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Angriffskrieg

«Die Schweiz ist zutiefst besorgt»: USA und Israel greifen Iran an – das sind die Reaktionen

Am Samstagmorgen haben Israel und die USA den Iran angegriffen. Der Iran reagiert mit einem Gegenangriff. Das sind die ersten Reaktionen.
Israels Premierminister Benjamin Netanyahu und US-Präsident Donald Trump machen im Iran gemeinsame Sache.
Bild: Keystone

Schweiz

«Die Schweiz ist zutiefst besorgt über die heutigen Angriffe der Vereinigten Staaten und Israels gegen den Iran», schreibt das Eidgenössische Department für auswärtige Angelegenheiten (EDA) auf X. Sie fordere «die uneingeschränkte Einhaltung des Völkerrechts, einschliesslich der Charta der Vereinten Nationen und des humanitären Völkerrechts».

«Wir rufen alle Parteien zu grösstmöglicher Zurückhaltung auf und fordern den Schutz der Zivilbevölkerung sowie der zivilen Infrastruktur», schreibt das EDA in der Reaktion auf den Angriff der USA und von Israel weiter.

Das Aussendepartement betonte nochmals, dass die Schweizer Botschaft einsatzfähig bleibe. «Unsere Guten Dienste stehen den beteiligten Parteien weiterhin zur Verfügung», heisst es in der Mitteilung. Die Schweiz vertritt seit 1980 im Rahmen eines Schutzmachtmandats die Interessen der USA im Iran.

Botschaftspersonal im Iran leicht reduziert

Die Schweiz hat die Anzahl des in der Botschaft im Iran arbeitenden Personals bereits in den letzten Tagen leicht reduziert. Die Vertretung bleibt aber in Betrieb.

Das Schweizer Botschaftspersonal sei in den letzten Tagen von 14 auf 10 Personen reduziert worden, teilte das EDA am Samstagmorgen auf Anfrage der Nachrichtenagentur Keystone-SDA mit.

Bund rät von Reisen nach Israel ab

Nach der Eskalation in Nahost in der Nacht auf Samstag rät der Bund von Reisen nach Israel ab. Für den Iran gilt derselbe Hinweis bereits seit einiger Zeit.

Nachdem die israelische Regierung den Notstand ausgerufen und den Luftraum gesperrt hatte, hat das EDA am Samstag mit einer verschärften Reisewarnung reagiert.

Die Entwicklung der Lage sei ungewiss, heisst es. Schweizer Staatsangehörige, die sich in Israel aufhalten, werden vom EDA darauf hingewiesen, dass sie die kommerziellen Transportmittel nutzen sollen, wenn sie das Land verlassen möchten. Der Entscheid zur Ausreise erfolge freiwillig, auf eigenes Risiko und auf eigene Kosten.

Gerhard Pfister: Schweiz sollte Vermittlungsmandat abgeben

Gerhard Pfister, Zuger Nationalrat und Ex-Präsident der Mitte-Partei, sagt gegenüber 20 Minuten, der Angriff sei absehbar gewesen. Er finde, «die Schweiz sollte baldmöglichst das Vermittlungsmandat für die USA im Iran abgeben». Die Situation für die Schweiz werde in diesem Konflikt «immer problematischer». Es sei etwa unklar, welche kurz- oder mittelfristrigen Ziele der Angriff habe.

Präsident der Mitte-Partei: Gerhard Pfister.
Bild: Keystone

Libanon

Der libanesische Premierminister Nawaf Salam hat erklärt, er werde nicht akzeptieren, dass jemand «das Land in Abenteuer hineinzieht, die seine Sicherheit und Einheit gefährden» – eine offenbar indirekte Botschaft an die Hisbollah, sich nicht zur Unterstützung des Iran einzumischen.

«Angesichts der gefährlichen Entwicklungen in der Region appelliere ich erneut an alle Libanesen, Weisheit und Patriotismus zu zeigen und die Interessen des Libanon und des libanesischen Volkes über alles andere zu stellen», sagte Salam in einer Erklärung auf X.

Deutschland

Die Deutsche Bundesregierung berät über die Eskalation in Nahost nach den Angriffen Israels und der USA auf den Iran. «Sie beobachtet die Entwicklung genau und befindet sich in enger Abstimmung mit den europäischen Partnern», teilte Regierungssprecher Stefan Kornelius mit.

Kanzler Friedrich Merz (CDU) habe sich ausserdem mit seinen Fachministern der sicherheitsrelevanten Ressorts beraten und werde im Laufe des Tages weitere Gespräche führen. Die Bundesregierung sei am Morgen über die Militärangriffe Israels auf den Iran vorab informiert worden, sagte Kornelius.

Der deutsche Bundeskanzler Friedrich Merz.
Bild: Keystone

Krisenstab tagt

Wie das Auswärtige Amt mitteilte, soll der Krisenstab der Bundesregierung um 12.00 Uhr im Ministerium zusammenkommen. Das Auswärtige Amt stehe in engem und ständigem Kontakt mit den Botschaften im Iran und in Israel sowie weiteren Vertretungen in der Region, erklärte ein Sprecher.

Deutsche Staatsangehörige im Iran, in Israel und der weiteren Region seien aufgerufen, sich in der Krisenvorsorgeliste «Elefand» zu registrieren. Dort kann man Kontaktdaten angeben, um Informationen und Unterstützung zu erhalten. Das Auswärtige Amt riet Deutschen ausserdem, Anweisungen lokaler Behörden zu jeweils erforderlichen Massnahmen zum Selbstschutz zu folgen.

USA

US-Senator Lindsey Graham, ein Verbündeter von Präsident Donald Trump, der sich seit Wochen für eine Intervention im Iran einsetzt, bezeichnete die gemeinsame Operation der USA und Israels als «notwendig und seit langem gerechtfertigt».

«Das Ende des grössten staatlichen Sponsors des Terrorismus steht bevor», schreibt Graham auf X.

US-Senator kritisiert Trump-Regierung

Jack Reed, der führende Demokrat im Senatsausschuss für Streitkräfte, kritisierte die Trump-Regierung in einer Erklärung am Samstag dafür, dass sie dem Kongress vor den Angriffen auf den Iran keine «echten Briefings oder Geheimdienstinformationen» vorgelegt habe: «Der Kongress hat keine echten Briefings oder Geheimdienstinformationen erhalten», so Reed.

Schah-Sohn Reza Pahlavi

Der Sohn des verstorbenen iranischen Schahs, Reza Pahlavi, hat sich auf Social Media zu Wort gemeldet:

Zudem richtet er sich auch an das iranische Militär sowie an weitere Sicherheitskräfte des Landes:

(watson.ch)

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