Queen of Funk am Retro-Festival
Erste und vielleicht wichtigste Frage: Kann sie noch singen? Ja, sie hat’s immer noch drauf, auch wenn für die hohen Töne heute die Backgroundsängerinnen zuständig sind. Erst gerade, am 23. März, ist Chaka Khan 72 Jahre alt geworden. Letztes Jahr spielte die amerikanische Sängerin ein Tiny Desk Concert, eines dieser schon fast legendären kleinen und intimen Konzerte im Hauptsitz von NPR Music. Sie war mit ihrer Band da, Bassist, Gitarrist, Schlagzeuger, Keyboarder, Perkussionist und drei Backgroundsängerinnen. Zusammengequetscht, aber happy. Sie kommt spritzig rüber, jugendlich für ihr Alter, und dankbar. Über 4,4 Millionen Youtube-Aufrufe und mehr als 14’000 Kommentare zeugen davon: Ja, die Welt interessiert sich noch für Chaka Khan. Man darf davon ausgehen, dass auch im KKL alle stehen werden, spätestens dann, wenn die Sängerin nach weltberühmten Songs aus Filmen ihre eigenen singt. (reg)
28./29. März, 19.30, KKL, Luzern. Konzerte im Schweizerhof: 3. April Suzi Quatro, 4. April Shaggy, 5. April Average White Band; www.theretrofestival.ch .
Ausnahmeklarinettistin Meyer sagt der Schweiz «Adieu»
Ausgerechnet Luzern hat sie sich ausgesucht für ihre grosse Verabschiedung von der Konzertbühne. Sabine Meyer hat sich, obwohl ihr Nachname in ihrem Heimatland Deutschland in allen Varianten der dritthäufigste ist, weltweit einen Namen gemacht. Bereits als 14-Jährige wurde die Klarinettistin zum Musikstudium an der Musikhochschule in Stuttgart zugelassen. Mit 23 Jahren wurde sie die erste weibliche Solobläserin bei den Berliner Philharmonikern. Zwar endete diese Zeit schnell, sie wurde von den anderen Orchestermitgliedern hinausgewählt. Daraufhin setzte sich Dirigent Herbert von Karajan für sie ein und sagte aus Protest gar Konzerte ab. Unerwartet, sprach er selbst sich doch zuvor gegen Frauen im Orchester aus. (dst)
Sonntag, 30. März, 18.30 Uhr, KKL Luzern.
Luzerner Theater: Über die Verfolgung der Jenischen
Mit «Totreif» bringt das Luzerner Theater ein Schauspiel auf die Bühne, das sich mit einem dunklen Kapitel der Schweizer Geschichte auseinandersetzt: der Verfolgung der Jenischen. Inspiriert von wahren Ereignissen erzählt das Stück die Geschichte von Celio, der als Kind von seiner Mutter getrennt wurde, und seiner Tochter Matilda, die Jahrzehnte später nach Antworten sucht. Matilda weiss nichts vom Schicksal ihres schweigsamen Vaters. (sh)
Samstag, 29. März, 20.00, Luzerner Theater, Box; www.luzernertheater.ch .
Es wird gehext im Orchesterhaus Kriens
Die kleine Hexe lebt mit ihrem Raben Abraxas im Wald und wär so gerne an der Walpurgisnacht dabei. Sie schleicht sich dahin, wird erwischt und bekommt zur Strafe ihren Besen zerbrochen. Nun soll sie ein Jahr lang eine gute Hexe sein und beginnt ihrer eigenen Auffassung des Begriffs nach, Gutes zu tun. So beginnt die Geschichte im Kinderbuch von Otfried Preussler. Für das Luzerner Sinfonieorchester hat Christine Cyris eine neue Textfassung erstellt. Anne-Laure Pantillon (Flöte), Salomo Schweizer (Oboe/Englischhorn), Adam Plšek (Fagott) und Salome Böni (Flöte) umrahmen Spiel und Gesang der Sopranistin Bettina Gfeller. Das Familienkonzert ist für Publikum ab 5 Jahren geeignet und dauert knapp eine Stunde. (dst)
Sonntag, 30. März, 11.00 und 15.00 Uhr, Orchesterhaus Kriens.
Schüür: Und alle springen auf und ab
Gitarre, Bass und Drums liefern den Groove, die Posaune setzt Highlights. Mit Tutti Bounce machen Sebastian Krajewski alias «Based» (Schlagzeug) und Jérôme «Tchamp» Bugnon (Posaune) von Seeed ihr eigenes Ding. Getrieben von derselben Liebe, der zu Dub, Hip-Hop, karibischen und afroamerikanischen Beats. Erweitert wird das Quartett durch die Groove-Experten Mo’Leen O’Swald (Bass) und Dirk Berger (Gitarre, vom Produzententeam The Krauts). Eine Instrumentalband, taucht gelegentlich auch eine Stimme auf in ihren Songs, und sei es in Form eines jamaikanischen Roots-Samples. Bei Seeed sind 17 Leute auf der Bühne, Tutti Bounce bringen auch zu viert alle zum Hüpfen. Vorgruppe sind die Lokalmatadoren SchlimmHomie, die momentan wohl angesagteste Luzerner Hip-Hop-Crew. (reg)
Do, 27. März, 20.00, EG, Schüür, Luzern.
Friedli & Fränz Kilbimusig laden zur Stubete
«Friedli Kilbi schlagzeugt, singt meist falsch und hat öppen 52,3 Prozent der Texte gemacht», so die Selbstbeschreibung des Gründungsmitglieds der Entlebucher Friedli & Fränz Kilbimusig. Richard Blatter aus Engelberg ist Sänger von Jolly & the Flytrap und tritt solo als El Ritschi auf. Dann sitzt er auf einem Holzstuhl, erzählt seine Geschichten und singt seine Lieder, die Gitarre unverstärkt – wie an einer Stubätä. Zusammen – sie kennen sich von der Regionaljournal-Kolumne «Apropos» für Radio SRF 1 – laden sie zur Stubete «Landeier!». (reg)
Samstag, 29. März, 20.15, Somehuus, Sursee.
«Jetz singe mer eis» mit Kunz und co.
«Döt äne am Bärgli...» Wissen Sie, wie der Text weitergeht? Und wie die zweite Strophe geht? Volkslieder sind zwar Teil unseres Kulturguts und gehen doch immer mehr verloren. Der Luzerner Mundartmusiker Kunz hat sich in seinem neusten Projekt «Jetz singe mer eis» dem Schweizer Volksliedgut verschrieben und tourt damit durch die Schweiz. In Luzern tritt ihm und seiner Band – Christoph Pfändler (Hackbrett), Adrian Würsch (Schwyzerörgeli), Michael Chylevski (Kontrabass) und Pirmin Lang (Klavier) – der Chor der Pädagogischen Hochschule Luzern und Schulklassen aus Kastanienbaum und Büren zur Seite. Mit diesem Projekt sollen einfache Lieder in allen vier Landessprachen den Weg zurück in Klassenzimmer und Familien finden und dieser mündlich tradierte Teil Schweizer Musikkultur wiederbelebt werden. Auf dem Programm stehen unter anderem «Luegid vo Berg und Tal» aus dem Kanton Bern, «Adyu mon bi payi» aus dem Kanton Fribourg oder das Rätoromanische «Sut steilas». Dabei treffen traditionelle Chorsätze auf jazzige Arrangements und verweben Alt und Modern. Für den Chor der Pädagogischen Hochschule Luzern sind die drei Auftritte der Höhepunkt des Chorjahres und eine weitere Gelegenheit für die jungen Studierenden, direkt mit Schulkindern in Kontakt zu kommen. (dst)
Samstag, 29. März, 19.00 Uhr und Sonntag, 30. März, 14.00 Uhr und 17.00 Uhr, MaiHof, Luzern
Kleintheater: Ein Stück zum Thema Alkoholkrankheit
Im Rahmen der Aktionswoche Kinder von Eltern mit Suchterkrankung und unterstützt von «Klick», der Fachstelle Sucht Region Luzern, kommt am Samstag im Luzerner Kleintheater das Stück «Alkohol» von Nina Langensand und Tristan Amor Rabit zur Aufführung. «Alkohol» ist eine Arbeit über das Leben mit diesem. Das Stück ist keine Anklage und kein Drama, sondern eine behutsame Untersuchung über Verletzlichkeit, Abgrenzung, über Kontrolle und deren Verlust, über Geheimes und über Offenlegung sowie über Scham. (sh)
Samstag, 29. März, 20.00, Kleintheater, Luzern; www.kleintheater.ch .
Debussy-Lieder in innovativem Gewand
Ariettes oubliées ist ein Liederzyklus für Singstimme und Klavier von Claude Debussy, nach Gedichten von Paul Verlaine. Die sechs Arietten, grösstenteils 1886 in Rom komponiert, werden jetzt von Sängerin Emily Adomah und der Luzerner Pianistin Laura Spichtig neu interpretiert – durch freie Improvisation am präparierten Klavier, Electronics und Stimme. Umrahmt wird die Aufführung von einem eigens dafür geschaffenen Lichtdesign (Adriana Carlota Berwert), welches erst den Raum «freeheit», dann den Pool zum Leuchten bringen werde. (reg)
Fr, 28. März, 20.00, Hotel Krone, Sarnen; Fr, 11. April, 20.00, Neubad, Luzern.
James Gruntz zurück auf der Bühne
Er lebt wieder in Biel und ist Vater zweier Buben; brauchte Zeit, sein Leben neu zu ordnen. Jetzt ist James Gruntz zurück auf der Bühne – mit Band und neuer Musik. Sieben Jahre nach dem letzten Album legte er Ende 2024 «Blink Twice» vor mit elf neuen Songs, die organisch und leichtfüssig fliessen, zusammengehalten von seiner schönen weichen Stimme. Heute könne er auch Konzerte wirklich geniessen. Und für diejenigen, die vorausplanen wollen: Am 14. August, in der letzten Schulferienwoche, spielt James Gruntz in der Rotsee-Badi in Ebikon. (reg)
Freitag, 28. März, 20.00, Galvanik, Zug.
«Le coucou» als Auftakt zum Martin-Jahr
Das Jahresprogramm des Bach Ensemble Luzern ist dieses Jahr Frank Martin gewidmet. Der Schweizer Komponist arbeitete mit Zwölftontechnik, ging dabei aber nie komplett ins Atonale, sondern unterwarf seine Reihen einem eigenen Tonalitätsgefühl, wie der Dirigent Ernset Ansermet einordnet. Er opferte also den Sinn der Musik nicht ihrer Neuheit. Im ersten Konzert wird Bachs Kantate «Wie schön leuchtet der Morgenstern» nebst Werken für a capella Chor («Le coucou») und dem Agnus Dei für Doppelchor zu hören sein. (dst)
Sonntag, 30. März, 17.00, Franziskanerkirche Luzern.


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