
Donald Trump hat sich im Iran-Krieg in eine Sackgasse manövriert. Die Iraner haben mit der Kontrolle über die Strasse von Hormus einen Hebel, der die Weltwirtschaft ins Wanken bringt, und nach Ansicht vieler Experten ist der US-Präsident mittlerweile in einer Position, in der er fast nur verlieren kann.
Umso kurioser wirkt in diesem Kontext eine aktuelle Aussage Trumps an einer Podiumsdiskussion in Memphis. Der 79-Jährige sprach erneut über den Krieg mit dem Iran und die angeblichen positiven Gespräche, die man nun führen würde. Dabei erklärte Trump, er habe stets vor dem Iran und der nuklearen Gefahr gewarnt, die vom Regime in Teheran ausgehe. Dieses dürfe niemals eine Atomwaffe besitzen.
Deshalb habe er mit Verteidigungsminister und dem höchsten General Dan Caine über die Möglichkeit einer «kleinen Reise» in den Iran gesprochen, also einer militärischen Intervention. Und dann, so Trump während er sich auf dem Podium in Richtung seines Ministers Hegseth wandte, «warst du es Pete, glaube ich, der sich als Erster dafür ausgesprochen hat». Hegseth hat laut Trump gesagt:
«Lass es uns tun, weil sie dürfen nicht in den Besitz einer Atomwaffe kommen.»
Weshalb der US-Präsident die Anekdote scheinbar beiläufig erzählte, ist unklar. In den sozialen Medien vermuten zahlreiche Kommentierende, dass Trump angesichts der wenig aussichtsreichen Lage im Krieg versucht, die Verantwortung abzuschieben.
Verteidigungsminister Hegseth gab bisher keinen Kommentar zu Trumps Aussage ab. Diese stellt zudem einen neuerlichen Widerspruch dar. Noch im vergangenen Jahr hatte Trump nach den Luftschlägen auf iranische Atomanlagen behauptet, dass das iranische Atomprogramm komplett zerstört sei.
Der US-Präsident machte von Beginn weg widersprechende Aussagen zu Rechtfertigungen und Zielen im Krieg mit dem Iran. Während er einmal das iranische Atomprogramm als Grund anführte, sprach er bei anderen Auftritten von möglichen iranischen Interkontinentalraketen oder auch von einem Sturz des brutalen Regimes als Ziel des Kriegs. (con)


