Hitzewarnungen, Tropennächte und kein Ende des Schwitzens in Sicht: Es ist bereits die vierte Hitzewelle diesen Sommer, die aktuell über die Schweiz rollt. Temperaturen um die 40 Grad wurden vorausgesagt, dazu kommt die anhaltende Trockenheit. Der Blick auf die Wetterprognose ist selbst für jene, die den Tag im klimatisierten Büro oder der Badi verbringen können, mit einem Ächzen verbunden: Wie halte ich das bloss aus?
Für die Fluggesellschaft Edelweiss ist die Sache klar: Nichts wie weg, und zwar mit dem Flieger. «Was du jetzt gegen die kommende Hitzewelle tun kannst: Flug buchen!», warb die Schweizer Airline in diesen Tagen auf Instagram. Dazu ein lachendes Smiley. Der Kommentar, abgesetzt vom offiziellen Edelweiss-Account, war eine Reaktion auf einen Beitrag von «20 Minuten» über die aktuelle Wetterlage.
«Soll das etwa lustig sein?»
Dass ausgerechnet eine Fluggesellschaft die Rekordhitze nutzt, um für ihr Geschäft Werbung zu machen, sorgt auf Social Media für Irritation. «Soll das etwa lustig sein?», fragt jemand auf LinkedIn. «Völlig daneben», kommentiert eine andere Userin. Schliesslich trägt der Flugverkehr wesentlich zur Klimaerwärmung bei, die häufigere und extremere Hitzewellen zur Folge hat.
Weltweit ist der Treibstoff-Ausstoss beim Fliegen laut dem Bund für zwei bis drei Prozent des Treibhausgas-Ausstosses verantwortlich, bezieht man alle Klimafolgen mit ein, macht der Flugverkehr fünf bis sieben Prozent aus. Und weil der Flugverkehr zunimmt, steigt auch sein Einfluss auf die Klimaerwärmung.
Airline entschuldigt sich
Dass der Post angesichts dieser Tatsachen nicht sonderlich durchdacht ist, merkte dann auch Edelweiss. Der Kommentar ist inzwischen gelöscht.
«Wir entschuldigen uns dafür, dass wir mit dem Kommentar möglicherweise die falschen Signale gesendet haben», schreibt Edelweiss auf Anfrage. Man könne nachvollziehen, «dass der Kommentar bei einigen Personen einen falschen Eindruck hinterlassen hat». Das Ziel sei keinesfalls gewesen, die aktuelle Hitzesituation oder die Diskussion rund um den Klimawandel zu verharmlosen, so Mediensprecher Andreas Marti. «Wenn unser Beitrag so verstanden wurde, tut uns das leid.»



