notifications
Eurovision Song Contest

Überraschend bekannt gegeben: Das ist die Schweizer Kandidatin für den ESC 2026

Die 28-jährige Thunerin Veronica Fusaro hat sich zu einer der spannendsten Sängerinnen und Songschreiberinnen entwickelt. Sie ist eine gute, vielversprechende Wahl.
Die Sängerin Veronica Fusaro freut sich auf den ESC.
Bild: SRF/Nils Sandmeier

«Die Schweiz am ‹ESC› vertreten zu dürfen, fühlt sich für mich wie ein grosses Vertrauensgeschenk an. Ich möchte diese Bühne nutzen, um meine Musik ehrlich und ohne Maske zu zeigen», lässt die 28-jährige Thuner Sängerin und Songschreiberin Veronica Fusaro in einer Medienmitteilung von SRF mitteilen. «Der ‹ESC› bringt Menschen, Kulturen und Musik auf einzigartige Weise zusammen. Teil davon zu sein und meine Songs in diesem internationalen Umfeld zu präsentieren, bedeutet mir unglaublich viel», sagt sie weiter.

Die Tochter einer Schweizer Mutter und eines italienischen Vaters ist vor zwölf Jahren bei der zweiten Staffel von «The Voice Of Switzerland» erstmals aufgefallen. Im Alter von 16 Jahren erreichte sie damals im Team von Stefanie Heinzmann die Knockouts. Seither hat sie kontinuierlich und gewissenhaft an ihrem Gesang und ihrer Musik gearbeitet. Heute gehört sie zu den spannendsten Songschreiberinnen des Landes. Es ist Veronica Fusaro zuzutrauen, dass sie die jüngste Erfolgsgeschichte der Schweiz am ESC weiterschreiben kann. Sie ist eine gute, vielversprechende Wahl.

Grosse Fortschritte im Songwriting

Den ersten Schritt machte Fusaro 2016 mit der selbstproduzierten EP «Lost in Thought», mit der sie den «Demo of the Year»-Preis an der Demotape Clinic des Festivals m4music gewann und von SRF 3 zum «Best Talent» gekürt wurde.

Welche grossen Fortschritte sie punkto Songwriting gemacht hat, bewies Fusaro auf den beiden Album-Produktionen «All the Colors of the Sky» (2023) und «Looking for Connection» (2025). In der Schweizer Album-Hitparade erreichte sie die Plätze 5 und 12. Stilistisch bewegt sich Fusaro leichtfüssig zwischen Soul, Pop und Rock.

Am Anfang ihrer Karriere wirkte die Sängerin mit der markanten Brille auf der Bühne noch etwas unsicher. Heute gehört die Live-Performance zu den Stärken der quirligen, temperamentvollen Künstlerin. Inzwischen kann sie auch auf die Erfahrung von über 500 Konzerten im In- und Ausland zurückblicken. Zu den Höhepunkten gehörten die Auftritte am berühmten Glastonbury Festival in England, dem Montreux Jazz Festival und dem Gurtenfestival. Zudem eröffnete sie Konzerte für Mark Knopfler im Amphitheater von Nîmes.

Wie klingt der ESC-Song 2026?

Normalerweise schreibt Fusaro ihre Songs allein. Den ESC-Song hat sie aber in Berlin, zusammen mit einem anderen Musiker geschrieben. Der Song ist diesmal also nicht im SUISA Songwriting Camp entstanden, wo einige der erfolgreichsten Schweizer ESC-Songs der letzten Jahre wie «She Got Me» von Luca Hänni, «The Code» von Nemo, «Voyage» von Zoé Me komponiert wurden.

«Der Song tönt sehr stark nach mir, nach Veronica Fusaro», sagt sie auf Anfrage dieser Zeitung. Mehr darf sie aber noch nicht verraten. Sogar die Sprache lässt sie offen. Normalerweise singt sie englisch. Italienisch, die Sprache ihres Vaters, schliesst sie aber nicht aus. Eine klassische Ballade sei es aber nicht. Fusaros ESC-Song wird am 11. März 2026 bekannt gegeben.

Wie kam es zu ihrer Wahl?

493 Songs wurden für die Schweizer Teilnahme am «Eurovision Song Contest» 2026 eingereicht. Wie schon in den Vorjahren bestimmte eine internationale Publikums- und Fachjury den Beitrag in einem mehrstufigen Auswahlverfahren. Die Stimmen zählten zu je 50 Prozent. SRF hat Veronica Fusaro überraschend und ohne Vorankündigung bekannt gegeben, nachdem in den letzten Jahren die Schweizer Vertreterin oder der Vertreter durchgesickert waren.

Für die visuelle und künstlerische Umsetzung des «ESC»-Auftritts zeichnet Fredrik «Benke» Rydman verantwortlich. Der renommierte Kunstdesigner zählt zu den erfolgreichsten Kreativen in der Geschichte des «Eurovision Song Contest»: Er gewann den Wettbewerb unter anderem mit Måns Zelmerlöw für Schweden 2015 und Nemo für die Schweiz 2024. Vor zwei Jahren belegte er mit Käärijä für Finnland den zweiten Platz. Für Veronica Fusaro entwickelt Rydman gemäss SRF «eine Inszenierung, die ihre musikalische Handschrift, emotionale Präsenz und erzählerische Tiefe konsequent in den Mittelpunkt stellt».

Der 70. «Eurovision Song Contest» findet in Wien statt. Die Halbfinals werden am 12. und 14. Mai 2026 auf SRF zwei, das Finale am 16. Mai 2026 live aus der Wiener Stadthalle auf SRF 1 übertragen. In diesem Jahr treffen Künstlerinnen und Künstler aus 35 Ländern aufeinander.

Kommentare (0)