vor Kongresswahlen für möglich
Der Iran hält trotz gegenteiliger Aussagen von US-Präsident Donald Trump neue Angriffe noch vor den Kongresswahlen für möglich. Dies sei eine «durchaus realistische Möglichkeit, da die Trump-Regierung vor den Midterms einen Erfolg vorweisen muss», sagte der Sprecher der iranischen Revolutionsgarden, Hussein Mohebi, im Interview der Zeitung «Tehran Times». Die Islamische Republik sei auf ein solches Szenario vorbereitet, sagte er weiter.
Zuletzt war die Sorge vor einer erneuten Eskalation im Iran-Krieg gestiegen. Trump dementierte vergangenen Donnerstag, den Iran vor den Kongresswahlen Anfang November angreifen zu wollen. Die US-Regierung führe «konstruktive Gespräche» mit Teheran, hiess es. Die iranische Führung misstraut Trump hingegen und verweist auch auf Angriffe, als mit den USA verhandelt wurde.
Trump und Israels Regierungschef Benjamin Netanjahu sprachen vergangene Woche über eine mögliche neue grossangelegte Militärkampagne gegen den Iran, wie das US-Nachrichtenportal «Axios» berichtete. In israelischen Medien gab es unterdessen widersprüchliche Darstellungen über die Absprachen der beiden Verbündeten. Einem Bericht zufolge soll Washington Israel zu einem Alleingang gegen den Iran gedrängt haben. Der Sender N12 berichtete hingegen, US-Vertreter hätten den Eindruck gewonnen, dass Netanjahu selbst Trump zu neuen Angriffen bewegen wollte.
Netanjahu sagte dem Armeesender dagegen, eine militärische Konfrontation käme Israel zum gegenwärtigen Zeitpunkt ungelegen. Er warnte Teheran gleichzeitig davor, Israel anzugreifen. In dem Fall drohe dem Iran eine «unvorstellbare Reaktion», sagte er dem Sender.
Ende Februar hatten die USA und Israel ihren Krieg gegen den Iran begonnen. Der Konflikt ist bis heute ungelöst, die Verhandlungen stecken seit Monaten in der Sackgasse. Eigentlich hatten sich Teheran und Washington im Juni auf ein Rahmenabkommen geeinigt, das den Weg für eine dauerhafte diplomatische Lösung ebnen sollte. Im Mittelpunkt des Konflikts stand zuletzt vor allem die Strasse von Hormus. Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier bezeichnete den Iran-Krieg im März als völkerrechtswidrig. (dpa)
11:19 Uhr
Mittwoch, 14. Oktober
Berichte: Siedler setzen Moschee im Westjordanland in Brand
Im besetzten Westjordanland sollen israelische Siedler Berichten zufolge eine Moschee in Brand gesetzt haben. In palästinensischen und israelischen Medien veröffentlichte Aufnahmen zeigten Schäden am Eingang des Gotteshauses im Ort Michmas nördlich von Jerusalem. Das israelische Militär erklärte, die Angelegenheit werde geprüft.
Unter anderem die palästinensische Nachrichtenagentur Wafa meldete, dass auch ein angezündetes Auto vollständig niedergebrannt sei. Demnach waren in der Nacht Dutzende Siedler in das palästinensische Dorf Michmas eingedrungen. Berichte über Verletzte gab es zunächst nicht. (dpa)
11:18 Uhr
Mittwoch, 14. Oktober
Frau bei israelischem Angriff im Gazastreifen getötet
Bei einem israelischen Angriff auf eine Wohnung in der grössten Stadt des Gazastreifens soll eine Frau getötet worden sein. Das teilte das Schifa-Krankenhaus in der Stadt Gaza am Mittwoch mit. Das israelische Militär erklärte, der Angriff habe einem Mitglied der militant-islamistischen Hamas gegolten. Das Ergebnis werde aber noch geprüft.
Seit dem 10. Oktober 2025 gilt im Gazastreifen eine Waffenruhe, die die schwersten Gefechte beendet hat. Israel greift jedoch weiterhin beinahe täglich Ziele in dem Palästinensergebiet an. Nach Angaben des von der Hamas kontrollierten Gesundheitsministeriums im Gazastreifen wurden seit Beginn der Waffenruhe fast 1500 Palästinenserinnen und Palästinenser getötet. Das Ministerium unterscheidet in seiner Statistik nicht zwischen Kämpfern und Zivilisten. UN-Organisationen und unabhängige Experten halten die Zahlen grundsätzlich für belastbar. (dpa)
06:39 Uhr
Mittwoch, 14. Oktober
Netanyahu warnt Palästinenser vor Angriffen vor der Wahl
Bei einem Besuch im besetzten Westjordanland hat Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu Palästinenser vor Angriffen auf sein Land vor der in zwei Wochen anstehenden Parlamentswahl gewarnt. «Wir sind auf jedes Szenario vorbereitet», sagte er in einem von seinem Büro verbreiteten Video vor Ort. Vorbereitet sei Israel auch auf eine sogenannte «Waffenwende».
Israelische Medien deuteten dies als Warnung davor, dass Sicherheitskräfte der Palästinensischen Autonomiebehörde (PA) gegen israelische Soldaten vorgehen könnten. Die «Times of Israel» betonte, solche Angriffe gebe es nur selten. «Sicherheitskräfte der PA stimmen sich seit langem mit Israel in Sicherheitsfragen im Westjordanland ab.»
Der Konflikt mit den Palästinensern ist ein wichtiges Wahlkampfthema. Rechte Politiker versuchen bei ihrer Wählerschaft zu punkten, indem sie ein hartes Vorgehen gegen palästinensische Gewalt versprechen. Die zunehmenden Angriffe radikaler israelischer Siedler auf Palästinenser im Westjordanland thematisieren sie dagegen kaum. In Israel wird am 27. Oktober ein neues Parlament gewählt. Laut Umfragen könnte es für Netanyahus Lager schwierig werden, eine Mehrheit zu sichern.
Netanjahu sagte mit Blick auf einen am Montag veröffentlichten Beschluss des Obersten Gerichts in Israel weiter, dass Bewohner des Flüchtlingsviertels Tulkarem im Norden des Westjordanlands «Terroristen» seien. Das Gericht hatte Israels Verteidigungsministerium und Armee angewiesen, einen Zeitplan für die Rückkehr der unter anderem von dort vertriebenen Palästinenser vorzulegen. Netanjahu sagte nun, das israelische Militär werde in den Gebieten bleiben. «Unser Land, unsere Kontrolle.»
Das israelische Militär hatte zu Beginn des vergangenen Jahres im nördlichen Westjordanland die grösste Offensive seit Jahren gegen militante Palästinenser begonnen. Dabei wurden zahlreiche Menschen getötet, Zehntausende vertrieben sowie massive Zerstörung in den Vierteln verursacht. Die Vereinten Nationen und die Europäische Union kritisierten den Einsatz. Vor der Offensive war es im Westjordanland immer wieder zu Anschlägen auf Israelis gekommen.
Zugleich hat auch die Gewalt radikaler israelischer Siedler gegen Palästinenser stark zugenommen. Dem israelischen Militär wird immer wieder vorgeworfen, nicht entschieden genug gegen solche Angriffe vorzugehen oder sogar mit den Siedlern zu kooperieren. Beobachter warnen bereits vor einem neuen Palästinenseraufstand infolge der Siedlergewalt. (dpa)
19:37 Uhr
Dienstag, 13. Oktober
Trump warnt Huthi-Miliz: «Ich werde niemals vergessen»
US-Präsident Donald Trump hat die Angriffe der Huthi-Miliz im Jemen auf das benachbarte Saudi-Arabien verurteilt und zugleich eine Warnung ausgesprochen. «Die Huthi benehmen sich äusserst schlecht», schrieb er auf seiner Plattform Truth Social. «Ich dachte, sie hätten vor einem Jahr ihre Lektion gelernt, als wir sie in Grund und Boden bombardiert und auf ihre Bitte hin damit aufgehört haben.» Nun seien sie wahrscheinlich auf Geheiss des Irans wieder aktiv und würden Saudi-Arabien angreifen. Dabei versuchten sie gezielt, die Ölpreise in die Höhe zu treiben, «wahrscheinlich vor den US-Wahlen – NICHT NETT», kritisierte Trump.
Mit Blick auf die in drei Wochen stattfindenden wichtigen Zwischenwahlen sagte der US-Präsident, jemand sollte der Huthi-Miliz erklären, dass er selbst nicht bei den Wahlen antrete – und schob dann eine Warnung nach: «Aber ich werde nach den Wahlen da sein und ich werde niemals vergessen!»
Die USA sind ein wichtiger Verbündeter Saudi-Arabiens und haben Truppen auf einer Luftwaffenbasis in dem Wüstenstaat stationiert. Das Königreich gerät in dem erneut eskalierten Krieg im Jemen selbst immer wieder unter Beschuss und sah sich auch mit Angriffen auf seine Öl-Infrastruktur konfrontiert. Am Samstag waren bei dem verheerendsten Angriff in Saudi-Arabien seit rund zehn Jahren am Flughafen Riad mindestens 13 Menschen getötet und 300 weitere verletzt worden.
Trump sah bislang von neuen US-Luftangriffen im Jemen ab. 2024 und 2025 hatte das US-Militär dort wiederholt Ziele der Huthi bombardiert. Damals ging es aber vor allem um den Schutz von Handelsschiffen im Roten Meer, die die Miliz angriff und teils versenkte oder auch entführte. Trump dürfte so kurz vor den Zwischenwahlen kaum Interesse an neuen Angriffen im Jemen haben – zumal auch sein Iran-Krieg bei vielen US-Amerikanerinnen und Amerikaner unpopulär ist. (dpa)
17:15 Uhr
Dienstag, 13. Oktober
Huthi-Miliz droht mit Angriffen auf saudische Ölanlagen
Die Huthi-Miliz im Jemen hat mit weiteren Angriffen auf den Flughafen der saudischen Hauptstadt Riad und auf Ölanlagen des Königreichs gedroht. Der Flughafen wie auch das Hauptquartier des staatlichen Ölkonzerns Aramco in Dammam im Osten und eine seiner Raffinerien würden angegriffen, wenn Saudi-Arabien Ziele in der jemenitischen Hauptstadt Sanaa angreifen sollte.
Sämtliche Arbeiter, Ingenieure und andere Angestellte wurden aufgefordert, die saudischen Anlagen zum eigenen Schutz zu meiden. Huthi-Militärsprecher Jahja Sari veröffentlichte die Koordinaten der genannten Ziele in Saudi-Arabien – offenbar als Warnung eines unmittelbar bevorstehenden Angriffs.
Explosionen in Sanaa
Die Fernsehsender Al Jazeera und Al-Arabija berichteten heute von Explosionen in Sanaa. Der Huthi-Fernsehsender Al-Masirah berichtete, dass Saudi-Arabien Ölanlagen westlich von Sanaa angegriffen habe. Sari teilte mit, die Miliz reagiere auf Angriffe in Sanaa. Kurz zuvor forderte das von Riad angeführte Militärbündnis im Jemen Anwohner in Nähe der Ölanlage auf, sich in Sicherheit zu begeben. Grund der Warnung sei ein bevorstehender Einsatz, teilte das Bündnis ohne weitere Details mit.
Die Yemen Petroleum Company (YPC) wird von den Huthi kontrolliert, die auch die Einnahmen verwalten. Die schiitische Miliz finanziert ihren Kampf unter anderem durch den Verkauf von Öl und Erdölerzeugnissen auf dem Schwarzmarkt sowie durch Schmuggel von Waren über die von ihr kontrollierten Häfen am Roten Meer. Das Unternehmen teilte mit, es habe Vorsichtsmassnahmen für Notfälle getroffen.
Auch in weiteren Landesteilen halten die Gefechte an. Die von den Huthi kontrollierte Nachrichtenagentur Saba berichtete, dass saudische Kampfjets unter anderem Ziele in der Provinz Tais angriffen. Das saudisch angeführte Militärbündnis, das im Jemen gegen die Huthi kämpft, fing in Riad erneut mehrere Drohnen ab. (dpa)
11:16 Uhr
Dienstag, 13. Oktober
Huthi-Miliz und Saudi-Arabien melden weitere Angriffe
Die gegenseitigen Angriffe der Huthi-Miliz im Jemen und des benachbarten Saudi-Arabien gehen weiter. Der Huthi-Fernsehsender Al-Masirah meldete mindestens drei saudische Luftangriffe in der Provinz Saada, die als Hochburg der Miliz gilt. Im Norden und Westen des Bürgerkriegslandes habe es in der Nacht ebenfalls Angriffe gegeben.
Die Miliz setzte ihre Angriffe auf das Königreich nach eigenen Angaben fort. Die Huthi hätten unter anderem den Flughafen King Chalid in der saudischen Hauptstadt Riad erneut mit einer Rakete angegriffen, teilte Huthi-Militärsprecher Jahja Sari mit. Reisende und Geschäftsleute wurden erneut aufgefordert, saudische Flughäfen zu meiden.
Saudi-Arabien teilte mit, es seien Raketen der Miliz in Riad sowie in Chamis Muschait im Südwesten des Landes abgefangen worden. (dpa)
08:14 Uhr
Dienstag, 13. Oktober
Anwalt in Iran inhaftiert im Zusammenhang mit Hinrichtung
In Iran ist ein Anwalt im Zusammenhang mit einer Hinrichtung inhaftiert worden. Der Rechtsanwalt Amirsalar Davoudi habe auf Instagram Falschaussagen verbreitet, zitierte die Nachrichtenagentur Mizan die iranische Justiz in der Provinz Isfahan. Konkret wurde dem Rechtsverteidiger vorgeworfen, über die Eheschliessung eines jungen Paars berichtet zu haben.
Irans Regime hat im Zusammenhang mit den Massenprotesten im Januar inzwischen mehr als 30 Männer hingerichtet. Die beiden jüngsten Hinrichtungen erfolgten am Montagmorgen und sorgten für grosse Empörung im Netz. Besonders bewegte das Schicksal eines der beiden Männer, Alireza Sepahi. Er soll seine ebenfalls inhaftierte Freundin nur einen Tag vor seiner Hinrichtung im Gefängnis geheiratet haben. Die Justiz dementierte die Eheschliessung.
Der Anwalt Davoudi wurde einem Bericht der Justiznachrichtenagentur Mizan zufolge im Zentralgefängnis der Kulturmetropole Isfahan inhaftiert, weil er eine Kaution nicht hinterlegen konnte. Ihm werden mehrere Vergehen vorgeworfen, die schwere Strafen nach sich ziehen könnten. Die Justiz vermutet, dass er eine Sprachnachricht an einen Exilsender weitergeleitet hat. Sollte sich der Verdacht bestätigen, droht ihm eine Anklage wegen Zusammenarbeit mit dem Feind. (rbu/dpa)
17:40 Uhr
Montag, 12. Oktober
Burnham: Iran wohl verantwortlich für Militärbasis-Vorfall
Hinter dem Vorfall bei einer US-Militärbasis in England steckt nach Ansicht des britischen Premiers Andy Burnham mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit die Islamische Republik Iran. «Ich kann unsere Einschätzung bestätigen, dass der Anschlag höchstwahrscheinlich in Iran koordiniert und mit ziemlicher Sicherheit von der Islamischen Revolutionsgarde Irans geleitet wurde», sagte er im Parlament in London.
Burnham kündigte Sanktionen an. «Wir werden hart gegen den Einsatz krimineller Netzwerke durch Iran vorgehen und unser gesamtes Spektrum an Befugnissen nutzen, um gegen diese Netzwerke und ihre Finanzströme vorzugehen.»
In einer gemeinsamen Erklärung verurteilten die USA, Kanada, Australien, Neuseeland sowie zahlreiche europäische Staaten, darunter Deutschland, als Reaktion auf die britische Einschätzung gewalttätige iranische Angriffe. Explizit genannt wurden in dem vom US-Aussenministerium geteilten Statement etwa tödliche Komplotte, Sabotage und Cyberangriffe.
Die Staaten betonten darin auch, dass sich der Vorfall Ende September in Grossbritannien nach einer Reihe von Attacken in Europa ereignet habe, die sich gegen Jüdinnen und Juden, iranische Journalisten und US-Interessen richteten und von der Gruppierung Harakat Ashab al-Yamin al-Islamia (HAYI), die mit Irans Regime verbündet ist, für sich reklamiert worden seien. «Jeder Versuch Irans, Menschen in unseren Hoheitsgebieten durch Stellvertreter oder auf andere Weise zu bedrohen, zum Schweigen zu bringen, einzuschüchtern, zu schikanieren, ihnen Schaden zuzufügen oder sie zu nötigen, ist inakzeptabel», hiess es in der Erklärung. (rbu/dpa)
17:06 Uhr
Montag, 12. Oktober
Verkehr am Flughafen Riad für weitere Tage ausgesetzt
Nach mehreren Angriffen am Flughafen der saudischen Hauptstadt Riad bleibt der Luftverkehr dort für weitere Tage eingestellt. Der Flugstopp soll nun bis Sonntag 0.00 Uhr gelten (Ortszeit, Samstag 23.00 Uhr MESZ), wie aus einer Mitteilung an die Flugzeugführer (NOTAM) hervorgeht. Als Grund wurden «Vorsichtsmassnahmen» genannt.
Die saudische Behörde für zivile Luftfahrt teilte mit, es sollten bei der verlängerten Unterbrechung noch Schritte abgeschlossen werden, um die Sicherheit im Betrieb zu garantieren. Unter anderem haben die staatliche bahrainische Fluggesellschaft Gulf Air wie auch Airlines der Lufthansa Group ihre Flüge nach Riad vorübergehend ausgesetzt. (dpa)
16:30 Uhr
Montag, 12. Oktober
EU beschliesst Libanon-Einsatz
Die Aussenminister der EU-Staaten haben einen Einsatz zur Beratung und Ausbildung der Sicherheitskräfte im Libanon beschlossen. Wie EU-Chefdiplomatin Kaja Kallas nach der Entscheidung mitteilte, soll die neue Unterstützungsmission einen Beitrag dazu leisten, dass die Sicherheitskräfte künftig die Kontrolle über das gesamte libanesische Staatsgebiet ausüben können. Ziel ist es, so für mehr Stabilität im Land zu sorgen. Nach Angaben von EU-Diplomaten will sich auch Deutschland an dem Einsatz beteiligen. Der genaue Beitrag ist allerdings noch nicht bekannt.
Die libanesische Regierung hat sich wiederholt dazu bekannt, die Waffen im Land unter staatliche Kontrolle zu bringen. Die Umsetzung kommt bislang jedoch nur begrenzt voran, weil die Hisbollah eine Entwaffnung weiter ablehnt. Israel will seine Truppen erst dann wieder aus dem Südlibanon abziehen, wenn die Entwaffnung umgesetzt wird.
Der neue EU-Einsatz soll im kommenden Jahr starten und einen militärischen und einen zivilen Pfeiler haben. Über den militärischen Pfeiler wird den Plänen zufolge die Beratung und Schulung der libanesischen Streitkräfte laufen. Der zivile Pfeiler soll die anderen Sicherheitskräfte mit Beratung und spezialisiertem Training unterstützen, etwa bei der Bekämpfung von Cyberkriminalität und Schmuggel. Ausserdem soll er den Aufbau dauerhafter Ausbildungsstrukturen und eine bessere Sicherheitsverwaltung fördern – unter anderem auch im Hafen von Beirut. (dpa)
12:19 Uhr
Montag, 12. Oktober
Mindestens ein Toter bei Angriffen im Jemen
Bei Luftangriffen auf die jemenitische Hauptstadt Sanaa ist nach Angaben des von Huthi-Rebellen kontrollierten Gesundheitsministeriums mindestens ein Mensch getötet worden. Zwölf weitere seien verletzt worden, sagte Ministeriumssprecher Anis al-Asbahi am Montag.
Bei einem Angriff auf eine Salzfabrik im Bezirk Hamdan sei ein Mann getötet worden, acht Menschen seien verletzt worden. Bei einem weiteren Angriff auf ein Wohnhaus seien eine Frau und drei Kinder verletzt worden.
Das Medienzentrum der vom Iran unterstützten Huthi machte Saudi-Arabien für die Angriffe verantwortlich. Aus Riad gab es zunächst keine Stellungnahme. (dpa)
08:04 Uhr
Montag, 12. Oktober
Iran rät Saudi-Arabien zu Diplomatie
Angesichts der Eskalation im Konflikt zwischen Saudi-Arabien und der Huthi-Miliz rät der Iran dem Königreich zu Diplomatie. «Das Beharren auf einem militärischen Ansatz und die Missachtung einer politischen Lösung würden dazu führen, dass die bestehende Situation noch komplizierter wird», sagte Irans Aussenminister Abbas Araghtschi laut einer Mitteilung in einem Telefonat mit seinem saudischen Kollegen Faisal bin Farhan.
Der Iran sei bereit, «jede Art von Unterstützung zu leisten», um zur Aufnahme von Gesprächen beizutragen und bei der Erreichung einer politischen Lösung zu helfen, hiess es in der Mitteilung des Aussenministeriums in Teheran.
Am Wochenende hatte sich der Konflikt zwischen der mit dem Iran verbündeten Huthi-Miliz und Saudi-Arabien massiv verschärft. Beim bisher schwersten Angriff auf den internationalen Flughafen von Riad wurden nach offiziellen Angaben mehr als ein Dutzend Menschen getötet und Hunderte weitere verletzt. (dpa)
22:45 Uhr
Sonntag, 11. Oktober
Huthi greifen erneut saudische Flughäfen mit Raketen an
Nach dem Angriff der Huthi-Miliz auf den internationalen Flughafen der saudischen Hauptstadt Riad mit zwölf Toten haben die jemenitischen Rebellen ihre Attacken am Sonntag fortgesetzt. Die saudische Luftfahrtbehörde berichtete am Abend von einer Attacke auf den King-Fahd-Airport in Damman, die Schäden verursacht habe. Zudem habe es einen neuen Angriff auf den Flughafen King Chalid gegeben, erneut mit Verletzten.
Die Miliz meldete ihrerseits am Abend, sie habe in den 24 Stunden zuvor vier Angriffe in Saudi-Arabien ausgeführt – mit ballistischen Raketen, Marschflugkörpern und Drohnen. Ziele waren demnach neben den beiden Flughäfen eine Gasanlage sowie eine Ölraffinerie des staatlichen Ölkonzerns Aramco. Zudem erklärte die Miliz, Saudi-Arabien habe seinerseits in der Zeit mehr als 120 Luftangriffe auf die Hauptstadt Sanaa und weitere Provinzen geflogen. Die Angaben liessen sich nicht unabhängig überprüfen.
Die Huthi, die weite Gebiete im Nordjemen kontrollieren, hatten zuvor mit neuen Attacken gedroht. Saudische Flughäfen und der saudische Luftraum seien «legitime Ziele», mit Ausnahme der für Muslime heiligen Stätten Mekka und Medina. (dpa)
16:42 Uhr
Sonntag, 11. Oktober
Huthi: Saudi-Arabien greift Flughafen von Sanaa an
Nach der tödlichen Attacke auf den Flughafen von Riad hat Saudi-Arabien nach Angaben der Huthi-Miliz den Flughafen der jemenitischen Hauptstadt Sanaa angegriffen. Saudische Kampfjets hätten den Airport bombardiert, berichtete die von den Huthi kontrollierte Nachrichtenagentur Saba. Über Opfer oder Schäden gab es zunächst keine Angaben. Saudi-Arabien äusserte sich zunächst nicht.
Der Angriff scheint eine direkte Reaktion Saudi-Arabiens zu sein auf den schweren Angriff in der saudischen Hauptstadt Riad. Dort wurden durch einen Angriff, für den Saudi-Arabien die Huthi verantwortlich machte, mindestens zwölf Menschen getötet und mehr als 300 weitere verletzt. Es war der bisher schwerste Angriff am Flughafen King Chalid. (dpa)
15:55 Uhr
Sonntag, 11. Oktober
Erneut Tanker in Strasse von Hormus getroffen
In der Strasse von Hormus ist Berichten zufolge abermals ein Tankschiff beschossen worden. Wie die britische Behörde für Sicherheit in der Schifffahrt (UKMTO) berichtete, ist die Besatzung in Sicherheit. Das Schiff sei von einem unidentifizierten Projektil getroffen worden. Auch iranische Medien berichteten über einen Vorfall in der Meerenge. (dpa)
06:05 Uhr
Sonntag, 11. Oktober
Mindestens zwölf Tote bei Angriff auf Flughafen in Riad
Bei einem verheerenden Angriff auf den Hauptflughafen der saudi-arabischen Hauptstadt Riad sind nach Angaben der staatlichen Luftfahrtbehörde zwölf Menschen getötet worden. 309 weitere wurden demnach verletzt, einige schwebten am Morgen in Lebensgefahr. Es ist die höchste Opferzahl bei einem Angriff auf den mit den USA verbündeten Golfstaat seit Beginn des Iran-Krieges Ende Februar. Dessen Fronten haben sich auf den Konflikt zwischen der vom Iran unterstützten Huthi-Miliz und der von Saudi-Arabien unterstützten Regierung im Jemen ausgeweitet.
Das von Saudi-Arabien angeführte Militärbündnis machte die Huthi für die jüngste Attacke auf den internationalen Flughafen King Chalid verantwortlich. Der Angriff auf eines der Passagierterminals sei ein «regelrechtes Kriegsverbrechen», schrieb der Sprecher des Bündnisses, Turki al-Maliki, auf der Plattform X und kündigte eine entschiedene Reaktion an. US-Präsident Donald Trump erklärte kurz nach der Attacke, er prüfe, ob sich die USA den saudischen Angriffen auf die Huthi im benachbarten Jemen anschliessen sollten. «Vielleicht. Wir werden uns das anschauen», zitierte ihn der Sender CBS News.
Huthi verstärken Angriffe
Zuletzt hatte die Huthi-Miliz ihre Angriffe auf das benachbarte Saudi-Arabien verstärkt und sich auch zu Anschlägen mit ballistischen Raketen auf den Flughafen von Riad und andere Einrichtungen bekannt. Der internationale Flughafen King Chalid war erst am Donnerstag angegriffen worden. Drei saudische Staatsangehörige kamen dabei ums Leben. Die Huthi-Rebellen warfen zugleich Saudi-Arabien vor, den Flughafen der westjemenitischen Hafenstadt Hudaida sowie weitere Gebiete aus der Luft angegriffen zu haben.
Unterdessen wurde wegen der erneuten Attacke auf den saudi-arabischen Flughafen King Chalid vom Samstag der Betrieb dort vorübergehend eingestellt. Laut der saudischen Luftfahrtbehörde haben vier der getöteten Menschen die saudische Staatsangehörigkeit und zwei die von Bangladesch. Ums Leben kamen auch jeweils eine Person aus den USA, Ägypten, Jordanien, Syrien sowie aus dem Sudan und den palästinensischen Gebieten. (dpa)
16:39 Uhr
Samstag, 10. Oktober
Flughafen von Riad erneut angegriffen
Der Flughafen der saudischen Hauptstadt Riad ist nach Angaben von zwei Vertretern der Region erneut angegriffen worden. Beide erklärten, der Flughafen sei am Samstag geräumt worden. Einer sagte, ein Passagierterminal sei getroffen worden, und viele Menschen hätten Verletzungen erlitten. Beide wollten anonym bleiben, weil sie nicht befugt waren, mit den Medien zu sprechen. Rettungswagen fuhren zum Flughafen.
Wie die Plattform Flightradar24 meldete, wurden Flüge nach Riad an andere Orte umgeleitet. Die letzte Maschine landete um 14.05 Uhr (Ortszeit). Die Gesellschaft Kuwait Airways teilte mit, man streiche Flüge, da der Flughafen geschlossen worden sei. Die kanadische Botschaft riet ihren Staatsbürgern, Fahrten zum Flughafen zu unterlassen, und verwies dabei auf «anhaltende militärische Aktivitäten».
Ein Einwohner von Riad, Ahmed Sajed, sagte der Nachrichtenagentur AP, er habe mindestens zwei Explosionen gehört. Der Flughafen gab eine knappe Warnung heraus, in der Passagiere aufgefordert wurden, vor der Anreise zum Flughafen ihren Flugstatus bei den Fluggesellschaften zu überprüfen. (dpa)
07:45 Uhr
Samstag, 10. Oktober
Wieder Siedlergewalt im Westjordanland
Im Westjordanland hat es erneut gewaltsame Angriffe radikaler israelischer Siedler auf Palästinenser gegeben. Palästinensische und israelische Medien berichteten von einem Vorfall, bei dem Siedler einen Mann und dessen Kind in der Nähe von Ramallah angriffen. In den Medien verbreitete Aufnahmen zeigen, wie die Siedler in zwei Autos zunächst dem palästinensischen Wagen den Weg abschneiden und anschliessend mit Stöcken auf den Vater losgehen. Zu sehen ist auch, wie der Mann und sein Sohn fliehen.
Die palästinensische Nachrichtenagentur Wafa meldete, die Siedler hätten anschliessend den Wagen gestohlen. Israels Armee sagte auf Anfrage, Soldaten hätten israelische Randalierer aus der von Palästinensern bewohnten Gegend gebracht. Zu dem Vorfall werde nun ermittelt und nach den Verdächtigen gesucht.
Angriffe auf Erntehelfer
Laut Wafa griffen zudem in mehreren Orten radikale Siedler palästinensische Arbeiter bei der Olivenernte an. Auf einem ebenfalls in israelischen und palästinensischen Medien verbreiteten Video war zu sehen, wie auch ein israelischer Soldat Palästinenser von der Olivenernte abhält und ihnen sagt, dass Juden gegenüber Arabern ein Vorrecht auf alles im Land hätten. Israels Armee sagte auf Anfrage, sie prüfe die Berichte.
Eine zuständige palästinensische Behörde zählte seit dem Morgen 19 Vorfälle im Zusammenhang mit Siedlergewalt im Westjordanland, darunter Diebstahl von Vieh und Ernte sowie Angriffe auf palästinensische Erntearbeiter mit Verletzten. (dpa)

