Annemarie Staub war 1995 die erste Frau im Kanton Zug, die ein Präsidialamt in einer Gemeinde innehatte. Bis 2002 amtete die FDP-Politikerin als Gemeindepräsidentin von Menzingen. Bereits zuvor, ab dem Jahr 1983, war sie Gemeinderätin. Jetzt ist Annemarie Staub 80-jährig gestorben. «Nach einem erfüllten Leben und geduldig ertragener Krankheit durfte Annemarie friedlich einschlafen», schreiben die Angehörigen in der Todesanzeige.
Als Tochter einer Menzinger FDP-Familie habe sie sich nie über ihr Frau-Sein definiert, erzählte sie in einem Artikel unserer Zeitung anlässlich einer Berichterstattung zum Thema «50 Jahre Frauenstimmrecht». Für die eidgenössisch diplomierte Buchhalterin zählte das Fachwissen, das sie vorweisen konnte. Sie war bei der Abstimmung gar gegen das Frauenstimmrecht. Die FDP im Dorf fürchtete sich davor, dass sie aufgrund der vielen Frauen im Kloster gar keine Chance mehr gegen die ohnehin starke CVP hätte, sollten diese alle abstimmen dürfen.
Im Gemeinderat war ihr unter anderem das Kostenbewusstsein wichtig, wie unsere Zeitung im Artikel zu ihrem Abschied aus der Politik im Jahr 2002 schrieb. Sie war stolz darauf, dass unter ihrer Führung Menzingens Finanzlage wieder ins Lot gekommen war: «Ich habe mit einem Verlustvortrag gestartet. Heute ist in der Bilanz ein Eigenkapital von 8 Millionen Franken vorhanden.» (rh)




