«Schau mal, Mami, was ich heute gebastelt habe!» Hach, wie ich mich immer freue, wenn unsere Tochter aus dem Kindergarten mit neuen Basteleien heimkommt. Ehrlich! Es macht mich glücklich, wenn sie freudestrahlend berichtet, wie sie zum Teil ganz alleine künstlerischen Output generiert. Nach der stolzen Präsentation erfolgt jeweils eine Schritt-für-Schritt-Anleitung à la Youtube - immer mit der einleitenden Frage: «Weisst du, wie ich das gemacht habe?»
Während sie fröhlich erklärt, wie sie die Heissklebepistole geleert hat, schweife ich regelmässig ab. Meine Gedanken kreisen nur um ein Thema: «Wo soll ich das alles nur aufbewahren?» Denn seien wir ehrlich, nicht alles Gebastelte kann behalten werden. Vieles ist aber einfach zu schön - und sollte als Erinnerungsstück konserviert werden. Obwohl: An den Basteleien hängt das Mami zugegebenermassen oft länger als das Kind.
Nach fast zwei Jahren Kindergarten habe ich nun endlich einen Weg gefunden, der Fülle an Bastelsachen Herrin zu werden. Dank dem lebensverändernden Rat einer sehr guten Freundin: «Du könntest daraus ein Fotobuch machen.»
Mich plagen seither keine Schuldgefühle mehr, wenn ich etwas Gebasteltes dem Ökihof überlassen muss. Sobald eine Kreation ihre «Halbwertszeit» überschritten hat, wird sie fotografiert. Von nun an ziert ein neues Album das Archiv meines Smartphones: «Kunstwerke». Der Ordner zeigt bereits einige Hundert Dateien an.
Noch ist daraus kein Fotobuch entstanden. Spätestens, wenn es im Sommer in die Schule geht, werde ich das Projekt in Angriff nehmen. So haben wir eine tolle Erinnerung an die Kindergartenzeit. Eine, die viel weniger Platz braucht und trotzdem Freude macht.
In der Kolumne «Familiensache» schreiben Redaktorinnen und Redaktoren aus der Zentralschweiz über ihren Alltag als Eltern.

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