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Finanzielle Turbulenzen: Swiss-Partnerin Air Baltic beantragt Gläubigerschutz – so geht es weiter

Der seit längerem im Krisenmodus fliegenden Airline aus Lettland geht das Geld aus. Die Swiss muss zittern.

Dieses Jahr jährt sich das Grounding der Swissair zum 25. Mal. Nun ist ihre Nachfolgerin, die Swiss, erneut mit dem Thema konfrontiert. Allerdings droht nicht ihr selbst das Aus, sondern der lettischen Fluggesellschaft Air Baltic, die im Namen der Lufthansa-Tochter zahlreiche Flüge durchführt.

Am Montag hat Air Baltic bekannt gegeben, dass sie in den USA ein Insolvenzverfahren eingeleitet hat nach dem sogenannten Chapter-11-Verfahren. Mit diesem Vorgehen erhält die Fluggesellschaft die Möglichkeit, ihre Schulden unter gerichtlicher Aufsicht zu restrukturieren. Während dieser Phase soll der reguläre Flugbetrieb fortgesetzt werden. Eine Liquidation und ein Grounding sollen so verhindert werden.

Oberste Priorität habe, dass Air Baltic weiterfliegen und die Anbindung Lettlands garantieren könne, sagt Verwaltungsratspräsident Andrejs Martinovs. Ziel sei es, den Prozess mit einer finanziell stärkeren Firma und deutlich weniger Verpflichtungen abzuschliessen, damit Air Baltic langfristig existieren könne.

Fehlende Piloten und Triebwerke

Somit finden auch die Swiss-Flüge, die von der Air Baltic samt lettischer Crew durchgeführt werden, vorerst weiterhin statt. «Unser Flugbetrieb ist nicht beeinträchtigt, Air Baltic fliegt für uns auch heute zuverlässig», sagt Swiss-Sprecherin Nicole Meier auf Anfrage. Man verfolge die aktuelle Entwicklung «sehr aufmerksam» und stehe in engem Austausch mit dem Partner.

Tatsächlich hätte die 2022 lancierte Air-Baltic-Partnerschaft nur eine Temporärlösung sein sollen. Doch sie wurde sogar ausgebaut und hat bis heute Bestand. Der Hauptgrund für die Auslagerung: Der Schweizer Fluggesellschaft fehlen nach wie vor Triebwerke und Piloten.

Passagiere mit einem Swiss-Ticket in der Hand realisieren oft erst beim Boarding, dass sie mit einer lettischen Maschine und Crew fliegen. Weil Letztere im Vergleich zur Swiss-Crew deutlich weniger verdient, ist die Kooperation seit Beginn den Gewerkschaften ein Dorn im Auge. Der Streit um die Frage, ob es sich dabei um illegales Lohndumping handelt, ist rechtlich noch nicht final geklärt.

Swiss auf Suche nach Plan B

Doch nun muss sich die Swiss Gedanken um eine Alternative machen. Bereits Anfang August sah sich Airline-Chef Erno Hildén gezwungen, die Öffentlichkeit via Linkedin zu beruhigen: «Unsere Flüge finden statt, Buchungen laufen normal.»

«Offensichtlich ist sie in einer angespannten Lage», sagte Swiss-Finanzchef Dennis Weber damals auf die Frage von «Schweiz heute», wie nervös er angesichts der Schieflage von Air Baltic sei. Er gehe zwar davon aus, dass sie ihren vertraglichen Verpflichtungen nachkommen werde, sagte Weber. Doch ganz wohl schien ihm schon damals nicht zu sein. «Es gehört zu einem professionellen Risikomanagement, andere Möglichkeiten zu prüfen, um eventuell wegfallende Kapazitäten zu ersetzen», sagt Weber. Sprich: Die Swiss benötigt einen Plan B.

Wollte die Swiss zu Beginn der Kooperation nur sechs knallgrüne Air-Baltic-Flugzeuge einsetzen, sind es im aktuellen Flugplan sogar zehn. Gleichzeitig verspricht die Swiss-Leitung quasi seit Beginn, den Einsatz lettischer Flugzeuge reduzieren zu wollen. Dazu gekommen ist es nicht.

Insgesamt sind im laufenden Flugplan nebst den zehn Air-Baltic-Flugzeugen auch 15 von Helvetic Airways sowie zwei von der Schwesterairline Edelweiss für die Swiss im sogenannten Wetlease-Einsatz – sechs mehr als im Sommer letzten Jahres.

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