Gewitter

Hier blitzt und hagelt es besonders oft

Bei den Schäden durch Blitzschlag führt ein einzelner Kanton die Statistik deutlich an: Im Tessin war in den letzten zehn Jahren das Risiko für Schäden durch Blitzschlag achtmal grösser als im Rest der Schweiz.
Ein verzweigter Blitz durchschneidet den Gewitterhimmel über dem Tal in Richtung Gsteig am Donnerstag, 16. Juli 2026. Besonders häufig blitzt es allerdings im Tessin.
Bild: Keystone

Teils heftige Sommergewitter ziehen in diesen Tagen übers Land. Aber wo in der Schweiz blitzt es besonders häufig? Eine Auswertung der vergangenen zehn Jahre zeigt nun: Die Kantone Tessin und Schwyz führen die Unwetterstatistik an. Im Tessin schlagen Hagel und Blitze besonders häufig zu, im Kanton Schwyz verursachen Überschwemmungen am meisten Schäden.

Wie die Auswertung der Axa-Versicherung zu Unwetterschäden zeigt, sind zwar alle Kantone betroffen, die Risiken unterscheiden sich je nach Region jedoch deutlich. Die grösste Schweizer Schadenversicherung hat ihre Schadenfälle bei Fahrzeugen, Gebäuden, Hausrat und Einrichtungen ausgewertet. Demnach verursachen Hagelschäden an Autos sowohl bei der Anzahl Fälle als auch bei den Kosten den grössten Teil der Unwetterschäden.

Wenig Hagelschäden in Genf, Thurgau, Schaffhausen

Besonders häufig registrierte die Axa Hagelschäden im Tessin, im Jura, in Neuenburg sowie in den Kantonen Bern und Nidwalden. Vergleichsweise selten waren sie in Genf, Thurgau und Schaffhausen. Laut Medienmitteilung können einzelne Hagelereignisse mit grossen Körnern innert kurzer Zeit Tausende Fahrzeuge beschädigen und die Schadenbilanz eines ganzen Jahres prägen.

Bei Überschwemmungen weist der Kanton Schwyz gemessen an den versicherten Haushalten die höchste Schadenhäufigkeit der vergangenen zehn Jahre auf. Dahinter folgen Solothurn, Luzern, Schaffhausen und Aargau.

Deutlich weniger Überschwemmungsschäden verzeichnete die Axa in Nidwalden, der Waadt, Basel-Landschaft, Uri und Graubünden. Stefan Müller, Leiter Schaden Sachversicherungen bei der Axa, führt dies unter anderem auf Hochwasserschutzmassnahmen wie Rückhaltebecken, Entlastungsstollen und Dammerhöhungen zurück.

Bei Blitzschäden sticht das Tessin besonders hervor. Dort war das Risiko in den vergangenen zehn Jahren rund achtmal höher als im Schweizer Durchschnitt. Gegenüber Basel-Landschaft, der Waadt und Genf lag es sogar mehr als zwanzigmal höher. Als Grund nennt die Versicherung die feuchtwarme Mittelmeerluft, die an den Alpen häufig kräftige Gewitter entstehen lässt.

Unwetter werden extremer

Das laufende Unwetterjahr bewegt sich bisher im langjährigen Durchschnitt. Im ersten Halbjahr 2026 registrierte die Axa rund 11'000 Unwetterschäden. Den grössten Teil der bisherigen Schäden verursachte der Hagelsturm vom Dienstag, 9. Juni, im Tessin. Da die Unwettersaison üblicherweise bis September dauert, könne sich die Schadensbilanz jedoch noch deutlich verändern.

Über die vergangenen 30 Jahre zahlte die AXA nach eigenen Angaben durchschnittlich rund 115 Millionen Franken pro Jahr für Unwetterschäden. Die Unterschiede zwischen den einzelnen Jahren sind jedoch gross. Während 2025 Schäden von 72 Millionen Franken anfielen, waren es 2021 rund 291 Millionen Franken und 2023 rund 240 Millionen Franken.

Die Schadenstatistiken allein erlaubten keine direkten Rückschlüsse auf den Klimawandel, da das Schadenausmass auch davon abhänge, ob dicht besiedelte Gebiete betroffen seien und welche Schutzmassnahmen umgesetzt wurden. «Was wir jedoch anhand der Schadenbilder feststellen, ist, dass Unwetter in den letzten Jahren kurzfristiger auftraten als früher und ihre Intensität deutlich zugenommen hat: extrem kräftige Windböen, mehr Starkregen, öfters grosse Hagelkörner – und das alles teilweise lokal und kleinräumig», so Stefan Müller. (sf)

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