Hype

Flecht dir deinen Traummann: Warum das Internet gerade einen Korbmann heiss begehrt

Alexander Skarsgård als Mann aus Korbgeflecht bringt das Internet um den Verstand. Im englischsprachigen Raum läuft «Wicker» bereits – und sorgt für Memes, Begierde und kuriose Warnungen. Warum der geflochtene Traummann einen solchen Hype auslöst.

Back dir deinen Traummann, war gestern. 2026 wird er geflochten. Zumindest, wenn man dem Hype glaubt, mit dem der Film «Wicker» mit Olivia Colman und Alexander Skarsgård seit Wochen das Internet umtreibt.

Doch zuerst einmal von vorn: Was ist jetzt wieder los?

Im Film «Wicker» spielt Olivia Colman eine einsame Fischerin, die sich einen Ehemann aus Korb anfertigen lässt. Im Trailer wird deutlich, dass sie von den anderen Dorfbewohnern verspottet wird, weil sie keinen Ehemann hat, und sich deswegen entschliesst, beim Korbmacher einen Ehemann in Auftrag zu geben.

Den bekommt sie einen Monat später. Gänzlich aus Korb und ihr treu ergeben. Alexander Skarsgård spielt den grossgewachsenen, muskelbepackten «Wicker Husband» (deutsch: Korb-Ehemann), der nicht nur bei seiner neuen Angetrauten den Puls höher schlagen lässt, sondern auch bei einigen anderen Bewohnerinnen und Bewohnern des Dorfes. Und vielleicht mit obendrein im Internet.

«50 Shades of Hay»

Dass überzuckerte Romanzen mit einem Touch verbotener Sexfantasie funktionieren, wissen wir spätestens seit «Fifty Shades of Grey». Zu unserem Glück ging es damals auf den sozialen Medien noch etwas handzahmer zu und her. «Fifty Shades of Grey» diente dann wohl auch als Inspiration für «50 Shades of Hay» und «50 Shades of Pinocchio».

Es ist nicht sonderlich verwunderlich, dass Skarsgård im Korbkostüm zum Sexsymbol avanciert – oder vielmehr der Korb zum Objekt der Begierde wird – und das Internet von Memes und, sagen wir mal, etwas fraglichen sexuellen Fantasien geflutet wird.

Eine Szene, in der nach einer offenbar ziemlich leidenschaftlichen Nacht das Bett kaputt ist und Skarsgård trocken feststellt: «The bed is broken», tat ihr Übriges.

Plötzlich stellt sich im Internet nicht nur die Frage, wie attraktiv ein Mann aus Korb sein kann, sondern auch, wie das Liebesleben mit einem Mann aus Pflanzenfasern praktisch funktionieren soll.

Der Hype um den geflochtenen Traummann geht inzwischen so weit, dass sich sogar Fachpersonen dazu äussern. Amy Novatt, eine US-amerikanische Gynäkologin, warnte in einem Bericht der «New York Post» ausdrücklich davor, Gegenstände aus Korb, Rattan oder anderen Pflanzenfasern als Sexspielzeuge zu nutzen. Sich einen Gegenstand aus Korb einzuführen, könnte nämlich ein böses Nachspiel haben.

Einzelne Fasern könnten abbrechen, splittern oder scharfe Kanten bilden und dadurch Verletzungen verursachen. Dazu kommt, dass poröse Materialien Feuchtigkeit und Verunreinigungen aufnehmen und sich nur schlecht reinigen lassen. Bakterien und Schimmel können damit zum zusätzlichen Risiko werden.

Warum ausgerechnet der Korbmann?

Dass der Film einen solchen Hype auslöst, überrascht selbst Olivia Colman. Gegenüber der BBC sagte sie, sie habe bei noch keinem ihrer Projekte etwas Vergleichbares erlebt. Ihre Erklärung: Stecke man Alexander Skarsgård in ein interessantes Kostüm, würden die Leute eben hinschauen.

Doch hinter dem Hype steckt mehr als ein attraktiver Hauptdarsteller. Die Idee ist absurd und gleichzeitig sofort verständlich: Eine einsame Frau lässt sich ihren Traummann flechten. Und der ist nicht nur ansehnlich, sondern auch aufmerksam.

Das zeigt ein Ausschnitt, der auf Social Media kursiert. Darin fragen andere Männer den Wicker, weshalb er zu Hause Zaun, Türen und Dach repariere. Seine Antwort sinngemäss: Weil es sie glücklich macht.

Damit trifft die Figur einen Nerv. Seit Jahren wird über Mental Load, unsichtbare Care-Arbeit und Partner diskutiert, denen der volle Abfallsack offenbar erst persönlich vorgestellt werden muss, bevor sie ihn hinaustragen.

Vielleicht ist es am Ende genau diese Mischung, die den Hype ausmacht: ein ziemlich attraktiver Alexander Skarsgård, eine komplett absurde Geschichte und ein Mann, mit dem es noch Spass macht, ins Bett zu gehen, und der zuhört und Dinge einfach macht, ohne dass man ihn dreimal darum bitten muss. Dass das Internet darauf anspringt, ist dann eigentlich gar nicht mehr so überraschend.

In der Deutschschweiz startet «Wicker» am 11. Februar 2027 im Kino.

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